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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2023

Tiefsinnig, poetisch - einfach schön

Wir hätten uns alles gesagt
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Das Cover sagt - genau wie der Inhalt des Buches- nichts bestimmtes aus und dabei doch so unendlich viel.

Der Schreibstil von Judith Hermann ist sehr poetisch und für mich wunderschön zu lesen. Wortgewaltig ...

Das Cover sagt - genau wie der Inhalt des Buches- nichts bestimmtes aus und dabei doch so unendlich viel.

Der Schreibstil von Judith Hermann ist sehr poetisch und für mich wunderschön zu lesen. Wortgewaltig und bildstark empfinde ich ihn.
Es gibt hier keine richtigen Hauptfiguren. Die Autorin schaut zurück auf ihr Leben, auf schwierige Familienverhältnisse, Freundschaften die zerbrachen oder auseinanderliefen und Gespräche mit ihrem Psychiater.

Bei Judith Hermann kann bzw muss man viel zwischen den Zeilen lesen. Sie lässt uns Raum für die eigene Fantasie, für eigene Gedanken und Schlüsse. Das Buch hat kein richtiges Ende; es löst sich nicht alles in Wohlgefallen auf und es bleiben Fragezeichen zurück - aber das macht dieses Buch so besonders. Man kann sich einfach in den Beschreibungen über Menschen und Vorkommnisse verlieren.

Für mich schon ein kleines Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 22.05.2023

Klimakrisen-Story, aktuell, beklemmend - Lesehighlight

Blue Skies
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Schon das Cover von Blue Skies macht ordentlich was her. Ein blauer Himmel, mit wehender Palme und darüber eine riesige Flamme - ein tolles Sinnbild zur Klimakrise. Spannend und schockierend geht es in ...

Schon das Cover von Blue Skies macht ordentlich was her. Ein blauer Himmel, mit wehender Palme und darüber eine riesige Flamme - ein tolles Sinnbild zur Klimakrise. Spannend und schockierend geht es in dieser Story um den Klimawandel und dadurch hervorgerufene Katastrophen die erschütternd dargestellt sind.
Der Schreibstil von T.C Boyle ist in klaren, fesselnden Worten und vorallem sehr bildstark.
Hauptfiguren sind die Mutter Ottilie, ihr Sohn Cooper und ihre Tochter Catherine.
Somit ergeben sich 3 Erzählstränge nebeneinander und miteinander; das war toll umgesetzt. Ottilie verzichtet auf Fleisch und ersetzt diese durch Insekten. Cooper ist Etymologe und möchte die Welt retten, während seine Schwester Cat lieber Influencerin werden will und eher verschwenderisch und sorglos vor sich hin lebt.
Die Ereignisse in der Geschichte werden immer dramatischer und sollte einige Menschen aufrütteln, denn leider ist das alles andere als abwegig sondern schon nah am realen Leben dran.
Ich gebe eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.06.2026

Mitten im Leben, mitten im Umbruch

Halbzeit mit Aussicht
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Halbzeit mit Aussicht hat mich auf eine angenehme Art abgeholt, auch wenn nicht alles zu hundert Prozent meins war. Die Autorin schreibt über dieses typische „Was mach ich jetzt eigentlich mit meinem Leben?“-Gefühl, ...

Halbzeit mit Aussicht hat mich auf eine angenehme Art abgeholt, auch wenn nicht alles zu hundert Prozent meins war. Die Autorin schreibt über dieses typische „Was mach ich jetzt eigentlich mit meinem Leben?“-Gefühl, das viele Frauen so um die 40, 50 herum kennen. Kinder werden größer, Beziehungen verändern sich, und plötzlich hat man wieder Zeit – und weiß gar nicht so genau, wohin damit.

Adrienne Friedlaender erzählt offen, ehrlich und mit einem Humor, der oft genau ins Schwarze trifft. Man merkt, dass sie nichts beschönigt, aber trotzdem positiv bleibt. Viele Gedanken kennt man einfach – dieses Hin‑ und Her zwischen „Ich will was Neues ausprobieren“ und „Hoffentlich blamier ich mich nicht komplett“. Manche Szenen sind richtig warmherzig, andere bringen einen zum Lachen, und ein paar bleiben hängen, weil sie so ehrlich sind.

Ein paar Kapitel haben sich für mich gezogen, da war ich gedanklich schon weiter. Und manche Beispiele oder Vergleiche waren mir persönlich zu schräg – da war ich kurz raus. Auch das Buchdesign fand ich eher so „okay“, aber nicht besonders.

Die Grundidee, das Älterwerden mit Humor, Mut und ein bisschen Chaos anzugehen, kommt super rüber. Das Buch macht Lust, selbst mal wieder was Neues auszuprobieren oder Dinge anzupacken, die man ewig vor sich herschiebt. Es ist ehrlich, nahbar und hat Herz.

Für mich ein gutes Buch mit kleinen Schwächen

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Der große Poyais Schwindel

Poyais. Ein Land, das es nie gab
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Der Roman zeigt sehr eindrücklich, wie Menschen im Jahr 1822 alles aufgeben, weil sie an ein besseres Leben glauben. Sie träumen von Freiheit, Hoffnung und einem Neuanfang – und merken viel zu spät, dass ...

Der Roman zeigt sehr eindrücklich, wie Menschen im Jahr 1822 alles aufgeben, weil sie an ein besseres Leben glauben. Sie träumen von Freiheit, Hoffnung und einem Neuanfang – und merken viel zu spät, dass das Land Poyais gar nicht existiert. Genau das macht die Geschichte so bewegend und auch traurig.

Es gibt zwei Erzählstränge: Julie flieht vor einer geplanten Ehe und reist mit Carl nach Poyais. Und Liam, der schon früher mit dem Betrüger MacGregor unterwegs war, kämpft mit den Folgen dieser Zeit. Am Ende treffen beide Geschichten aufeinander und man sieht, wie leicht Menschen damals getäuscht wurden – und wie hart die Konsequenzen waren.

Der Roman wirkt gut recherchiert. Die Beschreibungen von Schiffen, Armut, Politik und dem Leben im Jahr 1822 sind sehr anschaulich. Man versteht schnell, warum so viele Menschen an Poyais geglaubt haben. Manche Teile, vor allem die Kriegsszenen, waren für mich etwas lang, aber sie zeigen gut, wie brutal diese Zeit war.

Julie ist eine starke Figur, auch wenn sie manchmal fast zu leicht durch die Ereignisse kommt. Liam dagegen hat mich mehr berührt – seine Erlebnisse sind schwerer und emotionaler. Die Nebenfiguren bringen immer wieder kleine Überraschungen und machen die Geschichte abwechslungsreich.

Spannend fand ich, dass man über Gregor MacGregor selbst gar nicht so viel erfährt. Trotzdem spürt man ständig seinen Einfluss. Er wirkt wie ein Schatten über allem – ein Mann, der mit schönen Worten ganze Gruppen in die Irre geführt hat.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Sehr fesselnd, nah und authentisch

Faustschlag von rechts
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Das Buch hat mich echt gepackt, weil es zeigt sehr klar, wie schnell ein Jugendlicher in die rechte Szene rutschen kann – und wie harmlos das am Anfang wirkt. Jarik ist 15, fühlt sich allein gelassen, ...

Das Buch hat mich echt gepackt, weil es zeigt sehr klar, wie schnell ein Jugendlicher in die rechte Szene rutschen kann – und wie harmlos das am Anfang wirkt. Jarik ist 15, fühlt sich allein gelassen, überfordert und irgendwie unsichtbar. Und genau in diesem Moment kommt Falk, der Boxtrainer, und gibt ihm das Gefühl, endlich wichtig zu sein. Das ist so realistisch beschrieben, dass es beim Lesen manchmal richtig weh tut.

Der Schreibstil ist leicht und gut verständlich, perfekt für Jugendliche. Man fliegt durch die Seiten, obwohl das Thema schwer ist. Ich fand gut, dass das Buch zeigt, wie solche Gruppen arbeiten: erst freundlich, dann immer enger, immer kontrollierender. Und wie schwer es ist, da wieder rauszukommen.

Jarik ist total glaubwürdig. Er will einfach nur gesehen werden – von seinen Eltern, seinen Freunden, irgendwem. Zuhause läuft alles schief, sein Vater ist weg, die Mutter überfordert, und er muss ständig auf seinen kleinen Bruder aufpassen. Kein Wunder, dass er sich nach Anerkennung sehnt.

Was ich stark fand: Auch wenn er sich immer weiter reinziehen lässt, verliert er seinen moralischen Kompass nicht komplett. Er spürt, dass etwas nicht stimmt. Und als seine alten Freunde in Gefahr sind, wacht er endlich auf. Das hat mich berührt.

Das Buch zeigt sehr deutlich, wie schnell Jugendliche in solche Strukturen geraten können – nicht, weil sie „böse“ sind, sondern weil sie Halt suchen. Und wie perfide solche Gruppen arbeiten. Gerade heute ist das ein superwichtiges Thema.

Ich finde, das Buch könnte wirklich Schullektüre sein. Es ist spannend, verständlich, emotional und zeigt ohne erhobenen Zeigefinger, wie Manipulation funktioniert.

Für mich ein starkes Jugendbuch, das Mut macht, hinzuschauen und zu reden. Realistisch, packend und absolut relevant.

Klare Leseempfehlung!

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