Profilbild von ASK_1212

ASK_1212

Lesejury Star
offline

ASK_1212 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ASK_1212 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2023

Titanic trifft Tod auf dem Nil

Der Tod reist mit
0

"Ein Fest für Fans von Agatha Christie. Ihr werdet's lieben" steht auf dem Cover. Da bin ich doch sofort hellhörig geworden und habe mich sehr auf einen klassischen Krimi in historischem Ambiente gefreut.
.
Ein ...

"Ein Fest für Fans von Agatha Christie. Ihr werdet's lieben" steht auf dem Cover. Da bin ich doch sofort hellhörig geworden und habe mich sehr auf einen klassischen Krimi in historischem Ambiente gefreut.
.
Ein Mord. Zwei Detektive. Ein Schiff. Mehrere Verdächtige. Der Krimi ist zeitlich im Jahr 1924 angesiedelt. Spielort ist der Ozeandampfer Endeavor, der Richtung New York unterwegs ist. Als ein älterer Herr tot am Fuß einer Treppe gefunden wird, glaubt Schiffsoffizier Timothy Birch zunächst an einen tragischen Unfall. Zufällig ist mit James Temple ein Scotland-Yard-Ermittler an Bord. Und der wittert ein Verbrechen…
.
Dieser Krimi vereint viel Schönes. Die Schiffspassage auf der Endeavor versprüht Titanic-Vibes. Ohne Eisberg. Dafür mit mysteriösen Vorkommnissen und Ermittlungen, die an "Tod auf dem Nil", einen der Klassiker der Queen of Crime, Agatha Christie erinnern. Temple hat mich mit seiner speziellen Art direkt an Christies Inspector Poirot erinnert. An der Zusammenarbeit von Temple & Birch als Ermittlerteam wider Willen hatte ich großes Vergnügen.
.
Der Fall ist ein klassischer Whodunit. Die Ermittlungen laufen unter Zeitdruck, denn wenn das Ziel der Reise erreicht ist, geht der Mörder unbescholten von Bord. Der Kreis der Verdächtigen ist schnell auf ein paar Figuren eingegrenzt. Geheimnisse und Intrigen werden zu Tage befördert - auch auf Seiten der Ermittler. Am Schluss des klassisch inszenierten Plots überschlagen sich die Ereignisse. Das große Finale war für mich nochmal eine komplette Überraschung mit einer Entwicklung, die ich so in keinster Weise erwartet hatte.
.
Fazit: Die Handlung ist spannend und wendungsreich. Die Atmosphäre ist authentisch. Die Charaktere werden durch detaillierte Beschreibungen zum Leben erweckt. "Der Tod reist mit" kommt daher wie ein Krimi-Klassiker. Agatha Christie selbst hätte es vermutlich nicht viel besser machen können.
.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2023

Buchblogger leben gefährlich

Nicht ein Wort zu viel
0

"Erzähl mir eine spannende Geschichte. Sie darf fünf Wörter haben. Sonst muss dein Freund sterben."
.
Eine Geschichte. Fünf Worte. Ein Ding der Unmöglichkeit. Und deshalb müssen auch ein paar Leute ihr ...

"Erzähl mir eine spannende Geschichte. Sie darf fünf Wörter haben. Sonst muss dein Freund sterben."
.
Eine Geschichte. Fünf Worte. Ein Ding der Unmöglichkeit. Und deshalb müssen auch ein paar Leute ihr Leben lassen. Winkelmann hat in seinem neuen Thriller einen interessanten Plot ersonnen. Dabei spielt auch eine Legende um Hemingway eine Rolle. Was es damit auf sich hat, müsst ihr selbst lesen. Aber es ist auf jeden Fall ein spannendes Motiv. Dazu setzt Winkelmann in seinem neuen Thriller auf gute Charaktere. Jaro, Simon, Aylin und Faya sind allesamt Typen, von denen ich in dieser oder anderer Konstellation gerne mehr lesen würde. Cool finde ich, dass die Handlung in der Buchblogger-Szene angesiedelt ist. Hatte ich so noch nicht und hat mir gut gefallen.
.
Winkelmann schreibt wieder gewohnt flüssig. Die Grundidee und die Protagonisten tragen die Handlung. Der Anfang ist direkt sehr spannend. Sofort setzt der typische Weiterlesen-Effekt ein. Zwischenzeitlich dreht sich die Geschichte dann allerdings etwas im Kreis und verliert an Spannung. Sie kommt aber zum Glück im richtigen Moment zurück. So bin ich doch bei der Stange gehalten worden.
.
Mein Fazit: "Nicht ein Wort zu viel" hat sich die Bewertung "solider Thriller" verdient. Die Storyline ist gut. Die tollen Charaktere hätten für meinen Geschmack gerne noch viel intensiver herausgearbeitet werden können. Einen Abzug gibt's für das teilweise etwas gedrosselte Tempo, das mich beim Lesen nicht durchgängig atemlos vorangetrieben hat. Das sorgt dafür, dass ein Quäntchen Drive fehlt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2023

Beck thrills again

DAS ENDE – Dein letzter Tag ist gekommen
0

Es geht weiter mit der Reihe um die Europäische Topermittler Inga Björn und Christian Brand. Fall 4 wird rasant für die Protagonisten - und die Leser*innen gleich mit.
.
Menschen, die scheinbar nichts ...

Es geht weiter mit der Reihe um die Europäische Topermittler Inga Björn und Christian Brand. Fall 4 wird rasant für die Protagonisten - und die Leser*innen gleich mit.
.
Menschen, die scheinbar nichts miteinander verbindet, werden ermordet. Die Welt schaut per Livestream im Internet zu. Björk und Brand werden von ihrer neuen Chefin öffentlichkeitswirksam auf den Fall angesetzt.
.
Eins ist schon mal klar: Optisch kommt man an der Reihe definitiv nicht vorbei! Die plakative Schrift (diesmal in der Trendfarbe Grün) fällt sofort auf und die Raubtieraugen haben schon fast eine hypnotische Wirkung. Die Message ist klar: Dieses Buch will gekauft und gelesen werden.
.
Wichtig: Die Bände der Thrillerreihe lassen sich nach meinem Empfinden durchaus unabhängig voneinander lesen. So prägnant ist die Weiterentwicklung der Charaktere nicht, dass die Reihenfolge eine enorme Rolle spielt. Ich selbst bin zwar mit Band 1 (Das Spiel) auf die Reihe aufmerksam geworden, lesetechnisch aber erst mit Band 3 (Die Spur) eingestiegen. Der Vorgänger hatte mir im vergangenen Jahr mittelprächtig gut gefallen. Da konnte der neue Fall definitiv eine Schippe drauflegen.
.
Der Thriller hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Das Eingangsszenario hat die Spannung gleich hochgeschraubt - und das Level wird relativ konstant gehalten. Die Kapitel sind knackig kurz, wodurch ein gutes Lesetempo entsteht. Ständige Szenen- und Perspektivwechsel lassen auch keine Langeweile aufkommen und peitschen einen förmlich voran.
.
Es passiert viel. Über allem steht die Frage nach dem Zusammenhang. Aha-Effekte und Erkenntnisse kommen zwar nach und nach mit tollen Twists daher. Das große Ganze offenbart sich aber erst im Showdown.
.
Eins hat mich im ersten Drittel etwas gestört: Die vielen ähnlichen B-Namen. Neben den Protas Björk und Brand gibt es da noch Born, Bach und Bruns… Da habe ich mich echt ein bisschen gefragt, warum das Lektorat da nicht eingegriffen hat.
.
Fazit: "Das Ende" hat mir besser gefallen als der Vorgänger. Ich bin mit den Ermittlern diesmal wärmer geworden und werde sie bis zum nächsten Fall diesmal auch besser im Gedächtnis behalten. Der Fall ist spannend und gut konstruiert. Von mir gibt es eine Leseempfehlung - auch, wenn ich immer noch ein bisschen Luft nach oben sehe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2023

Solider 2. Fall der Akte Nordsee-Reihe

Akte Nordsee - Der Teufelshof
0

Seit Jahren kenne ich die Ostsee-Reihe von Eva Almstädt. Im vergangenen Jahr ist ihre Zweitreihe "Akte Nordsee" gelauncht worden, die jetzt mit "Der Teufelshof" weitergeht. Der Serienauftakt hatte mir ...

Seit Jahren kenne ich die Ostsee-Reihe von Eva Almstädt. Im vergangenen Jahr ist ihre Zweitreihe "Akte Nordsee" gelauncht worden, die jetzt mit "Der Teufelshof" weitergeht. Der Serienauftakt hatte mir ganz gut gefallen. Und so hatte ich mich auf den 2. Band schon sehr gefreut. Ich wollte so gerne wieder zurück auf den Jacobsen-Hof mit den Schafen und dem Platt schnackenden Opa. Und natürlich wollte ich in einem neuen Fall mit Anwältin Fentje und Journalist Niklas ermitteln.
.
Darum geht’s: Der Nachbarhof der Jacobsens wird zum Schauplatz einer schaurigen Bluttat. Überfall oder Familiendrama? Fentje will die Unschuld eines Freundes beweisen. Niklas kennt dessen Ehefrau und verfolgt ganz eigene Ziele…
.
Was soll ich sagen? Eva Almstädt schreibt einfach unterhaltsame Krimis. 18 an der Zahl hat sie schon um die Ermittlerin Pia Korittki konzipiert. Und auch Setting und Charaktere der Akte Nordsee-Reihe habe ich direkt gemocht. Die Protagonisten sind sympathisch, haben ihre Eigenheiten, aber das Herz am rechten Fleck. Da liest man doch automatisch gerne weiter.
.
Ein bisschen Cosy, ein bisschen zum Schmunzeln, ein bisschen Spannung - diese Bedürfnisse bedient "Der Teufelshof". Wichtig zu sagen: Hier wird nicht aus der Perspektive der Polizei ermittelt und die Handlung ist auch nicht allzu nervenaufreibend. Mich stört das nicht. Hauptsache gut zu lesen und unterhaltsam. Diese Kriterien werden hier erfüllt. Und damit bekommt man einen Krimi, der sich gut im Alltag lesen lässt, ohne sich dafür besonders viel Zeit nehmen zu müssen.
.
Fazit: Mir hat dieser 2. Akte Nordsee-Fall gefallen. Im Fall von Eva Almstädt scheint die Arbeit an zwei Reihen parallel ganz gut zu funktionieren. Vielleicht gerade weil die Autorin nicht experimentiert. Sie bleibt dem Genre treu. Lediglich Setting und Figuren werden abgewandelt. Heraus kommt gewohnte Almstädt Qualität. Ob Nord- oder Ostsee - ich mag beides!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2023

Auf der Suche nach der Wahrheit

Dunkle See
0

"Dunkle See" ist der dritte Roman von Hannah Häffner und der zweite, den ich von der Autorin gelesen habe. Im vergangenen Jahr hatte mich "Nebelküste" so sehr begeistert, dass ich auch das neue Buch unbedingt ...

"Dunkle See" ist der dritte Roman von Hannah Häffner und der zweite, den ich von der Autorin gelesen habe. Im vergangenen Jahr hatte mich "Nebelküste" so sehr begeistert, dass ich auch das neue Buch unbedingt lesen wollte.
.
Darum geht’s: Paula kehrt in ihr Heimatdorf Siehl an der Ostsee zurück. Kaum angekommen, schreckt die Nachricht vom Fund einer Leiche die Bewohner auf. Die Tote ist Paulas Jugendfreundin Izzie, die vor 20 Jahren spurlos verschwand…
.
"Izzie. Ach, Izzie." Dieser Satz zieht sich wie ein Mantra durch den Roman - immer verbunden mit der Frage, warum die damals 17-Jährige ermordet wurde - und von wem. Die Dorfgemeinschaft hat ihr Urteil schon lange gefällt und einen aus ihren Reihen als Täter abgestempelt. Paula gibt sich damit nicht zufrieden. Sie bringt noch mehr Verdächtige ins Spiel und sorgt damit für Unmut. Die Stimmung ist aufgeheizt und wird zunehmend bedrohlicher.
.
Hannah Häfners Bücher gehören zum Genre der atmosphärischen Spannungsromane. Es zeichnet sich durch ein ruhiges, fast schon harmlos dahin plätscherndes Erzählen aus. Dafür geht es psychologisch und emotional umso tiefer. Der Schreibstil hat mich vom ersten Moment an wieder gefangen genommen und seinen Sog entfaltet. Ich bin förmlich in die Geschichte abgetaucht. Die Handlung spielt hauptsächlich in der Gegenwart. Es gibt aber auch Rückblenden, in denen aus der Sicht des Opfers erzählt wird.
.
Mir gefällt die sanfte Dynamik, die die Story entwickelt. Mit der Suche nach der Wahrheit reißen alte Wunden auf. Es geht um Freundschaft und Geheimnisse. Auch das Thema Selbstjustiz spielt eine Rolle. Meine Gedanken sind ständig in eine andere Richtung gelenkt worden - dabei lag die Wahrheit so nah.
.
Fazit: Intensiv und emotional statt brutal und blutig. Ruhig, aber kraftvoll. Mit Atmosphäre und Tiefgang. So lässt sich dieser Roman beschreiben. Bei mir punktet diese Heransgehensweise. Auch wenn das letzte Quäntchen zur Topp-Bewertung fehlt, hat Hannah Häffner sich einen festen Platz auf meiner Leseliste gesichert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere