Wow. 6 Sterne.
The will of the manyTWOTM entführt die Lesenden in eine faszinierend konstruierte, römisch inspirierte Fantasywelt, in der die sogenannte "Catenische Republic" über ein streng hierarchisches System herrscht. Im Zentrum dieses ...
TWOTM entführt die Lesenden in eine faszinierend konstruierte, römisch inspirierte Fantasywelt, in der die sogenannte "Catenische Republic" über ein streng hierarchisches System herrscht. Im Zentrum dieses Systems steht eine einzigartige Form magischer Energie "Willen“, die von den unteren Gesellschaftsschichten an die Eliten abgegeben wird – ein Konzept, das nicht nur als super spannender Magieansatz, sondern auch als Spiegel für Machtstrukturen dient.
Die Handlung folgt dem jungen Vis, der nach einem persönlichen Schicksalsschlag unter falschem Namen an der angesehenen "Catenische Akademie" aufgenommen wird. Offiziell will er sich dem System unterwerfen – in Wahrheit jedoch führt ihn ein geheimer Auftrag: Er sucht Gerechtigkeit für seine ermordete Familie, verfolgt Hinweise auf ein uraltes Artefakt und plant, die Grundfesten der Republik zu erschüttern. Dabei muss er seine wahre Identität ebenso geheim halten wie seinen unbeugsamen Willen, denn jede Enthüllung könnte sein Leben kosten.
Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Vis – dadurch haben wir eine ganz besondere Nähe zu Vis und seiner Gefühäswelt. Er ist kein makelloser Held, sondern ein komplexer Charakter: intelligent, ausgebildet, aber von Wut und inneren Konflikten getrieben. Seine emotionale Entwicklung, insbesondere in den Beziehungen zu Figuren wie Callidus und Eidhin, macht ihn umso greifbarer. Beeindruckend ist dabei, wie auch die Nebenfiguren trotz des eingeschränkten Erzählfokus Tiefe und eigene Motivationen erhalten. Mich hat wirklich auf jeder Seite interessiert, was grade passiert und wie es weitergeht.
Strukturell gliedert sich der Roman in drei klar umrissene Abschnitte: eine Einleitung mit intensivem Training außerhalb der Akademie, den Aufenthalt an der Schule selbst – mit klassischen, aber gekonnt eingesetzten Elementen des magischen Schul-Genres – und einen finalen, düsteren Teil, der mit Enthüllungen aufwartet, die das Weltgefüge nachhaltig erschüttern. Islington zeigt dabei seine Stärken als sorgfältig planender Autor: Die Erzählung ist dicht, durchdacht und überrascht mit klug platzierten Wendungen.
Besonders hervorzuheben ist die Weltgestaltung: Sie ist tiefgehend, atmosphärisch und stark von antiker römischer Kultur beeinflusst – von Kleidung und Architektur über Sprache bis hin zu politischen Strukturen. Das Magiesystem rund um den „Willen“ wird dabei großartig in diese Welt eingebettet und spielt eine zentrale Rolle für Handlung und Gesellschaftskritik. Trotz der Tiefe wirkt die Einführung dieser Welt nie überladen, bei Zweifeln hilft das Glossar im Anhang.
TWOTM bewahrt sich durch Setting, Sprache und Struktur eine klare Eigenständigkeit im Vergleich zu anderen Akademie-Büchern. Islingtons Schreibstil ist seit der Licanius-Trilogie wahnsinnig gereift, seine Sprache nuanciert und die emotionale Wirkung vieler Szenen stark. Das Finale des Romans beeindruckt mit einem explosiven Höhepunkt und lässt Großes für die Fortsetzung erhoffen.
Fazit: The Will of the Many ist ein außergewöhnlicher Auftakt, der Fantasy-Elemente mit römisch inspirierter Welt, politischem Tiefgang und emotional starker Charakterzeichnung kombiniert. Für Fans von epischer Fantasy, durchdachter Welten und dem magischen Schul-Setting ist dieses Buch ein absolutes Muss!
Mein jetzt schon absolutes Buch des Jahres und definitiv unter meinen TOP5 of all time!