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Veröffentlicht am 16.09.2023

Ein Buch, das man nicht so schnell vergisst

Sekunden der Gnade
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Als im Jahr 1974 ein Gerichtbeschluss umgesetzt werden soll, der die Rassentrennung an öffentlichen Schulen aufhebt, sorgt dies für jede Menge Unruhen in der Bevölkerung. Künftig sollen schwarze Schüler ...

Als im Jahr 1974 ein Gerichtbeschluss umgesetzt werden soll, der die Rassentrennung an öffentlichen Schulen aufhebt, sorgt dies für jede Menge Unruhen in der Bevölkerung. Künftig sollen schwarze Schüler mit dem Bus an weiße Schulen gebracht werden und umgekehrt. In Mitten dieser Unruhen macht sich Mary Pat Fennessy Sorgen um ihre 17jährige Tochter Jules. Das ansonsten zuverlässige Mädchen ist nicht nach Hause gekommen. Mary Pat begibt sich auf die Suche und stößt dabei auf eine Mauer des Schweigens. Doch sie gibt nicht auf und setzt alles daran herauszufinden, was mit Jules geschah. Langsam beginnt sie zu begreifen, dass man ihr das Letzte genommen hat, das in ihrem Leben noch wichtig war.

Die Aufhebung der Rassentrenneng ist der Aufhänger zu diesem Roman, steht aber nicht unbedingt im Mittelpunkt. Es ist ein heißer Sommer in Boston. Mary Pat lebt mit ihrer Tochter Jules in Southie, einem Arbeiterviertel, das von irisch stämmigen Menschen geprägt ist.
Das Leben hat es nicht gut gemeint mit Mary Pat, ein Ehemann verstarb, vom zweiten lebt sie getrennt. Ihr Sohn Noel starb durch Drogen. Somit ist ihre Tochter Jules ihr einziger Mittelpunkt. Mit ihrem Verschwinden, entsteht ein riesiges Loch in Mary Pats Leben. Zwar ist sie nicht unbedingt die sympathischste Protagonistin, doch es ist spannend ihre Verwandlung von der verzweifelten Mutter zur harten Kämpferin zu beobachten. Unerschrocken und konsequent zieht sie ihren Rachefeldzug durch. Dabei geht sie schonungslos mit ihren Gegnern um.
Zeitgleich gibt es Ermittlungen im Fall eines jungen Schwarzen, der auf den Bahngleisen ums Leben kam. Hier ermittelt Michael Coyne, den alle aber nur Bobby nennen. Eine sehr sympathische Figur und ein Ausgleich zu den vielen gewaltbereiten Charakteren.
Dennis Lehane zeichnet in seinem Roman die verschiedensten Figuren, die mir sehr authentisch und lebendig erschienen. Szenen, in denen Gewalt ausgeübt wird, gibt es jede Menge. Das Buch ist daher nicht unbedingt für Zartbesaitet geeignet. Deutlich spürbar waren auch die sozialen Spannungen, die zwischen den Randgruppen herrschen.

Rassismus, Mutterliebe und Hass. Themen so unterschiedlich und doch so nah beieinander.
Insgesamt eine Geschichte, die unter die Haut geht. Sehr glaubhaft erzählt und berührend. Ein Buch, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Ein spannender Thriller der Extra-Klasse

Die letzte Nacht
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Seitdem ich Sara Linton vor über 20 Jahren in „Belladonna“ kennenlernen durfte, bin ich ein begeisterter Fan der Autorin Karin Slaughter. Kaum eine andere Schriftstellerin schafft es so extrem spannend ...

Seitdem ich Sara Linton vor über 20 Jahren in „Belladonna“ kennenlernen durfte, bin ich ein begeisterter Fan der Autorin Karin Slaughter. Kaum eine andere Schriftstellerin schafft es so extrem spannend zu schreiben und dabei schonungslos mit dem Leser umzugehen.

In ihrem neuen Fall bekommt Sara während ihrer Schicht im Grady Memorial Hospital eine Notaufnahme herein. Die junge Dani Cooper wird schwerverletzt eingeliefert. Ihre Wunden erinnern Sara fatal an ihre eigenen Verletzungen vor 12 Jahren. Sara kämpft um Danis Leben, doch vergebens. Kurz vor ihrem Tod kann Dani ihr noch zuflüstern, dass sie misshandelt und vergewaltigt wurde. Sara ist fest entschlossen, den Täter zur Verantwortung zu ziehen. Dabei muss sie sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

In den ersten Bänden der Grant County-Reihe ermittelte Sara gemeinsam mit ihrem Ex-Ehemann Jeffrey Tolliver. Seitdem ist viel Zeit vergangen und die Sara von einst hat sich verändert und hat an Format gewonnen. Gleichzeitig trat an Jeffreys Stelle der sympathische Will Trent. Nun ist es bereits der elfte Band der Georgia-Reihe und Will und Sara stehen kurz vor ihrer Hochzeit. Alle Fälle lassen sich unabhängig von einander lesen, da sie in sich geschlossen sind. Aber genauso spannend wie der eigentliche Plot ist die Entwicklung der Hauptfiguren über all die Jahre hinweg. Wer dies verfolgen möchte sollte sich an die chronologische Reihenfolge halten.
Das Buch ist von Beginn an spannend. Das hohe Spannungsniveau hält sich bis zum Ende, trotz der über 550 Seiten Auf der einen Seite ermitteln Sara, Will und seine Kollegin Faith und versuchen den Tod von Dani aufzuklären und gleichzeitig die Verbindung zu Saras Vergangenheit zu knüpfen. Ihnen gegenüber steht eine mächtige Gruppe, die sehr geschickt agiert. Nach und nach treten immer mehr grausame Verbrechen ans Licht.
Auch nach so vielen Jahren schafft es die Autorin mich immer wieder aufs Neue zu schockieren, in dem sie kein Blatt vor den Mund nimmt. In so mancher Szene geht es ziemlich hart zur Sache. Das Buch ist für Zartbesaitete also nur eingeschränkt zu empfehlen. Insgesamt ist der Schreibstil aber angenehm flüssig und man kann sich bestens in die Geschichte hineinversetzen.

Beste Thriller-Unterhaltung und ein Muss für alle Fans von Sara Linton und Will Trent. Karin Slaughter schreibt einfach nur genial!

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Veröffentlicht am 16.07.2023

Genial und spannend wie gewohnt

Der Lehrmeister: Thriller
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In ihrem neuesten Fall bekommt es die Sonderermittlerin Laura Kern mit einem perfiden Serienmörder zu tun. Er lockt seine Opfer auf abgelegene Plätze im Wald, um sie zu töten. Um den Hals der Toten findet ...

In ihrem neuesten Fall bekommt es die Sonderermittlerin Laura Kern mit einem perfiden Serienmörder zu tun. Er lockt seine Opfer auf abgelegene Plätze im Wald, um sie zu töten. Um den Hals der Toten findet sich jeweils eine fortlaufend nummerierte Schiefertafel, die mit einem Zitat versehen ist. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Max Hartung nimmt Laura die Ermittlungen auf.

Es ist bereits der achte Fall für Laura Kern vom LKA Berlin. Die Fälle lassen sich unabhängig von einander lesen, da sie in sich geschlossen sind. Nur wer die Entwicklung des Privatlebens von Laura und Max miterleben möchte, sollte sich an die chronologische Reihenfolge halten. Aber auch hier wird ausreichend erklärt, sodass man sich bestens in der Handlung zurechtfindet.
Der Autorin gelingt es von Beginn an Spannung zu erzeugen, die sich im Verlauf sogar noch steigert. Auf der Suche nach dem Täter kann man wieder bestens miträtseln, denn in gewohnter Manier legt Catherine Shepherd viele falsche Fährten aus, die zu falschen Verdächtigen führen. Der flüssige und spannende Erzählstil lassen einen regelrecht durch die angenehm kurzen Kapitel fliegen. Mit dem Ende konnte die Autorin mich erneut überraschen. Mit diesem Ausgang hatte ich wieder nicht gerechnet, zudem war er absolut stimmig.

Fazit: Egal, ob es sich um die Reihe mit Laura Kern, die Serie mit der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz oder die Zons-Reihe handelt: alle Thriller aus der Feder von Catherine Shepherd sind einfach nur genial. Es war wieder ein tolles Leseerlebnis. Absolut zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 06.07.2023

Bis zum Ende enorm spannend

Nicht ein Wort zu viel
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Faja Bartels ist ein waschechter Buchjunkie. Sie ist nicht nur Buchbloggerin, sondern arbeitet zudem noch in einer Buchhandlung. Während dort eine Lesung stattfindet, erhält Faja eine Nachricht, in der ...

Faja Bartels ist ein waschechter Buchjunkie. Sie ist nicht nur Buchbloggerin, sondern arbeitet zudem noch in einer Buchhandlung. Während dort eine Lesung stattfindet, erhält Faja eine Nachricht, in der ein befreundeter Buchblogger sie um Hilfe anfleht. Mit Folie an einen Stuhl gefesselt fordert er sie auf eine spannende Geschichte zu erzählen, die aus nur fünf Worten bestehen darf. Andernfalls müsse er sterben. Faja hält das Ganze für einen Scherz, doch am nächsten Morgen erhält sie ein Video, das den Tod des Freundes belegt. Die Polizei ahnt noch nicht, dass der Tod des Hobbyrezensenten kein Einzelfall ist. Ein Serienkiller mordet sich durch die Buchbloggerszene und immer lautet die Aufforderung: Erzähl mir eine spannende Geschichte mit nur fünf Worten…

Andreas Winkelmann ist schon seit Jahren ein Garant für spannende Thriller. Und so ist es auch bei diesem Werk. Spannend geht es los und man wird direkt in die Geschichte geworfen. Die Perspektiven wechseln ständig und man findet sich mal in der Opfer-, mal in der Ermittlerrolle wieder. Kommissar Simon Schrader ist eine sehr sympathische Figur, der sich erst einmal in Buchbloggerszene zurechtfinden muss. Gleichzeitig gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang mit einem weiteren Ermittler. Zielfahnder Jaroslav Schrader, der nach einer missglückten Festnahme, die mit fatalen Folgen endete, wird erst mal kaltgestellt. Er wird auf die Spur eines jungen Mannes gesetzt, der seit mehreren Tagen vermisst wird. Zunächst ist es noch völlig unklar, was die beiden Handlungsstränge miteinander zu tun haben, doch auch hier zeichnen sich im Verlauf die Verbindungen ab.
Viele der kurzen Kapitel enden mit einem Cliffhanger und man möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Verdächtige gibt es auch jede Menge, die alle ein mögliches Motiv vorweisen können. Man fiebert förmlich mit bei der Suche nach der Identität des Täters. Es bleibt also bis zum Ende enorm spannend und das Buch punktet mit einer unerwarteten Auflösung.
Gut fand ich, dass hier auch mal das Thema Buchbewertung und Hobbyrezensenten angeschnitten wurde. Nicht jeder macht sich beim Schreiben einer Rezension Gedanken darüber, welche Auswirkungen dies auf den Autor hat, der viel Zeit aufgewendet hat um an einem Buch zu schreiben. All die Mühen werden dann von so manchem Buchblogger mit Füßen getreten, indem er eine vernichtende Rezension schreibt und diese dann auch noch breit streut.
Insgesamt ein sehr spannendes und temporeiches Buch, ein typischer Pageturner. Ich freue mich schon auf das nächste Werk.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Top Thriller - brutal und spannend zugleich

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
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Tom Bachmann ist Kriminalpsychologe beim BKA. Nicht umsonst nennt man ihn auch den „Seelenleser“, da er sich perfekt in die Gedankenwelt eines Täters hineinversetzen kann.
Als Lisa, eine alte Bekannte ...

Tom Bachmann ist Kriminalpsychologe beim BKA. Nicht umsonst nennt man ihn auch den „Seelenleser“, da er sich perfekt in die Gedankenwelt eines Täters hineinversetzen kann.
Als Lisa, eine alte Bekannte Toms ihre beste Freundin Melinda vermisst, wendet sie sich hilfesuchend an ihn. Melinda war als erfolgreiche Influencerin tätig. Auf Instagram gab sie mit einem Abschiedsbild bekannt, dass sie eine Auszeit in Dubai plant. Doch Tom erkennt sofort, dass die Frau auf dem Bild bereits tot ist. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer…

Nach „Der Blutkünstler“ und „Der Zoom-Killer“ legt die Autorin Chris Meyer bereits den dritten Thriller rund um Tom Bachmann vor. Die Fälle sind zwar in sich geschlossen, dennoch empfehle ich die chronologische Einhaltung der Reihenfolge, damit man die privaten Entwicklungen und Nebenhandlung besser verstehen kann.
Rasant geht es los und man ist gleich mitten im Geschehen. Hautnah erlebt man mit, wie der Täter sein Opfer „bearbeitet“. Dabei spart die Autorin auch nicht an blutigen Details, der Leser sollte also nicht zu zartbesaitet sein, sondern starke Nerven haben.
Zusätzlich zu Toms Jagd nach einem Serienkiller gibt es noch eine zweiten Handlungsstrang, bei dem es um Toms Jugendfreund Aaron geht. Dieser wurde, wie auch Tom in seiner Kindheit von Toms Vater Dr. Bachmann geprägt und zu einem Killer erzogen. Ein Stück Vergangenheit, dass Tom gerne aus seinem Gedächtnis löschen würde, das ihn aber immer wieder einholt. Aaron führt einen Rachefeldzug gegen eine Gruppe, die mit Organen von Kindern handeln. Die Handlung switcht zwischen den beiden Erzählsträngen hin- und her. Dadurch wird die enorme Spannung nochmals gesteigert. Auch in die Täterperspektive werden kleine Einblicke gewährt, sodass man bestens miträtseln kann, was den Täter antreibt. Es bleibt aber bis zur letzten Seite ungemein spannend.

Insgesamt ein sehr temporeicher und unglaublich spannender Thriller, der aber auch viele brutale Szenen beinhaltet. Für mich war es ein Thriller-Highlight – ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

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