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Shilo_

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2023

Eine tief ergreifende Lebensgeschichte

Blumental - Leeres Land
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An ihrem 90. Geburtstag blickt Olga im Kreis ihrer großen Familie auf ihre Vergangenheit zurück. Es ist ein Leben geprägt von Arbeit in den ehemals deutschen Kolonien Russlands. Die Sommer sind heiß und ...

An ihrem 90. Geburtstag blickt Olga im Kreis ihrer großen Familie auf ihre Vergangenheit zurück. Es ist ein Leben geprägt von Arbeit in den ehemals deutschen Kolonien Russlands. Die Sommer sind heiß und die langen Wintermonate bitterkalt. Als selbstständige und freie Bauern geht es der Familie gut, bis sich nach der Oktoberrevolution das Blatt wendet. Olgas Familie wird nach und nach enteignet, bis sie nur noch das besitzen, was sie am Körper tragen. Rigoros muss die gesamte Ernte abgegeben werden und sie werden gezwungen, im Kolchos zu arbeiten. Die Menschen leiden unter dem Holodomor, viele verhungern. Doch trotz allem Leid gibt Olga nicht auf, sondern kämpft ums Überleben.
Dieses Buch, das auf wahren Begebenheiten beruht, ist erschütternd und hat mich tief ergriffen. Es erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in den schlimmsten Jahren die Hoffnung nicht aufgibt.
Dieser erste Teil des Zweiteilers ist fesselnd, ergreifend und die Geschehen für mich kaum vorstellbar. Dank des flüssigen und leichten Schreibstils flogen die Seiten nur so dahin. Und so fragte ich mich mehr als einmal, wie es eine so junge Frau schaffen kann, den Mut nicht zu verlieren. Die historischen Begebenheiten hat Viktoria Bolle penibel recherchiert und gekonnt in die Geschichte eingeflochten.
Diese Lebensgeschichte der Schwiegergroßmutter (1914-2007) der Autorin ist unbedingt zu empfehlen. Und so vergebe ich voll Überzeugung 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.06.2023

Absolut lesenswert

Meine langen Nächte
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In diesem Debütroman der Autorin begleitet der Leser Anna Alrutz, die auf ihr Leben zurückschaut. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend, doch der Fokus ist auf ihre Zeit als „Braune Schwester“ ...

In diesem Debütroman der Autorin begleitet der Leser Anna Alrutz, die auf ihr Leben zurückschaut. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend, doch der Fokus ist auf ihre Zeit als „Braune Schwester“ an der Universitätsklinik in Göttingen gerichtet. Als überzeugte Hitleranhängerin ist sie von der Zwangssterilisation sogenannter „erbkranker“ Frauen überzeugt und praktiziert diese zusammen mit dem Chefarzt der Klinik Dr. Hartmann. Bis eines Tages ihre Überzeugung durch eine tragische Begebenheit ins Wanken gerät.
Obwohl dieser Roman fiktiv ist, lehnt er sich doch an historischen Tatsachen an. So gab es diese Klinik mit ihren Zwangssterilisationen zu jener Zeit wirklich, ebenso wie den Professor, wenn auch unter einem anderen Namen.
Das Leben der Protagonistin ist fesselnd und nachvollziehbar. Dadurch, dass die Geschichte aus der Perspektive von Anna dargestellt ist, lassen sich ihre Gedanken und Handlungen sehr gut verstehen. Nicht zuletzt hat mir das Buch auch durch den flüssigen und leichten Schreibstil angenehme und spannende Lesestunden bereitet.
Mein Fazit:
Es bleibt nun zu hoffen, dass Iva Fabiani noch weitere Bücher schreiben wird, denn schon ihr Erstlingswerk ist absolut lesenswert. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.06.2023

Ergreifender zweiter Band der „Töchter des Ruhrpotts“ -Reihe

Aufbruch ins Morgen
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Auch diese Fortsetzung des Buches „Sehnsucht nach Glück“ hat mich schon ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Der Leser begleitet die Familie Neumann durch die Jahre 1945 bis 1946. Es ist die Zeit ...

Auch diese Fortsetzung des Buches „Sehnsucht nach Glück“ hat mich schon ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Der Leser begleitet die Familie Neumann durch die Jahre 1945 bis 1946. Es ist die Zeit des Wiederaufbaus und die Menschen sind damit beschäftigt, die Spuren des Krieges zu beseitigen. Annie, die verzweifelt versucht, ihr Zuhause wieder bewohnbar zu machen, leidet unter der Trennung von ihrem geliebten Nathanael. Auch Charlotte kann den Tod ihres Verlobten noch immer nicht überwinden. Der 16jährige Ernst gilt weiterhin als vermisst und schließlich wird der Vater böswillig als Nazi denunziert. Wird die Familie jetzt daran zerbrechen?
Mit einem lebendigen Schreibstil wechselt der Roman regelmäßig von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück, wobei auch parallel geschehende Ereignisse gekonnt in die fesselnde Handlung eingeflochten sind. Dadurch bleibt der Spannungspegel aufrecht erhalten und machte es mir beinahe unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Denn schließlich musste ich doch unbedingt wissen, wie es weitergeht. Eindrucksvoll und nachvollziehbar sind die relevanten Charaktere beschrieben und dadurch war es mir möglich, mich in sie hineinzuversetzen. Wahre Begebenheiten und fiktive Ereignisse machen diesen Band zu einem wahren Lesegenuss. Schade, dass die Reihe nun zu Ende ist.
Mein Fazit:
Auch dieses Buch hat mir hochemotionale und spannende Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe wohlverdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Ein bildgewaltiger Roman

Bergleuchten
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In diesem Roman begibt sich der Leser in das Jahr 1872, als der Genfer Bauunternehmer Louis Favre den Zuschlag für den Tunnelbau durch den St. Gotthard bekommt. Bisher beförderten die Fuhrhalter die Waren ...

In diesem Roman begibt sich der Leser in das Jahr 1872, als der Genfer Bauunternehmer Louis Favre den Zuschlag für den Tunnelbau durch den St. Gotthard bekommt. Bisher beförderten die Fuhrhalter die Waren über den Pass mit ihren Pferdewagen. Jetzt fürchten sie um ihre Existenz. Auch die junge Helene begleitet oft ihren Vater bei der gefährlichen Fahrt über den Berg. Als die Bergarbeiter aus Italien ankommen, die von den Einwohnern des kleinen Ortes angefeindet werden, erhält der Mineur Piero bei Helenes Eltern ein Zimmer zur Übernachtung. Helene und Piero hegen bald Gefühle füreinander, doch eine Verbindung zwischen ihnen ist unmöglich.
Dieses Buch hat Karin Seemayer aufwendig und meisterhaft recherchiert. Unter grauenhaften Bedingungen mussten die Tunnelarbeiter ihre Schwerstarbeit, die außerdem schlecht bezahlt wurde, verrichten. Unfälle, bei denen auch Todesopfer zu beklagen waren, waren an der Tagesordnung. Die hygienischen Bedingungen waren katastrophal und erkrankte Leute wurden nach Hause in die Heimat geschickt. Und immer wieder kam es zu Konflikten zwischen den Einheimischen und den Gastarbeitern.
Bildgewaltige Beschreibungen der Landschaft ließen die Orte der Ereignisse plastisch vor meinen Augen erscheinen. Zudem ist es der Autorin hervorragend gelungen, reale und fiktive Personen und Geschehen miteinander zu verbinden. Mehr als einmal musste ich schlucken, denn die überaus spannende Handlung zog mich emotional voll in ihren Bann. Dafür sorgte auch der flüssige und fesselnde Schreibstil, der durch diese Lektüre führt.
Mein Fazit:
Dieser Roman ist für mich ein absolutes Highlight. Voll Überzeugung vergebe ich 5 Sterne und eine ausgesprochene Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.06.2023

Ein bewegender Auftakt der Familiensaga

Wenn Hoffnung uns trägt
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Claras Ehemann ist gilt auch im Jahr 1948 noch als vermisst und so lebt sie mit ihrer Schwägerin, deren kleinem Sohn und ihrer Schwiegermutter in einer winzigen Wohnung im Hamburger Gängeviertel. Den Lebensunterhalt ...

Claras Ehemann ist gilt auch im Jahr 1948 noch als vermisst und so lebt sie mit ihrer Schwägerin, deren kleinem Sohn und ihrer Schwiegermutter in einer winzigen Wohnung im Hamburger Gängeviertel. Den Lebensunterhalt verdient sie sich als Straßenbahnschaffnerin und trifft hier auf den jungen Italiener Matteo.
Mit der Zeit bemerkt sie, dass er ihr mehr bedeutet als er sollte, doch noch besteht die Hoffnung, dass ihr Mann zurückkehrt.
Dieser Auftakt der Familiensaga ist bewegend und voller Dramatik. Die Handlung überrascht immer wieder durch unvorhersehbare Wendungen, die den Spannungspegel stets hoch halten. Bildhaft und nachvollziehbar sind die einzelnen Charaktere dargestellt, so dass ich sie jederzeit greifbar vor meinem inneren Auge hatte. Mit einem flüssigen und fesselnden Schreibstil führt die Autorin durch diesen Roman.
Jetzt kann ich nur sehnsüchtig auf die Fortsetzung warten. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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