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Veröffentlicht am 28.10.2017

Sinnlos in Paris

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 11
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Aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen soll Oscar Wilde auf Befehl seines Chefs Mycroft Holmes nach Paris reisen. Die Tochter des französischen Präsidenten ist verschwunden und der Zirkel ist vielleicht ...

Aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen soll Oscar Wilde auf Befehl seines Chefs Mycroft Holmes nach Paris reisen. Die Tochter des französischen Präsidenten ist verschwunden und der Zirkel ist vielleicht hinter ihr her, um bei ihr Irrsinn nachzuweisen, somit auch dem Präsidenten Irrsinn nachzuweisen und somit Frankreich und England in einen Krieg zu treiben. Wilde und Payton, der Doktor, reisen gemeinsam, lernen Emile Zola kennen und erleben Abenteuer, die tödlich enden könnten.

Nach dem letzten Teil dachte ich, es geht wieder aufwärts, doch dieser Teil belehrte mich eines Besseren. Es kann immer noch wieder schlimmer und dümmer kommen, und hier fiel ich ins Fremdschämen vor lauter Sinnlosigkeit und Blödsinn, der in diesem Teil zu finden war. Ich kann nicht mal mehr wirklich Positives in den Sprechern finden, weil ich das Gefühl hatte, dass selbst die nicht wussten, wie sie so einen Unsinn tragen sollen und von daher recht lustlos agierten. Die nicht nachvollziehbaren Handlungen und Gedanken taten ein Übriges und bei aller Liebe zu Hörbücher kann ich nicht mehr als 1,5/5 Punkten geben und hoffen, dass es mit der Talfahrt jetzt mal wirklich gut ist.

Veröffentlicht am 27.08.2017

Arsed - Nur ein Ami kann die Welt retten

Armada
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Zachary Lightman ist der Luke Skywalker dieser Story. Sein Vater ist auch nicht Darth Vader, sondern tot. Glaubt er zumindest. Statt mit einem Laserschwert spielt er mit Konsolen, und richtig gut ist er ...

Zachary Lightman ist der Luke Skywalker dieser Story. Sein Vater ist auch nicht Darth Vader, sondern tot. Glaubt er zumindest. Statt mit einem Laserschwert spielt er mit Konsolen, und richtig gut ist er im Spiel Armada, in dem man als Drohnenpilot feindliche Raumschiffe abschießt. Eines Tages stellt sich heraus, dass dieses Game gar keines ist, sondern benutzt wurde, um Millionen Drohnenpiloten auf der Welt auszubilden. Die Außerirdischen gibt es wirklich, und sie klopfen bereits an die sonnensytemische Tür der Erde - in der vollen Absicht, alle Menschen zu vernichten. Plötzlich ist Zack ein Leutnant der Earth Defence Alliance und Darth Vader sagt: Ich bin dein Vater. Oder so.

Ähm ... Ja. Nach Beendigung des Hörbuchs saß ich so da und dachte ... nichts. Keine Ahnung, was sich der Autor dabei gedacht hat. Yeah, ich werfe mal alle Ami-Klischees auf einen Haufen, benutze Gameranspielungen, die außer Gamern niemand versteht, mixe das mit Uralt-Musik aus den 80igern, die keiner kennt und sehe mal zu, wie's ankommt? Dazu unerträgliche Worthülsen wie: "Wir suchen nach Zack Lightman - es geht um die nationale Sicherheit!" oder so ähnlich? Heldenhafter Opfermut von heldenhaften Amis, der gefeiert wird, während ein sich opfernder Chinese keiner Erwähnung mehr bedarf? Die Chinesen haben ja zwei Milliarden Leute, auf einen mehr oder weniger kommt's wohl nicht an, oder was? Dazu die Behauptung, Viper sei ein guter Mann, obwohl er auf seinen Freund geschossen hat? Was zum Geier war das hier? Warum habe ich bis zum Schluss diesen Krampf angehört? Ich dachte die ganze Zeit, es gäbe eine coole politische Auflösung, etwas, das mich zum Schluss mit allem versöhnt. Warum gebe ich anderthalb Punkte? Zwei Gründe: Es wird erwähnt, dass Amis vielleicht nicht nur heldenhaft, sondern auch mal richtig fett schuld an der Misere sein könnten und der großartige Sprecher. Selbst er konnte das Buch nicht besser machen, aber wenigstens erträglich zu hören. Feine Leistung! 1,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 19.08.2017

Sauerei im Wildpark

Wildfutter
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Der Tiger ist verschwunden.
Der Tiger war der Superstar der Fußballjugendtrainer, heiß und innig geliebt (meistens von den Fußballmüttern), verhasst bei anderen (meistens den Fußballvätern).
Dann stolpert ...

Der Tiger ist verschwunden.
Der Tiger war der Superstar der Fußballjugendtrainer, heiß und innig geliebt (meistens von den Fußballmüttern), verhasst bei anderen (meistens den Fußballvätern).
Dann stolpert der pensionierte Kriminalbeamte Pangratz, der sich widerrechtlich nachts im Wildpark Blindham herumtreibt über eine Hand. Statt die Hand zu schütteln, schüttelt es ihn, denn es handelt sich um das einsame, eiskalte Händchen des Verschwundenen. Pangratz, der erst vor kurzem aufs Abstellgleis geschoben wurde, beschließt mit Hilfe seiner Tochter Jo Coleman, den (tiefen) Fall des Tigers vor seinem Nachfolger in der Mordkommission zu lösen.

Ich versuche mal, es irgendwie höflich auszudrücken: Die einzigen Schweine, die nicht stets und ständig an Sauereien gedacht haben, waren die im Wildpark. Ansonsten habe ich bis zum Schluss dieses sinnlos langgezogenen, fast 500 Seiten langen diskrimierenden, frauen- und menschenverachtenden Machwerks nicht begriffen, was hieran ein "Rosenheimkrimi" sein sollte. Nur weil ein (zerstückelter) Toter auftaucht, ist das noch lange kein Krimi. Und weil einer Pangratz heißt und zweimal einen bayerischen Ausdruck benutzt, ist es nicht regional. Niemand interessiert sich hier wirklich für das Schicksal des Tigers, am allerwenigsten die Polizei, die natürlich in Form eines absolut dümmlichen Bullen daherkommt. Pangratz und sein zweiter Frühling, so vermute ich, sollten bayerisch-überzeichnet witzig wirken, genauso wie die Gedanken des Nachfolgers des Tigers. Auf einen durchschnittlich intelligenten Menschen kann das nur abstoßend wirken, und auch wenn es heißt "Sex sells", gilt in mancher Hinsicht doch eher "Weniger ist mehr", zumal wenn es so widerlich verkauft wird. Das war mal nichts, höchstens noch für Hardcorefußballfans, und sollte es - was sämtliche bayerischen Götter verhindern mögen -, zu einem Nachfolger kommen, so auf jeden Fall ohne meine gepflegte Langeweile und Abscheu. 1,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 05.02.2026

Teuflisch

Devil's Deal
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Jaga ist eine junge Frau, die in ihrem Dorf fast nur mit Misstrauen und Verachtung behandelt wird. Sie besitzt magische Kräfte und möchte die Heilerin ihrer Gemeinde werden, aber weil man sie für eine ...

Jaga ist eine junge Frau, die in ihrem Dorf fast nur mit Misstrauen und Verachtung behandelt wird. Sie besitzt magische Kräfte und möchte die Heilerin ihrer Gemeinde werden, aber weil man sie für eine Hexe hält, wird jemand anders für diesen Posten ausgesucht. Doch dann passiert das Unmögliche: Während der Sommersonnenwende erscheinen Götter und Dämonen auf dem Festplatz und Jaga tanzt die ganze Nacht mit Woland, dem Teufel, der sie für sich beanspruchen will. Doch dafür soll sie in seinen Besitz übergehen und sie weiß nicht, was er plant, also lehnt sie ab. Von nun an macht er ihr das Leben zur Hölle.

Es wird als dunkle Enemies-to-Lovers-Romantasy angepriesen, aber ganz ehrlich? Was ist daran romantisch? Ich sag's euch ohne Spoiler: nichts. Wer das als romantisch verkauft, hat jedenfalls eine andere Vorstellung von Romantik als ich. Woland manipuliert sämtliche Menschen und wenn das nicht reicht, bringt er einfach Leute um, die Jaga am Herzen liegen. Wenn sie nicht will, dass anderen noch mehr passiert, muss sie Sex mit ihm haben. Keine Ahnung, wer das als Romantasy betrachtet, mir bereitet es Übelkeit. Eigentlich schade, weil die Autorin gut schreiben kann und auch Athmosphäre aufbaut. Ich hatte mich auf slawische Folklore gefreut, aber das war einfach furchtbar.

Veröffentlicht am 29.11.2025

Eisbär und Schmetterling

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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Velvet ist eine Dämonenreiterin, das heißt, in ihrem Inneren lebt ein Dämon, den sie irgendwann bezwungen hat, und ihr Job ist es, Dämonen zu töten. Eigentlich wollte sie in der Hexenakademie aufgenommen ...

Velvet ist eine Dämonenreiterin, das heißt, in ihrem Inneren lebt ein Dämon, den sie irgendwann bezwungen hat, und ihr Job ist es, Dämonen zu töten. Eigentlich wollte sie in der Hexenakademie aufgenommen werden, doch in ihrer Vergangenheit ist etwas vorgefallen, das ihr diesen Weg verbaut hat. Jetzt erfährt sie dank ihrer dämonischen Visionen, dass die Götter getötet werden sollen. Um das zu verhindern, braucht sie das Blut von sieben Göttersöhnen. Leider sind die nicht so einfach aufzuspüren - mit Ausnahme von einem: Kashmere Sinclaire, ihr Ex-Freund. Velvet würde sich (zu Recht) lieber einen Arm amputieren, als mit diesem Mafiaboss Kontakt aufzunehmen, doch sie hat leider keine andere Wahl, denn sie braucht seine Hilfe.

Das Positive vorneweg: Die Autorin kann schreiben und hat coole Ideen. Leider neigt sie dann dazu, ihre coolen Ideen in den Sand zu setzen, weil sie ein Faible für dermaßen Red-Flag-Loveinterests hat, dass einem normalen Menschen das Grausen kommt. Und sie sich auch viel zu sehr auf ihre Charaktere stützt, ohne diese in irgendeiner Form weiterzuentwickeln. So liest man also ein 500-Seiten-Buch mit einem Plot, der zum Schluss überhaupt keinen Sinn mehr ergibt, Hauptsache, es werden ständig die beiden Hauptpersonen in Kontakt gebracht. Dabei ist es äußerst unangenehm, über Kash zu lesen, weil der eigentlich eher der Prota einer (Dark) Mafiaromance sein sollte. Aber anscheinend ist es egal, dass er ungebeten Gedanken von anderen liest, dass er sich ständig abfällig über die Prota äußert, dass er eifersüchtig ist, obwohl er kein Recht dazu hat, dass er über die Bedürfnisse und Äußerungen der Prota hinwegstiefelt. Ich weiß ja, dass die Autorin auf diese Art von Red Flags steht, aber ich hoffe immer wieder so sehr, dass sie vielleicht ein einziges Mal anständige Männer auf ihre Welten loslässt.

Ich verstehe nicht, wie man es sexy finden kann, wenn ein rasend eifersüchtiger Typ seinem fast unsterblichen (Götter)Bruder mehrmals ein Messer in den Leib rammt, um ihm Schmerzen zu bereiten. Wie man demselben Typen alles verzeihen kann, obwohl er alles falsch gemacht hat, wie man diesen Typen sexy finden kann, wenn er den eigenen Lehrling bedroht. Das ist alles schon schlimm genug, aber am schlimmsten ist, dass das ganze Hin und Her um das Götterblut völlig sinnlos war. Und sich dieser Typ als ein absoluter Verräter und widerlicher Opportunist herausgestellt hat. Wie üblich ist das aber alles nicht so wild, weil der Kerl hooooottttt as hell ist. Na dann.