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Veröffentlicht am 25.05.2023

Lustig und fantasievoll

Detektei für magisches Unwesen – Da braut sich was zusammen
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Die drei Freunde Jannik, Pola und Lulu leben in Kiesbach und sind begeisterte Hobbydetektive.  Zusammen bilden sie die Detektei für magisches Unwesen. Sie sind befreundet mit Peggory Jones, dem Geheimagenten ...

Die drei Freunde Jannik, Pola und Lulu leben in Kiesbach und sind begeisterte Hobbydetektive.  Zusammen bilden sie die Detektei für magisches Unwesen. Sie sind befreundet mit Peggory Jones, dem Geheimagenten vom "Geheimdienst für streng geheime Angelegenheiten, Dezernat für Magisches und Fabelwesen" und dessen Leseratte Marianne. Als in Kiesbach unter seltsamen Umständen einzelne Schmuckstücke beim Juwelier Piepenbrink gestohlen werden und der Dorfteich zu blubbern beginnt, begeben sich die fünf auf Spurensuche.

Die Geschichte ist fantasievoll und unterhaltsam geschrieben und mit vielen lustigen Fabelwesen gespickt, etwa dem schwerhörigen Lauschkäfer Buddy, der Ulkelfe Fiona oder der Glibberblasen zaubernden Glückskatze. Auch Lulus exzentrische Tante Liesbeth sorgt für viele komische Szenen.

Das Buch ist in 27 kurze Kapitel eingeteilt, die durch schwarz-weiße Illustrationen aufgelockert werden. Es eignet sich perfekt für Grundschüler*innen ab der 3. Klasse. "Da braut sich was zusammen" ist nach "Drei Helden für ein Honigbrot" bereits der zweite Band der Detektei für magisches Unwesen, kann aber eigenständig gelesen werden. Dennoch ist die Kenntnis des ersten Bandes sicher hilfreich, um zu erfahren, wie die drei Kids mit der Fabelwelt in Kontakt kamen und Peggory und Marianne kennengelernt haben.

Wir hatten viel Freude am neuen Abenteuer der Detektei und können die Reihe nur weiterempfehlen!


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Veröffentlicht am 21.05.2023

Wunderschön illustrierter Klassiker

Michel aus Lönneberga 1. Michel in der Suppenschüssel
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Astrid Lindgrens Bücher liebte ich schon in meiner Kindheit, und lese sie nun mit besonderer Freude mit meinem Sohn. Die Abenteuer der liebenswerten Lausejungen Michel sind ein absoluter Klassiker, und ...

Astrid Lindgrens Bücher liebte ich schon in meiner Kindheit, und lese sie nun mit besonderer Freude mit meinem Sohn. Die Abenteuer der liebenswerten Lausejungen Michel sind ein absoluter Klassiker, und zeigen ein weiteres Mal Astrid Lindgrens Gespür für Kinder und ihren wundervollen Sinn für Humor.

In der aktuellen Ausgabe ist die Geschichte nun erstmals durchgehend farbig illustriert. Hierdurch kommen die berühmten und lebendigen Zeichnungen von Björn Berg besonders gut zur Geltung, und allein das Durchblättern macht große Freude.

Ein wunderschönes Buch, das sich für Kinder ab 5 Jahren bestens zum Vorlesen eignet.

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Originell und amüsant

Ein bisserl schimpfen ein bisserl räsonieren
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Stefan Franke hat in seinem Buch "Ein bisserl schimpfen, ein bisserl räsonieren" Leserbriefe aus der Rubrik "Klaghansl" der Zeitung "Wiener Hausfrau" zwischen 1909 und 1915 zusammengetragen und in 11 Rubriken ...

Stefan Franke hat in seinem Buch "Ein bisserl schimpfen, ein bisserl räsonieren" Leserbriefe aus der Rubrik "Klaghansl" der Zeitung "Wiener Hausfrau" zwischen 1909 und 1915 zusammengetragen und in 11 Rubriken von "Hygiene und Sauberkeit" über "Dienstpersonal und Haushaltshilfen" bis zu "Kaffeehäuser und Restaurants" unterteilt.

Ob Klagen über den Sittenverfall der Jugend, verunreinigte öffentliche Verkehrsmittel, Müll auf der Straße, knisternde Konfektverpackungen im Theater oder Klavierspielen in der Mittagszeit - schnell wird klar, dass sich an vielen grundlegenden Themen, die Anlaß zur Beschwerde geben, in den letzten 100 Jahren wenig geändert hat. Im Gegensatz zu heute ist der Tonfall in den Leserbriefen, die hier ausgewählt wurden, jedoch deutlich gemäßigter und durchweg höflich, und vielfach wird mit einer Prise Humor und gehobener Ausdrucksweise auf die Missstände hingewiesen.

Dieses Buch hat mich auf sehr unterhaltsame und teilweise skurrile Weise in die Zeit meiner Urgroßeltern zurückversetzt, und ich musste bei der Lektüre sehr oft schmunzeln. Ganz nebenbei habe ich nicht nur viele Wiener Vokabeln, sondern auch noch einiges über den Alltag in der damaligen Zeit gelernt.

Aufgrund der liebevollen Gestaltung des Büchleins eignet sich dieses auch ganz hervorragend als Geschenk.


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Veröffentlicht am 16.05.2023

Urkomisch und einfach toll!

Genial normal
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Seit ich "Grüner wird's nicht" gelesen habe, bin ich ein großer Fan von William Sutcliffe, und so war ich sehr gespannt auf "Genial normal".

Der 15jährige Sam zieht mit seinen Geschwistern Ethan und ...

Seit ich "Grüner wird's nicht" gelesen habe, bin ich ein großer Fan von William Sutcliffe, und so war ich sehr gespannt auf "Genial normal".

Der 15jährige Sam zieht mit seinen Geschwistern Ethan und Freya und seinen Eltern aus dem Örtchen
Stevenage in ein nobles Londoner Viertel, nachdem seine Eltern zu Reichtum gekommen sind. Während sich seine Mutter auf einen Selbstfindungstrip begibt, finden sich die Kids auf der "Die Nord­-London­-Akademie für Begabte und Talentier­te" wieder, einer alternativen privaten Schule für Kinder aus reichem Hause. Während seine künstlerisch und musisch interessierten Geschwister dort schnell Anschluss finden, bleibt der Sam unter den ziemlich exzentrischen Kids ein Außenseiter und wünscht sich in sein altes Leben zurück. Eher zufällig landet er beim Vorsprechen fürs Schultheater, und eine turbulente Zeit beginnt.

William Sutcliffes Schreibstil ist einfach urkomisch und voller herrlich trockenem Humor. Den Ich-Erzähler Sam, einen aufgeweckten, rundum normalen und mit seiner Durchschnittlichkeit zufriedenen Jungen, muss man einfach gern haben. Sams Familie und seine Mitschülerinnen und Lehrerinnen werden wunderbar spitz beschrieben, und ich habe mich selten bei einem Jugendbuch so köstlich amüsiert. Trotz vieler Seitenhiebe gegen pseudo-elitäre alternative Schulformen, die sich der Erweckung des inneren Selbsts verschrieben haben, entdeckt auch Sam dort neue Fähigkeiten an sich, entwickelt sich weiter und geht gestärkt aus der Situation hervor.

Ein spritziger, erfrischender, dynamischer und sehr lustiger Jugendroman, den ich unbedingt weiterempfehlen möchte - ganz klar 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Herausragendes Jugendbuch

Dunkelnacht
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"Dunkelnacht" von Kirsten Boie befasst sich mit einem Kriegsverbrechen, das gegen Ende des 2. Weltkrieges wenige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner im bayerischen Penzberg verübt wurde. Der Untergang ...

"Dunkelnacht" von Kirsten Boie befasst sich mit einem Kriegsverbrechen, das gegen Ende des 2. Weltkrieges wenige Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner im bayerischen Penzberg verübt wurde. Der Untergang Hitlerdeutschlands ist absehbar, die Kapitulation steht bevor, der Befehl der verbrannten Erde ist ausgegeben, die Amerikaner sind auf dem Vormarsch. In diesen entscheidenden und unsicheren Stunden treffen der Mut, die Hoffnung und die Entschlossenheit einiger weniger Bürger auf fanatische Nazis, Opportunisten und Menschen, die sich als "reine Befehlsempfänger" von jeder Verantwortung freisprechen. So kommt es, dass grausame Morde verübt werden, ohne dass jemals ein Mörder hierfür belangt wird.

Die Novelle richtet den Blick auf die sog. Endphasenverbrechen des zweiten Weltkrieges, ein Thema, das insbesondere in der Jugendliteratur kaum behandelt wird. Boie erzählt die Ereignisse in kurzen Kapiteln aus wechselnder Perspektive der fiktiven Teenager Gustl, Marie und Schorsch. Abgesehen von den drei Jugendlichen sind alle anderen Personen real, auch die Namen der Täter und Opfer, und die Geschehnisse sind historisch verbürgt und sorgfältig recherchiert.

In einem ausführlichen Nachwort geht Kirsten Boie auf ihre Recherchen und die Gerichtsprozesse gegen die Verantwortlichen ein, die allesamt freigesprochen wurden.

Der knappe, beobachtende, straffe Schreibstil der die relative kurzen Novelle ist zunächst ungewohnt, aber letzlich seine große Stärke: Er lässt viel Raum für eigene Fragen und Reflexionen - wie konnten die Bewohner danach je wieder zusammen leben? Wie geht man mit der Schuld um, wenn juristisch nie eine echte Aufarbeitung stattgefunden hat? Und wie würden wir selbst handeln in einer vergleichbaren Situation?

Die Autorin empfiehlt dieses Buch ab 15 Jahren, und ich empfinde dies aufgrund der grausamen Thematik und des Schreibstils, der eine gewisse Reife des Lesers erfordert, als sehr passend. Ich könnte mir die Novelle sehr gut in einer 9. oder 10. Klasse als Schullektüre vorstellen und möchte es jedem empfehlen - ein wichtiges, erschütterndes und hervorragend geschriebenes Buch gegen das Vergessen und ein Denkmal für die Opfer in Penzberg.

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