Sprachlich wie inhaltlich ein Genuss
Das Haus am MeeresuferMit „Das Haus am Meeresufer“ hat Joséphine Nicolas nicht nur eine Biografie über die irische Architektin und Designerin Eileen Gray geschrieben, sondern auch ein Porträt der künstlerischen Szene im Paris ...
Mit „Das Haus am Meeresufer“ hat Joséphine Nicolas nicht nur eine Biografie über die irische Architektin und Designerin Eileen Gray geschrieben, sondern auch ein Porträt der künstlerischen Szene im Paris der zwanziger Jahre geschaffen.
Als sie mit ihrer Mutter im Rahmen der Weltausstellung das erste Mal Paris besucht, verliebt sich Eileen sofort in diese Stadt. Nach vielen Jahren als Designerin in Paris, fasst sie den Entschluss, ein eigenes Haus zu bauen und errichtet die berühmte Villa E. 1027. Der Roman erzählt von Grays unermüdlichem kreativen Schaffen, lässt den Leser aber auch teilhaben an ihren Ängsten und Selbstzweifeln. Immer wieder hat sie mit Widrigkeiten zu kämpfen, die selbstständigen Frauen zu dieser Zeit oftmals entgegenschlugen. Unterstützung bekommt sie jedoch von ihrem deutlich jüngeren Lebensgefährten Jean Badovici, einem bekannten Architekturkritiker.
Die Geschichte strotzt nur so vor Kreativität, Lebenshunger und Frauenpower.
Mit ihrer poetischen Erzählweise zieht die Autorin einen mit in diesen Rausch, der Paris in den Zwanzigern erfasst hat; lässt den Leser teilhaben an der kraftvollen, weiblichen Energie, die sich dort entfaltet. Viele andere bekannte Namen werden erwähnt wie die Schriftstellerin und Verlegerin Gertrude Stein, und die französische Sängerin Damia, mit der Gray einige Zeit zusammenlebte.
Immer wieder habe ich das Buch kurz zur Seite gelegt, um etwas nachzulesen über die ein oder andere Person, und konnte dadurch nur noch tiefer in die Geschichte eintauchen.
Fazit:
Eine ganz klare Leseempfehlung von mir; man muss kein Architekturliebhaber sein, um dieses Buch zu lieben.