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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2023

Feuer und Flamme

Malibu Rising
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Michael Riva lebt den amerikanischen Traum. Vom armen Niemand zum gefeierten Musikstar. In seinen Anfängen lernt er die schöne June kennen, die er heiratet und mit ihr mehrere Kinder bekommt.
Die Älteste, ...

Michael Riva lebt den amerikanischen Traum. Vom armen Niemand zum gefeierten Musikstar. In seinen Anfängen lernt er die schöne June kennen, die er heiratet und mit ihr mehrere Kinder bekommt.
Die Älteste, Model Nina, wird Jahre später einen berühmten Tennisspieler ehelichen und erlebt jedoch mit ihrem Mann eine Wiederholung der Geschichte ihrer Eltern. Manche, die schon andere Bücher der Autorin gelesen haben, können hier vielleicht auch ein interessantes Dèjá-vu erleben.
Nina ist jedenfalls der Dreh- und Angelpunkt in der Handlung und ihrer Familie. Diejenige, die alles am Laufen hält und Verantwortung übernimmt. Aber auch ihre Brüder haben erfolgreich Karriere gemacht und die kleine Schwester Kit lernt sich im Verlauf der Geschichte selbst besser kennen.
Die Handlung steuert auf eine fulminante Party voller hochkarätiger Gäste im Hause Riva zu, die noch sehr hohe Wellen schlagen wird und schon am Anfang wird klar, dass Malibu am Ende in Flammen stehen wird!

Es handelt sich um eine tragische Familiengeschichte, die sich zwischen den 1960er und 1980er Jahren spielt.
Taylor Jenkins Reid bleibt ihrem Stil auch hier wieder treu. Wer eine große Lovestory mit herkömmlichem Happy End erwartet, wird schnell auf dem Boden der Tatsachen landen. Fans des typischen Schreibstils der Autorin werden hingegen voll auf ihre Kosten kommen.
Mir hat der Ausflug in dieses ganz eigene Universum wieder sehr gut gefallen, daher von mir auch eine Leseempfehlung für alle Unerschrockenen, für die am Ende nicht zwangsläufig alles Friede, Freude und Eierkuchen sein muss.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2023

Schöne Geschichte

Nordseeglitzern und Küstenträume
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Nachdem Nina nicht nur ihren Job verliert, sondern auch privat mit Freund Christian in einer Sackgasse landet, zieht es sie kurzerhand nach Bensersiel an die Nordsee. Hier lebt ihre Tante Trudi, bei der ...

Nachdem Nina nicht nur ihren Job verliert, sondern auch privat mit Freund Christian in einer Sackgasse landet, zieht es sie kurzerhand nach Bensersiel an die Nordsee. Hier lebt ihre Tante Trudi, bei der sie in ihrer Kindheit sehr viel Zeit verbracht hat. Es dauert auch nicht lange, bis sie hier auf ihre Jugendliebe Tjark trifft, durch den sie nicht nur ihre Liebe zu Pferden wiederentdeckt.
Gleichzeitig will Nina, mehr über das Leben ihrer Mutter erfahren . Durch deren Tagebuch findet sie heraus, dass auch ihre Mutter eine tiefere Verbindung zu dem ostfriesischen Ort hat.
Diesem Geheimnis will Nina auf den Grund gehen.
Gleichzeitig drängt sie ihre Freundin Anne zur Rückkehr und Aussöhnung mit Christian in Hamburg.

Es ist genau das richtige Hörbuch für die Vorsommerzeit, um sich vorab schon mal etwas Urlaubsstimmung auf die Ohren zu legen.
Der Erzählstimme von Hörbuchsprecherin Luise Georgi habe ich dabei auch gerne zugehört. Ihr ist es gut gelungen, die Story mit den Hauptcharakteren Nina und Tjark, so angenehm sympathisch und lebendig rüberzubringen, wie sie von Autorin Tina Martens geschrieben wurden.
Mit Bensersiel in Ostfriesland hat sich Letztere eine wirklich traumhafte Kulisse für ihre witzige und charmante Geschichte ausgewählt.
Auch das Nordseeflair kommt deutlich spürbar an.
Und obwohl der Handlungsverlauf im Groben vorhersehbar ist, erfüllt er gerade damit und ausschließlich im positiven Sinne, am Ende genau meine Erwartungen.
Durch den Part mit dem Schafe schubsen, ist die Story sogar etwas lehrreich für diejenigen, die bisher noch nicht wissen, warum dies unter Umständen sogar Leben retten kann.

Insgesamt ein toller, unterhaltsamer Wohlfühlroman für einen schönen (Gedanken-)Urlaub an der Nordseeküste!

Hörbuchempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.05.2023

Mehr als nur ein Familienroman

Der Ruf des Eisvogels
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Am 1. April 1925 erblicken Olga und ihre beste Freundin Lotte in der beschaulichen Uckermark das Licht der Welt. Es ist auch der Moment, in dem Olgas Mutter stirbt und ein Eisvogel auftaucht. Olgas Großvater ...

Am 1. April 1925 erblicken Olga und ihre beste Freundin Lotte in der beschaulichen Uckermark das Licht der Welt. Es ist auch der Moment, in dem Olgas Mutter stirbt und ein Eisvogel auftaucht. Olgas Großvater erzählt ihr später, dass die Seele eines Menschen 21 Gramm wiegt und damit genauso viel, wie die kleine Eisvogeldame, die fortan jedes Jahr am Geburtstag von Olga auftaucht und damit zum Sinnbild einer mütterlichen Präsenz wird. Da ihr Vater sie selbst indirekt für den Tod der Mutter verantwortlich macht, behandelt dieser Olga von Anfang an wie Luft. Die Rolle des Ersatzvaters übernimmt ihr Großvater, auch Pa genannt. Er ist Gynäkologe und erkennt schon früh Olgas Interesse an der Medizin. Er nimmt sie fortan bei seinen Untersuchungen mit, vermittelt ihr nebenbei viel medizinischen Fachwissen und stellt damit schon früh die Weichen für ihre spätere Berufswahl.
Olgas Jugend steht unter dem Schatten des Hakenkreuzes. Im Gegensatz zu einigen anderen lässt sie sich, auch dank der neutralen Einstellung ihres Großvaters, nicht von der Propaganda indoktrinieren. Stattdessen richtet sie eine geheimen Praxisraum ein, in dem sie heimlich verletzte Zwangsarbeitern medizinisch versorgt.Gleichzeitig wird der Erwartungsdruck größer, sich gegen ihr Herz und gegen ihre Träume zu entscheiden und die Rolle als Hausfrau und Mutter einzunehmen.
Nach Kriegsende sieht sie sich gezwungen, zusammen mit ihrer Tochter Becki in den Westen zu fliehen und möchte Ginsterburg gerne für immer hinter sich lassen.
Die schmerzhafte Vergangenheit holt sie erst wieder ein, als Tochter und Enkelin sie an ihrem 66. Geburtstag mit einer Fahrt in ihre Heimat überraschen.

Nicht nur für die Charaktere beginnt hier ein Wechselbad der Gefühle über den langen Zeitraum einer bewegenden, komplexen und lebendig erzählten Lebensgeschichte.
Die vielen Fragmente, aus denen diese besteht, setzt sich nach und nach, zu einen beeindruckenden Bild zusammen.
Die Handlung wechselt dabei immer wieder zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart im Jahre 1991. Zugegebenermaßen hatte ich zwar einen unterhaltsamen Familienroman erwartet und wurde von der enthaltenden Spannung, Lebendigkeit und Vielschichtigkeit etwas überrascht.
Der Fokus liegt auch nicht etwa auf die Thematik des Nationalsozialismus. Vielmehr werden der Kampf um Freiheit und Emanzipation gemeinsam mit der Zeitgeschichte zu einer emotional sehr berührenden Romanerzählung verwoben. Von mir gibt es für dieses Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Spannend und mitreißend!

Wolfskinder
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Die Einwohner von Almenen stehen den Siedlern aus Jakobsleiter, sowie deren abgeschiedener, rauer und irgendwie auch geheimnisvoller Lebensweise mehr als skeptisch gegenüber.
Diese Ablehnung bekommen vor ...

Die Einwohner von Almenen stehen den Siedlern aus Jakobsleiter, sowie deren abgeschiedener, rauer und irgendwie auch geheimnisvoller Lebensweise mehr als skeptisch gegenüber.
Diese Ablehnung bekommen vor allem Jesse und Rebekka, die in der Schule in Almenen besuchen müssen, täglich am eigenen Leib zu spüren. Rebekka verschwindet nach einer solchen Attacke plötzlich spurlos und auch die Klassenlehrerin kehrt eines Tages nicht aus den Bergen zurück und ist damit nicht die Einzige. Auch die beste Freundin von Volontärin Smilla ist dort 10 Jahre zuvor bei einem Campingausflug wie vom Erdboden verschluckt worden und seit dem nicht wieder aufgetaucht.
Wer steckt hinter dem mysteriösen Verschwinden der Frauen?

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der einzelnen Protagonisten erzählt. Genau das sorgt dafür, dass ich die ersten Seiten noch mit mehreren Fragezeichen im Kopf lese, aber ehe ich mich versehe, bin ich mitten drin im spannenden Geschehen. Trotz der wechselnden Sichtweisen und Settings, fällt es dann doch recht leicht, den Überblick zu behalten. Wie sich herausstellt, haben vor allem die vermeintlich bibeltreuen Siedlern aus Jakobsleiter mehr zu verbergen, als zunächst angenommen. Dazu passt die düstere, beklemmende Grundstimmung, die von Anfang an und über das gesamte Buch hinweg, vorhanden ist. Wirklich gruselig finde ich die Geschichte zwar nicht, dafür hat sie aber ein angenehmes Spannungslevel, da nicht ganz klar ist, von wem letztlich die wahre Bedrohung ausgeht. Zum Ende werden dann sämtliche Geheimnisse und Verbindungen schrittweise aufgedeckt und sorgen für einen aufregenden Showdown.
Für mich ein gelungenes Gesamtpaket aus unterhaltsamen Plot und tollem Schreibstil, das ich gerne gelesen habe.
LESEEMPFEHLUNG für Thriller-Fans!

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Alles andere als romantisch!

Es war einmal in Brooklyn
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Es ist der Sommer 1977 in New York, in dem es eines Nachts zum großen Blackout kommt und sich auch das bisherige Leben von Juliette und David für immer verändern wird.
Anfangs wirkt es noch wie eine klassisch ...

Es ist der Sommer 1977 in New York, in dem es eines Nachts zum großen Blackout kommt und sich auch das bisherige Leben von Juliette und David für immer verändern wird.
Anfangs wirkt es noch wie eine klassisch süße Liebesgeschichte, die sich aus einer Freundschaft entwickelt, die bereits seit Kindertagen besteht. Dazu gehört auch ein Entjungferungs-Pakt, den die Beiden vor dem College einlösen wollen.
David erkrankt dann jedoch an einem aggressiven Krebs und Juliette trifft auf einer Party zufällig auf Pizzabote Rico, in den sie sich rettungslos verliebt. Während David Gefühle für Juliette hegt und sicher ist, das Rico sie nur ausnutzt, distanziert sie sich immer mehr von ihrem Freund aus Kindertagen.
Das Buch hat an dem Abend des Blackouts, eine extreme Wendung für die zwei Hauptprotagonisten parat, die mich sehr erschüttert und die weiteren Entwicklungen maßgeblich beeinflusst.

Berührend, aber auch nüchtern und nachvollziehbar, beschreibt Syd Atlas die Story von David und Juliette. Auf den ersten Blick hat es sogar den Anschein, es handele sich möglicherweise um eine Neuinterpretation von Romeo & Julia. Doch der Schein trügt. Es ist alles andere, als romantisch und verträumt. Hier wird eine harte, unbarmherzige Wirklichkeit beschrieben, die mir immer wieder sehr nah geht und es mir unmöglich machte, aufzuhören zu lesen. Und obwohl ich mir so sehr ein anderes Ende gewünscht habe, sollte es nicht sein.

Für dieses Buch möchte ich sehr gerne eine LESEEMPFEHLUNG geben.

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