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Veröffentlicht am 30.05.2023

Auf der Suche nach der Wahrheit

Dunkle See
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"Dunkle See" ist der dritte Roman von Hannah Häffner und der zweite, den ich von der Autorin gelesen habe. Im vergangenen Jahr hatte mich "Nebelküste" so sehr begeistert, dass ich auch das neue Buch unbedingt ...

"Dunkle See" ist der dritte Roman von Hannah Häffner und der zweite, den ich von der Autorin gelesen habe. Im vergangenen Jahr hatte mich "Nebelküste" so sehr begeistert, dass ich auch das neue Buch unbedingt lesen wollte.
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Darum geht’s: Paula kehrt in ihr Heimatdorf Siehl an der Ostsee zurück. Kaum angekommen, schreckt die Nachricht vom Fund einer Leiche die Bewohner auf. Die Tote ist Paulas Jugendfreundin Izzie, die vor 20 Jahren spurlos verschwand…
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"Izzie. Ach, Izzie." Dieser Satz zieht sich wie ein Mantra durch den Roman - immer verbunden mit der Frage, warum die damals 17-Jährige ermordet wurde - und von wem. Die Dorfgemeinschaft hat ihr Urteil schon lange gefällt und einen aus ihren Reihen als Täter abgestempelt. Paula gibt sich damit nicht zufrieden. Sie bringt noch mehr Verdächtige ins Spiel und sorgt damit für Unmut. Die Stimmung ist aufgeheizt und wird zunehmend bedrohlicher.
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Hannah Häfners Bücher gehören zum Genre der atmosphärischen Spannungsromane. Es zeichnet sich durch ein ruhiges, fast schon harmlos dahin plätscherndes Erzählen aus. Dafür geht es psychologisch und emotional umso tiefer. Der Schreibstil hat mich vom ersten Moment an wieder gefangen genommen und seinen Sog entfaltet. Ich bin förmlich in die Geschichte abgetaucht. Die Handlung spielt hauptsächlich in der Gegenwart. Es gibt aber auch Rückblenden, in denen aus der Sicht des Opfers erzählt wird.
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Mir gefällt die sanfte Dynamik, die die Story entwickelt. Mit der Suche nach der Wahrheit reißen alte Wunden auf. Es geht um Freundschaft und Geheimnisse. Auch das Thema Selbstjustiz spielt eine Rolle. Meine Gedanken sind ständig in eine andere Richtung gelenkt worden - dabei lag die Wahrheit so nah.
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Fazit: Intensiv und emotional statt brutal und blutig. Ruhig, aber kraftvoll. Mit Atmosphäre und Tiefgang. So lässt sich dieser Roman beschreiben. Bei mir punktet diese Heransgehensweise. Auch wenn das letzte Quäntchen zur Topp-Bewertung fehlt, hat Hannah Häffner sich einen festen Platz auf meiner Leseliste gesichert.

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Veröffentlicht am 26.05.2023

Schade, dass es vorbei ist

Lügen und Leidenschaft. Die Somerset-Saga (3)
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Mit diesem Buch endet die Somerset-Saga um die Freundinnen Isabella, Rebecca und Betty. Darf ich sagen, dass ich an den finalen Band gar keine besonderen Erwartungen hatte? Meine Lieblings-Protagonistin ...

Mit diesem Buch endet die Somerset-Saga um die Freundinnen Isabella, Rebecca und Betty. Darf ich sagen, dass ich an den finalen Band gar keine besonderen Erwartungen hatte? Meine Lieblings-Protagonistin Rebecca hatte im zweiten Teil der Reihe ihren großen Auftritt. Was sollte da zum Abschluss der Trilogie mit der eher unscheinbaren und plumpen Betty noch kommen? Ja, ich war skeptisch. Dafür hat Betty mein Herz dann aber noch im Sturm erobert.
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Eines sei nochmal gesagt: Die Somerset-Saga von Emma Hunter ist keine 100% typische Regency-Romanreihe. Die Protagonistinnen sind anders, als man sie sonst aus Büchern des Genres kennt. Sie haben ganz besondere Lebensgeschichten und Hintergründe. Und gerade das macht den Reiz aus. Betty, unsere Heldin im vorliegenden Abschlussband ist eine Bauerntochter. Bisher war sie einfach irgendwie die Dritte im Bunde. Aber Betty hat einen großen Traum. Sie will Journalistin werden. Und dieses Vorhaben will sie beim Somerset Star in die Tat umsetzen. Wäre dar nur nicht der Grumpy-Chef Robert Steele…
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Auch Betty hat eine tolle Geschichte bekommen. Klar, spielt auch Liebe eine Rolle. Aber Betty ist einmal mehr eine sehr interessante Protagonistin, die sich in kein Schema pressen lassen will. Sie gerät im Verlauf der Handlung in einige unmögliche Situationen und wird sogar in eine Intrige verwickelt. Aber sie agiert kämpferisch, ideenreich, mutig und modern. Und das macht sie zu einer unendlich sympathischen Heldin. Emma Hunter überzeugt in diesem Roman zudem mit einem flüssigen Schreibstil, tollen Beschreibungen und einem guten Sinn für Humor. Über die Szene mit Betty am Rosenspalier zum Beispiel konnte ich herzhaft lachen.
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Fazit: Danke für diese etwas andere Regency-Reihe, liebe Emma Hunter! Hier stehen richtig starke Frauen mit besonderer Vita im Mittelpunkt. Band 2 um Rebecca ist weiter mein absoluter Favorit. Mit Betty feiern wir zum Abschluss aber nochmal die Freundschaft, den Zusammenhalt und natürlich auch die Liebe.

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Veröffentlicht am 18.05.2023

Die liebenswerten Chaoten kehren zurück

Die Unverbesserlichen - Die Revanche des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 2)
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Zunächst ein Wort zur Gestaltung des Buches. Das Konzept aus Band 1 wird konsequent fortgesetzt. Dass die Handlung in Frankreich spielt, erkennt man an den Landesfarben auf dem Cover sowie am blau-weiß-roten ...

Zunächst ein Wort zur Gestaltung des Buches. Das Konzept aus Band 1 wird konsequent fortgesetzt. Dass die Handlung in Frankreich spielt, erkennt man an den Landesfarben auf dem Cover sowie am blau-weiß-roten Lesebändchen. Die kleine Schattenfigur auf dem Titel erinnert erneut an alte Gangsterfilme. Und damit weiß man Bescheid, was einen hier erwartet.
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Monsieur Lipaire gaunert da, wo andere Urlaub machen: an der schönen Côte d'Azur. Unter der Sonne Port Grimauds hat sich aber einiges geändert, seit die Vicomtes das Ruder übernommen haben. Die Adelsfamilie will die Komplett-Herrschaft an sich reißen und nur noch die Reichen und Schönen im Örtchen haben. Das ruft natürlich die Unverbesserlichen auf den Plan.
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Seit ihrem ersten großen Coup hatten die Unverbesserlichen Sendepause. Das Wiedersehen ist jetzt wie ein feucht-fröhliches Klassentreffen. Direkt waren mir Guillaume, Delphine, Karim, Jacqueline, Paul und Lizzy wieder herrlich vertraut. Die Autoren schaffen erneut eine schöne Atmosphäre. Mit feinem Humor und Dialogen, die direkt einem Louis de Funes-Film entsprungen zu sein scheinen, wird wieder das Feeling klassischer Gaunerkomödien heraufbeschworen.
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Sechs ungeschickte Möchtegern-Gauner und ein Racheplan. Ich würde "Die Unverbesserlichen" aber nicht in die Krimi-Schublade zwängen. Das Buch ist humorvolle Unterhaltung mit höchstens dezenten Spannungselementen. Krimi-Handlung ist wirklich nur minimal vorhanden. Der Roman lebt davon, dass Klüpfel/Kobr das Gefühl und den Charme alter Zeiten wieder aufleben lassen. Witzig und harmlos mit Wohlfühl-Garantie. Eine liebevolle Hommage an ein überkommenes Genre, dass hier nochmal aufleben darf.
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Fazit: Kein Krimi - aber Unterhaltung pur. Auch die Fortsetzung der Reihe sprüht vor Charme. Im Vergleich zu Teil 1 fehlt allerdings das Überraschungsmoment. Man weiß eben schon, was einen beim Lesen erwartet. Dafür ist mir die Chaotentruppe diesmal direkt herrlich vertraut. Ich hatte auf jeden Fall wieder meinen Spaß.

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Crime & Love

Gute Nacht, Peggy Sue
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Ich bin ja eher kein Fan von Neuauflagen. Bekannter Inhalt in neuer Optik – das verleitet zu Fehlkäufen. Im Fall von „Gute Nacht, Peggy Sue“ von Tess Gerritsen hat das Makeover aber dazu geführt, dass ...

Ich bin ja eher kein Fan von Neuauflagen. Bekannter Inhalt in neuer Optik – das verleitet zu Fehlkäufen. Im Fall von „Gute Nacht, Peggy Sue“ von Tess Gerritsen hat das Makeover aber dazu geführt, dass ich endlich auf diesen Krimi aufmerksam geworden bin. Mit ihrer Rizzoli & Isles-Reihe begleitet Tess Gerritsen mich schon mein halbes Leben lang. Ihren Stand Alones habe ich bislang dagegen kaum Beachtung geschenkt. Nur „Totenlied“ habe ich 2016 gelesen. Der Krimi „Gute Nacht, Peggy Sue“ hat schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel. Er stammt aus dem Jahr 1994. Ein Frühwerk sozusagen, dass ohne die Neuauflage vielleicht nie in mein Blickfeld gerückt wäre.

Im Fokus des Krimis steht die Gerichtsmedizinerin M.J. Novak. Auf ihrem Seziertisch landen mehrere Tote, in deren Blut eine unbekannte Substanz nachgewiesen wird. Eine Telefonnummer in einem Streichholzheftchen führt zu Adam Quantrel, dem Besitzer eines Pharmakonzerns...

Gerade mal um die 330 Seiten umfasst das Buch und ist damit ein eher schlankes Werk. Der Krimi lässt sich in gewohnter Tess Gerritsen-Manier flüssig lesen. Ihr Schreibstil kann mich einfach jedes Mal überzeugen – auch schon in diesem älteren Roman. Mit M.J. Novak hat Gerritsen eine sympathische Protagonistin geschaffen. Von berufs wegen habe ich automatisch Verbindungen zu Dr. Maura Isles aus Gerritsens Dauerbrenner-Reihe gezogen. Novak erscheint wie eine Fingerübung zu dieser Serienfigur. Auch von M.J. hätte ich durchaus gerne mehr gelesen. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und habe mit ihr gefühlt. Und das nicht nur in beruflicher und ermittelnder Hinsicht, sondern auch auf der Gefühls-Ebene. Tess Gerritsen verbindet hier die Krimihandlung in diesem Buch mit einem Love Interest. Die titel-gebende Peggy Sue hat allerdings erst zum Schluss ihren großen Auftritt. Ihr Schicksal führt schließlich zur Lösung des Falls mit großem Showdown.

Fazit: Für Leser*innen, die Tess Gerritsen noch gar nicht kennen, ist dieser Krimi ein guter Einstieg. Für mich war diese Rückkehr quasi zu Tess Gerritsens Anfängen sehr interessant. Manchmal lohnt es sich tatsächlich, im Nachgang auch nochmal ältere Bücher von Autoren zu entdecken. Auch, wenn Tess Gerritsen in der Hauptsache für ihre Rizzoli & Isles-Reihe steht – sie kann auch Stand-Alone.

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Veröffentlicht am 01.05.2023

Mit Sonne im Herzen

Am Horizont wartet die Sonne
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Die Sommerromane von Meike Werkmeister sind mir mit ihren ansprechenden Covern schon öfter aufgefallen. Jetzt war die Zeit reif, endlich mal eines der Bücher zu lesen. Vom ersten Wort an habe ich gemerkt, ...

Die Sommerromane von Meike Werkmeister sind mir mit ihren ansprechenden Covern schon öfter aufgefallen. Jetzt war die Zeit reif, endlich mal eines der Bücher zu lesen. Vom ersten Wort an habe ich gemerkt, dass mir die Story gefällt. Und so war es dann auch, bis zum gelungenen Abschluss der Geschichte.
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Darum geht’s: Ein geheimnisvoller Brief führt die Autorin Katrin Lehmann in das portugiesische Örtchen Marinal. In ihr keimt die romantische Hoffnung, einer großen Liebe auf die Sprünge helfen zu können. Aber alles kommt ganz anders…
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Große Gefühle, erwachsen erzählt. Eigentlich eine Alltagsgeschichte, die aber durch das Setting besonders wird. Mit der Sonne Portugals im Herzen und dem Salz des Meeres auf der Haut surft man als Leser*in durch die Wellen der Emotionen. Ein Auf und Ab, das ich genossen habe. Meike Werkmeister hat eine herzenswarme Geschichte geschrieben. Das Setting ist wunderschön und die Handlungsträger sind sympathische, normale Menschen mit Identifikationpotenzial. Ein paar Irrungen und Wirrungen gibt es natürlich. Dabei ist die Handlung gut ausbalanciert und trifft den richtigen Ton. Weder trieft es vor Harmonie, noch werden Dinge überdramatisiert. Das hat mir gut gefallen.
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Fazit: Familie, Liebe, Meergefühl - wer darauf gerade Lust hat, macht mit diesem Roman nichts falsch. Mit "Am Horizontwartet die Sonne" hat Meike Werkmeister mich gut unterhalten und eine wohltuende Dosis Sonnenschein und Wärme verteilt. Dieses Leseerlebnis möchte ich gerne mit einem weiteren Buch der Autorin wiederholen.

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