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Veröffentlicht am 15.09.2016

1A Lesestoff und alles andere als 0815

Angelfall - Nacht ohne Morgen
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Sechs Wochen sind seit dem Angriff der Engel ins Land gezogen, bei dem die Welt total verwüstest und die Menschheit seither unterjocht wird. Gangs machen die Strassen unsicher und plündern nach und nach ...

Sechs Wochen sind seit dem Angriff der Engel ins Land gezogen, bei dem die Welt total verwüstest und die Menschheit seither unterjocht wird. Gangs machen die Strassen unsicher und plündern nach und nach die Häuser. Penryn macht sich mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Paige, die im Rollstuhl sitzt, auf, ihre Wohnung zu verlassen und sich auf die Suche nach einer sicheren Unterkunft zu machen, als sie auf eine Gruppe Engel stossen. Dabei wird Paige von einem der rachsüchtigen, geflügelten Wesen entführt.

Die Engel haben in diesem Buch nichts mit den sanftmütigen, Harfe spielenden Geschöpfen in weissen Roben zu tun. In "Angelfall" verkörpern sie das Böse, den leibhaftigen Horror. Sie haben Millionen von Menschen umgebracht und die Welt in Schutt und Asche gelegt.

Schnell realisiert Penryn, dass es nur eine Möglichkeit gibt, ihre Schwester zu retten, und zwar eine Teamarbeit mit dem Feind, in Form des Engels Raffe. So bilden die beiden eine Schicksalsgemeinschaft und machen sich auf den Weg nach San Francisco. Penryn ist sehr tough und alles andere als auf den Mund gefallen, Raffe ist arrogant und seine Sprüche triefen oft vor Sarkasmus. So sorgen heftige Wortgefechte für reichlich Schmunzelmomente beim Leser.

Die Geschichte wird komplett im Präsens aus der Sicht von Penryn erzählt. Sie ist eine wirklich ausserordentlich toughe, loyale Protagonistin und sie weiss sich mit Worten und Fäusten zu wehren. Um ihr Ziel, ihre Schwester zu befreien, zu erreichen, tut sie alles. Für einmal ist die Heldin nicht aus dem Nichts entsprungen sondern hat einleuchtende Hintergründe, auch wenn diese wirklich erschüttend sind.
An ihrer Seite finden wir den Engel Raffe, der alle gängigen Klischees sogar noch übertrifft: Er sieht noch besser aus, ist noch arroganter und selbstverliebter, er gibt sich unschlagbar und fühlt sich zu gut für diese Welt. Die Momente, in denen man einen kurzen Blick hinter seine Fassade werfen kann, sind wirklich selten gesät, doch diese reichen aus, um ihn sogleich ins Herz zu schliessen.

Susan Ee hat wahrlich sehr facettenreiche und spezielle Charaktere entworfen. Solch schräge Persönlichkeiten wie die Mutter von Penryn sind mir noch kaum untergekommen. Sie stösst einen Einkaufswagen mit leeren Flaschen und faulen Eiern durch die Gegend, fühlt sich von Dämonen verfolgt, verschwindet regelmässig spurlos und taucht an den scheinbar unmöglichsten Stellen plötzlich wieder auf. Dazu kommt, dass man einfach nicht weiss, woran man bei ihr ist und ich befürchte, dass sie total unterschätzt wird.

"Angelfall" ist nervenaufreibend spannend, vor allem aber auch äusserst brutal. Dessen muss man sich vor der Lektüre wirklich bewusst sein. Auch wenn man nicht zart besaitet ist, muss man Adrenalinschübe und Herzaussetzer in Kauf nehmen. Vor allem gegen das Ende häufen sich die Schockmomente und enden in einem gruseligen Horrorszenario.
Die Geschichte beinhaltet sowohl Elemente einer Dystopie, eines Endezeit-Romans, von Urban Fantasy und mindestens eine Szene könnte auch in einem Horrorbuch zu finden sein. Eine wirklich teuflische Mischung - dramatisch, brisant und mitreissend.

Der Schreibstil von Susan Ee hat mir ausserordentlich gut gefallen. Sie schafft den Spagat zwischen blumigen Beschreibungen und hochgradigen Schockmomenten perfekt. Mit ihren Beschreibungen baut sie eine enorm dichte und düstere Atmosphäre auf, lässt die Spannung immer weiter bis ins beinahe Unermessliche steigen und entwickelt einen so enormen Sog, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte.

Fazit:
Was ist das Geheimrezept von "Angelfall"?
Man nehme die besten Attribute aus den Genres Dystopie, Endzeit-Roman und Urban Fantasy, füge reichlich Schockmomente, Gruseleffekte, Sarkasmus und eine Prise Liebesgeschichte dazu und fertig ist "Angelfall". Eine perfekte Mischung, 1A Lesestoff und alles andere als 0815 .... definitiv lesen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

gute Kurzgeschichten zu schreiben ist eine Kunst

Night of Cake and Puppets
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Zuzana war mir schon im ersten Band "Daughter of Smoke and Bone" ans Herz gewachsen und ohne sie wäre Karou wohl in "Days of Blood and Starlight" verloren gewesen. Oft war sie der einzige Lichtblick und ...

Zuzana war mir schon im ersten Band "Daughter of Smoke and Bone" ans Herz gewachsen und ohne sie wäre Karou wohl in "Days of Blood and Starlight" verloren gewesen. Oft war sie der einzige Lichtblick und schnell stand für mich fest, dass Zuzana die allerbeste Freundin ist, die man sich vorstellen kann. So freute ich mich riesig darauf, sie nun in "Night of Cake and Puppets" besser kennenzulernen.

Und auch Zuzana möchte jemanden besser kennenlernen, nämlich den Violinenspieler Mik. Doch obwohl sie sonst nicht auf den Mund gefallen ist, traut sie sich nicht recht, ihn anzusprechen. Und so organisiert sie für ihn eine geheimnisvolle Schnitzeljagd durch Prag. Sie möchte ihn unbedingt verzaubern und womit ginge das besser, als mit einigen Scuppies ihrer Freundin Karou?

Obwohl Zuzana gerade einmal 150cm gross ist, darf man die Puppenmacherin wirklich nicht unterschätzen. Sie ist kratzbürstig und tough, schlagfertig und manchmal sogar böse. Nur beim Geiger Mik wird sie plötzlich schüchtern und zurückhaltend.

Obwohl "Night of Cake and Puppets" ganz anders als die Trilogie und 'nur' eine Zusatzgeschichte ist, verströmt sie den gleichen Lesesog, den gleichen Zauber. Die Autorin versteht es auch auf gerade einmal 88 Seiten eine derart magische Atmosphäre zu kreieren, dass man sich Zuzanas Puppen, Miks Geigenspiel und Prag nicht entziehen kann.
Ich fand es sehr spannend, zu entdecken, wer Zuzana ist und warum sie so geworden ist.

Bei Kurzgeschichten bin ich normalerweise sehr skeptisch, doch hier habe ich für einmal gar nichts auszusetzen. Ich könnte mir sogar vorstellen, ein ganzes Buch mit Zuzana im Mittelpunkt zu lesen ....

Laini Taylor kann einfach schreiben. Obwohl die Kurgeschichte 'nur' 88 Seiten umfasst, konnte sie mich damit fesseln und verzaubern. In zum Teil wunderschönen Sätzen und mit reichlich Sarkasmus, bringt sie einem Zuzana und Mik näher. Das schafft sie auch deshalb, weil wir die ich-Perspektive beider Protagonisten erleben.

Fazit:
Gute Kurzgeschichten zu schreiben ist eine grosse Kunst und auch die beherrscht Laini Laylor. Sie schafft es, "Night of Cake and Puppets" in eine ausserordentliche Atmosphäre zu packen und schenkt Zuzana und Mik einen unvergesslichen und magischen Abend.
Somit kann ich dieses E-Short alle Fans von 'Zwischen den Welten" nur ans Herz legen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

spannender Zukunftsthriller

Mind Games
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Auch "Mind Games" von Teri Terry spielt in der Zukunft. Die Menschen sind einen grossen Teil ihres Lebens online. Mit Hilfe eines Implantats können sie sich in der virtuellen Realität ausleben und der ...

Auch "Mind Games" von Teri Terry spielt in der Zukunft. Die Menschen sind einen grossen Teil ihres Lebens online. Mit Hilfe eines Implantats können sie sich in der virtuellen Realität ausleben und der Körper kann sich nebenbei sogar erholen.
Lunas Mutter war eine sehr berühmte Hackerin, doch seit sie wegen einem Online-Game starb, ist Luna eine Verweigerin. Das heisst, sie hat kein Implantat und ist nur sehr selten online. Da auch der gesamte Unterrichtsstoff online vermittelt wird und nur sehr wenige Schüler aus religiösen und medizinischen Gründen (für uns) 'normal' unterrichtet werden, ist Luna eine Aussenseiterin und oft einsam.

Die Geschichte ist aus der ich-Perspektive von Luna geschrieben, so dass man immer weiss, was sie denkt und fühlt.
Auch die beiden Hacker Hex und Gecko sowie Lunas Grossmutter, die alle verrückt halten, haben mir als Charakter sehr gut gefallen. Die Familie blieb mir dafür etwas zu blass, was aber für die Handlung nicht weiter tragisch war.

Die virtuelle Welt, die die Autorin entworfen hat, wird natürlich von Technik und Fortschritt dominiert. Trotzdem ist sie nicht so weit hergeholt, dass man sich nicht vorstellen kann, dass dies wirklich einmal so geschehen könnte.
Die meisten Menschen ab 10 Jahren können sich über ihr Implantat vernetzen und eine grosse Firma lenkt das ganze. Da ist es schon fast vorprogrammiert, dass diese enorme Macht missbraucht werden muss.

Teri Terry hat eine sehr komplexe Welt entworfen und gerade zu Beginn wird man etwas mit speziellen Wörtern, wichtigem Hintergrundwissen und Technikdetails bombardiert, so dass ich etwas Zeit brauchte, um mich zurecht zu finden. Doch sobald dies geschehen war, entwickelte die Geschichte einen derartigen Sog, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Der Spannungsbogen in "Mind Games" ist perfekt gespannt, nur am Ende ging mir dann alles ein bisschen gar schnell.

Richtig klasse fand ich, dass Teri Terry ihre Slated-Trilogie als virtuelle Welt 'Gelöscht 12' in dieses Buch einbaute. Ich habe mich auf jeden Fall riesig gefreut, einen weiteren Blick auf Kyla zu werfen, auch wenn es nur ein ganz kurzer war.

Zukunftsthriller? Science Fiction? Dystopie?
Muss man ein Buch eindeutig einem Genre zuordnen können? Wenn ein Buch so fesselnd wie "Mind Games" ist, spielt das keine Rolle. Hauptsache ich habe auch in Zukunft genug Zeit, in ihre futuristischen Welten abzutauchen.

Fazit:
Mit "Mind Games" beweist Teri Terry einmal mehr, dass sie durchdachte futuristische Welten entwerfen, interessante Charaktere skizzieren und vor allem sehr spannend schreiben kann. Ihre neuen Büche werden wohl alle von mir gelesen werden müssen.
(4.5 Sterne)

Veröffentlicht am 15.09.2016

ein exquisiter Cocktail, den man am liebsten in einem Zug leeren möchte

Ein Teil von uns
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Kira Gembri schafft es auch dieses Mal wieder, mich von Anfang an zu fesseln und schon im ersten Abschnitt treffen wir wieder auf ihren Humor, der ihre Bücher auszeichnet und den ich so liebe. Wir lernen ...

Kira Gembri schafft es auch dieses Mal wieder, mich von Anfang an zu fesseln und schon im ersten Abschnitt treffen wir wieder auf ihren Humor, der ihre Bücher auszeichnet und den ich so liebe. Wir lernen den Protagonisten Aaron, der nierenkrank ist, kennen und so geht es um Dialyse, Blutwäsche und auch um Organspende. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und baut alle Komponenten glaubwürdig in ihre Geschichte ein, so dass man als Leser auch noch etwas dazulernt.

Zu viel möchte ich hier natürlich nicht verraten, aber ihr könnt schon erahnen, dass es zwischen den beiden Protagonisten ab und zu zu Streit kommt, denn nur schon ihre Übernamen füreinander zeigen, wie unterschiedlich sie sind: Military Girl und Mr. Ich-bin-so-scharf-wie-Cayennepfeffer. Und als die beiden dann gemeinsam nach Australien fliegen, kann das ja eigentlich gar nicht gut gehen ..... oder doch?

Aaron schliesst wohl jede Leserin sofort ins Herz. Es ist seine Art und seine grosse Portion Sarkasmus, mit denen er einen gleich um den Finger wickelt. Bei so einer schweren Krankheit baut wohl jeder ein Schutzmauer um sich auf - und wenn es nur dumme Sprüche sind, hinter denen man seine Gefühle verstecken oder andere davon abbringen kann, 'nur' Mitleit zu haben.
Mit Nia macht es uns die Autorin nicht ganz so leicht. Diese eifert dem von ihren Eltern vorgelebten Perfektionismus nach und obwohl auch sie Jura studiert, scheint sie es den Eltern einfach nicht recht machen zu können. Doch je länger die Geschichte dauerte, desto mehr erfahren wir die Gründe, warum Nia so ist. Sie agiert aber eigentlich immer so, dass ich sie verstehen kann - und vor allem, legt sie in dieser Geschichte eine enorme Entwicklung an den Tag.
Timo tut der Geschichte richtig gut. Er hat die Rolle des 'Pausenclowns' bekommen und sorgt dafür, dass Aaron und die Leser von Anfang an etwas zu lachen haben.

Kira Gembri hat ein grosses Talent, facettenreiche Charaktere zu entwerfen und diesen Leben einzuhauchen. Nicht nur die Protagonisten sind einfach klasse, sondern auch jeder einzelne Nebencharakter hat seinen Platz und weiss zu überzeugen.
"Ein Teil von uns" ist wieder eine wunderschöne Liebesgeschichte, die sich langsam hochschaukelt und auch zu überraschen vermag. Doch wer denkt, dass er hier eine kitschige Lovestoy am Haken hat, ist falsch gewickelt, denn Kira hat noch viel mehr auf Lager und so bekommen wir eine abenteuerliche Reise nach Down Under - selbstverständlich inklusive Koala und anderen Tieren -, bei der Nia und Aaron viel mehr entdecken als 'nur' den anderen.
Der Schreibstil ist auch dieses Mal sehr flüssig zu lesen. Wie schon aus "Wenn du dich traust" bekannt, bekommen wir die Geschichte abwechselnd aus der ich-Perspektive von Aaron und Nia geschildert. Durch die recht kurzen, abwechselnden Kapitel bekommt die Geschichte eine sehr gute Dynamik, so dass man sie kaum noch aus der Hand legen kann.
Kira Gembri versteht es, Emotionen zu transportieren und meistert den Balanceakt zwischen dramatischen, traurigen Elementen und viel Sarkasmus, ja sogar Zynismus, zwischen Abenteuer in der Wildnis und Romantik mit Kuschelschaf.

Fazit:
Auch in "Ein Teil von uns" mischt Kira Gembri schwierige und traurige Themen mit einer grossen Portion Humor, Romantik und einem Schuss australischem Insiderwissen, so dass ein äusserst exquisiter Cocktail herauskommt, den man am liebsten in einem Zug leeren möchte.
Liebe Kira, bitte mehr davon!

Veröffentlicht am 15.09.2016

ein zuckersüsses Leseerlebnis

Zwei wie Zucker und Zimt. Zurück in die süße Zukunft
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Wer nicht mehr ganz so jung ist, wird sich beim Untertitel von "Zwei wie Zucker und Zimt" sofort an den Film "Zurück in die Zukunft" mit Michael J. Fox erinnern.
Charlotte ist mit ihrer aktuellen Situation ...

Wer nicht mehr ganz so jung ist, wird sich beim Untertitel von "Zwei wie Zucker und Zimt" sofort an den Film "Zurück in die Zukunft" mit Michael J. Fox erinnern.
Charlotte ist mit ihrer aktuellen Situation und vor allem mit der ihrer Mutter überhaupt nicht zufrieden. Nach einem Streit mit ihr, erwacht Charles zwar in ihrem Zimmer, doch dieses sieht vollkommen anders aus. An den Wänden hängen komische Simon & Garfunkel Plakate und Atomkraft-nein-danke-Aufkleber und im Schrank findet sie nur komische, bunte Latzhosen. Erschrocken muss sie feststellen, dass sie im Jugendzimmer ihrer Mutter gelandet ist und dann lernt sie diese kennen, als sie auch fünfzehn Jahre alt war.

Charlotte versucht nun, gleich zwei Dinge zu erledigen. Zum einen muss sie natürlich unbedingt herausfinden, wie sie wieder zurück nach 2015 kommt, doch sie möchte auch herausfinden, was geschehen ist, dass aus ihrer Mutter Marion die wird, die sie 2015 ist und ob sich da nicht etwas ändern lässt.

Die etwas pummelige Charles ist nicht zufrieden mit sich selber und zu Beginn vermisst sie im Jahr 1980 vor allem den elektronischen Fortschritt wie Internet und Handy. Doch der Teenager erlebt mit ihrer jetzt gleichaltrigen Mutter einige Abenteuer und realisiert auch, welche Vorteile die Zeit von Marion hatte.

Die zwei Charaktere mochte ich sehr gerne, denn beide weisen Ecken und Kanten auf, entwickeln sich im Laufe der Geschichte aber auch weiter. Die Idee, die eigene Mutter als gleichaltrigen Teenager kennenzulernen, gefällt mir ausserordentlich gut, denn mich würde es auch interessieren, wie meine Mutter damals so war.

Ein Schwerpunkt in "Zwei wie Zucker und Zimt" ist der Vergleich der Achtzigerjahre mit heute und zwar in allen Bereichen: Sprache, Ortsentwicklung, Kleidungsstil, Freizeitgestaltung und technische Entwicklung. Durch Chalottes Ausdrucksweise ergeben sich nämlich viele witzige Situationen, aus denen sie sich retten muss, denn wie sollte sie jemandem erklären, dass sie aus der Zukunft kommt?

"Zwei wie Zucker und Zimt" weist einen sehr dynamischen Schreibstil auf, durch den man gleich in die Geschichte hineingesogen wird. Das Autorenduo nutzt eine schöne Portion Humor und Sarkasmus, so dass es ein richtiges gute-Laune-Buch wird.
Dazu kommt, dass Stefanie Gerstenberger und Marta Martin wirklich Mutter und Tochter sind und somit wissen, wovon sie schreiben. Da ich selber die Achtziger auch erlebt habe (1980 war ich jedoch erst 4 Jahre alt), konnte ich zusammen mit Charlotte und Marion in Erinnerungen schwelgen. Ich war zwar an keiner Anti-AKW-Demo, trug aber als Kind auch Latzhosen, sass als Jugendliche jeden Sonntag mit dem Finger auf der Stopp-Taste am Kassettenrekorder und hörte Hitparade und draussen unterwegs war ich auch - und zwar bis es dunkel wurde.

So hat mir die Mutter-Tochter-Geschichte grossen Spass bereitet, nur am Ende ging es mir etwas zu schnell.

Fazit:
"Zwei wie Zucker und Zimt" ist wirklich ein süsses Leseerlebnis zurück in die Zukunft.
Die Mutter-Tochter-Geschichte zeigt uns äusserst unterhaltsam die Unterschiede von 1980 und heute auf und es stellt sich heraus, dass beide Zeiten ihre Vor- und Nachteile haben. So eignet sich dieses Buch bestens für alle Mütter und Töchter und regt vielleicht sogar zu einem Gespräch an.