Wer hat Angst vor dem bösen Wolf?
Rotkäppchen lügt„Rotkäppchen lügt“ ist der Auftakt der spannenden Thriller-Trilogie von Elias Haller. Bestialisch und nichts für schwache Nerven.
Um was geht es?
Nora Rothmann ist Sonderermittlerin beim LKA und untersucht ...
„Rotkäppchen lügt“ ist der Auftakt der spannenden Thriller-Trilogie von Elias Haller. Bestialisch und nichts für schwache Nerven.
Um was geht es?
Nora Rothmann ist Sonderermittlerin beim LKA und untersucht Dienstvergehen ihrer Kollegen. Ihr aktueller Fall geht in die obersten Reihen. Sie muss gegen den pensionierten LKA-Präsidenten Bechstein ermitteln. Dieser begeht vor Noras Augen Selbstmord, ohne dass sie eine Chance hat, das zu verhindern. Gleichzeitig beginnt ein böser Wolf in Berlin eine blutige Mordserie. Sein Vorbild scheint das ursprüngliche Rotkäppchen-Märchen zu sein, das die Basis für das gleichnamige Grimm-Märchen bildet. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Selbstmord und der Mordserie? Und welche Rolle spielt dabei Nora und ihre Vergangenheit?
Im Verlauf der Geschichte lernen wir eine Vielzahl von Personen während unterschiedlicher Handlungsstränge kennen. Im Zentrum der Story steht Nora Rothmann, toughe und empathielose Ermittlerin, die hartnäckig ihre Ziele verfolgt. Traumatisiert von ihrer eigenen Vergangenheit gerät sie im Rahmen der Mordserie in einen Strudel aus Gewalt, der mit einem Erlebnis in ihrer eigenen Jugend zusammenzuhängen scheint. Ein weiterer Protagonist ist der Leiter der Mordkommission, Konrad König, ein engagierter Ermittler, der möglichst schnell die bestialische Mordserie aufklären möchte. Doch Nora entzieht sich ihm auch als Zeugin, was seine „Puzzlearbeit“ nicht gerade erleichtert. Viele weitere Personen spielen in dem Buch eine Rolle, deren Beschreibung an dieser Stelle zu weit führt. Aber alle Charaktere sind sehr unterschiedlich, mit Ecken und Kanten und verschiedenen Interessen. Das macht es spannend, die weiteren Entwicklungen der Figuren und der Beziehungen untereinander zu beobachten.
Die Vielzahl der Personen und der damit verbundenen Handlungsstränge, zwischen denen zunächst kein Zusammenhang zu bestehen scheint, macht das Buch anfangs anstrengend zu lesen. Man muss sich konzentrieren und bei der Sache bleiben, da diese Handlungen später alle relevant werden. Nach und nach werden die Personen und Handlungen miteinander logisch verknüpft und es entspinnt sich daraus eine runde, spannende und vielschichtige Geschichte. Die vielen kurzen Kapitel, geordnet nach den einzelnen Handlungssträngen geben Struktur und machen das Buch unglaublich rasant. Immer passiert irgendwo etwas. Das Buch ist sehr anschaulich geschrieben. Das bedeutet aber auch, dass die bestialischen Morde sehr grafisch beschrieben werden. Wer damit Probleme hat, sollte wirklich die Finger von dem Buch lassen. Denn das ist definitiv nichts für schwache Nerven.
Noch ein Hinweis: „Rotkäppchen lügt“ ist der Auftakt der Grimm-Trilogie. Es bleiben am Ende sehr viele offene Fragen und nur wenig wird wirklich aufgeklärt. Mich persönlich stört das nicht, da ich mich auf alle drei Bücher freue. Aber wer nicht mit vielen offenen Fragen am Ende umgehen kann, sollte besser die Finger von diesem Buch lassen, sonst ist die Enttäuschung zu groß.
Fazit:
Das Buch ist für alle Thriller- und Horrorfans bestens geeignet. Allerdings ist „Rotkäppchen lügt“ nichts für zartbesaitete Gemüter, da die Beschreibungen der bestialischen Morde sehr grafisch sind. Ebenso ist dieses Buch nicht dazu geeignet, Stand-alone gelesen zu werden, da am Ende viele Fragen offenbleiben. Es handelt sich um eine Trilogie, deren Handlung bewusst auf drei Bände aufgeteilt ist und erfordert, dass man für ein befriedigendes Leseerlebnis alle drei Bände liest.