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Veröffentlicht am 18.06.2023

Subjektiv, aber vieles nachvollziehbar

Reserve
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Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan sind umstritten. Jeder weiß um den Skandal, als beide England und dem Königshaus den Rücken kehrten und dank des berühmten Interviews mit Oprah, dieser Biografie und ...

Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan sind umstritten. Jeder weiß um den Skandal, als beide England und dem Königshaus den Rücken kehrten und dank des berühmten Interviews mit Oprah, dieser Biografie und ihrer eigenen Netflix-Serie nimmt die Berichterstattung auch nicht ab. Jeder bildet sich ein, zu wissen, was vorgefallen ist. Jeder steht entweder auf der einen oder der anderen Seite und für viele ist das Thema bis heute topaktuell.

Ich habe nie zu denen gehört, die sich sonderlich für Promi-Klatsch interessiert haben. Ich habe nicht jedes Royale Event im Fernsehen verfolgt. Aber auch ich kam an dem Thema nicht vorbei.

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Biografie lesen möchte, aber letztlich überwog für mich das Bedürfnis, zumindest eine Seite anzuhören, da es nicht möglich ist, sich über beide zu informieren, da die andere Seite schweigt, wie sie es immer tat und wie es von ihr erwartet wird.

Prinz Harry erzählt in diesem Buch seine Geschichte und die begann nicht erst mit Meghan. Es ist eine Geschichte voller Vorwürfe – an die eigene Familie, aber vor allem in Richtung der Presse –, voller Missverständnisse und dem Gefühl nicht als der gesehen und geschätzt zu werden, der man ist. Es geht um alte Wunden, die nie ganz verheilt sind, um das öffentliche Interesse, das kein Maß mehr kennt und einen Mann, dessen Sehnsucht nach seiner Familie – aber seiner Familie zu seinen Bedingungen – in beinahe jeder Zeile herauszulesen ist.

Es ist seine Geschichte – sie ist nicht objektiv. Harry erzählt hier, wie er Dinge empfunden hat, wie er sich an sie erinnert, wie sie bei ihm angekommen sind. Die Frage bleibt bestehen, wie wohl sein Bruder das alles sieht, oder sein Vater, aber diese Seite der Geschichte schweigt. Fest steht, dass dieses Buch voller Vorwürfe steckt und die Brücken zwischen beiden Seiten noch mehr zerstört hat. Aber wenn man liest, wie sehr Harry schon als junger Mann unter den Lügen der Presse gelitten hat und vor allem darunter, sie nicht klarstellen zu dürfen, sondern hinnehmen zu müssen, kann man auch verstehen, wo das Bedürfnis herkommt, endlich mit all dem aufzuräumen.
Und genau das tut er. Das eigentliche Buch beginnt nach einem weiteren gescheiterten Gesprächsversuch mit dem Tod seiner Mutter und führt durch Harrys weiteres Leben, das geprägt davon ist, was die Öffentlichkeit denkt. Die Presse, die Schlagzeilen erfindet und Fehltritte ausschlachtet, die ihm einen Ruf eingebracht hat, der teilweise nicht weiter von seinem Selbstverständnis entfernt sein könnte.

Behält man all dies im Hinterkopf und auch wie die Presse einst Jagd auf seine Mutter machte und dass er den Paparazzi bis heute die Schuld an ihrem Tod gibt, kann man verstehen, was ihn letztlich dazu bewog mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn England zu verlassen. Das Trauma sitzt tief und wird ihn wohl auch nie verlassen.

Kritisch zu sehen sind allerdings die Vorwürfe gegenüber seiner Familie – wie gesagt, das ist alles seine Sicht der Ereignisse, die andere Seite fehlt und kann sich nicht verteidigen. Was mich persönlich beim Lesen sehr gestört hat, waren zum einen Erzählungen über Dinge, die bei mir in die Kategorie „Warum erzählt jemand so etwas?“ fallen und lange Kapitel über seine Militärzeit. Ich, als Tochter eines pensionierten Bundeswehroffiziers, kann sehen warum er dafür auch von Seiten des Militärs kritisiert wurde. Einiges davon hätte er nicht erwähnen müssen und manches vielleicht auch schlicht nicht sollen, wenn man bedenkt, dass er damit auch andere Soldaten in Gefahr gebracht haben könnte.
Andererseits muss man auch verstehen, wie wichtig und prägend für ihn die Zeit beim Militär und im Krieg war. Und da es sich hier um seine Biografie handelt, muss sie einen entsprechenden Stellenwert einnehmen.
Nur war es mir persönlich einfach zu viel davon.


Fazit: Mein persönliches Fazit dieses Buch ist, dass mir Prinz Harry sehr leidtut. Er musste viel einstecken und wurde als Kind durch den Tod seiner Mutter geprägt und meiner Meinung nach auch traumatisiert. Das alles sitzt tief und da er auch in seiner Jugend die Presse vor allem negativ erlebt hat, kann man verstehen, warum er letztlich handelte wie er es tat. Woher dieses Bedürfnis, sich zu äußern kommt. Es war ihm immerhin stets verwehrt worden Stellung zu beziehen und sich zu verteidigen oder etwas klarzustellen.
Man merkt in beinahe jeder Zeile wie sehr er sich nach seiner Familie sehnt, aber auch, dass er sich nach seiner Familie zu seinen Bedingungen sehnt, die so fürchte ich, wohl nie erfüllt werden.
Kritisch zu sehen sind zum einen seine Aussagen über Familienmitglieder, seinen Drogenkonsum, seine Militär- und Kriegszeit und den Bruch mit der Familie. Das alles spiegelt seine Seite der Geschichte wider, ist also keinesfalls objektiv. Aber man spürt wie viel Schmerz darin steckt, wie viele verletzte Gefühle und wie viel sich unverstanden fühlen.

Mir waren die Kapitel über seine Militärzeit zu lang und langatmig und einiges fiel bei mir in die Kategorie „Warum erzählt jemand so etwas?“ bzw. „Darüber sollte man nicht sprechen.“

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Aschenputtel mal anders

Selbst ist die Fee
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Eigentlich ist der Job als Märchenfee ziemlich simpel: hilf deinem Schützling sein Schicksal / sein Märchen zu erfüllen. Das Problem dabei sind allerdings die Schützlinge, jene Menschen mit dem Märchengen, ...

Eigentlich ist der Job als Märchenfee ziemlich simpel: hilf deinem Schützling sein Schicksal / sein Märchen zu erfüllen. Das Problem dabei sind allerdings die Schützlinge, jene Menschen mit dem Märchengen, die dazu bestimmt sind, die einzelnen Schritte ihres Märchens zu durchlaufen. Manche erfolgreicher als andere. Märri – den Namen gibt sie sich in einem Anfall von Panik selbst, denn eigentlich heißen alle Märchenfeen ›Märchenfee‹ – hat mit ihrem Schützling so richtig Pech. Cindy hat keine Lust darauf ein Aschenputtel zu sein, zu arbeiten oder einem Prinzen zu begegnen. Und das sorgt dafür, dass bald auch Märri bis zum Hals in Problemen steckt, denn von Cindys Erfolg hängt ihre Abschlussnote ab!


Das Buch ist eine etwas andere Cinderella-Adaption – aber definitiv witzig! Wie denn auch nicht, wenn Cindy und ihre Familie so gar nicht zu ihrem Märchen – Aschenputtel – passen wollen? Die Stiefmutter ist nicht böse, die Stiefschwestern nicht gemein, Cinderella nicht fleißig, sondern fauler als faul und obendrein eine mehrfache Taubenmörderin und der Prinz – tja, der ist ein dreckiger Lügner und hat noch dazu mehr Interesse an Märri als an Cindy. So ein Chaos!

Märri kämpft sich ab, um das Märchen in geregelte Bahnen zu lenken, aber es geht andauernd irgendetwas schief. Sie tat mir da echt leid, vor allem, weil sie ihren Job total ernstnahm.

Die anderen Charaktere bleiben sehr flach. Sie haben ihre Rollen zu spielen – Cindy ist total weinerlich, jammert dauernd, fühlt sich ungerecht behandelt und will so gar nicht Cinderella sein. Der Prinz ist ein Prinz und hat mehr Interesse an Märri als an Cindy, aber es dauert sehr lang, bis man ein bisschen mehr über ihn erfährt.

Wenn man aber darüber hinwegsehen kann, dass man nicht besonders viel über die Charaktere erfährt, bekommt man hier ein sehr witziges, chaotisches und interessantes Märchen der etwas anderen Art serviert.

Ich fand es interessant, wann immer man etwas mehr über diese Welt, das Märchengen, die Märchenfeen, den Feenrat, usw. erfuhr. Auch dass das alles seine Schattenseiten hat und nicht immer alles heile Welt ist. Hier spielte das Buch, neben dem Humor, seine Stärken aus.

Die Wendung fand ich ebenfalls sehr interessant, vor allem als dann immer mehr aufgedeckt wurde, bekam die Geschichte einen ganz anderen Schwung.


Fazit: Mir gefiel das Buch wirklich sehr gut. Ich fand es unheimlich witzig und chaotisch und süß. Allerdings nutzte sich das ab und an auch etwas ab, weil alles sehr auf die Spitze getrieben wurde. Man erfährt nur sehr wenig über die Charaktere und die meisten von ihnen blieben sehr eindimensional. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten. Ich mochte es besonders, wenn man mehr über die andere Seite dieser Welt erfuhr.

Leider konnte mich die Liebesgeschichte nicht packen, dafür mochte ich Märris und Cindys Entwicklung.

Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Spannend und interessant - aber ich habe auch etwas Kritik

Plagiat
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Triggerwarnung: Gewalt, Beschreibung von gefolterten Menschen, Erwähnung von extremer Gewalt gegen Tiere.

Carla hat gerade einen persönlichen Meilenstein erreicht, als sie unsanft zurück auf den Boden ...

Triggerwarnung: Gewalt, Beschreibung von gefolterten Menschen, Erwähnung von extremer Gewalt gegen Tiere.

Carla hat gerade einen persönlichen Meilenstein erreicht, als sie unsanft zurück auf den Boden der Tatsachen gestoßen wird. Ihr Bruder hat ihr diverse kryptische Nachrichten geschickt und wird wenig später tot aufgefunden. Angeblich Suizid. Doch Carla weiß, dass er das niemals getan hätte. Doch warum sterben plötzlich immer mehr Menschen, mit denen Carla darüber gesprochen hat?
Carla ahnt nicht, dass auch sie längst in tödlicher Gefahr schwebt.


Das Buch spielt auf vielen Ebenen, man folgt vielen verschiedenen Charakteren und wechselt sehr oft den Ort. Manchmal hat mich das verwirrt, vor allem, wenn es keine Überleitung oder Vorbereitung darauf gab und man einfach in diese neue Situation geworfen wurde.

Aber die Geschichte an sich ist sehr spannend und interessant. Als Leser weiß man von Anfang an viel mehr, als Carla. Man ist dabei, wie die Kanzlerkandidatin sich mit ihren geheimnisvollen Unterstützern trifft, wie die ihr von dem „Problem“ mit ihrer Doktorarbeit erzählen und dass sie es „aus der Welt“ schaffen werden. Doch was das für Ausmaße annimmt, ist dann schon echt erschütternd.

Ich fand es etwas schade, dass man mitten hineingeworfen wurde in diese Ausgangslage. Ich persönlich hätte es interessant gefunden, schon früher einzusteigen, nämlich da, als der erste Verdacht aufkam, es könne sich um ein Plagiat – eigentlich sogar mehr als das – handeln. Ich hätte auch gern Carlas Bruder über die Schulter geschaut, wie er das überprüft und irgendwann merkt, wie groß die ganze Sache ist.

Immer mehr Sichtweisen kommen dazu, einige davon dienen nur dazu, dass man bei ihrem jeweiligen Mord dabei ist. Andere sind aus der Sicht der Tätergruppe geschrieben, für die ein Menschenleben keine Bedeutung hat.

Es ist interessant, wie alles zusammengefügt wird, Stück für Stück und wie auf einer anderen Ebene die „Bösen“ verhindern, dass dies geschieht und wieder andere, versuchen, Carla zu helfen. Die Ausmaße werden einem dabei mehr und mehr bewusst und nach dem Lesen des Buches weiß man nicht mehr, ob man jemals wieder einen Politiker ohne das Buch im Kopf ansehen kann.

Mir persönlich zog es sich ab und an ein wenig, gerade, wenn man nicht wusste, warum einem jetzt eine bestimmte Szene gezeigt wurde, die auf den ersten Blick eigentlich keine Bedeutung für den Rest des Buches hatte. Dafür ging es mir gegen Ende zu schnell, da hatte ich manchmal das Gefühl, dass eine Zwischenüberlegung oder ein Zwischenschritt fehlte.
Zudem wurde es mir stellenweise zu brutal, wenn die Folter beschrieben wurde, die jemand erlitten hatte oder wenn wie nebenbei darüber gesprochen wurde, wie furchtbar in manchen Gebieten mit Hunden umgegangen wurde. Das sind Bilder, die ich nicht in meinem Kopf haben will. Da wäre eine Warnung nett gewesen.


Fazit: Ich fand das Buch sehr spannend und interessant, stellenweise aber auch etwas verwirrend. Ab und an zog es sich durch die vielen Sichtweisen und Sprünge, da man bei einigen lange nicht wusste, wozu die eigentlich gut sein sollten.
Mit Carla wurde ich leider nicht wirklich warm. Auch die anderen Charaktere blieben auf Distanz.
Die Geschichte an sich gefiel mir sehr gut, allerdings fehlten mir zum Ende hin ein paar Zwischenschritte und -gedanken.
Mir war es manchmal auch zu brutal, gerade wenn detailliert beschrieben wurde, welche Folterwunden jemand erlitten hatte oder wenn darüber gesprochen wurde, wie brutal Tiere ermordet worden sind. Das sind Bilder, die ich nicht in meinem Kopf haben möchte. Ich wäre hier für eine Warnung dankbar gewesen.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.04.2023

Ein interessanter Agententhriller mit tollem Schreibstil, aber Luft nach oben

Seventeen
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Seventeen ist der aktuell beste Auftragskiller, den es gibt. Er ist der aktuell letzte einer langen Reihe von Auftragskillern, die alle keines natürlichen Todes gestorben sind. Bis auf Sixteen, der ist ...

Seventeen ist der aktuell beste Auftragskiller, den es gibt. Er ist der aktuell letzte einer langen Reihe von Auftragskillern, die alle keines natürlichen Todes gestorben sind. Bis auf Sixteen, der ist verschwunden und hat sich scheinbar zur Ruhe gesetzt.
Seventeen versucht, so wenig Kollateralschäden wie möglich zu verursachen, obwohl er mit dem Töten an sich wirklich keine Probleme hat.
Dann allerdings bekommt er einen neuen Auftrag: er soll Sixteen ausschalten. Nur einer kann überleben – welche Nummer wird gewinnen? Oder wird es am Ende einen Eighteen geben?


Ich fand den Schreibstil richtig toll. Seventeen erzählt mit so herrlich viel Witz und Sarkasmus. Klar ist er arrogant, aber auf eine für den Leser unterhaltsame Art und Weise. Man könnte ihn auch als „eiskalte Hundeschnauze“ bezeichnen, falls euch das noch etwas sagt. Ich habe wirklich viel gelacht, besonders am Anfang, als er die Schattenseiten des Agenten-Daseins beleuchtete, die – Überraschung – nicht zutreffen, wenn man er ist.

Allerdings bekommt man schnell mit, dass trotz aller Großspurigkeit, auch Seventeens Leben nicht ganz leicht ist. Neben den Aufträgen ist er doch sehr allein. Jederzeit kann sich eine Zufallsbekanntschaft als feindlicher Agent herausstellen, oder einfach als jemand, der Eighteen werden will, indem er oder sie ihn, Seventeen, umbringt. Denn normalerweise läuft es so. Du willst eine Zahl werden? Dann bring deinen Vorgänger um und beweise so, dass du es draufhast. Nur für Seventeen lief das ein bisschen anders, denn sein Vorgänger, Sixteen verschwand einfach. Er setzte sich zur Ruhe und Seventeen wurde Seventeen, ohne sich mit dem legendären Sixteen messen zu müssen.
Bis er seinen neuesten Auftrag erhält: Er soll Sixteen ausschalten.

Das Buch liest sich wie ein Actionfilm, was immer wieder Spaß macht, gerade weil es so schnell ist, in den Actionszenen. Aber manchmal zog es sich dennoch, vor allem in der Mitte.
Ein weiteres Problem war für mich die Logik. Vieles war mir schlicht zu einfach. Seventeen gerät in eine Schießerei – natürlich hat er alles, was er dafür braucht, griffbereit. Das erinnert an die typischen Hollywood-Actionfilme, in denen dem Helden unbegrenzt viel Munition zur Verfügung steht und alles, was er sonst noch so braucht, stets zur Hand ist. Es läuft einfach zu glatt.

Wie in jedem Agententhriller, darf auch hier die Jungfrau in Nöten nicht fehlen – das klingt jetzt recht herablassend, ich weiß, aber so ist es nicht gemeint. Denn, ja, SIE braucht Hilfe, ist aber selbst auch nicht komplett hilflos. Allerdings bleibt sie, wie alle anderen Charaktere letztlich sehr blass.


Fazit: Ich fand das Buch sehr interessant und immer wieder auch spannend. Ein Riesenpluspunkt war für mich die sarkastische Erzählweise von Seventeen, besonders am Anfang. Leider zog es sich für mich vor allem rund um die Mitte und die vielen Schießereien waren mir etwas zu sehr dem typischen Hollywood-Actionfilm-Klischee nachempfunden.

Das Buch las sich letztlich wie ein Actionfilm.

Ich fand es alles andere als schlecht, aber es konnte mich nicht so bei der Stange halten, wie es der wirklich tolle Anfang vermuten ließ. Zwischendrin hat es mich ab und an verloren. Aber das Ende gefiel mir dafür wieder sehr.

Ich bin definitiv auf Band 2 – Eighteen – gespannt, falls der auch übersetzt wird. Das Buch endet aber ohne Cliffhanger und kann unabhängig gelesen werden.

Von mir bekommt es 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.04.2023

Sehr spannend, aber ich habe einiges an Kritik

Der Riss
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Antonia reist in die Arktis, um kürzlich entdeckte Vulkane zu untersuchen. So zumindest der offizielle Grund, inoffiziell will sie aber vor allem eins: ihren Bruder Emilio suchen, der seit mittlerweile ...

Antonia reist in die Arktis, um kürzlich entdeckte Vulkane zu untersuchen. So zumindest der offizielle Grund, inoffiziell will sie aber vor allem eins: ihren Bruder Emilio suchen, der seit mittlerweile einem Monat vermisst und für tot gehalten wird. Aber Antonia glaubt das nicht, sie ist fest davon überzeugt, dass er noch lebt. Und falls nicht, will sie wenigstens herausfinden, was passiert ist. Auf keinen Fall war sein Verschwinden ein Unfall.


Ich persönlich mag das Setting Antarktis sehr gern, weil es einfach so unwirklich erscheint. Klar gibt es heut zu Tage Menschen in der Arktis, die gibt es schon länger, denn für Wissenschaftler ist sie unheimlich interessant. Trotzdem ist es unvorstellbar, dass Menschen unter diesen Bedingungen leben und überleben. Man könnte schon irgendwie den Eindruck gewinnen, dass die Arktis alles dafür tut, um zu verhindern, dass sich langfristig Menschen dort ansiedeln.

Die Idee von Vulkanen in der Arktis fand ich total faszinierend! Die Folgen wären verheerend sollten sie sich als aktiv herausstellen. Deswegen macht es auch Sinn, sie zu untersuchen. Und hier kommt direkt mein erster Kritikpunkt: Die Vulkane kommen praktisch im gesamten Buch kaum vor. Erst ganz am Ende spielen sie eine Rolle. Ja, hinter den Kulissen hat einiges mit ihnen zu tun, aber man ist erst ganz am Ende vor Ort. Ich hätte mir gewünscht, dass das auch etwas präsenter im Buch ist, denn dieses Thema und die Auswirkungen, die das auf das Klima und die Welt hätte, fand ich ja gerade so interessant.

Stattdessen dreht sich alles um Emilios Verschwinden und Antonia, die von Anfang an Probleme auf der Station hat. Der Chef will sie nicht dort haben und ihm ist jede Ausrede recht, um sie los zu werden, dabei macht das in meinen Augen nur bedingt Sinn. Ja, er glaubt, dass es ihr in erster Linie um Emilio geht – was ja auch stimmt –, aber trotzdem könnte eine rasche Untersuchung der Vulkane zeitkritisch sein und müsste daher so schnell wie möglich erfolgen, was nicht passiert, wenn er Antonia erst rausekelt und dann auf einen Nachfolger warten muss.

Die Handlung rund um Emilios Verschwinden fand ich sehr interessant. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber es war wirklich spannend und aufregend. Auch die Hintergründe dazu. Da war allerdings auch wieder ein Punkt, den ich etwas unlogisch fand. Welcher genau das war, kann ich leider nicht näher ausführen, weil das massiv spoilern würde.


Fazit: Insgesamt fand ich das Buch wirklich spannend und interessant. Ich habe scheinbar eine Schwäche für die Antarktis, wenn es um Thriller geht.
Ich wurde aber mit Antonia und Arlo nicht wirklich warm. Ich fühlte mich da irgendwie auf Distanz gehalten und konnte Antonias Entscheidungen und Arlos Gefühle oft nicht nachvollziehen. Die kamen mir oft recht abrupt.
Zudem gab es einiges, was ich unlogisch fand. Das hat mich leider etwas gestört, ebenso, wie die Tatsache, dass die Vulkane zwar mit allem im Hintergrund verwoben sind, letztlich aber erst ganz am Ende präsent sind. Ich hätte erwartet, dass da mehr kommt.

Ich fand das Buch sehr spannend, aber ich konnte nicht so richtig mitfiebern, weil ich den Protagonisten nicht nah war. Von mir bekommt es 3,5 Sterne.

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