Sooooo schön! Die Geschichte von Frank, der über 60 Jahre lang nach einer Frau sucht, die ihm 1962 im Bus 88 begegnet ist, rührt zu Tränen. Dabei ist das Thema #Demenz sehr vordergründig und man sollte ...
Sooooo schön! Die Geschichte von Frank, der über 60 Jahre lang nach einer Frau sucht, die ihm 1962 im Bus 88 begegnet ist, rührt zu Tränen. Dabei ist das Thema #Demenz sehr vordergründig und man sollte durchaus ein paar Taschentücher bereithalten, wenn man diesen Roman liest.
Dafür bekommt man eine Geschichte, in die man sich absolut fallen lassen kann, die Mut macht, sich auf die eigenen Wünsche und Ziele zu besinnen (und nicht immer das zu tun, was andere für das Richtige halten). Bestimmt finden sich viele an der einen oder anderen Stelle in dem Buch wieder.
Nebenfigur Peggy hat hier eine interessante und für mich überraschende Rolle, wie sich herausstellen sollte - ich hatte eine ganz andere Konstellation vermutet und so war für mich sogar noch ein cooler Plottwist enthalten.
Ich kann euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen - als Sommerlektüre einfach perfekt!!!
PS. Und wenn ihr mal wieder euer Englisch ein bisschen aufpolieren wollt, hört in die englische Hörbuchfassung rein, die ist sehr schön gesprochen und gut verständlich! Ich habe das Buch teilweise gelesen (deutsch) und teilweise gehört (englisch) und beides war ein Genuss!
Es war ein Jahrhundertprojekt - der Bau des Gotthardtunnels in der Schweiz in den 1870er Jahren. Von jeher war es äußerst mühsam, über den Gotthardpass zu kommen, der die Schweiz mit Italien verband. Auch ...
Es war ein Jahrhundertprojekt - der Bau des Gotthardtunnels in der Schweiz in den 1870er Jahren. Von jeher war es äußerst mühsam, über den Gotthardpass zu kommen, der die Schweiz mit Italien verband. Auch im 19. Jahrhundert noch waren die Fuhrhalter, die mit ihren Fuhrwerken Waren über den Pass brachten, in großer Gefahr. Denn Wind und Wetter waren unberechenbar am Pass, die Straßen steil und die Kehren eng.
Doch dann begann ein kühnes Bauvorhaben: ein 15 km langer Tunnel durch das Gotthardmassiv, von Göschenen in der Schweiz bis Airolo auf italienischer Seite. Es veränderte das kleine Bergdorf Göschenen in kürzstester Zeit. Zu Hunderten kamen italienische Bergarbeiter, sogenannte Mineure, und arbeiteten in den Stollen. Der Wohnraum wurde knapp, die Spannungen zwischen den alteingesessenen Bewohnern und den Arbeitern wuchsen. Gastwirtschaften und neue Läden schossen wie Pilze aus dem Boden, während die Fuhrhalter der Region um ihre Existenz bangten. Denn wenn der Eisenbahntunnel da war - wer würde sie dann noch zum Warentransport beauftragen?
In diesem Spannungsfeld erzählt Karin Seemayer einen dramatischen historischen Roman, der die Geschichte des Tunnelbaus akribisch nachzeichnet. Die Geschehnisse sind tatsächlich historisch verbürgt, angefangen von den Aufständen der Arbeiter bis zu den im Roman vorkommenden Unglücken im und am Tunnel (und davon gab es reichlich).
In diesem Setting hat die Autorin Protagonisten von beiden „Seiten“ erschaffen - einerseits die Fuhrhalterstochter Helene, deren ganze Welt sich wandelt, als das große Bauvorhaben beginnt und die zwischen Faszination und Besorgnis hin und her gerissen ist. Andererseits den Italiener Piero, der als Mineur, also als Bergarbeiter, nach Göschenen kommt und durch dessen Augen man den Tunnelbau sieht und die schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bergleute miterlebt. Da der Bauherr, Luis Favre, ein halsbrecherisches Angebot vorgelegt hatte, um den Zuschlag für den Tunnelbau zu bekommen, spart er an allen Ecken und Enden. Gleichzeitig muss er die vereinbarte Bauzeit einhalten, da sonst horrende Strafzahlungen drohen. Ein Himmelfahrtskommando für die Bergleute, die im Stollen arbeiten...
Und so nimmt eine dramatische und hochspannende Geschichte ihren Lauf, die natürlich mit einer Liebesgeschichte angereichert ist, aber trotzdem wahrheitsgetreu die Zustände während der Bauphase des Tunnels beleuchtet.
Dieser Roman vermittelt damit auf unterhaltsame Weise Wissen und ich muss tatsächlich sagen, dass mich die Geschichte des Tunnelbaus tief beeindruckt hat. Ich habe mir dazu im Nachgang eine Dokumentation angeschaut („Mythos Gotthard“), die ebenfalls den Tunnelbau ab 1872 beleuchtet und habe dort tatsächlich alle Themen des Romans 1:1 wiedergefunden.
Ich kann diesen Roman von Herzen empfehlen, sowohl für Leser, die sich ein Bild von den historischen Gegebenheiten und von den Anfängen des Gotthardtunnels machen wollen als auch für Leser, die unterhaltsame Urlaubslektüre suchen. Mein großer Respekt für die Autorin, die den Spagat zwischen realistischer Darstellung und kurzweiliger Lektüre so gut hinbekommen hat - verdiente 5 Sterne!
Mitten in einem kleinen Ort in Schottland, meilenweit von der Küste entfernt, steht ein Leuchtturm. So weit, so kurios. Noch kurioser ist, dass der Leuchtturm eigentlich ein Buchladen ist. Natürlich wurde ...
Mitten in einem kleinen Ort in Schottland, meilenweit von der Küste entfernt, steht ein Leuchtturm. So weit, so kurios. Noch kurioser ist, dass der Leuchtturm eigentlich ein Buchladen ist. Natürlich wurde er ursprünglich nicht für diese Nutzung gebaut, sondern... ja, wofür eigentlich?
Sharon Gosling nimmt uns mit in die Geschichte des kleinen (fiktiven) Ortes Newton Dunbar und präsentiert eine wunderschöne Geschichte zum Schmunzeln, Nachdenken, Seufzen und Dahinschmelzen!
Rachel arbeitet seit 5 Jahren in der Leuchtturm-Buchhandlung, die der betagte Cullen führt. Er und sein bester Freund Ron pflegen dort ihre Schachwettkämpfe, während Rachel sich um die Buchhandlung kümmert. Cullen lässt sie auch dort wohnen, seit sie damals in dem kleinen Ort „hängen geblieben“ ist. Warum sie unterwegs war, hat sie noch nie jemandem erzählt. Zu den regelmäßigen Stammkunden zählen auch Edie und Ezra, die Nachbarn sind, sich aber offenbar so gar nicht riechen können. Journalist und Ex-Kriegsberichterstatter Toby hat sich nach Newton Dunbar zurückgezogen, um dort an seiner Autobiografie zu arbeiten. Die Jugendliche Gilly hängt auch ständig in dem Ort ab - aber keiner weiß so richtig, wohin sie eigentlich gehört. Weiß sie es überhaupt selbst?
Als Cullen plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt, müssen alle Dorfbewohner - ob alteingesessen oder neu dazu gekommen - zusammenhalten und um ihre (Wahl-)Heimat kämpfen. Und der Leuchtturm birgt ein Geheimnis, das am Ende alle noch viel näher zusammenbringen wird - im übertragenen und im Wortsinn.
Mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen zeichnet die Autorin das Bild eines idyllischen Ortes, dessen Idylle gerade nicht nur von der Landschaft abhängt - sondern vor allem von den Menschen, die den Ort bevölkern. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und trotzdem lernen alle, sich aufeinander zu verlassen und füreinander da zu sein. Diesen Prozess begleiten wir als Leser und lernen die Dorfbewohner, allen voran Rachel und Toby, Stück für Stück näher kennen (und lieben!). Und so wird Newton Dunbar im Laufe des Buches zu einem Ort, den man selbst am liebsten sofort besuchen möchte.
Überrascht hat mich, dass das Buch trotz der vielen Problemfelder, die es thematisiert, nicht überfrachtet wirkt. Das muss einem Autor erst einmal gelingen! Statt dessen ist man begierig, immer tiefer in die Welt der Figuren einzutauchen und sie und ihre Träume, Wünsche und Ängste immer besser kennenzulernen.
Wie schon in „Fishergirls Luck“ (dessen Schauplatz im Übrigen an einer Stelle als kleines EasterEgg vorkommt) schafft es die Autorin, einen Wohlfühlroman zu schreiben, obwohl viele ernste Themen angesprochen werden und ein positives Gefühl zu hinterlassen, ohne dass die Geschichte ins Kitschige abdriftet. Sehr gut gemacht und sehr lesenswert! 4,5 Sterne von mir.
Der Name des amerikanischen Originals ist in diesem Buch hervorragend gewählt. Go as a river. Fließe dahin wie ein Fluss. Lass dich nicht abbringen von deinem Weg. Egal, welche Steine dir in den Weg gelegt ...
Der Name des amerikanischen Originals ist in diesem Buch hervorragend gewählt. Go as a river. Fließe dahin wie ein Fluss. Lass dich nicht abbringen von deinem Weg. Egal, welche Steine dir in den Weg gelegt werden - umfließe sie und finde dich dann wieder in deinem natürlichen Flussbett, auf deinem Lebensweg, ein. Trotze den Gefahren, lass dich treiben, fließe mit dem Fluss und triff alle Entscheidungen im Einklang mit dir selbst. Es gibt kein Falsch. Es gibt nur: in diesem Moment war das das Beste, was ich tun konnte.
Dies ist die Essenz des Buches, das ist es, was Victoria Nash lernt auf ihrem Weg von der kleinen „Torie“ der 1940er Jahre hin zu der gestandenen Frau Victoria der 1970er Jahre. Doch sie kommt nicht allein zu diesen Einsichten. Jemand zeigt sie ihr, als sie gerade mal 17 Jahre alt ist. Und er ist es, der sie zeit ihres Lebens in ihrem Herzen begleiten wird - auch wenn er als Person nicht kann.
Victorias Geschichte ist eine tragische, aber dennoch wohl keine außergewöhnliche im Kontext ihrer Zeit. Sie wächst mit mehreren Geschwistern auf einer Pfirsich-Farm in Colorado auf, am Gunnison River, in einer Landschaft, die immer irgendwie zu ihr gehört. Sie erlebt in ihrer Kindheit viel Pflicht und wenig kindliche Freude. Früh arbeitet sie auf der Farm, früh muss sie die Mutter ersetzen, als diese bei einem Unfall ums Leben kommt.
Mit 17 Jahren lernt sie die Liebe kennen, als ein Fremder in ihren Ort kommt. Doch diese Liebe endet tragisch und wird ihr gesamtes zukünftiges Leben überschatten. Doch von Wil, dem Jungen aus der indigenen Bevölkerung Colorados, hat sie gelernt: Go as a river. Sie wird es irgendwie schaffen.
Shelley Read erzählt ihre Geschichte immer wieder im Zusammenhang mit der grandiosen Natur Colorados, die vor dem geistigen Auge lebendig wird, wenn man ihre Zeilen liest. Man erkennt ihre tiefe Verwurzelung in dieser Gegend, man liest auch ihre Liebe zu diesen Bergen heraus. Das im Zusammenspiel mit Victorias Geschichte machen das Buch besonders, es liest sich genau wie es der Titel ankündigt: Go as a river - soweit der Fluss uns trägt. Absolut fließend. Es ist sicherlich eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss, die nicht geprägt ist von actionreichen Schilderungen, sondern von der Intensität, mit der sie erzählt wird. Alle Figuren kamen mir sehr genau ausgearbeitet vor, keine wirkte einfach klischeehaft, alle hatten ihre ganz eigene Geschichte, die im Kleinen genau so liebevoll dargestellt war wie die von Victoria im Großen. Und das macht den Reiz aus: man hat wirklich das Gefühl, etwas zu lesen, das in sich rund ist.
Auch wenn sich das Buch nach den vielen Vorschusslorbeeren für mich persönlich doch nicht ganz nach einem 5-Sterne-Buch angefühlt hat (aber fast!), ist es doch etwas Besonderes, das man durchaus mit den intensiven Leseerlebnissen und starken Figuren von Delia Owens „Der Gesang der Flusskrebse“ oder Polly Clarks „Tiger“ vergleichen kann.
Ich meine ich habe gespürt, dass dieses Buch ein Herzens-projekt der Autorin ist, das sie mit viel Liebe erzählt, auch wenn die Geschehnisse nicht immer von Liebe unter den Menschen zeugen. Aber es ist ein Buch, in dem viele Menschen Trost finden können, das zeigt, wie viel man durchstehen kann, wenn man bereit ist, loszulassen. Ganz klare Leseempfehlung.
Was soll ich zu diesem Buch noch sagen? Viele haben es schon vor mir verschlungen, alle fiebern seit Jahren auf die Auflösung der Sieben-Schwestern-Reihe hin - und wie schon die meisten vor mir bin auch ...
Was soll ich zu diesem Buch noch sagen? Viele haben es schon vor mir verschlungen, alle fiebern seit Jahren auf die Auflösung der Sieben-Schwestern-Reihe hin - und wie schon die meisten vor mir bin auch ich absolut begeistert von diesem Reihenabschluss, der unter so schwierigen Bedingungen entstand.
Im Nachwort erzählt Harry Whittakter noch ein wenig von der Entstehungsgeschichte des Buches, ohne jedoch dabei zu viel preiszugeben. Und so werden wir Leser nie erfahren, welche Teile des Buches Lucinda noch zu Lebzeiten verfasst hat und welche Harry nach ihrem Tod hinzugefügt hat. Aber seien wir ehrlich - die Tatsache, dass so viele wisssen wollen, wer welche Stellen geschrieben hat, zeugt davon, dass sie kaum zu unterscheiden sind. Und könnte man Harry ein größeres Kompliment machen als dass er absolut im Sinne von Lucinda geschrieben hat?
Dazu kommt natürlich, dass den Lesern hier auf 800 Seiten bzw. in mehr als 23 Hörstunden ein Feuerwerk an Handlung geboten wird, das sämtliche losen Fäden aus den bisherigen Büchern aufgreift und zu einem logischen Ende bringt. Zusätzlich erfahren die Leser die wechselhafte und tragische Geschichte von Atlas, den wir aus den Vorgängerbüchern nur als „Pa Salt“ kannten. Wie es zu dem Namen kam, warum der Sternenhaufen der Plejaden diese tragende Rolle im Leben von Vater und Töchtern einnahm und welche Geschichte die anderen Bewohner von Atlantis haben - alles klärt sich auf.
Dabei verstehen es die Autoren, alle Bücher noch einmal Revue passieren zu lassen und es gibt ein Wiedersehen mit ganz vielen Figuren aus den Bänden 1 - 7. Der Aufbau der Geschichte, nicht nur dieser von Atlas, sondern der gesamten Reihe, muss mit soviel Akribie aufgezeichnet gewesen sein - anders wäre ein solch fulminantes und stimmiges Ende nicht möglich gewesen. Ich verneige mich als Leser vor dieser Leistung!
Betrachtet man nun, nach dem Lesen des letzten Bandes, die Reihe im Gesamten, so kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Lucinda Riley mit dieser Reihe ein Meisterwerk der Unterhaltungsliteratur geschaffen hat, das seinesgleichen sucht. Sie hat sich damit ein Denkmal gesetzt, das von ihrem Sohn zu einem harmonischen Ende gebracht wurde. Lucinda wäre sicher unheimlich stolz auf ihren Sohn - so schade, dass sie den Erfolg dieses Abschlussbandes nicht mehr miterleben kann! Und ich hoffe sehr, dass Harry Whittaker Gefallen am Schreiben gefunden hat - denn ich würde unheimlich gern noch einmal ein Buch aus seiner Feder lesen!