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Veröffentlicht am 11.08.2023

Let's Play

Let's Play - Teil 1
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Sam träumt von einer Karriere als Spieleentwicklerin und bringt ihr erstes kostenloses Indie-Game auf den Markt, das ausgerechnet der erfolgreiche Marshall Law in seinem Let’s Play in der Luft zerreißt. ...

Sam träumt von einer Karriere als Spieleentwicklerin und bringt ihr erstes kostenloses Indie-Game auf den Markt, das ausgerechnet der erfolgreiche Marshall Law in seinem Let’s Play in der Luft zerreißt. Kurz darauf muss Sam feststellen, dass es sich bei ihrem neuen Nachbarn um Marshall handelt und obwohl sie sauer auf ihn ist, fällt es ihr schwer sich nicht in seine Nähe zu wünschen.

Sam liebt Games und verbringt ihre Zeit am liebsten vor dem Computer, ihre sozialen Kontakte finden auch vermehrt genau über diesen statt. Ihr fällt es schwer sich mit fremden Personen im echten Leben zu unterhalten und wenn man gegenüberdiesen auch noch ambivalente Gefühle hegt, umso mehr.

Marshall Law ist genau das Gegenteil davon. Er liebt Kontakte und das Leben im Mittelpunkt.

Let’s Play 1 ist der erste Webtoon von leeanne M. Krecic dieser Reihe, die den Fokus auf die Spieleentwicklerin Sam und den LetsPlayer Marshall legt. Neben den beiden Protagonisten werden aber auch viele Nebencharaktere eingeführt, die unterschiedlich stark akzentuierte Nebenstränge eröffnen. Für mich gab es an einigen Stellen zu viele dieser Nebenstränge, deren Botschaft mir nicht ganz klar wurde oder teilweise zu überzogen waren.

Der Zeichenstil gefällt mir ausgesprochen gut. Zumindest der, den wir überwiegend zu sehen bekommen. In emotionalen Situationen werden die Figuren stark verniedlicht dargestellt, was die Situation nochmal unterstreichen sollte, mir aber auf die Dauer zu viel wurde.

Der Schrift-Bild-Anteil ist für das Genre und die Zielgruppe perfekt und es hat Spaß gemacht der Geschichte über diese beiden Zugänge zu folgen. Die Story ist nichts außergewöhnliches, aber mir hat die Verbindung der Geschichte mit realen Games sehr gut gefallen. Mein Highlight was das ‚Easter Egg‘ zum Spiel GTA und gegen Ende musste ich dann auch feststellen, dass es mich gut genug unterhalten hat, um auch den zweiten Teil lesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 18.07.2023

Reihenauftakt mit Potenzial

Cold Case Academy – Ein mörderisches Spiel
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Cassie kann Menschen lesen, sie sieht ihnen an, was sie denken und wie sie ticken. Eine Begabung, die dem FBI nützlich sein könnte und so wird die 17-jährige zu einer Anwärterin für einen Platz in der ...

Cassie kann Menschen lesen, sie sieht ihnen an, was sie denken und wie sie ticken. Eine Begabung, die dem FBI nützlich sein könnte und so wird die 17-jährige zu einer Anwärterin für einen Platz in der „Cold Case Academy“, die sich vor allem um alte Fälle kümmert, die nie abgeschlossen werden konnten.
Doch Cassie ist nicht alleine in dieser Academy, vier weitere Hochbegabte sind dort und zusammen stoßen sie auf ein altes Geheimnis, dass sie alle in Gefahr bringen kann.

Cold Case Academy ist eine neue Reihe von der Autorin Jennifer Lynn Barnes, die auch die Reihe The Inheritance Games geschrieben hat. Im Fokus stehen fünf hochbegabte, jugendliche Profiler, die dem FBI helfen sollen, allen voran Cassie. Ihre Begabung soll für alte, niemals gelöste, Fälle genutzt werden und entscheidende Hinweise geben.

Cassie wird vom FBI abgezogen, ihr stehen wir über die komplette Geschichte hinweg am nächsten, sodass sie auch die am tiefsten gezeichnete Figur ist. Ihre Vergangenheit hat sie tief geprägt und ist auch ein Grund, dass sie mit siebzehn bereits eine solche Reife besitzt und reflektiert über sich (und ihre Gefühle) nachdenken kann. Zwar sind nicht alle ihre Aktionen immer logisch begründbar, jedoch aufgrund der jeweiligen nachvollziehbar. Neben Cassie gelangen auch Dean und Michael stark in den Fokus, die ich an dieser Stelle gar nicht genauer erläutern möchte, das dies zu viel vorwegnimmt. Dennoch gefällt mir Cassies Umgang mit beiden sehr gut und ich könnte mich gar nicht entscheiden, welches Duo mir besser gefällt. Komplettiert werden die drei noch durch Sloane und Lia, letztere konnte bei mir die wenigsten Sympathien einheimsen.

Die Story ist noch relativ flach gehalten, im Fokus steht das Kennenlernen der einzelnen Figuren, was bereits durch die geringe Seitenanzahl deutlich wird. An wenigen Stellen kommt dennoch etwas Spannung auf. Der Fall bzw. Täter konnte mich nicht überraschen, jedoch gefiel mir die Aufmachung dessen durchaus.

Auch wenn ich diesen ersten Teil noch nicht sehr spannend empfand, habe ich das Gefühl, dass Cold Case Academy ein großes Potenzial hat und der zweite Teil sowohl Tiefe als auch einen spannenden Fall versprechen dürfte. Ich werde die Reihe auf jeden Fall im Blick behalten.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Schattenwelt

Gallant
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Olivia Prior hat ihren Vater nie kennengelernt und auch die wenige Zeit mit ihrer Mutter vergessen, mittlerweile lebt sie in einem Waisenhaus. Dort ist die stumme Olivia unglücklich, da sie niemand versteht ...

Olivia Prior hat ihren Vater nie kennengelernt und auch die wenige Zeit mit ihrer Mutter vergessen, mittlerweile lebt sie in einem Waisenhaus. Dort ist die stumme Olivia unglücklich, da sie niemand versteht und sie täglich von Ghulen begleitet wird.

Plötzlich erhält sie einen Brief ihres Onkels erhält, der sie auf das Anwesen der Priors einlädt. Lernt Olivia ihre Vergangenheit endlich kennen?

Gallant: Im Garten der Schatten von V.E. Schwab zieht einen in eine düstere und melancholische Welt. Die Autorin schafft es diese Stimmung von der ersten bis zur letzten Seite zu halten.

Die Schattenwelt mit dem Herrn des Hauses, konnte mich überzeugen. Vor allem der Herr ist eine Figur, die ich sehr spannend und detailliert gezeichnet empfand. Letzteres hat mir für die Welt bzw. die Verbindung der beiden Welten gefehlt. An einigen Stellen hätte der Geschichte mehr Tiefe gutgetan. Auch das große Finale war für mich zu simpel, der Spannungsaufbau bis dorthin gelang richtig gut und wurde dann leider mit einem Schlag aufgelöst.

Die Charaktere sind jedoch alle sehr gelungen und in ihrer Unterschiedlichkeit sind sie mir alle ans Herz gewachsen. Die Entwicklung von Olivia und Matthews Beziehung hat mir dabei besonders gut gefallen und der Herr konnte als Bösewicht der Geschichte, das größte Interesse in mir wecken.

Alles in allem war Gallant eine schöne düstere Geschichte, die ein kurzweiliges Lesevergnügen erschaffen hat. Durch ein paar Unstimmigkeiten, vor allem im Bezug auf die Ghule und der fehlenden Tiefe aber nicht vollends überzeugen konnte. Dennoch kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der vor allem gerne eine düstere Atmosphäre liest und Enden liebt, die die eigene Phantasie anregen.

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Veröffentlicht am 16.06.2023

Sommer 1994

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Der Kriminalkommissar Tomas Wolf und die Journalistin Vera Berg treffen im Sommer 94 aufeinander, als erneut eine Frau vergewaltigt und ermordet wurde. Nur sie erkennen Verbindungen zu anderen Fällen und ...

Der Kriminalkommissar Tomas Wolf und die Journalistin Vera Berg treffen im Sommer 94 aufeinander, als erneut eine Frau vergewaltigt und ermordet wurde. Nur sie erkennen Verbindungen zu anderen Fällen und machen sich auf die Jagd nach dem Mörder.

Das Duo Engman und Selåker starten mit Sommersonnenwende eine neue Krimireihe.

Tomas Wolf ist von seiner Vergangenheit auf vielerlei Weise gezeichnet. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er seine volle Konzentration auf den Fall legen muss. Die ferne Vergangenheit Tomas‘ ist zwar interessant und ungewöhnlich, war mir vereinzelt aber auch zu überspitzt und radikal dargestellt. Was ein Grund dafür war, dass ich Tomas‘ nicht vollends zu mögen gelernt habe.

Auch Vera Berg war sehr überspitzt dargestellt, dennoch konnte ich mit ihr im Laufe der Geschichte war werden, was vor allem an der Liebe zu Sigge lag.

Im Klappentext heißt es, dass Tomas und Vera „gemeinsam [auf] Jagd nach einem brutalen Frauenmörder“ gehen und genau das hat mir gefehlt. Die beiden hätte zusammen eine spannende Kombination geben können und haben dies auch an wenigen Stellen getan, doch meist haben sie Informationen verschwiegen und die Jagd damit unnötig in die Länge gezogen. Daraus resultierte auch, dass im Mittelteil die Spannung kaum aufkam.

Die Ermittlungsarbeiten wurden interessant dargestellt, die Fälle waren nichts innovatives, aber auch gut beschrieben und die ein oder andere falsche Fährte gezogen, auch wenn diese schnell als solche erkennbar war. Der Schreibstil war detailliert und dennoch leicht zu lesen.

Wer bei Krimis viel über die Ermittler/Journalisten erfahren und deren Charakter nachvollziehen, sowie die Atmosphäre der Umgebung spüren möchte, der ist hier auf jeden Fall an der richtigen Stelle. Spannungsfanatiker könnten aber schnell ihre Lust verlieren.

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Veröffentlicht am 30.05.2023

Ein folgenschweres „Follow“

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
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Ein Täter, der es nur auf eines abgesehen hat: Beine und Influencerinnen, die sein Begehren erwecken.

Der Follower ist der dritte Band der Tom Bachmann Reihe. Grundsätzlich lässt sich dieser Band eigenständig ...

Ein Täter, der es nur auf eines abgesehen hat: Beine und Influencerinnen, die sein Begehren erwecken.

Der Follower ist der dritte Band der Tom Bachmann Reihe. Grundsätzlich lässt sich dieser Band eigenständig lesen, enthält jedoch Spoiler zu den vorherigen Bänden, sodass sich die Beachtung der Reihenfolge empfiehlt.

Da es für mich nicht das erste Buch dieser Reihe ist, ist folgender Aspekt kein Kritikpunkt, der sich auf meine Bewertung niederschlägt, dennoch finde ich es weiterhin relevant zu erwähnen, dass die Reihe extreme Ähnlichkeit zur „Ich bin“-Reihe von Ethan Cross und Chris Carters Charakter Robert Hunter hat. Wer Chris Meyers Reihe liest, sollte sich daher auf ähnliche/bekannte Charakterzüge/Hintergrundgeschichten einstellen.

Leider waren auch in diesem Band seitenlange Berichte über Tom Bachmanns ehemalige Fälle inkludiert. Generell finde ich psychologische Aspekte zwar interessant, aber in dieser Umsetzung leider uninteressant.

Auch Tom Bachmann hat für mich keine gute Entwicklung genommen. Sein Background finde ich weniger spannend, seine Entwicklung (zwischen den Türen stehen) kommt für mich emotional viel zu schwach rüber. Das zieht sich durchs komplette Buch, sodass ich es eher als oberflächlich wahrgenommen habe.

Dennoch konnte mich das Buch an einigen Stellen auch abholen. Die Geschichte um Aaron, so viele Ähnlichkeiten sie an gewissen Stellen mit anderen Büchern auch hat, finde ich super spannend. Aaron ist ein ambivalenter Charakter, der nicht nur das Böse darstellt und durch diese Vielschichtigkeit interessant wirkt.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich dadurch flüssig lesen. In Kombination mit den kurzen Kapiteln sorgt dies dafür, dass das Buch sehr schnell durchgelesen ist.

Der Fall selbst konnte mich ebenso überzeugen und seit langem konnte mich der Täter mal wieder komplett überraschen, ohne dass dieser dabei aus den Fingern gezogen wurde. Neben dem Täter ist auch sein Motiv spannend.

Alles in allem ist Der Follower für mich kein Highlight, weil einige Nebenschauplätze zu viel Platz in Anspruch genommen haben, der dem Fall gut zu Gesicht gestanden und der Hauptgeschichte, die viel Potenzial hatte und gut war, Tiefe verleiht hätte.

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