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Veröffentlicht am 04.06.2023

Schaurige Rüpel im Wettstreit oder: Mut ist keine Frage der Größe

Die Rüpelbande
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Die drei Rüpel streiten darüber, wer von ihnen der Stärkste, Schaurigste, Gefährlichste ist und verbreiten Furcht im ganzen Wald. Als ein Mädchen in das Häuschen im Wald einzieht, will einer den anderen ...

Die drei Rüpel streiten darüber, wer von ihnen der Stärkste, Schaurigste, Gefährlichste ist und verbreiten Furcht im ganzen Wald. Als ein Mädchen in das Häuschen im Wald einzieht, will einer den anderen übertrumpfen und sie geraten sich noch mehr in die Haare. Ein kleines Mäuschen geht dazwischen und fordert die drei Rüpel zu einem Wettstreit auf: wer ist der Listigste und klaut dem Mädchen das Kopftuch? Jeder der drei versucht es auf seine Art und Weise mit lautem Gebrüll, bösen Zaubereien oder schrecklichem Spuk, doch das Mädchen ist unerschrocken und mutig und die drei haben keine Chance, ihr das Kopftuch abzuluchsen. Nur das Mäuschen, klein und schlau, schafft es – nicht durch eine heimtückische List, sondern durch eine Bitte. Genervt und besiegt trollen sich die Rüpel und verlassen für immer den Wald.

Die Botschaft dieses Buchs ist eindeutig: nur weil jemand sich laut und böse und aggressiv gibt, ist sie/er nicht automatisch im Recht oder schlauer oder besser. Mut und Klugheit und List ist keine Frage von Größe oder vorgeblicher Macht. Wer nachdenkt und freundlich ist, erreicht im Leben oftmals viel mehr.
Die Reime, die das alles vermitteln, sind kurz aber irgendwie nicht immer ganz nachzuvollziehen und manchmal dem Lesefluss ein bisschen hinderlich. Manchmal fühlt es sich für mich so an, als würde zwischendurch immer mal ein kleiner Teil fehlen, als hätte man eine ursprünglich längere Geschichte eingekürzt. Die Bilder dagegen sind ganz großartig: bunt, detailreich und aussagekräftig. Es gibt viel zu entdecken. Ob schon die ganz Kleinen 4-jährigen mit den drei Rüpeln zurecht kommen oder nicht vielleicht doch eher ein bisschen Angst vor ihnen bekommen, dass müssen Eltern selbst einschätzen. Vielleicht wirft es auch ein paar mehr Fragen auf, als es beantwortet. Z.B. warum das Mädchen offensichtlich allein im Wald wohnt. Oder warum die drei Rüpel nach dem misslungenen Wettstreit den Wald für immer verlassen. Oder auch, warum das Mädchen gar so furchtlos ist. Somit sicher ein Buch, das für Gesprächsstoff sorgt. Mir gefällt es ganz gut, auch wenn ich es nicht unbedingt an kleine Kinder verschenken würde. 3/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Ballerina wird zur Bäckerin und findet darin ihren Lebensinhalt – nette Selbstfindungsstory

Der Geschichtenbäcker
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Die ehemalige Primaballerina Sofie kann ihren geliebten Tanzberuf aufgrund einer Verletzung nicht mehr ausüben und wird kurzerhand durch eine andere Ballerina ausgetauscht. Sie fällt in ein tiefes Loch, ...

Die ehemalige Primaballerina Sofie kann ihren geliebten Tanzberuf aufgrund einer Verletzung nicht mehr ausüben und wird kurzerhand durch eine andere Ballerina ausgetauscht. Sie fällt in ein tiefes Loch, versinkt in Selbstmitleid und stößt mit ihrer ichbezogenen Art ihrem Mann gehörig vor den Kopf, so dass bald auch die Ehe auf dem Spiel steht. Damit ihr die Unterstützung vom Amt weitergezahlt wird, nimmt Sofie einen Job als Bäckerin in ihrem kleinen Ort auf. Sie will diesen Beruf nicht ausüben, sondern nur ihren guten Willen gegenüber dem Amt zeigen und den Job dann schnell wieder kündigen. Doch irgendwas hat dieser Bäcker Giacomo an sich, was sie bald in ihren Bann zieht. Er zieht zu jeder Lebenslage Parallelen zum Brotbacken oder zu Teig, hat immer einen weisen Spruch parat, ist sonst aber wortkarg und verrät über sich selbst nicht viel. Seine Kunst ist es, in das Brot die jeweilige Lebensgeschichte der Menschen quasi einzubacken. Im übertragenen Sinn also mit viel Liebe zu backen und darin seine Erfüllung zu finden und die Menschen glücklich zu machen. Seine eigene weniger glückliche Geschichte, die eng verknüpft ist mit der der alten, sehr unfreundlichen Verkäuferin Elsa hält er im Verborgenen. Findet Sophie ihren Weg zurück ins Leben? Lernt sie, ihr Schicksal anzunehmen oder es in die eigenen Hände zu nehmen? Wie kann Giacomo und seine alte Backstube ihr dabei helfen?

Ich habe schon ein paar Bücher von Carsten Henn gelesen und fand bisher jedes super. Dieses hier konnte mich nun leider nicht so packen. Es ist gut, keine Frage, voller Weisheit, Wärme, Humor und allem, was ein gutes Buch eigentlich ausmacht. Dennoch bleibt es irgendwie blass. Sofie ist schlicht langweilig, unsympathisch und sehr egoistisch. Giacomo ist ein stiller Mann mit großem Herz aber wenig anderem. Sofies Mann, ach, reden wir nicht über den, der ist wirklich langweilig. Einzig Elsa, die unfreundliche alte Verkäuferin hat für mich etwas Greifbares, hat Ecken und Kanten und ist präsent. Und Hund Motte konnte mir immer wieder ein Lächeln abgewinnen. Während die anderen irgendwie so dahinplätschern. Zudem ist mir diese ganze spirituelle Sache mit Geschichten ins Brot backen einfach zu viel des Guten. Und Anouk, Sofies kleine Nichte, die sich für Maria hält und jedem ihren Segen aufzwingt, empfinde ich als hochgradig nervig und zudem extrem unreal für ein Kindergartenkind. Henns Schreibstil ist wie gewohnt super zu lesen, man fliegt durch das Buch. Doch bleibt bei mir diesmal fast nichts hängen. Ich war mit dem Buch durch und konnte es einfach so weglegen, ohne noch einen weiteren Gedanken daran zu verlieren. Eine richtige Teflongeschichte. Das hört sich jetzt böse an und so, als würde ich das Buch verreißen. Doch das ist nicht so. Es bekommt von mir gute 3 Sterne, weil es eben GUT ist. Aber nicht mehr. Für mich zu leblos, zu wenig fesselnd oder berührend (bis auf eine Stelle die am Dorfteich spielt). Ich liebe Geschichten, die im Kopf, im Herzen und in der Seele bleiben mit Charakteren die mich auf welche Art auch immer berühren. Das vermisse ich beim Geschichtenbäcker leider völlig.

Fazit: eine leichte Geschichte für zwischendurch, ganz nett, sehr gut zu lesen, aber eben für mich persönlich nichts Besonderes und schnell wieder raus aus dem Kopf.

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Veröffentlicht am 22.04.2023

Kurzweiliger, unterhaltsamer Krimi, jedoch deutlich zu unrealistisch

Katze, Maus und Mord - Die verhängnisvolle Botschaft
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Autorin Christine Bell hält sich für einige Wochen bei ihrer Tante im Seebad Beechwood auf, als sie bzw. ihre Katze Isabelle über einen Toten stolpert, der offensichtlich vom Dach des angrenzenden Hotels ...

Autorin Christine Bell hält sich für einige Wochen bei ihrer Tante im Seebad Beechwood auf, als sie bzw. ihre Katze Isabelle über einen Toten stolpert, der offensichtlich vom Dach des angrenzenden Hotels gestürzt ist. Die Polizei attestiert einen Unfalltod, doch Christine hat da so ihre Zweifel und beginnt zu ermitteln. Kurz darauf taucht der nächste Tote auf, lt. Polizei ebenfalls ein Unfallopfer. Christine kann so viel Inkompetenz kaum verkraften und setzt noch mehr Kraft in die eigenen Ermittlungen, in die sie zunächst nur ihre Tante einweiht. Damit gerät sie jedoch selbst ins Kreuzfeuer und soll offensichtlich aus dem Weg gebracht werden. Doch warum und von wem? Ein Plan mit Geheimschrift soll ihr den Weg zeigen. Wenn sie ihn nur entschlüsseln könnte.

Nachdem ich vom ersten Teil ganz begeistert war, kann mich dieser hier leider nur noch zu 3 Sternen verleiten. Für meinen Geschmack ist hier einfach viel zu dick aufgetragen. Christine mutiert zur Superwoman, Katze Isabelle zur Supercat, die Polizei zur total verblödeten Truppe, die Christine zwar mündlich permanent in ihre Schranken weist so nach dem Motto, mischen Sie sich nicht ein. Ihr aber andererseits haarklein Ermittlungsdetails verrät, sie Tatorte besichtigen und Fotos von Toten machen lässt und sie generell auf dem Laufenden hält. Der Inspector wird hier als derart verblödeter, engstirniger, inkompetenter Depp hingestellt, dass das schon echt sehr unrealistisch ist und mich auch ein gutes Stück ärgert. Insgesamt pflastern Christines Weg innerhalb weniger Tage 6 Leichen und noch immer winkt die Polizei ab und sieht hier nichts Verdächtiges. Puh, harter Tobak. Auch dass Katze Isabelle jetzt so aktiv eingebunden wird, Verdächtige gar körperlich angreift, ihr Frauchen auf den Geheimplan aufmerksam macht und überhaupt ziemlich unkatzisch (eher wie ein Hund) daherkommt, stört mich sehr. Im ersten Teil war sie einfach Katze und gut ist.
Auch wenn ich die Story als sehr hanebüchen und übertrieben empfinde, gefällt mir der Schreibstil wieder sehr gut. Er lässt sich super lesen, ist unkompliziert und lockerflockig. Sieht man über die übertriebenen Szenen hinweg und legt nicht allzu viel Wert auf Storys mit Hand und Fuß und einem gewissen Anteil an Realismus, dann hat man hier durchaus einen Krimi mit Unterhaltungswert und gewisser Spannung. Vor allem zum Ende hin war diese deutlich spürbar.

Fazit: kurzweilige Unterhaltung, jedoch sehr übertrieben und unglaubwürdig. Hirn aus, Buch an, dann funktioniert es super. Wer sich also mit leichter Kost unterhalten lassen möchte, dem kann ich das Buch empfehlen. Wer sich an Realitätsferne stört, dem wird es wohl nicht so gut gefallen. Von mir 3 Sterne.

Bei Katze, Maus & Mord handelt es sich um eine Reihe. Alle Bände der Reihe um Christine und Isabelle gibt es bzw. wird es geben bei beTHRILLED:

Teil 1: Katze, Maus und Mord - Ein rätselhafter Nachbar (ab 01.03.2023)
Teil 2: Katze, Maus und Mord - Die verhängnisvolle Botschaft (ab 01.03.2023)
Teil 3: Katze, Maus und Mord - Tod eines Schaffners (ab 01.05.2023)
Teil 4: Katze, Maus und Mord - Das tödliche Drehbuch (ab 01.06.2023)
Teil 5: Katze, Maus und Mord – Die Entführung der Lady Agatha (ab 01.09.2023)

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Jagd nach der uralten buddhistischen Prophezeiung

Das geheime Mantra
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Matt Lester ist dazu auserwählt, in einer Zeremonie ein geheimes Mantra zu offenbaren, welches in einer Statue versteckt aufbewahrt wird. Doch die Statue wird gestohlen. Matt setzt alles daran, sie wieder ...

Matt Lester ist dazu auserwählt, in einer Zeremonie ein geheimes Mantra zu offenbaren, welches in einer Statue versteckt aufbewahrt wird. Doch die Statue wird gestohlen. Matt setzt alles daran, sie wieder zu erlangen und gerät dabei in höchste Gefahr. Wem kann er vertrauen? Wem nicht? Mit Hilfe seiner Meditationstechniken und seiner Verbindung zu seinem geistigen Führer versucht er Herr über die Situation zu werden. Sein Weg kreuzt den von Alice, einer sehr guten Freundin von Matt. Ihre geheimen Studien über eine ganzheitliche, meditative Heilungsweise bringen sie in Gefahr, sie wird verfolgt. Und irgendwie scheint das alles mit dem gestohlenen Mantra und Matt zusammenzuhängen.

Nachdem ich von den Büchern über die Katze des Dalai Lama von David Michie restlos begeistert war und auch den ersten Teil dieses Matt-Lester-Thrillers sehr gut fand, konnte mich dieser Band nun leider nicht ganz so überzeugen, wie sein Vorgänger. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen war mir der Anteil an Spiritualität hier tatsächlich zu sehr im Vordergrund und zum wiederholten Mal zu lesen, wie Matt Lester sich in seine Meditation begibt, ist dann einfach nicht wirklich spannend. Zum anderen empfand ich den Thrilleranteil zu gering und auch teils zu verwirrend, so dass ich nicht wirklich gefesselt war. Ich würde meinen, das Buch richtet sich mehr an schon geübte Meditierende bzw. Menschen, die sich mit dem Buddhismus schon intensiver auseinandergesetzt haben. Die kommen hier sicherlich auf ihre Kosten, zumal die Sache mit Alices Studien zur ganzheitlichen Heilungsweise durch das zelebrieren von Mantras schon interessant ist. Der Schreibstil ist gut zu lesen, David Michie versucht wie immer, die Themen einfach und verständlich zu vermitteln, was mir gut gefällt. Ich hätte einfach gerne mehr Spannungselemente und weniger Esoterik gehabt. Das war im ersten Teil der Reihe super gemacht, vor allem auch der Wechsel zwischen den Zeitebenen. Vielleicht hatte ich deswegen auch eine zu hohe Erwartungshaltung.

Nichtsdestotrotz ein gutes Buch und daher gute 3 Sterne von mir. Wer sich viel und gerne mit Esoterik, Meditation, Buddhismus beschäftigt, dem empfehle ich das Buch uneingeschränkt weiter.

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Veröffentlicht am 08.04.2023

Man erntet, was man sät – nettes Kinderbuch mit toller Botschaft

Linas Leuchtturm
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Lina hilft allen Tieren, die zu ihrem Leuchtturm kommen und hungrig, müde, schwach oder krank sind. Sie singt ihnen Lieder vor und kümmert sich rührend um alle. Im Gegenzug erzählen die Möwen Lina vor ...

Lina hilft allen Tieren, die zu ihrem Leuchtturm kommen und hungrig, müde, schwach oder krank sind. Sie singt ihnen Lieder vor und kümmert sich rührend um alle. Im Gegenzug erzählen die Möwen Lina vor dem Schlafengehen von ihren Abenteuern. In einer stürmischen Nacht wird das Leuchtfeuer des Leuchtturms zerstört und Lina fürchtet, dass die Möwen da draußen nun den Weg zu ihr nicht mehr finden. Doch die Tiere rund um den Leuchtturm (Möwen, Wale, Krebse, Quallen, Schnecken, Fische, Muscheln) helfen Lina und schaffen es, den Leuchtturm in der Sturmnacht leuchten zu lassen.

Eine tolle Botschaft, die sich hier verbirgt: wenn Du Gutes tust, kehrt auch Gutes zu Dir zurück. Ebenso wie die Themen Umweltschutz, Freundschaft und Zusammenhalt. Kurze Texte (5 bis 10 Zeilen pro Doppelseite) werden von ausdrucksstarken doppelseitigen bunten Zeichnungen begleitet. Fast alle Zeichnungen sind sehr dunkel, fast düster gehalten, spielt die Geschichte ja fast nur nachts. Und ich weiß nicht, ob es das ist oder etwas anderes, aber irgendwie bekomme ich da keinen Fuß in die Tür. Mir gefällt die Geschichte und die Zeichnungen sind auch hübsch, aber irgendwas fühlt sich für mich nicht richtig an. Ich kann da gar keinen Finger drauf legen, es ist mehr so ein Gefühl. Das wurmt mich, weil ich euch gerne genau sagen würde, was es ist. Aber ich kann es nicht. Sorry. Nur das: mich berührt das Buch nicht. Was mich selbst wundert, liebe ich doch das Meer und Möwen und Leuchttürme tatsächlich sehr. Da wie gesagt sonst Botschaft, Text und Zeichnungen gut sind, vergebe ich gute 3 Sterne (und JA, 3 Sterne bedeuten bei mir GUT). Ich werde das Buch später im Jahr nochmals lesen. Manchmal passen einfach Zeitpunkt, Buch und ich nicht so zusammen. Ihr kennt das sicher.

Wer poetische Kinder- bzw. Bilderbücher mit schöner Botschaft mag, der mag wahrscheinlich auch Linas Leuchtturm. Einfach mal ausprobieren. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

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