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Veröffentlicht am 16.06.2023

Kinder, Kinder

Finsternebel
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Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: Knaur HC; 2. Edition (1. Juni 2023)
ISBN-13: 978-3426227633
Originaltitel: Kult
Übersetzung: Katrin Frey
Preis: 21,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Kinder, ...

Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: Knaur HC; 2. Edition (1. Juni 2023)
ISBN-13: 978-3426227633
Originaltitel: Kult
Übersetzung: Katrin Frey
Preis: 21,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Kinder, Kinder

Inhalt:
Der fünfjährige Ossian wird aus seiner Kita entführt. Die Polizei sucht verzweifelt nach ihm, doch nach drei Tagen wird seine Leiche gefunden. Schnell werden die Parallelen zu dem Mord an der kleinen Lilly ein Jahr zuvor erkannt. Doch erst als der Mentalist Vincent Walder zu den Ermittlungen hinzugezogen wird, erkennt dieser die Verbindung der beiden Fälle - zumindest einen Teil davon.

Meine Meinung:
Schon der erste Band dieser Trilogie, „Schwarzlicht“, hat mir gut gefallen, und der zweite Band fast noch besser. In „Schwarzlicht“ hatte ich mich sehr an den Polizisten Ruben und Peder gestört, deren Verhalten ich untragbar fand. Nun sind inzwischen zwei Jahre vergangen und beide haben sich zum Positiven entwickelt. Dafür empfand ich Minas Neurose (extreme Angst vor Keimen und damit einhergehend extremer Wasch- und Putzzwang) als ermüdend und spannungsraubend. Ohne dies hätte man - gefühlt - hundert Seiten weglassen können. Zudem hat sich ein Fehler eingeschlichen, der möglicherweise der Übersetzung zuzuschreiben ist und vielleicht nicht lösbar war. Da ich kein Schwedisch kann, kann ich das nicht beurteilen. Drei Sätze, die Vincent zugeschickt werden, enthalten angeblich genau dieselben Buchstaben - im Schwedischen vielleicht, im Deutschen nicht ganz. Für die Handlung ist das aber nicht ausschlaggebend. Und das Buch hat mir trotz allem wirklich gut gefallen.

Die Story ist komplex und verzwickt. Verbrechen an Kindern gehen immer besonders unter die Haut. Das merkt man auch bei den Ermittlern, die zumeist selbst Kinder haben. Die Polizistin Mina Dabiri bzw. ihre Familie ist auch noch direkt in den Fall involviert. Wir erfahren mehr über ihre Vergangenheit und ihre Familie.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, wodurch das Geschehen von allen Seiten beleuchtet wird und die Leserschaft natürlich immer etwas mehr weiß als die einzelnen Protagonisten. Der Schreibstil ist sehr ansprechend und locker zu lesen. Manche Dialoge bzw. Szenen zwischen Mina und Vincent sind sogar witzig und lockern die düstere Handlung etwas auf. Als Leser*in sollte man nicht gerade eine Abneigung gegen Zahlen, Rätsel, Codierung usw. haben, denn genau das ist Vincents Spezialgebiet und kommt daher immer wieder zur Sprache, allerdings so, dass man auch ohne großes Wissen folgen kann.

Man kann dieses Buch gut ohne Vorkenntnisse lesen, es wird allerdings auf die Auflösung des ersten Falls eingegangen, sodass man an diesem hinterher nicht mehr so viel Freude haben wird. Also besser die Reihenfolge einhalten!

Die Dabiri-Walder-Trilogie:
1. Schwarzlicht
2. Finsternebel
3. ?

★★★★☆

Veröffentlicht am 05.06.2023

Packender Reihenauftakt

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Broschiert: 592 Seiten
Verlag: Ullstein Paperback (29. Juni 2023)
ISBN-13: 978-3864932397
Originaltitel: Till minne av en mördare
Übersetzung: Ulla Ackerman
Preis: 17,99 €
auch als E-Book erhältlich

Packender ...

Broschiert: 592 Seiten
Verlag: Ullstein Paperback (29. Juni 2023)
ISBN-13: 978-3864932397
Originaltitel: Till minne av en mördare
Übersetzung: Ulla Ackerman
Preis: 17,99 €
auch als E-Book erhältlich

Packender Reihenauftakt

Inhalt:
Schweden, Sommer 1994. Kriminalkommissar Tomas Wolf ist nach seinem Einsatz im Bosnienkrieg nicht mehr derselbe. Seine Familie leidet darunter genauso wie er selbst. Doch die Ermittlungen zum Mord an einer jungen Frau lassen ihm kaum Zeit, sein Privatleben zu ordnen.

Die Journalistin Vera Berg tritt eine neue Stelle bei einem Blatt in Stockholm an. Sie ist auf der Flucht vor ihrem Exfreund, einem Kriminellen, dessen Sohn sie mitgenommen hat, um dem Jungen ein geordnetes Leben zu ermöglichen. Auch sie recherchiert im selben Fall wie Tomas. Doch bis sie an einem Strang ziehen, dauert es …

Meine Meinung:
Es ist schon ein ziemlich komplexes und vielschichtiges Werk, das Engman und Selåker hier vorlegen, und es ist auch ziemlich gut. Es gibt eine riesige Anzahl an Personen, deren Einordnung mir aber absolut leicht fiel, da sie alle irgendwie prägnant sind. Auch die häufigen Perspektivwechsel bereiten keine Probleme, da das Buch klar gegliedert ist.

Es kommt schon früh Spannung auf, die sich zum Ende hin immer mehr steigert. Anfangs tappt man als Leser*in zusammen mit den Ermittlern total im Dunkeln, doch dann tauchen nach und nach immer mehr Verdächtige auf. Das ist richtig gut gemacht und man kann toll miträtseln, wie wohl alles zusammenhängt, zumal es auch nicht bei dem einen Mord bleibt.

Dabei wird auch das Zeitgeschehen im Jahr 1994 toll mit eingebunden. Die erhitzte Atmosphäre, die sich durch die Fußball-WM oder Mattias Flinks Amoklauf in Falun ergibt, ist direkt spürbar. Dazu kommt eine ungewöhnliche Sommerhitze und immer mehr Neonazis mit ihrem Ausländerhass und ihrer Gewaltbereitschaft. So wirkt alles super authentisch.

Die beiden Protas Vera und Tomas sind tiefgründig und vielschichtig angelegt. Ihre Darstellung empfand ich als sehr lebendig. Leider konnte ich nicht alle ihre Verhaltensweisen nachvollziehen. Auch auf einige Wiederholungen hätte ich gerne verzichten können. Knapp an 5 Sternen vorbei Aber auf den nächsten Fall freue ich mich schon!

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
TRUBEGLHEF TLAWEG EHCILSUÄH GNUGITLAWEGREV

★★★★☆

Veröffentlicht am 01.06.2023

Weniger wäre mehr gewesen

Die Verborgenen
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Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Piper (1. Juni 2023)
ISBN-13: 978-3492064798
Preis: 17,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Weniger wäre mehr gewesen

Inhalt:
Nach außen sind die Hoffmanns eine ...

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Piper (1. Juni 2023)
ISBN-13: 978-3492064798
Preis: 17,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Weniger wäre mehr gewesen

Inhalt:
Nach außen sind die Hoffmanns eine Bilderbuchfamilie, doch im Inneren brodelt es. Damit nicht genug, hat sich auch noch ein Phrogger bei ihnen eingenistet, der besonders die siebzehnjährige Tochter Tabea im Blick hat, deren Schulkameradin Rebecca vor Kurzem spurlos verschwunden ist …

Meine Meinung:
Keine Frage, Linus Geschke schreibt gut. Er versteht es, seine Leserschaft zu fesseln, so auch in diesem Psychothriller. Mit Leichtigkeit kam mein Kopfkino beim Lesen in Gang. Trotzdem konnte er mich nicht so begeistern wie zum Beispiel mit seiner Born-Trilogie. Die Themen, die er hier in diesem neuen Buch unterbringt, sind einfach zu viele. Das Aufeinandertreffen so vieler Ereignisse ist einfach mehr als unwahrscheinlich. Dabei hätte man mit jedem einzelnen Punkt schon gut ein ganzes Buch füllen können.

Erzählt wird in der Ich-Perspektive von Sven, Franziska und Tabea Hoffmann sowie in der Du-Perspektive einer weiteren Person. Man kann dem gut folgen, da der Wechsel stets angekündigt wird. Etliche Szenen erlebt man so aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei nehmen die verschiedenen Personen die Situationen manchmal unterschiedlich wahr, manchmal liest man aber auch einfach dasselbe noch einmal, was ich dann etwas überflüssig fand.

Durch den Buchtitel hatte ich die Erwartung, dass es (fast) nur um Phrogger geht, also um jemanden, der sich heimlich in ein fremdes Haus einnistet und dort mit den Bewohnern lebt, ohne dass die es bemerken. Doch Geschke wollte noch so viel mehr unterbringen und hat sich für mein Empfinden dadurch verzettelt. Am Ende werden zumindest alle losen Fäden lückenlos aufgedröselt, sodass keine Frage offen bleibt.

Fazit:
Einigermaßen spannender Psychothriller. Von mir gibt es 3,5 Sterne, die ich gerne aufrunde.

★★★★☆

Veröffentlicht am 28.05.2023

Spannender und anspruchsvoller Politthriller

Plagiat
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Spannender und anspruchsvoller Politthriller

Ich frage mich, warum ich den Namen Jochen Frech bisher noch nie gehört oder gelesen habe, denn der Autor kann durchaus mit den Großen der Branche mithalten. ...

Spannender und anspruchsvoller Politthriller

Ich frage mich, warum ich den Namen Jochen Frech bisher noch nie gehört oder gelesen habe, denn der Autor kann durchaus mit den Großen der Branche mithalten.

„Plagiat“ hat mir ein paar wirklich spannende und interessante Lesestunden beschert. Der Thriller befasst sich mit aktuellen Themen, aber auch nebenbei mit der unrühmlichen deutschen Vergangenheit.

Carla, eine junge deutsche Extremkletterin, kann sich nicht mit dem angeblichen Selbstmord ihres Bruders abfinden und beginnt mit eigenen Nachforschungen, da die Polizei mauert. Damit begibt sie sich in allergrößte Gefahr, was ihr erst nach und nach bewusst wird. Denn für eine Gruppe von Menschen geht es um viel Geld und Macht. Dafür schrecken sie auch vor Mord nicht zurück.

Jochen Frech entführt uns in verschiedene Länder rund um den Erdball. Die Perspektivwechsel sind dabei manchmal etwas abrupt und leider werden nicht alle fremdsprachigen Dialoge übersetzt. Bei Englisch und Plattdeutsch mag das noch angehen, aber wer spricht schon Ungarisch?

Davon abgesehen kann ich diesen Thriller aber nur empfehlen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 25.05.2023

Krimi erwartet, etwas Besseres bekommen

Flattermann
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Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (25. September 1995)
ISBN-13: 978-3404147335

Krimi erwartet, etwas Besseres bekommen

Inhalt:
Kommissär Peter Hunkeler will sich in seinem Urlaub am Rhein ...

Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (25. September 1995)
ISBN-13: 978-3404147335

Krimi erwartet, etwas Besseres bekommen

Inhalt:
Kommissär Peter Hunkeler will sich in seinem Urlaub am Rhein einfach nur entspannen. Da wird er Zeuge, wie ein alter Mann von einer Brücke ins Wasser fällt. Selbstmord? Der „Flattermann“ lässt Hunkeler keine Ruhe, und so beginnt er seine außerdienstlichen Nachforschungen …

Meine Meinung:
Eigentlich schreibt Hansjörg Schneider ja Krimis, und eigentlich bekommt man in der Regel auch einen Krimi, wenn ein Polizist die Hauptrolle spielt. Nicht so bei diesem Buch, das vom Verlag aber auch einfach als Roman bezeichnet wird.

Gut, am Rand kommt ein Verbrechen vor, aber darum geht es hier gar nicht wirklich. Viel wichtiger ist, wie Hunkeler bei seinen Recherchen über den Selbstmörder Freddy Lerch Parallelen zwischen ihrer beider Leben entdeckt und über Lerchs Tagebuch auch einiges über sich selbst lernt und ein Stück weit zu sich findet.

★★★★☆