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Veröffentlicht am 30.05.2023

Ein würdiger Abschluß dieser großartigen Serie

Atlas - Die Geschichte von Pa Salt
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Die sechs d'Apliese - Schwestern sind in der Ägäis auf der Yacht "Titan" unterwegs, um dem Todestag ihres Adoptivvaters Pa Salt zu gedenken. Auch die siebte der Schwestern, die bis zuletzt verschwunden ...

Die sechs d'Apliese - Schwestern sind in der Ägäis auf der Yacht "Titan" unterwegs, um dem Todestag ihres Adoptivvaters Pa Salt zu gedenken. Auch die siebte der Schwestern, die bis zuletzt verschwunden war, wird erwartet. Als alle an Bord zusammen sind, überreicht der Anwalt der Familie, Georg Hoffmann, jeder Schwester eine Kopie des Tagebuchs ihres Vaters. Sie sollen es sofort lesen, damit sie die Lebensgeschichte ihres geliebten Pa Salt kennenlernen. Jetzt erst erfahren sie seinen wahren Namen. Er erzählt ihnen darin von seiner Kindheit und seiner großen Liebe, aber auch von seinem Todfeind, vor dem er sein ganzes Leben auf der Flucht war. Endlich lernen die Schwestern die Gründe kennen, die zu ihren Adoptionen geführt haben. Nachdem sie das Tagebuch gelesen haben, merken sie, daß ihr Vater große Geheimnisse vor ihnen hatte. Er hat geschwiegen, um sie zu beschützen. Doch dann hält der Anwalt noch eine große Überraschung für die Schwestern bereit und sie müssen sehr stark sein.

"Atlas - Die Geschichte von Pa Salt" ist jetzt also der letzte Teil der Sieben-Schwestern-Saga von Lucinda Riley, der nach ihrem Tod von ihrem Sohn Harry Whittaker vervollständigt wurde. Zu Anfang der Geschichte habe ich wirklich versucht herauszufinden, wer nun welchen Absatz geschrieben hat. Es war zwecklos, man merkt keinen Unterschied. Die Geschichte ist unglaublich spannend und führt die Leser um die ganze Welt. Und wer es romantisch mag, kommt auch auf seine Kosten. Die Lebensgeschichte von Pa Salt geht sehr zu Herzen. Sie ist ein Streifzug durch die unruhige Geschichte Europas. Man bekommt einen Eindruck, wieviel Leid über die Menschen gebracht wurde. Das tut beim Lesen manchmal richtig weh. Sie zeigt aber auch, daß nicht jeder, der Schlimmes erlebt hat, automatisch auch ein böser Mensch werden muß. Auch die sieben Schwestern hat man durch die Bücher sehr gut kennengelernt und konnte sie auf ihren Wegen begleiten. Dieses letzte Buch dieser Serie ist ein Höhepunkt und gleichzeitig ein würdiger Abschluß der Geschichte. Der Abschied tat irgendwie weh!

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Veröffentlicht am 28.05.2023

Ganz viel Ostseeflair

Grausames Rügen
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Als eine 74jährige Frau erhängt aufgefunden wird, geht die Bergener Kripo von Selbstmord aus. Doch Kriminalhauptkommissar Karsten Schwinka kann daran nicht glauben. Er beginnt undercover seine Ermittlungen ...

Als eine 74jährige Frau erhängt aufgefunden wird, geht die Bergener Kripo von Selbstmord aus. Doch Kriminalhauptkommissar Karsten Schwinka kann daran nicht glauben. Er beginnt undercover seine Ermittlungen in dem kleinen Ort Gratzitz auf Jasmund. Er tarnt sich als Urlauber und stößt in diesem Dorf auf ungeahnte Grausamkeiten. Völlig isoliert muß er alles geben - und sich einer großen Gefahr stellen.

Jens-Uwe Berndt schickt Kommissar Schwinka in seinem Krimi "Grausames Rügen" nun zum dritten Mal auf Mörderjagd. Da die Fälle alle in sich abgeschlossen sind, kann man auch mit diesem Band beginnen. Auch wenn Schwinka sich immer weiter entwickelt, bekommt man hier nie das Gefühl, wichtige Details nicht zu kennen. Der Autor überzeugt auch hier wieder mit einem guten und flüssigen Schreibstil, der den Leser zügig durch das Buch führt und alles wunderbar bildhaft beschreibt. Das kleine Dorf Gratzitz wird hier düster und sehr atmosphärisch dargestellt. Die Bewohner sind allesamt nicht zu durchschauen, haben ihre Geheimnisse und steigern dadurch die Spannung noch mehr. Karsten Schwinka tat mir hier richtig leid. Inmitten dieses Dorfes abgeschnitten von der Außenwelt - da bekommt man schon beim Lesen Beklemmungen. Bei dieser Serie stolpert der Kommissar nicht zufällig über den Mörder, sondern man erlebt tatsächlich ermittlungstechnische Arbeit. Schwinka muß hier gehörig seine Spürnase nutzen. Dies macht die Handlung authentisch und man kann ihr gut folgen. Was mir natürlich wieder sehr gut gefallen hat ist das typische Ostseefeeling. Regionalität wird hier groß geschrieben!

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Gefühlschaos pur

Der Traum vom einfacheren Leben
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Im Sommer geht Sallys Traum endlich in Erfüllung. Sie hat im Fischerdorf Kivik das geerbte Haus in eine Pension umgebaut und jetzt ist die Eröffnung. Die Zimmer werden gut gebucht und ihre Tochter Josefin ...

Im Sommer geht Sallys Traum endlich in Erfüllung. Sie hat im Fischerdorf Kivik das geerbte Haus in eine Pension umgebaut und jetzt ist die Eröffnung. Die Zimmer werden gut gebucht und ihre Tochter Josefin hilft ihr so gut sie kann. Sally und Josefin haben sich wieder angenähert. Für die junge Josefin läuft es gerade nicht so gut. Ihr Traum von einem Bauernhof und dem einfachen Landleben scheint zu platzen, denn die Arbeit wächst ihr und ihrem Verlobten Harald über den Kopf, das Geld geht ihnen aus. Darunter leidet auch ihre Beziehung. Josefin muß sich fragen, wie ihr Leben weitergehen soll. Sallys Mutter Vanja ist zurück nach Kopenhagen gefahren, denn Sally kann und will ihr nicht verzeihen. Doch Vanja sehnt sich zurück nach Kivik. Wird sie den Mut aufbringen und erneut nach Kivik fahren, um sich mit Sally auszusprechen?

Das zweite Buch der Jahreszeiten-Saga "Der Traum vom einfachen Leben" erzählt vom "Sommer" in dem kleinen Fischerdorf Kivik. Anna Fredriksson erzählt die Geschichte der drei Frauen mit herzlichen Worten. Sie stellt jede von ihnen so dar, wie Menschen nun einmal sind: Sie machen Fehler, sind oft eigensinnig und können ihre Fehler schlecht eingestehen. Das trifft ganz besonders auf Vanja zu. Mit ihr konnte ich mich am wenigsten anfreunden. Daß sie immer wieder davonläuft, wenn es Probleme gibt, zeigt sie auch in diesem Buch. Das hat sie wohl auch an ihre Enkelin vererbt. Sally scheint mir da noch am bodenständigsten. Sie zeigt mehr Mut und bekommt ihr Leben in den Griff. Bei dieser Geschichte erscheint es mir wichtig, daß man den ersten Teil dieser Saga kennt. Dann kann man sich ganz auf die Handlung einlassen und hat Lesespaß.

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Veröffentlicht am 17.05.2023

Wunderbarer Regionalkrimi

Leichenschmaus mit Kaiserschmarrn
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Ein Mord im beschaulichen Bad Gastein! Und das ausgerechnet kurz vor der Sommersaison! Hotelbesitzerin Valerie Thaler sieht sich plötzlich damit konfrontiert, daß die Zukunft ihrer Familie auf dem Spiel ...

Ein Mord im beschaulichen Bad Gastein! Und das ausgerechnet kurz vor der Sommersaison! Hotelbesitzerin Valerie Thaler sieht sich plötzlich damit konfrontiert, daß die Zukunft ihrer Familie auf dem Spiel steht, denn sie wird mit Mißtrauen und Bedrohungen bedacht. Um ihre Existenz zu retten, macht sie sich mit ihrer Freundin Nora auf die Suche nach dem Täter.

Ulrike Moshammer hat mit "Leichenschmaus mit Kaiserschmarrn" einen Regionalkrimi ganz nach meinem Geschmack geschrieben. Man erhält hier nämlich Spannung gepaart mit Humor und sympathischen Charakteren vor einer wunderschönen Kulisse. Valerie und Nora sorgen hier für einige Lacher. Ihre Dialoge sind zum Teil einfach grandios witzig. Diese beiden sympathischen Frauen habe ich sofort in mein Leserherz geschlossen. Mit ihrer lockeren Art wirken sie ehrlich und man möchte am liebsten selbst mit ihnen Freundschaft schließen. So, wie für Regionalkrimis üblich, erhält man hier eine spannende Handlung, die ohne Blutvergießen und Action auskommt. Man hat es hier mit ruhigerer Spannung zu tun, was mir immer wieder gut gefällt. Man ermittelt mit Valerie und Nora, verfolgt ihre Gedanken und zerbricht sich selbst den Kopf nach dem Täter. Gleichzeitig erkundet man die absolut toll beschriebene Landschaft rund um Bad Gastein und hat das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Ulrike Moshammer schreibt auf sehr schöne lockere Art. Man merkt ihr ihren Spaß am Schreiben mit jedem Satz an. Und dieser Spaß überträgt sich auf den Leser! Dadurch liest man das Buch mit wirklicher Begeisterung. Ich hoffe sehr, daß ich noch viel von Valerie und Nora lesen werde!

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Eine Familie in turbulenten Zeiten

Wenn der Sturm vorüberzieht
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Sommer 1945: Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorbei. Auch auf dem Apfelhof der Familie Leidinger hat die Zeit Spuren hinterlassen. Franziskas Mann Wilhelm versinkt immer mehr in seiner Demenz. Tochter ...

Sommer 1945: Der Zweite Weltkrieg ist endlich vorbei. Auch auf dem Apfelhof der Familie Leidinger hat die Zeit Spuren hinterlassen. Franziskas Mann Wilhelm versinkt immer mehr in seiner Demenz. Tochter Zita will den Hof in eine moderne Pension umbauen und Sohn Hans sieht die Zukunft in der Zucht neuer Apfelsorten. Plötzlich kommt der nach Deutschland ausgewanderte Bruder Leopold mit seiner Ziehtochter Celeste zurück auf den Hof. Das bringt einige Unruhe, denn Franziskas Bruder hat ihr in früheren Zeiten sehr oft Unrecht getan. Auch die Region Südtirol kommt nicht zur Ruhe. Einige Gruppen wollen die Unabhängigkeit von Italien und schrecken dabei nicht vor Gewalt zurück. Franziskas jüngste Tochter Gitte schließt sich diesen Leuten an. Die Familie kommt nicht mehr an sie heran und Gitte driftet immer mehr in die Gewaltszene ab. Da ist es ausgerechnet Leopold, der seiner Schwester Franziska mit Rat und Tat zur Seite steht.

Mit Anna Thalers Roman "Wenn der Sturm vorüberzieht" erlebt man den dritten Teil ihrer Südtirol-Saga. Man hat die Familie Bruggmoser-Leidinger nun schon so viele Jahre begleitet und damit viel über die wechselvolle Geschichte Südtirols gelesen. Die Menschen in dieser Region hatten so einiges auszuhalten. Viele haben sich mit den Gegebenheiten abgefunden, aber besonders die jungen Leute wollen sich nicht länger vorschreiben lassen, welche Sprache sie sprechen und welche Traditionen sie pflegen dürfen. Dieses Thema wird in der Geschichte gut herausgestellt. Man lernt die Menschen zu verstehen, obwohl ihre Mittel nicht immer gerechtfertigt sind. Das Leben der Familie Leidinger ist realistisch dargestellt. Anna Thaler versteht es, das wahre Leben mit allen Höhen und Tiefen zu beschreiben. Man lebt mit den Leidingers in einer ganz normalen Familie und dazu gehören auch Streit und Krankheit.

Die Südtirol-Saga ist damit wohl abgeschlossen. Das ist sehr schade, denn es gäbe bestimmt noch einiges zu erzählen. Die drei Romane haben mir großen Spaß bereitet

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