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Veröffentlicht am 10.07.2023

Vergessen

Nincshof
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Das sich erinnern spielt in unserem Leben ständig eine große Rolle, beim Einkaufen gehen, in der Schule oder Uni oder im Beruf. Ständig müssen wir uns an das und das erinnern und wenn wir mal ...

Das sich erinnern spielt in unserem Leben ständig eine große Rolle, beim Einkaufen gehen, in der Schule oder Uni oder im Beruf. Ständig müssen wir uns an das und das erinnern und wenn wir mal was vergessen hat das selten positive Auswirkungen.

Mehr als nur das Vergessen, spielt die Freiheit eine Rolle, die man erlangt, wenn man nicht bemerkt wird, die Möglichkeiten, die man hat, wenn niemand einen kennt.

Das bewusste Vergessen spielt auch in diesem Roman von Johanna Sebauer eine große Rolle, wir befinden uns in einem Dorf in Österreich nahe der ungarischen Grenze, eine Gruppe von Dorfbewohner versucht das Vergessen des Ortes zu bewirken, um wieder in ihrer Heimlichkeit leben zu können, währenddessen das neu zugezogenen Paar unbewusst immer mehr diesen Plan vereitelt.

Bei Nincshof handelt es sich um ein sehr gut gelungenes Sommerbuch, welches nicht nur das schöne Ambiente und das Dorfleben schildert und wie es ist, wenn man von der Stadt in ein kleines Dorf zieht, sondern auch tiefer geht und zeigt, dass Aufmerksamkeit nicht das wichtigste ist und auch ein gewisser Charme im Vergessen werden liegt.

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Veröffentlicht am 05.06.2023

Hochaktuell

Über Leben in der Klimakrise
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Die meisten Sachbücher über den Klimawandel thematisieren mögliche Folgen, wie Wasserknappheit und Naturkatastrophen oder Möglichkeiten unseren CO₂ Ausstoß zu verringern.
Dieses Werk von Milena ...

Die meisten Sachbücher über den Klimawandel thematisieren mögliche Folgen, wie Wasserknappheit und Naturkatastrophen oder Möglichkeiten unseren CO₂ Ausstoß zu verringern.
Dieses Werk von Milena Glimbovski spricht weder Folgen für die Zukunft an, noch nennt sie Möglichkeiten weniger CO₂ zu emittieren, es geht ums jetzt und die Folgen, die wir heute schon erleben.

In Zeiten von Hochwasser, immer höheren Temperaturen und weiteren gehäuften Naturkatastrophen müssen wir uns jetzt schon anpassen, auch um unseren Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Es werden strukturelle Möglichkeiten für verschiedenste Bereiche benannt, Wasser, Landwirtschaft, Energie und auch Wirtschaft. Aufgrund der Menge und Komplexität der Themen, werden viele Möglichkeiten nur angerissen, die Grundgedanken werden aber deutlich.

Auch private Möglichkeiten werden angesprochen, diese beschränken sich aber auf den kleinen Bevölkerungsanteil, der die Privilegien hat, sich beispielsweise ihren Wohnort nach der Hochwassergefahr aussuchen zu können.

Dieses Buch bietet einen guten Überblick, was jetzt schon möglich ist, um unseren Standard aufrechtzuerhalten und mit Folgen umzugehen. Wer aber einen genauen Einblick in die genauen Bereiche haben möchte, sollte sich lieber Werke aussuchen, die sich allein mit den genauen Thematiken beschäftigen.

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Veröffentlicht am 24.04.2023

Man soll nicht alles glauben, was man liest

Der Tod in ihren Händen
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Bizarr und skurril, das sind die ersten Worte die mir, nach dem Lesen zu diesem Buch einfallen. Anfangs dachte ich, ich hätte alles im Blick und würde es durchschauen, aber je weiter ich las, desto mehr ...

Bizarr und skurril, das sind die ersten Worte die mir, nach dem Lesen zu diesem Buch einfallen. Anfangs dachte ich, ich hätte alles im Blick und würde es durchschauen, aber je weiter ich las, desto mehr verschwimmt Realität und Imagination.

Ein sehr interessantes Buch, welches vermutlich nicht jedem gefallen wird. Man muss sich drauf einlassen können.

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Veröffentlicht am 25.03.2023

Erschreckend

Institut für gute Mütter
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Die Protagonisten Frida lebt seit kurzem getrennt von ihrem Ex-Mann, die beiden haben eine Tochter zusammen, Harriet. An diesem Tag befindet sich Harriet in ihrer Obhut, um etwas Ruhe zu erhalten, ...

Die Protagonisten Frida lebt seit kurzem getrennt von ihrem Ex-Mann, die beiden haben eine Tochter zusammen, Harriet. An diesem Tag befindet sich Harriet in ihrer Obhut, um etwas Ruhe zu erhalten, lässt sie ihre Tochter kurz alleine. Dies wird bemerkt und der KSB gemeldet und ihr Leben verändert sich für immer.
Die nächsten Monate bestehen aus emotionaler Qual, Ungerechtigkeit und ständiger Überwachung.

Während des lesen musste ich sehr schnell an „Report der Magd“ von Margaret Atwood denken, auch wenn die Welt, der beiden sehr unterschiedlich ist, sind die Rollen der Frauen doch ähnlich.

Als Leser habe ich sehr schnell eine Verbindung zu Frida aufgebaut und ihre Gedanken gleichen sich mit meinen eigenen, auch wenn diese Welt und vor allem das Institut erschreckend und realitätsfern erscheint, dürfen wir nicht vergessen, dass konstanter Druck der Mütter, ungerechte Behandlung durch die Justiz und staatliche Überwachung in vielen Teilen der Welt normal sind.

Es lohnt sich, die angegebenen Artikel zu dem Thema in der Danksagung zu lesen.

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Veröffentlicht am 22.03.2023

Eine Wucht

Das Ende der Ehe
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Auch wenn der Titel suggeriert, es gehe nur um die Ehe, geht dieses Buch doch viel tiefer Liebe, Geld und auch unbezahlte Care-Arbeit. Eine Vielzahl an Themen, die in unseren Beziehungen eine Rolle spielen. ...

Auch wenn der Titel suggeriert, es gehe nur um die Ehe, geht dieses Buch doch viel tiefer Liebe, Geld und auch unbezahlte Care-Arbeit. Eine Vielzahl an Themen, die in unseren Beziehungen eine Rolle spielen.

Die Institution der Ehe wird in all ihren Facetten und Verbindungen beleuchtet, zum Patriarchat und Kapitalismus. Erschreckend deutlich werden die normalisierten Machtunterschiede, zwischen Partner in einer Ehe, aber auch zwischen Paaren/alleinstehenden Personen und Ehepartnern. Die eigenen Anekdoten der Autorin machten das erzählte nochmal greifbarer.

Aufgrund der Menge an Thematiken, werden auch Leser mit Vorwissen neues entdecken. Viele Kapitel regen zum Nachdenken an, vor allem über sich selber und die eigenen vorherigen undifferenzierten Gedanken zur Institution der Ehe.
Ein Buch, das von jedem gelesen werden sollte.

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