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Veröffentlicht am 24.06.2023

Schicksal

Am Horizont wartet die Sonne
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„Fallen ist nicht scheitern, sondern lernen.“

„Am Horizont wartet die Sonne“ ist ein Liebesroman von Meike Werkmeister. Er erschien im Mai 2023 im Goldmann Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Katrin ...

„Fallen ist nicht scheitern, sondern lernen.“

„Am Horizont wartet die Sonne“ ist ein Liebesroman von Meike Werkmeister. Er erschien im Mai 2023 im Goldmann Verlag und ist in sich abgeschlossen.
Katrin schreibt Bücher, die andere inspirieren und durchs Leben leiten sollen. Obwohl sie sich also mit einer gesunden Lebenseinstellung auskennen sollte, gerät ihr eigenes Leben seit der Trennung von ihrem Mann immer mehr aus den Fugen. Als Katrin bemerkt, dass es so eigentlich nicht weitergehen kann, findet sie am Flughafen einen Brief, einen Liebesbrief. Und da es keine Zufälle, sondern nur Zeichen gibt, fliegt sie kurzentschlossen mit ihrer Cousine Julia nach Portugal. Filipe, der Briefadressat, soll seinen Brief schließlich erhalten…

Eine meine Lieblingsfiguren im Roman ist natürlich Katrins Hund Murmel. Alleine der Name bringt mich schon zum Schmunzeln und die Hundedame selbst ist auch einfach herzallerliebst. Mit Murmel schafft die Autorin einen absoluten Wohlfühlaspekt im Buch und bringt mit dem „geteilten Sorgerecht“ etwas in den Roman ein, was für Nicht-Hundebesitzer komisch erscheinen mag, für mich persönlich aber tatsächlich Alltag ist!
Sowohl Katrin als auch Murmel, Ina und Tim kennen manche vielleicht schon aus „Das Glück riecht nach Sommer“, doch auch wenn nicht, kann Katrins Geschichte unabhängig davon gelesen werden! Für mich war es allerdings leider so, dass der Eindruck von Katrin, der aus dem letzten Roman hängengeblieben ist, bestätigt wurde. Mit der eher spießigen und perfektionistisch veranlagten Katrin bin ich nämlich nicht so gut klargekommen. Zwar ist ihre Entscheidung, spontan nach Portugal zu fliegen und dort einen Unbekannten zu suchen irgendwie mutig und natürlich ungewöhnlich, ihr Umgang mit der folgenden Situation aber irgendwie anstrengend. Für meinen Geschmack mischt sie sich hierbei mehrfach in Dinge ein, die sie tatsächlich absolut nichts angehen und ist beim Versuch, die auftauchenden Wogen zu glätten, für mein Empfinden sehr übergriffig.
Außerdem konnte ich ihre Emotionen und Gefühle nur schwer greifen und das, obwohl in der Ich-Perspektive geschrieben wird. Gefallen hat mir aber Katrins Entwicklung. Sie merkt, dass sie nicht immer perfekt sein muss und dass man sich manchmal einfach fallenlassen kann. Zudem finden sie und auch Julia in Portugal etwas, mit dem sie nie gerechnet hatten und das ihr Leben für immer verändern wird…
Obwohl ich mit der Protagonistin also so meine Schwierigkeiten hatte, ist der Roman aber insgesamt trotzdem ein Wohlfühlroman. Der Schreibstil ist flüssig und humorvoll, die Geschichte bodenständig und mit Wohlfühlsetting. Es gibt einige Szenen zum Schmunzeln, denn Katrin nimmt tatsächlich so manches Fettnäpfchen mit. Auf der Stecke bleiben aber auch die ernsteren Szenen nicht und so ergibt sich insgesamt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Leichtigkeit und Schwere. Das sommerliche Flair und das atemberaubende Setting lassen einen vom Sommer träumen und bringen einem das südliche Flair direkt an den eigenen Leseort…
Die Geschichte ist zudem nicht unbedingt vorhersehbar und überrascht an der einen oder anderen Stelle definitiv. Wunderschön gelungen sind zudem die wunderschön illustrierten Kapitelanfänge, das traumhafte Cover mit Wiedererkennungswert zu anderen Romanen der Autorin und die Rezepte am Buchende.

Mein Fazit: „Am Horizont wartet die Sonne“ ist ein leichter und humorvoller Sommerroman, der gleichzeitig eine ernste Botschaft vermittelt. Er lässt sich leicht lesen, hat ein wundervolles Setting sowie tolle Nebenfiguren. Insgesamt hat er mir daher gut gefallen, obwohl ich mit der Protagonistin nicht gut zurechtgekommen bin. Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.06.2023

Machtgier

Désirée – Im Herzen der Revolution, im Herzen Napoleons
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„Napoleone? Diesen Namen hatte ich noch nie gehört. Aber vielleicht passte der ungewöhnliche Name zu einem Mann, der sich ungewöhnlich benahm.“

„Désirée – Im Herzen der Revolution, im Herzen Napoleons“ ...

„Napoleone? Diesen Namen hatte ich noch nie gehört. Aber vielleicht passte der ungewöhnliche Name zu einem Mann, der sich ungewöhnlich benahm.“

„Désirée – Im Herzen der Revolution, im Herzen Napoleons“ ist eine historische Romanbiografie von Allison Pataki über Désirée Clary.
Sie erschien im Februar 2023 im Aufbau Verlag.

In Allison Patakis Roman geht es eigentlich um Désirée. Sie lernt Napoleon, der damals noch Napoleone hieß, mit 16 Jahren kennen und verliert schnell ihr Herz an ihn. Er ist ein eher unkonventioneller und armer Korse, sie ein Pariser Mädchen aus gutem Haus. Er umgarnt sie mit seiner einnehmenden Art, wobei schnell deutlich wird, dass diese sehr besitzergreifend und dominierend ist. Trotzdem ist Désirée verliebt und Heiratspläne werden geschmiedet. Napoleone jedoch ist ein Mann, der stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Er liebt die Macht, er möchte glänzen und Frankreich beherrschen. Die zurückliegende Französische Revolution ist seine Chance und schnell steigt er in der Macht auf. Désirée lässt er dabei nicht los, doch seine Frau wird sie trotzdem nicht... Miteinander verbunden bleiben sie vor allem durch die Hochzeit von Désirées Schwester Julie und Napoleons Bruder, Joseph und obwohl Désirée eigentlich ihren eigenen Weg geht, mischt Napoleon sich ständig in ihr Privatleben ein.

Der Roman wird rückblickend von Désirée selbst erzählt und beschreibt die Ereignisse zwischen 1811 – 18xx. Désirée macht dabei für mich einen sehr zurückhaltenden und scheuen Eindruck. Sie wirkt wie ein Spielball Napoleons, auf den er nicht verzichten kann, den er aber eben auch nicht haben kann oder auch will. Ständig beeinflusst er ihr Leben und durch seine immer stärkere Machtposition kann sie sich ihm nur schlecht entziehen.
Der Roman zeichnet ein Bild von dem „kleinen Korsen“, das ich absolut abstoßend fand. Napoleon ist stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht, ist machtgierig und handelt absolut willkürlich. Er ist ein unglaublich guter Beobachter, aber auch jemand, der die Menschen ausspielt. Er stellt Fragen, auf die er die Antwort bereits weiß und stellt so jedem in seiner Umgebung Fallen. Auch Familie und Freunde sind davor nicht gefeit und stets hatte ich eine Gänsehaut und ein ungutes Gefühl, wenn er in den jeweiligen Szenen auftauchte.
Der Schreib- und der Erzählstil des Romans haben mir gut gefallen. Die rückblickende Ich-Perspektive wirkt authentisch und zeigt, wie sehr Désirée die Erlebnisse einer aufregenden und unsteten Zeit geprägt und beschäftigt haben. Leider konnte mich die Geschichte, die ja auf wahren Figuren basiert, dennoch nicht vollkommen überzeugen. Die Handlung ist sehr ruhig und unaufgeregt, wirkliche Spannung kommt leider nicht auf und Désirée ist zwar eine interessante Figur, die unglaublich viele bedeutsame Ereignisse miterlebt hat, für mich aber dennoch sehr blass ist. Ich hätte mir von ihr ein stärkeres Auftreten und eine eigene Meinung gewünscht. Sie lässt sich hin- und her schubsen und andere über ihr Leben bestimmen. Etwas dagegen sagt sie kaum. Sicherlich entspricht dies dem damaligen Zeitgeist und wohl auch Désirée als Mensch, soweit man es rekonstruieren kann, richtig sympathisch wurde sie mir so allerdings leider nicht.
Schließlich stand also eben doch Napoleone Buonaparte, der unbedeutende Korse, der später Napoleon Bonaparte und der wichtigste Mann Frankreichs wurde, im absoluten Mittelpunkt. Ich habe einiges über die Zeit nach der Französischen Revolution gelernt und fand diese historischen Aspekte sehr interessant!

Mein Fazit: Allison Patakis Roman über Désirée Clary ist gut recherchiert und insgesamt auch solide umgesetzt. Die Handlung ist sehr ruhig, Emotionen konnten mich leider kaum erreichen. Im Mittelpunkt steht stets Napoleon, der Désirées Leben beeinflusst, solange er lebt. Mir hat ein wenig die starke junge Frau gefehlt, wobei Désirée es auf ihre Art möglicherweise war, ich es aber aus der heutigen Perspektive nicht entdecke. Ich habe einiges über die Zeit von Napoleons Herrschaft gelernt und der Roman ließ sich durch den flüssigen Schreibstil und den eher ungewöhnlichen Erzählstil gut lesen. Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternen. Eine Leseempfehlung gebe ich an diejenigen unter euch, die sich mit der französischen Geschichte (oder mit historischen Ereignissen im Allgemeinen) beschäftigen möchten und dies lieber in Romanform, als ich Sachbuchform tun möchten!

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Veröffentlicht am 06.06.2023

Unsicherheit

Inselperlen und Meer
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„Ganz zarte Falten um ihre Augen zeigten ihr, wie vergänglich alles war. Auch die Liebe?“

„Inselperlen und Meer“ ist der vierte Band der „Mallorca-Sehnsucht“-Reihe von Anja Saskia Beyer. Die Bücher sind ...

„Ganz zarte Falten um ihre Augen zeigten ihr, wie vergänglich alles war. Auch die Liebe?“

„Inselperlen und Meer“ ist der vierte Band der „Mallorca-Sehnsucht“-Reihe von Anja Saskia Beyer. Die Bücher sind unabhängig voneinander lesbar, der vierte Band erschien im Mai 2023 im Tinte und Feder Verlag von Amazon Publishing.
Matilda ist schon viele Jahre mit ihrem Freund Alvaro zusammen. Es ist klar, dass sie eines Tages heiraten werden. Als Alvaro ihr dann jedoch tatsächlich einen Heiratsantrag macht, bekommt Matilda Zweifel. Ist dies wirklich das, was sie will? Immerhin hat Alvaro noch recht klassische Ansichten von der Ehe und zu seiner Mutter will Matilda auch nicht ziehen. Ihr Gefühlschaos wird perfekt, als Tom mit seiner Verlobten aus Deutschland bei Matilda im Laden auftaucht und ein gewisses Kribbeln bei ihr auslöst…

Auch der vierte Band der Buchreihe lässt sich flüssig und unkompliziert lesen. Die Handlung ist insgesamt eher vorhersehbar und große Überraschungen gibt es ebenfalls nicht, aber dies erwarte ich bei einem Liebesroman dieser Art auch nicht. Das Lesen macht ja trotzdem einfach Spaß, eben weil man von Anfang an weiß, worauf man sich einlässt: Auf eine nette Liebesgeschichte vor der traumhaften Kulisse Mallorcas. Die wunderschönen Läden am Meer und die Protagonistinnen der anderen Bände tauchen natürlich auch wieder auf und geben der Buchreihe ihren Wiedererkennungswert und eine absolute Wohlfühlatmosphäre. Es ist ein bisschen wie Zurückkehren an einen Lieblingsort!
Die kulturellen Unterschiede zwischen den Mallorquinern und den Deutschen werden im Roman gut herausgestellt. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass auf der wunderschönen Insel zum Teil noch sehr traditionelle Ansichten bezüglich Hochzeit und Familienleben gelten.
Die Figuren sind dabei erneut gut charakterisiert. Matilda selbst habe ich zunächst als eher unscheinbar empfunden. Sie stellt ihre Wünsche meist hinter die von Alvaro, kann nur schlecht etwas ablehnen und fügt sich in ihr „Schicksal“. Alvaro war mir von Anfang an komplett unsympathisch. Er ist herrisch und egoistisch. Matildas Wünsche und Gefühle interessieren ihn nicht wirklich, was zählt ist sein Geschäft und sein Leben…
Absolut gelungen ist dabei auch Matildas persönliche Entwicklung. Mit dem Zuspruch ihrer Freundinnen, aber auch durch die Erlebnisse, die sie im Laufe des Romans mit Alvaro und dessen Mutter hat, erkennt sie schließlich, dass sie eigene Wünsche hat und diese auch äußern darf. Sie möchte gewisse Dinge nicht für ihr Leben und ihr Herz spricht eben auch eine eigene Sprache. Sie möchte respektvoll behandelt werden und nicht immer nur hinterherlaufen…
Auch Tom, der nach einer unglücklichen Beziehung nun sein Glück mit Ines sucht, ist eigentlich nicht wirklich zufrieden. Jetzt, im Urlaub, merkt er nämlich, dass seine und Ines‘ Ansichten zum Teil doch recht weit auseinander liegen und sie ihm zudem etwas verschweigt…
Der Epilog macht dann schließlich große Lust auf den letzten Band der Buchreihe und auch die nächsten Protagonisten werden schon vorgestellt. Diese Einbindung hat mit sehr gut gefallen und ich freue mich definitiv aufs Weiterlesen!

Mein Fazit: Wieder ein schöner Liebesroman vor herrlicher Urlaubskulisse von Anja Saskia Beyer. „Inselperlen und Meer“ ist unkompliziert lesbar und eignet sich perfekt für schöne Sommertage an denen man ein gewisses Urlaubsgefühl herbeilesen möchte. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 06.05.2023

Magische Zufälle

Polarlichtzauber
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„Nicht ist verkehrt, solange dein Herz sagt, dass es richtig ist.“

„Polarlichtzauber“ ist der zweite Band der Shetland-Reihe von Cornelia Engel, kann aber unabhängig gelesen werden. Er erschien im März ...

„Nicht ist verkehrt, solange dein Herz sagt, dass es richtig ist.“

„Polarlichtzauber“ ist der zweite Band der Shetland-Reihe von Cornelia Engel, kann aber unabhängig gelesen werden. Er erschien im März 2023 im Selfpublishing bei Montlake von Amazon Publishing.

Jezz möchte einen Neuanfang. Ihre Freundin Mara ist im letzten Jahr nach Shetland gezogen und nun nimmt auch Jezz einen Job auf der Insel an. Bereits im Flugzeug begegnet ihr ein zukünftiger Landsmann – Magnie. Dieser geht ihr gewaltig auf die Nerven und sicherlich ist er sowieso nur ein Weiberheld. Jezz geht davon aus, dass sie den Fremden nie wieder sehen wird, doch schließlich entpuppt er sich als der Bruder ihrer neuen Chefin und ständig läuft sie ihm über den Weg. Außerdem löst er bei ihr irgendwie Schmetterlinge im Bauch aus… Trotzdem ist sich Jezz sicher. Sie will und braucht keinen Mann, denn die Liebe ist nicht für die Ewigkeit gemacht.
Jezz ist eigentlich unsicher und ängstlich. Sie hat in ihrem Leben schon einiges durchmachen müssen und die Zeit auf Shetland ist nicht nur eine Auszeit, sondern auch ein Neuanfang. Es fällt ihr schwer, jemanden in ihr Leben zu lassen und obwohl Magnie es redlich versucht, bleibt sie hart. Die Annäherung der Zwei ist geprägt von Zufällen, Witz und Romantik. Ich habe mich gut in die Geschichte fallen lassen können und sie gerne verfolgt.
Der Schreibstil ist unkompliziert und einfühlsam, die Handlung leicht und charmant. Die Figuren sind realistisch und liebenswürdig beschrieben, gerade Magnie mit seiner bodenständigen und ehrlichen Art habe ich sehr ins Herz geschlossen. Mir hat zudem gefallen, dass auch Maras Geschichte weitergeführt wird.
Neben der Liebesgeschichte werden auch ernstere Themen angeschnitten und das „Up Helly Aa“, das Feuerfestival der Shetland-Inseln beschrieben. Mir hat dies sehr gut gefallen, denn mir war es bisher absolut unbekannt und ich finde es immer interessant auch andere Bräuche kennenzulernen.
Das Handlungssetting auf den Shetland-Inseln ist nach wie vor gut gewählt und bildreich beschrieben. Wie gerne würde ich auch einmal die Polarlichter sehen…

Mein Fazit: „Polarlichtzauber“ ist ein unkomplizierter und leichter Roman fürs Herz. Man kann sich beim Lesen absolut Wohlfühlen und darauf verlassen, dass alles gut wird! Ich freue mich auf die Fortsetzung der Buchreihe und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.03.2023

Wiedersehen

Frühlingsglücksgefühle
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„Jetzt, als er ihr gegenübersaß, wusste er, dass er auf Wanderschaft vergeblich nach einem Ort gesucht hatte, an dem er zu sich selbst finden konnte. Sein Platz war genau hier.“

„Frühlingsglücksgefühle“ ...

„Jetzt, als er ihr gegenübersaß, wusste er, dass er auf Wanderschaft vergeblich nach einem Ort gesucht hatte, an dem er zu sich selbst finden konnte. Sein Platz war genau hier.“

„Frühlingsglücksgefühle“ ist der zweite Band der „Liebe in den Bergen“ Dilogie von Lotte Römer. Er erscheint am 07. März 2023 im Montlake Verlag von Amazon Publishing und ist unabhängig von Band 1 lesbar.
Leni hat die Almhütte, die sie schon einige Zeit betreibt, vollständig übernommen und freut sich auf ihren ersten Almsommer als selbstständige Hüttenwirtin. Leider sind im Winter jedoch Schäden an der Hütte entstanden, sodass zunächst einige Reparaturen notwendig sind. Der eintreffende Handwerker entpuppt sich als Lenis Jugendliebe Timon, doch die Vergangenheit sollte eigentlich für immer vergraben bleiben…

Auch in den zweiten Band der Buchreihe habe ich mich schnell hineinfinden können. Der Schreibstil von Lotte Römer ist flüssig und leicht, die Handlung unkompliziert, die Protagonisten sympathisch.
Ein Hauptthema stellt die Behinderung von Leni dar, mit der sie zwar sehr gut zurechtkommt, sich aber immer noch für sie schämt. An sich ist sie ein positiver und lebensfroher Mensch, doch die Meinungen anderer verunsichern sie. Zu unangenehm ist ihr ihre Beinprothese und die damit vermeintlich verbundene Unansehnlichkeit. Aus diesem Grund ist sich Leni auch sicher: Timon hat sie damals nach dem Abschlussball nicht mehr kontaktiert, da sie im peinlich war – einen „Krüppel“ liebt man nicht. Sie trägt schwere Selbstzweifel mit sich herum, auch wenn sie auch nach außen stark und selbstbewusst wirkt. Das Auftauchen Timons auf der Almhütte verunsichert sie entsprechend stark. Ebenso die aufkeimende Nähe und irgendwie immer noch vorhandene Vertrautheit von damals…
Timon ist mir ebenfalls sehr sympathisch. Er hatte seine Gründe, sich damals nicht mehr bei Leni zu melden. Diese sehen jedoch ganz anders aus, als Leni denkt. Seit Jahren ist er auf der Flucht vor seiner Vergangenheit, seinen Gefühlen und seinen Gedanken. Noch immer denkt er über damals nach und fragt sich, wie er jemals damit abschließen kann… Auch für ihn ist die zufällige Begegnung mit Leni daher zunächst ein Schock, doch schnell ist ihm klar: Dies kann seine zweite Chance sein!
Die Annäherung der beiden ist humor- und liebevoll beschrieben. Das Neukennenlernen ist geprägt von Missverständnissen und kleinen Dramen, die die Handlung spannender machen. Die Geschichte lies sich sehr leicht lesen, konnte mich aber insgesamt nicht überraschen. Obwohl es einige lustige Szenen gab, konnte mich der Humor nicht ganz so abholen wie im ersten Band der Reihe. Ähnlich war es mit der Handlungskulisse – diese ist in den Bergen zwar wunderschön, jedoch einfach nicht ganz so präsent wir im ersten Band.
Sehr gefallen hat mir hingegen die Entwicklung der Protagonisten. Gerade Leni wächst an den Ereignissen und beginnt langsam, ihre Behinderung zu akzeptieren. Sie gewinnt deutlich an Selbstvertrauen und versucht die Vergangenheit akzeptieren. Timons Entwicklung ist nicht ganz so groß, aber ebenfalls deutlich. Er erkennt, was ihm wichtig ist und dass man für Chancen kämpfen muss…Ebenfalls gefallen hat mir, dass es mit Ken und Jassy aus Band 1 weitergeht und sie eine weitere Rolle in Lenis und Timons Geschichte spielen.

Mein Fazit: „Frühlingsglücksgefühle“ ist ein solider und unkomplizierter Liebesroman vor romantischer Bergkulisse. Ich habe ihn gerne gelesen, mochte aber den Vorgängerband dennoch lieber. Im zweiten Band der Reihe ist mir die Handlung etwas zu vorhersehbar und insgesamt etwas zu ruhig. Auch die Emotionen konnten mich nicht ganz erreichen. Daher gibt es nur 4 von 5 Sternen, aber dennoch eine Leseempfehlung!

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