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Veröffentlicht am 24.06.2023

Episches Gangsterdrama voller Spannung

City of Dreams
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Der erste Teil von Don Winslows Gangster-Triologie "City on Fire" über Aufstieg und Fall eines irisch-amerikanischen Gangsterclans in Neuengland, über Bandenkriege, Liebe, Ehrgeiz und Verrat erinnerte ...

Der erste Teil von Don Winslows Gangster-Triologie "City on Fire" über Aufstieg und Fall eines irisch-amerikanischen Gangsterclans in Neuengland, über Bandenkriege, Liebe, Ehrgeiz und Verrat erinnerte mich mit seiner dramatischen Wucht an eine griechische Tragödie. Teil zwei, mit dem Titel "City of dreams", steht dem nicht nach. Auch wenn es sicher gut ist, das erste Buch zu kennen (und meine Lese-Empfehlung hat es sowieso!) verrät der Autor mit Rückblenden genug über Geschichte und Vergangenheit seines Protagonisten Danny Ryan, damit neue Leser*innen dem Plot problemlos folgen können.

City on Fire spielte noch in der Ostküstenstadt Metropole, in "City of Dreams" verlagert sich das Geschehen vor allem nach Los Angeles und Las Vegas. Danny Ryan, frisch verwitwet mit einem kleinen Sohn und einem zunehmend dementen Vater, ist mit seinen letzten Getreuen auf der Flucht: Vor den einstigen Freunden der irischen Gang, vor der italo-amerikanischen Konkurrenz, der mexikanischen Drogenmafia, vor FBI und korrupten Polizisten. Ganz schön viel für einen Mann, der endlich mal wieder ein ganz normales und gerne auch nicht von Kriminalität geprägtes Leben leben möchte.

Untertauchen, den Ball flach halten - das ist die Devise Danny Ryans. Doch es ist schwer, der Vergangenheit zu entkommen, vor allem, wenn einige seiner Gang-Mitglieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sich als Berater in eine Hollywood-Produktion über die irische Mafia reinzudrängen und obendrein Ärger mit einer Gewerkschaft mit Nähe zu einer italienischen "Familie" zu provozieren, ist ungefähr das Gegenteil von unauffällig. Danny, loyal bis zur Selbstaufgabe, muss seine Leute wieder auf Spur kriegen.

Bis zum Rollercoaster-Finale dieses ebenso rasanten wie dramatischen Romans sorgt Winslow für Spannung. Gewaltszenen gibt es reichlich, doch Danny Ryan ist eigentlich ein Mann mit einem moralischen Kompass (oder liegt es am katholischen Schuldkomplex?). Er glaubt eigentlich an Gut und Böse, Schuld und Vergebung, Hölle und Rechenschaft. Liebe ist in der Welt von Winslows Figuren immer etwas Verzweifeltes, und es ist angesichts der vielen Tragödien vielleicht kein Wunder, dass viele von ihnen auch mit einem Suchtproblem kämpfen müssen. Nicht nur Danny ist auf der Suche nach Erlösung, doch für jeden ist das etwas anderes - Liebe, Geld, Macht, Rache.

"City of Dreams" hat mich als für sich stehendes Buch überzeugt und schürt gleichzeitig Spannung und Erwartungen an den Abschlussband. Nicht zuletzt ist es auch ein Zeit- und Gesellschaftsporträt einer Zeit, in der der Wertekompass nicht nur in der kriminellen Welt des Danny Ryan ein anderer war als heute. Ein Krimi Noir ist dieser Roman ohnehin. Wie wird das Epos wohl enden?

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Veröffentlicht am 06.06.2023

Ein Fremder bis in den Tod?

Auf dem Nullmeridian
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In seinem Buch "auf dem Null-Meridian" lotet Shady Lewis die Erfahrung von Fremd-Sein in einer Mehrheitsgesellschaft vielschichtig, ja geradezu philosophisch aus. Mit seinem Ich-Erzähler eint ihn die Herkunft ...

In seinem Buch "auf dem Null-Meridian" lotet Shady Lewis die Erfahrung von Fremd-Sein in einer Mehrheitsgesellschaft vielschichtig, ja geradezu philosophisch aus. Mit seinem Ich-Erzähler eint ihn die Herkunft aus der Minderheit der christilichen Kopten in Ägypten. Dieser Erzähler hat es aus der Sicht seiner Familie geschafft: Schließlich arbeitet er in London als Sozialarbeiter für die Vergabe von Sozialwohnungen in einem Büro, so richtig mit Schreibtisch und Bürostuhl! Ein Onkel dagegen, der sich schon Jahre zuvor über das Mittelmeer nach Großbritannien durchgeschlagen hat, viele Rückschläge und Hindernisse überwinden musste, putzt ungeachtet seines Bildungsabschlusses immer noch Toiletten. Wie stolz ist er auf den Neffen, der in einem Verwaltungsjob angekommen ist!

Dabei, so der Erzähler, sind die weißen Briten in der Arbeit überhaupt nicht präsent, allenfalls ferne Vorgesetzte: Nahezu sämtliche Sozialarbeiter, Sachbearbeiter, Psychologen, mit denen er zu tun hat, sind ebenfalls Migranten, in der Regel in verschiedenen Braun- und Schwarztönen, ganz wie ihre Klienten. Und er kommunistische englische Kollege, so ein nigerianischer Kollege, der die Menschen in verschiedene Arten des Schwarz-seins kategorisiert, sei doch schon aufgrund seiner politischen Auffassung selbst als schwarz anzusehen.

Der Anruf eines Freundes aus Ägypten reißt den Erzähler aus seiner Routine: Er soll die Beerdigung eines jungen geflüchteten Syrers organisieren, der nach Gefängnis, Folter, dramatischer Flucht unerwartet in seinem Bett starb. Zwar versuchte die verzweifelte Familie, aus Ägypten nach London zu erreichen, doch der Tod des Sohnes und Bruders ist offenbar kein Grund für eine Visumserteilung. Der Todesfall ist letztlich ein weiterer Aspekt der Bürokratie und Fall-Verwaltung der lebenden und toten Fremden.

Mal nachdenklich, mal sarkastisch, mal dramatisch überspitzt wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht schildert Lewis die Bemühungen seines Protagonisten, einen würdigen letzten Abschied zu organisieren. Dabei reflektiert er immer wieder auch seine eigene Rolle, die Erfahrungen, aber auch die Konkurrenz und Abgrenzung von Minderheiten untereinander. Das findet keineswegs nur in Europa statt - schon in der Kindheit in Ägypten war der Erzähler höchst erleichtert, als er herausfand, dass die syrischen Flüchtlinge in der Hackordnung noch unter den Kopten zu stehen schienen. Endlich konnte auch er jemanden als "minderwertig" beschimpfen!

Zugleich wird die Last sichtbar, die durch Druck und Erwartung im Herkunftsland auf den Migranten lasten: Ein Scheitern im neuen Land wäre eine Schande für alle. Die mit den Jahren zunehmende Entfremdung und demütigende Erfahrungen in Europa sind nur dann zu ertragen, wenn man im Alter den erworbenen Wohlstand demonstrativ mit einem Altersruhesitz in der einstigen Heimat unter Beweis stellen kann.

Lewis schreibt genau beobachend, geradezu nüchtern und ohne Larmoyanz. Erregte Opferdebatten gibt es nur in den Äußerungen einiger KollegInnen des Erzählers. "Auf dem Nullmeridian" ist ein ruhig erzählendes und nachdenklich machendes Buch mit einem kleinen Moment rührender Menschlichkeit am Schluss.

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Veröffentlicht am 03.06.2023

Ein Thriller fürs digitale Zeitalter

Going Zero
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"Going Zero" von Anthony McCarten ist ein moderner Thriller des digitalen Zeitalzers, der Spannung und einen interessanten Plot mit nachdenkenswertem Stoff verbindet. Es beginnt als Spiel mit großem Einsatz: ...

"Going Zero" von Anthony McCarten ist ein moderner Thriller des digitalen Zeitalzers, der Spannung und einen interessanten Plot mit nachdenkenswertem Stoff verbindet. Es beginnt als Spiel mit großem Einsatz: Im Rahmen eines Projekts, das zugleich der Testfall für eine private-public partnershio zwischen CIA und FBI einerseits und einem gigantischen Cyberunternehmen andererseits ist, sollen zehn Testpersonen 30 Tage lang von der Bildfläche verschwinden. Wer das schafft, ohne von Zugriffsteams, Drohnen oder den Teams des Unternehmers Cy Baxter aufgespürt zu werden, dem oder der winkt ein Preisgeld von drei Millionen Dollar.

Ist Baxter erfolgreich, winkt ihm eine Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden, die ihm Zugriff auf eine Fülle von Daten erlaubt - eine Machtfülle, wie sie ein Privatunternehmer nicht haben sollte? Und können Sicherheitsbehörden die Datentechnik Baxters wirklich nur für das Aufspüren von Terroristen, organisierten Verbrechern usw nutzen? Schon bei dem Gedanken an beide Szenarios kommt Unbehagen auf.

Baxter hat mit Start Up zu sozialen Medien und Netzwerken begonnen, sein Unternehmen ist immer breiter verzahnt und hat Zugang zu den zahllosen Informationen, die Menschen im digitalen Raum hinterlassen, sei es durch die Nutzung von smarter Technologie in Haushalt, Finanzen, Reisen oder Arbeitsleben, sei es durch Aktivitäten beim Browsen, in sozialen Netzwerken, beim großzügigen Umgang mit Cookies und Privatsphäreeinstellungen. Wie sehr diese Informationen dazu helfen können, Menschen individuell zu manipulieren, wird schnell klar - ob es nun Kaufentscheidungen sind oder bei anderen Überlegungen. Und natürlich werden auch die Menschen immer "gläserner" - eigentlich ein Horrorszenario. Baxter hingegen ist überzeugt: Die meisten wollen gar keine Privatsphäre, sie suchen den Ruhm oder die Popularität bei "followern" und digitalen Freunden.

Unter den zehn Testpersonen sind fünf Profis - ein Ex-Marine oder eine Polizistin etwa, aber auch fünf Normalbürger. Ausgerechnet eine Bibliothekarin mit einer Vergangenheit mit psychischen Problemen ist besonders erfolgreich, vom Radar der Häscherteams zu verschwinden, während anderen die digitalen Spuren der Vergangenheit teils sehr schnell zum Verhängnis werden. Dass gerade diese Kandidatin eine ganz eigene Agenda hat, zeigt sich erst in der zweiten Buchhälfte, die auch in die Welt der Geheimdienste, von Staatsraison und Vertuschung führen wird.

Es wird nicht verwundern, dass McCarten im Nachwort höchst kritisch mit "Datenkapitalismus" ins Gericht geht. Beim Lesen wird man schnell nachdenken auch über den eigenen Umgang mit Daten, zu denen Apps oder Netzwerken Zugang gewährt wird - und warum es besser ist, dabei restriktiv vorzugehen. Dieser Thriller überzeugt mit einem Szenario, das bei aller Fiktion plausibel und möglich erscheint, wenn Daten-Macht in die falschen Hände gerät. Unbedingt empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 25.04.2023

Leben Liebe Leiden

Solange wir leben
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Die meisten Leser dürften David Safier vor allem als Autor humoristischer Romane und zuletzt als Verfasser der Cozy-Krimis um die ermittelnde Ex-Kanzlerin "Miss Merkel" kennen. In seiner autobiografischen ...

Die meisten Leser dürften David Safier vor allem als Autor humoristischer Romane und zuletzt als Verfasser der Cozy-Krimis um die ermittelnde Ex-Kanzlerin "Miss Merkel" kennen. In seiner autobiografischen Familiengeschichte "Solange wir leben" überleben die ernsten, leisen Töne. Um David Safier selbst geht es dabei nur sehr angelegentlich, von allen Beteiligten fällt sein Bild am blassesten aus. Das Buch, das mit einer Beerdigung beginnt und mit einem letzten Abschied endet, beschreibt zudem die nicht ganz unkomplizierte Lebens- und Liebesgeschichte seiner Eltern, Joschi und Waltraud.

Es ist eine Familiengeschichte, die von Verlust, Leid und Tragödien gezeichnet ist, von Kampf, aber eben auch von Liebe. Dabei sind Safiers Eltern ein denkbar unterschiedliches Paar, das ein Zufall zusammengebracht hat.

Da ist zum einen Joschi, der im Wien der 30-er Jahre aufgewachsen ist in einer aus Galizien stammenden jüdischen Familie. Das Stetl haben sie hinter sich gelassen, auch wenn der Weg zur bürgerlich-feinen Gesellschaft noch weit ist. Joschi ist ein Hallodri, der sich vor allem für Frauen interessiert, das Studium eher nachlässig angeht und den auch die Politik eher kalt lässt, im Gegensatz zu seiner Schwester Rosel, die sich in der zionistischen Bewegung engagiert und von der Aliya nach Palästina träumt. Mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland muss Joschi lernen, dass seine Heimat ihm keine Heimat mehr ist. Er wird von der Hochschule geschmissen, landet im Gefängnis, der Vater wird von Nazis zu Tode geprügelt.

Erst Rosel, dann Joschi schaffen den Weg nach Palästina, Joschi kämpft für den jüdischen Staat. Als der Zweite Weltkrieg endet, erfahren auch sie vom ganzen Ausmaß der Nazi-Verbrechen. Die weitverzweigte Familie ist so gut wie ausgelöscht, eine siebenjährige verwaiste und traumatisierte Cousine, die in ein israelisches Waisenhaus kommt, ist die einzige, die übrig geblieben ist. Joschi heiratet Dora, eine Auschwitz-Überlebende, die nicht über ihre nächtlichen Albträume spricht. Die Gewalt und Gegengewalt im jungen israelischen Staat verstört ihn, die Ehe kriselt, er geht zur See - es ist eine Art Flucht.

Ein anderes Leben, ein anderes Land: Waltraud wächst in einer Bremer Arbeiterfamilie heran, erlebt den Krieg als kleines Kind. In der Wirtschaftswunderzeit arbeitet sie als Parfümverkäuferin im Kaufhaus, während die Familie weiterhin in einem Eisenbahnwaggon haust. Als sie sich in ihren Kindheitsfreund Friedrich verliebt und von ihm schwanger wird, glaubt sie an das große Glück. Doch ihre Tochter Gabi ist noch nicht geboren, da stirbt Friedrich an einem unerkannt gebliebenen Gehirntumor. Waltraud ist 20 und schon Witwe und alleinerziehende Mutter.

Die Wege von Joschi und Waltraud kreuzen sich, als Joschi in Bremen Landgang hat. Eigentlich wollte er nie wieder deutschen Boden betreten, doch die Lust auf ein italienisches Eis führt ihn ausgerechnet in jenes Eiscafé, in dem Waltraud Geburtstag feiert. Es ist keine Liebe auf den ersten Blick. Die beiden trennen 20 Jahre und die deutsche Geschichte. Wie die beiden dennoch zusammenkommen, wie weitere Schicksalsschläge die Familie treffen, wie Joschi einerseits mit dem Leben im Land der Täter hadert und andererseits sein Glück findet, wie dieses Glück auch wieder brüchig wird, das schildert Safier geradezu gnadenlos ehrlich, mit großer Nähe zu Waltraud und Joschi, aber auch ohne Verklärung.

"Solange wir leben" ist berührend und macht nachdenklich, lässt ahnen, wie bizarr es für Holocaust-Überlebende gewesen sein muss, trotz allem eine Existenz in Deutschland aufzubauen und dabei unter Menschen zu leben, bei denen sie sich ständig fragten, was diese im Krieg und im Dritten Reich wohl gemacht haben. Dass die Geister der Vergangenheit keineswegs tot sind, muss auch die Familie erleben. Dieses Buch nimmt mit auf eine Zeitreise von den 1930-er Jahren bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts, fängt gekonnt den Zeitgeist ein und ist bei aller Emotionalität nicht gefühlsduselig.

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Veröffentlicht am 23.04.2023

Viel Wissen für Kaffeeliebhaber

Der Kaffeeatlas
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Edel schon mit dem Umschlag, voll mit Detailwissen und reich bebildert: "Der Kaffee Atlas" von James Hoffmann mag eine Enttäuschung für jene Leser sein, die sich fancy Rezepte mit hippen Zutaten erhofft ...

Edel schon mit dem Umschlag, voll mit Detailwissen und reich bebildert: "Der Kaffee Atlas" von James Hoffmann mag eine Enttäuschung für jene Leser sein, die sich fancy Rezepte mit hippen Zutaten erhofft haben. Für Kaffee-Liebhaber, die sich für facts und Hintergründe interessieren, bietet dieses Buch eine Fundgrube von Wissen zu Geschichte, Anbau und Zubereitung von Kaffee, puristisch, ohne irgendwelche Sirups und andere Spielereien. Hier zählt der Geschmack der Bohne, der je nach Herkunft, Röstung und Zubereitung so vielfältige Möglichkeiten hat.

Hoffmann nimmt die Spitzenkaffees unter die Lupe, beschreibt Anbau und Ernte, Sorten, die viel vielfältiger sind als einfach nur Arabica und Robusta, nimmt die Leser mit auf eine Reise von den Anbaugebieten bis hin zu dem Kaffee in der Tasse, ob Espresso oder Cortado, Capucchino oder Americano. Auch Kaffeehandel, Röstung und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Arten des Kaffeekochens werden beschrieben.

Besonders viel Platz nimmt die Beschreibung der Anbaugebiete ein, mit Bildern vom Kaffeeanbau in Afrika, Lateinamerika und Asien, Geschmacksprofilen und Informationen über eine Rückverfolgbarkeit. Während mit Ruanda eines meiner Lieblingskaffee-Herkunftsländer vorgestellt wurde, habe ich vor allem bei den asiatischen Herkunftsländern gestaunt: Auch in China und Indien, zwei Ländern, bei denen ich zuallererst an Tee denke, wird Kaffee angebaut. Bei Nicaragua wiederum kommen Erinnerungen an "Sandinos Dröhnung" auf und den solidarisch getrunkenen Kaffee, der seinerzeit ziemlich auf den Magen schlug und mittlerweile deutlich professionalisiert wurde. Ein glossar ergänzt diese Enzyklopädie des Kaffees.

Der Kaffee-Atlas ist kein Buch, das man in einem Stück durchliest, in dem ich aber gerne stöbere, gerne bei einer Tasse Kaffee. Die einzelnen Kapitel sind kurz, prägnant und bieten einen Einblick in den Anbau und die Einfüsse von Boden und Klima, die letztlich das Aroma der Kaffeebohnen beeinflussen. Hier wird Wissen für Genuss anschaulich vermittelt.