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Veröffentlicht am 29.05.2023

WIR-Gefühl für Erstleser

Das kleine WIR in der 1. Klasse
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Die Wolkenklasse und ihre Klassenlehrerin Frau Wasily haben jemand ganz Besonderen in ihrer Mitte. Das kleine WIR wohnt in den Herzen der Kinder und ist mal größer, mal kleiner. Es sorgt für Sicherheit, ...

Die Wolkenklasse und ihre Klassenlehrerin Frau Wasily haben jemand ganz Besonderen in ihrer Mitte. Das kleine WIR wohnt in den Herzen der Kinder und ist mal größer, mal kleiner. Es sorgt für Sicherheit, Zusammenhalt und genug Schwung im Schulalltag. So fühlen sich alle wohl in der Klasse und halten zusammen. Doch was, wenn das kleine WIR einmal fehlt?

Das kleine WIR kennen wir schon von Bilderbüchern und fanden es schön, dass es nun in die erste Klasse kommt, so dass es die Kinder auf ihrem weiteren Weg begleiten kann. Das Cover zeigt sofort, worum es geht und sorgt sicher dafür, dass die Kinder neugierig auf das Buch und auf die Einschulung werden. Der Titel gehört zur Reihe "Einfach Lesen lernen" aus dem Carlsen Verlag. Von dieser hatten wir schon einige Bücher. Dieses gehört zur ersten Lesestufe, die für die erste Klasse gedacht ist und dort gerade für solche Schüler, die noch nicht so gut lesen können, Lesemuffel sind oder mit dem Deutschen noch Probleme haben. Das Vokabular ist einfach gehalten, die Textabschnitte sind kurz, so dass sich sicher Erfolge einstellen und die Kinder motivieren. Auch gibt es viele tolle Illustrationen, die sich durch das ganze Buch ziehen und die Geschichte untermalen, was zu mehr Textverständnis führt.

Für Erstleser hatten wir mit einer leichten, aber zusammenhängenden Geschichte gerechnet. Tatsächlich sind es anfangs aber eher Episoden in denen zunächst das kleine WIR und die Wolkenklasse vorgestellt werden und dann typische Schulsituationen erzählt werden, z.B. ein Theaterstück, das Lernen in der Klasse oder der Schulgarten. Ab der Mitte folgt eine längere Erzählung darüber, was passiert, wenn das kleine WIR fehlt und ein Schüler geärgert wird. Dann fühlt sich niemand wohl. Diese negativen Gefühle sind sehr eindringlich dargestellt und das Buch bietet auch Lösungen an. Das Thema finde ich sehr wichtig, hätte es aber besser gefunden, wenn die schönen Situationen nicht so kurz und unzusammenhängend beschrieben, sondern in die letzte Geschichte besser eingebunden worden wären.

Am Schluss gibt es ein kleines Wörterrätsel zum Gelesenen. Hier hätte man noch ein paar Aufgaben mehr einfügen können. Leider also nicht ganz das, was wir uns vorgestellt hatten, aber dennoch für Schulanfänger ganz schön gemacht. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 23.05.2023

Erst ähnlich, dann ein gelungenes Finale

Master Class, Band 2 - Mut kommt vor dem Fall
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Am Tag nachdem Riley glaubt, denjenigen entlarvt zu haben, der eine Geschichte über sie schrieb, um sie einzuschüchtern, reist sie gemeinsam mit Killian zum Finale des Schreibwettbewerbs in ein altes Kloster ...

Am Tag nachdem Riley glaubt, denjenigen entlarvt zu haben, der eine Geschichte über sie schrieb, um sie einzuschüchtern, reist sie gemeinsam mit Killian zum Finale des Schreibwettbewerbs in ein altes Kloster auf der Insel St. Michael's Mount. Doch schon kurz nach der Ankunft muss sie feststellen, dass sie den falschen verdächtigt hat, denn sie erhält Reinschriften von Geschichten aus ihrem eigenen Tagebuch. Wessen Leben hat sie so sehr zerstört, dass ihr nun jemand so zusetzt? Zutiefst verunsichert muss sie sich zusammenreißen, um im Wettbewerb ihr bestes zu geben. Das ist nicht gerade einfach, denn die Konkurrenz aus London versucht alles, um ihre Gruppe zu verunsichern. Halt findet sie bei Killian, in den sie sich mittlerweise hoffnungslos verliebt hat. Doch dann deutet ein Hinweis auf ihn als Briefeschreiber und droht Riley Welt zum Einsturz zu bringen.

Es ist gar nicht so einfach für den zweiten Band eine Rezension zu verfassen, ohne zu viel vom ersten zu verraten. Dieser sollte auf jeden Fall VOR diesem hier gelesen werden, da die Handlung hier nahtlos ineinander übergeht. Auch gibt es kaum Rückblenden auf Band eins, so dass die Handlung ohne diesen kaum nachvollziehbar ist. Ich war jedenfalls sehr gespannt, wie es nach dem Umzug auf die Insel weitergeht. Sehr schnell erfährt Riley, dass die Gefahr noch nicht vorüber ist und als Leser beginnt man wieder, sämtliche Teilnehmer und Personen zu überprüfen und zu verdächtigen. Das heißt, der Beginn dieses Buchs unterscheidet sich anfangs nicht besonders von seinem Vorgänger. Trotzdem ist die Handlung, wenn auch ähnlich, immer noch spannend und gibt Rätsel auf. Nach und nach merkt man zumindest schon, in welcher Zeit die Motive des Täters liegen, doch die Frage "Warum genau?" konnte ich erst relativ spät erahnen.

Hinweise geben die Ausschnitte aus Rileys Rittessin-Tagebuch. Die Atmosphäre im Buch ist wieder sehr gut gelungen. Überall wähnt man lauernde Gefahren und dann zieht auch noch ein Sturm auf und die Insel wird vom Festland aus unerreichbar. Stefanie Hasse arbeitet hier mit allen Tricks. Menschen, die gerade noch unbedingt verdächtig sind, sind nach einem Schockmoment oft schon wieder entlastet, nicht ohne den Keim eines Zweifels gesät zu haben. Beim Täter hätte ich nach Band 1 tatsächlich auf jemand anderen getippt und auch das Motiv blieb lange im Dunkeln. Bis auf wenige Längen ist das Finale gelungen und sogar der Untertitel bekommt noch eine Bedeutung. Ich werde auf jeden Fall auch noch weitere Bücher der Autorin lesen. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Spannend und düster mit Abstrichen

Waldeskälte
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Als ein alter Freund aus Eigerstal anruft, fühlt sich Leutnant Valeria Ravelli von Interpol sofort in die Vergangenheit in dem kleine Bergdorf in den Schweizer Alpen zurückversetzt. Vor Jahren verschwanden ...

Als ein alter Freund aus Eigerstal anruft, fühlt sich Leutnant Valeria Ravelli von Interpol sofort in die Vergangenheit in dem kleine Bergdorf in den Schweizer Alpen zurückversetzt. Vor Jahren verschwanden sie und zwei Freundinnen in der Gegend und nur sie tauchte lebend, aber ohne Erinnerung wieder auf. Sobald sie konnte kehrte sie ihrem Heimatort den Rücken. Nun ist wieder ein Mädchen verschwunden. Ob dieser Fall mit ihrem eigenen zusammenhängt? Ist der Täter von damals immer noch vor Ort? Weil sie in diesem Fall nichts dem Zufall überlassen kann, kehrt Ravelli widerwillig in den Ort ihres Traumas zurück und übernimmt die Ermittlungen.

Den zweiten Band der Valeria Ravelli Reihe hatte ich schon gelesen und fand ihn sehr spannend. Die Beschreibung dieses Falls war ebenso düster und das reizte mich, auch den ersten Krimi zu lesen. Beide können aber unabhängig voneinander gelesen werden. Besonders neugierig machte mich an diesem der sehr persönliche Cold Case der Valeria Ravelli. Zwar wurde in ihrem Fall damals ein Täter festgenommen, diesem konnte aber nichts nachgewiesen werden. Martin Krüger schreibt so, dass man sich sofort fühlt, als müsste man selbst nach Eigerstal und damit in die Schatten der Vergangenheit zurückkehren. Er saugt den Leser förmlich in diese teuflische Gegend und lässt ihn Valerias widerstreitende Gefühle hautnah miterleben. Nicht einmal ihrem alten Freund, der sie verständigt hat, traut sie über den Weg und nicht selten stellen sich einem die Nackenhaare auf, wenn man mit der Protagonistin durch nebelverhangene Bergwelten läuft.

Ravelli ist eine sehr eigenwillige Ermittlerin, die ein hohes Risiko eingeht, um in ihren Fällen weiterzukommen. Das kannte ich schon vom zweiten Band. Nur ist es bei diesem alles noch persönlicher, da sie ebenfalls ein Opfer war. Es kommt in diesem Band auch wieder ziemlich viel Aberglaube vor und Begegnungen, die mysteriös sind und sich eigentlich nicht mit Logik erklären lassen. Umso mehr haben mich die dann doch recht realen Zusammenhänge überrascht, die zwar nicht einfach konstruiert waren, für mich aber nicht so ganz ins Bild eines jahrelang verborgenen Täters oder mehrerer passten, die doch so einfach hätten verschwinden können. Hier hätte ich mir ein gewaltigeres Motiv für die Taten vorgestellt. Gelesen wurde das Hörbuch von einer meiner Lieblingssprecherinnen im Bereich Spannungsliteratur: Julia Nachtmann. Ihre Stimme passte hervorragend zur etwas eigenbrötlerischen Ravelli, aber auch zum düsteren Setting und trug die Verantwortung für so manche Gänsehaut. Für ihren Vortrag hat sie auf jeden Fall 5 Sterne verdient. Die Buchvorlage an sich bekommmt gute 4 Sterne

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Abtauchen in ein neues spannendes Abenteuer

Whisperworld 3: Geheimnis des Meeres
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Kaum zurück aus der Wüste, ereilt die Tierflüsterer eine neue Nachricht, die sie zum Aufbruch ans Nachtblaue Meer bewegt. Dort haben Eindringlinge Teile der Meeresstation beschädigt. In einem Crashkurs ...

Kaum zurück aus der Wüste, ereilt die Tierflüsterer eine neue Nachricht, die sie zum Aufbruch ans Nachtblaue Meer bewegt. Dort haben Eindringlinge Teile der Meeresstation beschädigt. In einem Crashkurs müssen Chuck, Coco, Amy, Paul, Enisa und Mohit alles über das Tauchen lernen, um auch im Wasser zurechtzukommen. Das Nachtblaue Meer ist ein aufregender Lebensraum, in dem nicht nur Haie und andere Fische, sondern ganz ungeahnte Wesen leben. Diese bergen ein Geheimnis, das außer den Tierflüsterern niemand kennen darf, denn sonst geraten diese Wesen in größte Gefahr.

Wiedermal ist das Cover dieses dritten Bandes sehr gut gelungen und vereint wieder die jungen Tierflüsterer, eine aufregende Tierwelt, das Meer und etwas Magie in sich. Fans werden sofort zugreifen, doch auch junge Leser, die die Reihe nicht kennen, werden sich angesprochen fühlen. In jedem Band werden auf den ersten Seiten die wichtigsten Personen und die Whisperworld etwas vorgestellt, trotzdem empfehle ich mit dem ersten Band zu beginnen, damit die Beweggründe und die Hintergründe bekannt sind. Dieser Band startet mit Chuck und was man über ihn erfährt, erklärt zunächst einiges aus den ersten beiden Bänden. Das finde ich gut, denn oft habe ich mich schon gefragt, warum er teilweise so unverständlich handelt. Leider ist seine Geschichte aber keine Entschuldigung dafür, dass er auch im dritten Band scheinbar nichts dazugelernt hat. Hier wiederholen sich die immer gleichen Fehler und teilweise bin ich ob dieser Ignoranz schon etwas genervt. Sie führt nicht nur zu Wiederholungen, sondern auch zu Unverständnis gegenüber einem meiner liebsten Charaktere. Sehr schade, denn der Rest des Abenteuer ist wieder richtig spannend.

Die neue Umgebung ist wieder so ganz anders, als die vorherigen. Ein neues Biom, neue Aufgaben, neue Gefahren, neue, teils unbekannte Wesen. Die Unterwasserumgebung wird so toll geschildert, dass man mein, man taucht selbst hinein. Nach den beiden Vorgängerbänden weiß man schon ein bisschen, welche bösen Menschen sich hier immer wieder an der Whisperworld vergreifen, dennoch sind sie auch in diesem Band fast nur im Hintergrund aktiv. Zudem ist es natürlich wieder sehr spannend, wer diesmal das Flüstern hört. Diesmal ist es nämlich etwas anders als bisher und das überraschte mich dann doch. Das offene, sehr spannende Ende sorgt dafür, dass ich sicher auch Band 4 lesen werde. Die Schreibweise ist wieder passend für die Zielgruppe und auch die Zeichnungen sind wieder total gelungen. Auch wenn ich zeitweise von Chuck total genervt war, weil er einfach nicht reagiert, wie es normal wäre, mochte ich den Band gern. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Selbstfindungshilfe für Frauen in der Lebensmitte

Das Meer und ich
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Eine Frau Mitte 40, die Kinder sind groß, der Beruf bietet nichts Neues mehr und in der Ehe lief es schon mal besser. Gemeinsam mit ihrer Freundin Isa wollte sie sich daher eine Auszeit auf einer kleinen ...

Eine Frau Mitte 40, die Kinder sind groß, der Beruf bietet nichts Neues mehr und in der Ehe lief es schon mal besser. Gemeinsam mit ihrer Freundin Isa wollte sie sich daher eine Auszeit auf einer kleinen Insel nehmen, um auf andere Gedanken zu kommen. Doch die Freundin sagt kurzfristig ab. Völlig allein im Urlaubsort fällt die Frau in ein tiefes Loch, die negativen Gedanken scheinen sie zu erdrücken. Wer ist sie eigentlich, wenn sie nicht mehr dauernd für ihre Kinder sorgen muss? Da findet sie bei einem Spaziergang eine Flaschenpost mit einer geheimnisvollen Nachricht. Kurz darau lernt sie die Verfasserin kennen, die nette und vollkommen gelassen wirkende Lene. Durch Gespräche mit ihr, kommt sie ihren Wünschen und Träumen auf die Spur. Kann sie auch jenseits der 45 wieder glücklich werden?

Es hat mich zunächst etwas gewundert, dass das Hörbuch bei lovelybooks als Sachliteratur geführt wird, denn tatsächlich ist es von der Erzählweise her eher ein Roman. Doch dieser erfüllt einen bestimmten Zweck. Er ist Lebenshilfe, dient der Selbstfindung und regt dazu an, sich über bestimmte Fragen Gedanken zu machen, die wohl viele Frauen Ü40 sich stellen. Oft fällt man in ein Loch, wenn die Kinder plötzlich selbstständig sind. Man hat das Gefühl, das Leben bietet einfach nichts neues mehr. Viele haben vielleicht auch eine Ehekrise hinter sich oder erachten ihre Beziehung mittlerweile als eingeschlafen. Und auch der Job, der wegen der Kindererziehung immer an zweiter Stelle kam, wird vielleicht als eintönig wahrgenommen. Selbst der eigene Körper wird immer kritischer betrachtet und es fehlt an Selbstwertgefühl und Bodypositivity. Tessa Randaus Protagonist steckt genau in dieser Falle düsterer Gedanken, die aber wirklich sehr geballt, d.h. alle auf einmal auf sie einprasseln und ihr die Lebensfreude rauben. Ihr fehlt ein Ziel vor Augen. Sie ist kritischer gegenüber sich selbst als gegenüber allen anderen.

Durch lange Spaziergänge, Gespräche und Unternehmungen mit Lene, die sie nicht ganz zufällig trifft, packt die Protatonistin nach und nach alle Probleme und Fragen an und sucht für sich Lösungen und Möglichkeiten, um wieder ein erfülltes Leben führen zu können. Lene wirkt dabei sehr weise, als hätte sie alles das auch schon durchgemacht. Nach und nach erfährt man, was hinter ihrer Art steckt. Bei den Leser*innen sorgen die tiefgründigen Themen tatsächlich dafür in sich zu gehen und das ein oder andere Problem für sich selbst zu überdenken. Mich selbst haben zwar nicht alle Aspekte betroffen, weil meine Kinder jünger sind und ich ein sehr erfüllendes Hobby habe, doch konnte ich mich trotzdem in viele Momente hineinversetzen. Ein wenige Kritik übe ich daran, dass für die Protagonistin manche Konflikte, die gravierender erschienen und nicht unbedingt von ihr verursacht wurden, trotzdem nur durch ihre Überlegungen beigelegt werden sollten. Das lief dann wirklich zu idealtypisch ab. Auch ist es wohl nicht so leicht, monate- oder jahrelang gepflegte Selbstkritik so schnell über Bord zu werfen. Witzig oder spannend ist die Geschichte nicht besonders, aber die ruhige Erzählweise der Sprecherin ist zum Nachdenken ideal. Für alle (Frauen) ab 40, die sich selbst zu verlieren drohen oder sich und andere aus der Zielgruppe besser verstehen möchten. 4 Sterne

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