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Veröffentlicht am 26.06.2023

Wirkte auf mich zu verzettelt

Katalanisches Schweigen
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Xavi Puig bleibt auch nichts erspart. Gleich an seinem ersten Arbeitstag als Leiter der Mordkommission in Sitges, findet man einen Toten am Strand. Vor Ort lernt er gleich seine Kollegin Carlota kennen, ...

Xavi Puig bleibt auch nichts erspart. Gleich an seinem ersten Arbeitstag als Leiter der Mordkommission in Sitges, findet man einen Toten am Strand. Vor Ort lernt er gleich seine Kollegin Carlota kennen, die noch an ihrer Karriere feilt. Während ihrer Ermittlungen fällt ihnen ein Cold Case in die Hände, der mit dem Ermordeten zusammenhängt. Allerdings wurde damals ein Gewaltverbrechen ausgeschlossen. Für Xavi und Carlota stellt sich nun die Frage, ob damals etwas vertuscht werden sollte.

Wenn eine neue Krimireihe veröffentlicht wird, nehme ich gerne die Gelegenheit wahr, die Serie von Beginn an zu verfolgen. In diesem Fall verschlug es mich nach Katalonien, was mich ausgesprochen interessierte, denn literarisch gesehen, kam diese südliche Region bei mir bisher immer etwas zu kurz. Ich war also sehr gespannt, auf welche Art die dort verwurzelten Ermittler ihr Können zeigen würden.

Rückblickend hält sich meine Begeisterung jedoch in Grenzen. Mir war der Krimi-Charakter einfach nicht eindeutig genug, vor allem, weil der Protagonist Xavi, in Anbetracht seiner Position, viel zu unscheinbar und nicht entschlossen genug auf mich wirkte. Er konnte sich nicht durchsetzen, kam gefühlt kaum in die Gänge und dachte viel zu oft auf sinnliche Art an seine neue kluge, gutaussehende, ehrgeizige, sexy Kollegin Carlota, was auf mich nicht charmant, sondern im Kontext eher unpassend wirkte. Meiner Meinung nach kam Xavi insgesamt nicht wirklich gut weg - wenn ich vergleichsweise an andere, chaotische oder unkonventionelle Kommissare denke, die mir in anderen Buchreihen schon untergekommen sind. Natürlich hat Xavi nun künftig Entwicklungspotenzial, machte aber auf die Art leider keinen bleibenden ersten Eindruck auf mich.

Auch der Fall an sich konnte mich nicht vom Hocker reißen. So richtig viel los war während der Spurensuche nämlich nicht. Mit Blicken in die Vergangenheit wurde für mich schon so einiges klar, und Xavi musste, meiner Ansicht nach, auch nicht zu tief graben. Insgesamt fühlte sich die Geschichte für mich mehr nach einem Roman über Partnerschaften und Beziehungen an. Selbstredend muss man in einem Krimi auch den Romananteil berücksichtigen, aber trotzdem war mir die Geschichte in der Summe zu eintönig und verzettelt, und hat mich nicht fesseln können. Vielleicht war es auch die Stimmung, die ich als seltsam verschwommen empfand, zudem ich das landestypische Flair nur in Ansätzen spüren konnte.

Leider konnte „Katalanisches Schweigen“ nicht bei mir punkten. Ein unscheinbarer Kommissar, der kaum Führungsqualitäten zeigte, schleppende Handlung in diffuser Atmosphäre, und meiner Meinung nach merkwürdig gesetzte Schwerpunkte, waren am Ende einfach nicht nach meinem Geschmack. Ich werde die Reihe daher künftig nicht weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 15.06.2023

War nicht nach meinem Geschmack

City on Fire
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Rhode Island, 1986: Danny und Pat betätigen sich als Räuber und Schmuggler. Die Familie Moretti, die ebenfalls zur ansässigen Mafia zählt, lässt sie gewähren. Bis Pats Bruder einem Moretti die Frau ausspannt. ...

Rhode Island, 1986: Danny und Pat betätigen sich als Räuber und Schmuggler. Die Familie Moretti, die ebenfalls zur ansässigen Mafia zählt, lässt sie gewähren. Bis Pats Bruder einem Moretti die Frau ausspannt. Ab dem Zeitpunkt steht Rhode Island Kopf. Niemand ist mehr sicher. Als Danny dann an die Führungsspitze seines Clans kommen soll, beschließt er sein Leben zu ändern. Ein letzter Deal, und er ist raus aus dem Business. Doch dafür muss er sich mit dem Feind einlassen...

Da habe ich doch tatsächlich gedacht, ich müsste einmal einen Mafia-Thriller lesen. Letztlich habe ich mir damit aber keinen Gefallen getan, denn mir war die Erzählung eindeutig zu grausam.

Unbarmherzig schleuderte mich der Autor in eine Story, in der mir Korruption, Hass, Neid, Gewalt und Rachefeldzüge um die Ohren gehauen wurden. Zudem stieg ich mit den vielen Figuren, deren Namen ich mir kaum merken konnte, irgendwann nicht mehr so richtig durch. Zumindest der ekelhafte Liam und der sympathische Danny sind mir im Gedächtnis geblieben. Dass die weiblichen Nebenfiguren eine Stimme bekamen, und ich somit auch deren Ansicht zu den Geschehnissen erfahren durfte, war allerdings ein Pluspunkt für die Erzählung. Ansonsten war mir das alles etwas zu viel und streckenweise zu langatmig.

Don Winslows gut lesbarer Schreibstil hat mich dann aber letztlich doch noch dazu gebracht, dass ich mir das Buch bis zum Ende zu Gemüte geführt habe – allerdings mit Lesepausen. Gegen Ende konnte ich den Thriller allerdings nicht mehr aus der Hand legen, denn hier überschlugen sich die Ereignisse. Überraschungen inklusive.

Insgesamt werde ich diese Reihe jedoch nicht weiter verfolgen. Ist einfach nicht mein Geschmack. Mögen sich Fans des „Paten“ oder der „Sopranos“ daran erfreuen.

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Veröffentlicht am 01.06.2023

Da wird man ja depressiv.....

Where have the Stars gone
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Saga hat ihren besten Freund Ingvi durch einen Unfall verloren. Ihre Kindheit und ihr gemeinsames Musikstudium schweißten sie einst zusammen. Um ihre Trauer verarbeiten zu können, reist Saga in die isländischen ...

Saga hat ihren besten Freund Ingvi durch einen Unfall verloren. Ihre Kindheit und ihr gemeinsames Musikstudium schweißten sie einst zusammen. Um ihre Trauer verarbeiten zu können, reist Saga in die isländischen Highlands, um dort über den Sommer als Betreuerin für Feriengäste zu arbeiten. Eines Tages trifft sie dort auf Tyler, der als Rockstar bereits durch die Welt tourte, und nun neue Inspirationen sucht. Endlich beginnt sich Saga wieder zu öffnen, denn in Tylers Gegenwart fühlt sie sich verstanden. Doch der Musiker hat nur eine begrenzte Zeit in Island – soll sich Saga wirklich auf ihn einlassen?

Ein außergewöhnlicher Handlungsschauplatz und eine Rockstar-Romance? Was für eine Kombination! Her damit! Ich freute mich sehr auf diese Geschichte, die im Teaser einiges an Gefühl und Aufregung versprach.

Doch je mehr ich las, desto desillusionierter wurde ich. Natürlich begann Sagas Weg mit der Trauer um ihren Freund Ingvi, aber diese schwermütige, bedrückende Stimmung legte sich nicht, sondern zog sich durch das ganze Buch hindurch. Zudem fand ich den Schreibstil der Autorin sehr nüchtern, fast schon monoton, was vielleicht mit der Grund dafür war, dass bei mir der Funke einfach nicht überspringen wollte. Passend dazu wirkte die Handlung unspektakulär, langatmig, auch gefühlt beengt, und der Rockstar erschien mir wie ein unscheinbarer, verschüchterter Junge, wobei die Verbindung zwischen im und Saga für mich nicht wirklich spürbar war. Als Figuren und auch als Paar waren sie mir viel zu langweilig und nichtssagend, es fehlte einfach das gewisse Etwas. Alles in allem erschien mir die Story im Grunde genommen karg, oder auch reduziert.

Auf der anderen Seite kümmerte sich die Autorin ausgiebig um Sagas Emotionen. Für meinen Geschmack ging die junge Frau nämlich zu sehr in ihrer Trauer auf. Sie zelebrierte es fast schon. Als sie anfing, sich imaginär mit ihrem verstorbenen Freund zu unterhalten, war mir das Drama doch zu viel und zu ausschweifend gestaltet. Ich wartete vergebens auf die Rockstar-Liebesgeschichte, die nicht wirklich in die Gänge kam. Aber eine Liebesgeschichte war es schon: Die Liebe zu Island! Die Natur des Landes wurde in allen Facetten eingehend beschrieben, was mir in einem gewissen Maß auch sehr gut gefiel. Jedoch wurde hier ein Schwerpunkt gesetzt, welcher die Story, die ich mir versprach, auf die Ersatzbank verwies, und die somit mehr im Hintergrund vor sich hin plätscherte. Zu guter Letzt erwartete mich gegen Ende ein allzu perfekter, kitschiger Schluss, der mich in seiner Gestaltung eher nervte. Denn gefühlt waren es zwei mir Unbekannte, die sich hier begegneten, und deren Emotionen ich nicht teilen konnte.

Rückblickend war dieses Buch eine herbe Enttäuschung für mich. Ich hatte etwas gänzlich anderes von der Geschichte erwartet. Gelegentlich werde ich ja von einer unerwarteten Umsetzung einer Romanidee positiv überrascht, doch diese Erzählung gehörte definitiv nicht dazu. Für einen Liebesroman fehlte mir hier eindeutig das Prickeln des Verliebtseins, interessante Charaktere und eine spürbare Spannung zwischen den Protagonisten.

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Belanglos und uninspiriert

Love Unscripted
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Norah arbeitet als Kellnerin, als der Superstar Patrick Walsh ihr einen Job anbietet: Sie soll seine Fake-Freundin sein, um sein Image wieder aufzubauen. Bei dem ihr angebotenen Gehalt kann Norah schlecht ...

Norah arbeitet als Kellnerin, als der Superstar Patrick Walsh ihr einen Job anbietet: Sie soll seine Fake-Freundin sein, um sein Image wieder aufzubauen. Bei dem ihr angebotenen Gehalt kann Norah schlecht Nein sagen und willigt schließlich ein. Filmreif und abgeklärt lässt sie sich von Patrick von Veranstaltung zu Veranstaltung schleppen, gibt immer ihr Bestes und zeigt sich professionell. Bis sie merkt, dass sie doch etwas für den Hollywood-Star empfindet...

Die Idee bietet so viel Potenzial! Doch über die Umsetzung bin ich fast schon schockiert. Mir gefiel dieses Buch leider überhaupt nicht, denn es hat mich auf keiner Ebene erreicht.

Die Protagonisten fand ich irgendwie seltsam, sie harmonierten überhaupt nicht miteinander. Es wirkte, als wäre Norah Patricks Mama, so belehrend wie sie sich ihm gegenüber gab. Er wiederum hatte für mich überhaupt kein spürbares Charisma, was ich in Anbetracht seines Star-Status unbedingt erwartet hätte. Darüber hinaus wirkten die Dialoge zwischen den beiden belanglos und manche Sätze so deplatziert, von der Sprache her so unpassend, dass ich mehr als einmal lachen musste. Das Ganze wirkte stellenweise wie eine Parodie und irgendwie unelegant.

Passend dazu gestaltete sich auch die Handlung. Unfassbar konstruiert, mit gefühlt ständigen Wiederholungen, ohne Überraschungen und ohne besondere Atmosphäre, die eine bestimmte Situation hätte unterstreichen können. So ging das komplette Geschehen emotionslos an mir vorbei, die Eintönigkeit langweilte mich zunehmend. Außerdem entwickelte sich das Geschehen viel zu schnell und zu sprunghaft, gefüllt mir belanglosem Geplapper und Beschreibungen von Klamotten. Letztlich wirkte die Geschichte eher kindisch und seelenlos auf mich.

Kurzum, ich hatte schnell das Interesse an dem Roman verloren. Die Story war nichts für mich, mir fehlte hier eindeutig das nötige Quäntchen Authentizität und ein Mindestmaß an Spannung, was ich bereits anhand eines anderen Werkes der Autorin feststellen musste. Daher werde ich wohl die künftigen Veröffentlichungen der Autorin nicht mehr verfolgen. Ich verzichte hier auf eine Weiterempfehlung des Buches, denn es gibt meines Erachtens eindeutig besser Geschichten aus diesem Genre.

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Veröffentlicht am 24.04.2023

Enttäuschend

Abschied auf Italienisch
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Commissario Vito Grassi kommt eigentlich aus Rom, doch sein brüchiges Privatleben und der Tod seines Vaters treiben ihn in die Provinz Liguriens. Als Erbe steht Vito das Haus seines Vaters zu, daher wagt ...

Commissario Vito Grassi kommt eigentlich aus Rom, doch sein brüchiges Privatleben und der Tod seines Vaters treiben ihn in die Provinz Liguriens. Als Erbe steht Vito das Haus seines Vaters zu, daher wagt er kurzerhand einen Neuanfang und lässt sich aufs Land versetzen. Kaum angekommen, wird er gleich mit zwei Morden konfrontiert, aber auch mit der jungen, etwas undurchsichtigen Mitbewohnerin seines Vaters.

Ich war äußerst gespannt auf diese neue Krimi-Reihe! Bisher haben mich hauptsächlich französische Ermittler begeistert, daher war ich nun auf ein italienisches Pendant neugierig.

Allerdings war für mich ziemlich schnell klar, dass ich den Protagonisten überhaupt nicht mag! Grassi, meinem Eindruck nach eher „Krassi“, fand ich weder interessant oder lässig, noch charmant, sein Humor kam so gar nicht bei mir an und im Ganzen war er mir zu angepasst. Zudem schien mir seine Besessenheit von seinem Elektroauto in einem Krimi irgendwie deplatziert. Mich störte es ungemein, dass er ständig darüber nachdenken musste, wie weit er mit dem Fahrzeug noch würde fahren können, bevor er es laden müsste – falls eine Steckdose in greifbarer Nähe wäre, usw. Sollte dieser Aspekt ein versteckter Witz gewesen sein, kam er bei mir nicht an. So wurde die Geschichte meines Erachtens schwerfällig, verzettelte sich in dieses und jenes, und sorgte dafür, dass meine Gedanken abschweiften. Nach etwa einem Drittel des Buches tat sich meiner Ansicht nach immer noch nicht genug, um mein Interesse für den Fall zu wecken. Dafür fragte ich mich beispielsweise, warum Vito eine wildfremde Frau in seinem Haus leben und seine Familie darüber im Dunkeln ließ. Rückblickend fand ich alles etwas merkwürdig, gewollt speziell und auch etwas fade.

Grundsätzlich fand ich den Kriminalroman aber ansprechend geschrieben. Er ließ sich gut lesen und auch für die Landschaftsbeschreibungen hatte ich einiges übrig. Doch ich werde mit diesem ersten Band auch gleichzeitig Abschied von der Reihe nehmen. Ich hatte mir von diesem Buch deutlich mehr versprochen.

„Abschied auf Italienisch“ konnte mich nicht mitreißen. Schleppende Handlung, ziemlich uninteressanter Fall und überwiegend unsympathische Charaktere. Doch jeder wie er mag. Lest selbst.

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