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Veröffentlicht am 07.04.2025

Als der Weltraum über die Erde kam

Lyneham
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Irgendwann in einer fiktiven Zukunft der Menschheit: Der Planet Erde ist unbewohnbar geworden, die letzten Verbliebenden werden im Stase-Schlaf zu einem entfernten Mond geflogen: Perm. Auch der 12-jährige ...

Irgendwann in einer fiktiven Zukunft der Menschheit: Der Planet Erde ist unbewohnbar geworden, die letzten Verbliebenden werden im Stase-Schlaf zu einem entfernten Mond geflogen: Perm. Auch der 12-jährige Henry fliegt mit seinem Vater sowie seinen Geschwistern dorthin, die Landung steht kurz bevor. Nicht mit dabei: Seine Mutter Mildred Meadows, eine Wissenschaftlerin, die mit weiteren Fachkräften das Terraforming des Mondes vorbereiten soll. Bei der Ankunft erwartet Henry jedoch nicht die versprochene Welt, sondern eine lebensbedrohliche Atmosphäre mit einer zunächst unsichtbaren Bedrohung. Was ist geschehen? Und warum?
Generell lese ich Science Fiction sehr gern, hier hat mich die Andeutung neugierig gemacht, dass die Mutter vor deutlich früherer Zeit als ihre Familie bereits auf dem Mond gelandet sein soll. Und dennoch herrscht dort eine derart lebensfeindliche Atmosphäre? Meine Neugier war geweckt.
Den Beginn des Romans empfand ich in doppelter Hinsicht als holprig: Henrys Raumschiff legt auf Perm eine Bruchlandung hin und der Junge wird mit einer Welt konfrontiert, in welcher nicht nur die Umgebung, sondern auch schnell die Mitreisenden zu Feinden werden können. Das zum Einen, holprig für Henry. Dann empfand ich es als unlogisch, dass das System des Raumschiffs die Reisenden kurz vor Ankunft im Schiff herumspazieren lässt, nur um viel zu spät die Leute in ihre Stasekammern zurück zu ordern, damit sie bei der Landung nicht die Konsistenz von Apfelmus annehmen? Und die anschließende Beschreibung des unwirtlichen Mondes aus Sicht eines naiven Zwölfjährigen war, nunja, eine Herausforderung. Danach wurde es zum Glück besser und die Unterbringung der Menschen in den abgeschotetten Biom-Systemen blieb Dank Henrys Perspektive frei von zu vielen technischen Details. Neben den sozialen Herausforderungen in den Biom-Systemen wird mit der Zeit eine zweite Zeitlinie immer interessanter: die der Mutter. Mildred Meadows ist mit einer Gruppe von Wissenschaftlern für den Konzern Rayser mit einem schnelleren Raumschiff später losgeflogen, um VOR ihrer Familie auf Perm zu landen und durch Geo-Engineering die Atmopshäre für den Menschen lebenstauglich zu gestalten. Ihre Beschreibung dieser Welt ist dank ihres Backgrounds deutlich detaillierter, zudem stellt sie diverse Untersuchungen an und zieht ihre eigenen Schlüsse, welche nicht immer im Interesse ihres Arbeitgebers liegen. Wobei die brilliante Forscherin als Charakter stellenweise ebenso polarisierend sein kann wie ihr egozentrischer Vorgesetzter.
Kurz gesagt: In beiden Zeitlinien kristallisieren sich nach und nach Probleme heraus, welche zum Schluss miteinander verknüpft werden.
Den anfangs holprigen Start und die zunächst etwas schwierige Vorstellung der Gegebenheiten machen die Ideen rund um die Welt Perms sowie die Auflösung des Ganzen wieder wett. Dennoch waren mir einige Charaktere zu schwarzweiß gezeichnet, so dass ich dem Buch 4,5 von 5 Sternen gebe.
Das Buch kommt als hochwertige Klappenbroschur daher, ist nicht nur optisch sehr ansprechend (in den Klappen befinden sich zwei Karten des Mondes Perm), sondern auch von der Verarbeitung überzeugend: Mein Exemplar sieht nach dem Lesen aus wie neu, trotz des 500-seitigen Umfangs. Ein Glossar am Ende des Romans erklärt zudem in kurzen Worten die wichtigsten Begriffe.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Anreize und Gründe, mehr für sich selbst zu sorgen

Selbstfürsorge - dein Anker in turbulenten Zeiten
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Die Autorin, tätig als Psychotherapeutin im Bereich Verhaltenstherapie, bietet mit ihrem Buch eine gute Basis zu den Themen Selbstfürsorge, Selbstwertgefühl und gesunder Egoismus. So kann dieses Sachbuch ...

Die Autorin, tätig als Psychotherapeutin im Bereich Verhaltenstherapie, bietet mit ihrem Buch eine gute Basis zu den Themen Selbstfürsorge, Selbstwertgefühl und gesunder Egoismus. So kann dieses Sachbuch unterstützend zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen oder begleitend auf dem Weg zu einem gesünderen Ich genutzt werden.
Nach einer kurzen Einleitung ist das Buch in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil veranschaulicht die Bedeutung der Selbstfürsorge, warum diese für den Menschen so wichtig und was fehlende Selbstfürsorge für Probleme bereiten kann. Der zweite Teil dreht sich ums Aktivwerden. Hier werden erste Tipps und Anregungen gegeben, sich in verschiedenen Bereichen mehr um sich selbst zu sorgen wie um den Körper und die Psyche sowie die Bedeutung verschiedener Denkweisen und Bewertungen von Situationen. In beiden Teilen gibt es jeweils Reflexionsfragen bzw. Übungen, welche einem helfen können, sich mehr mit den Themen auseinander zu setzen.
Ein Sach- bzw. Selbsthilfebuch ist immer etwas schwierig zu bewerten, da jede Person mit anderen Erwartungen an solche Bücher herangeht. Besonders hervorheben möchte ich den sehr sympathischen und leicht zu lesenden Schreibstil der Autorin. Dies machte sich gleich im ersten Teil mit den theoretischen Hintergründen positiv bemerkbar. Auch empfand ich die Reflexionsfragen hier sehr gut gewählt, wenn man für sich eingehender an die Themen herangehen will.
Der zweite Teil, wo es um praktische Tipps in verschiedenen Bereichen des Lebens geht, bietet jeweils erste Anregungen und Tipps wie z. B. sich um den Körper sorgen, der Umgang mit Stressoren, wie man soziale Kontakte pflegt oder wie man lernen kann, mittels ABC-Modell gelassener mit Situationen umzugehen. Hier würden tiefreichendere Tipps natürlich den Rahmen sprengen bzw. kann das Buch ggf. notwendige gezieltere Hilfe nicht ersetzen. Als Rundum-Überblick auf verschiedene Bereiche, in denen man für sich vielleicht etwas ändern möchte, empfinde ich das Buch als ausreichend. Zumal es auch hier Reflexionsfragen bzw. Übungen gibt als Unterstützung.
Ein äusserst sympathisches und gut verständliches Sachbuch zum Thema Selbstfürsorge, welches Hintergründe verständlich erklärt und viele Tipps, Anregungen und Reflexionsfragen bietet, um sich leichter mit den verschiedenen Themen auseinandersetzen oder bewusster etwas ändern zu können.

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Veröffentlicht am 21.07.2023

Nerd in Nöten

Let's Play - Teil 1
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Ich liebe Webtoons, und mit den Themen Gaming und Nerds musste ich dieses Buch einfach lesen. Zumal das Cover schon einiges an Chaos verspricht.
Inhaltlich geht es um Sam, die, wenn sie nicht im IT-Unternehmen ...

Ich liebe Webtoons, und mit den Themen Gaming und Nerds musste ich dieses Buch einfach lesen. Zumal das Cover schon einiges an Chaos verspricht.
Inhaltlich geht es um Sam, die, wenn sie nicht im IT-Unternehmen ihres Vaters arbeitet oder mit ihrer Gamer-Gruppe unterwegs ist, an ihrem eigenen Videospiel schreibt. Worin sie auch definitiv Talent hat. Viewtuber und Influencer Marshalls Talent liegt hingegen darin, online Games zu testen und seine Community via Livestreams zu unterhalten. Dabei zerreißt er Sams Spiel aufs Übelste, mit schwerwiegenden Folgen für sie. Und zu allem Übel ist ihr neuer Nachbar niemand anderes als Marshall.
In dem Buch hat mir besonders Sam sehr gut gefallen, die zwar intelligent und sympathisch, zugleich jedoch introvertiert und mit Sozialphobie ausgestattet in die Erzählung startet. Sich da gegen den neuen, extrovertierten Nachbarn zu behaupten gestaltet sich schnell als neuer Task, doch auch im Job lernt Sam, aus sich herauszukommen und stärker zu werden. Unterstützung erhält sie von ihren Freundinnen ebenso wie von den Kollegen oder, eher symbolischer Natur, von ihrem Hund Bowser.
Das Buch ist komplett durchcoloriert und in westlicher Leserichtung. Die Panels sind dynamisch angeordnet, detailreich und machen einfach Spaß. Neben Sam empfand ich auch ihre Gamerclique als herrlich schräg. Hier hat die Autorin gekonnt mit dem Vorurteil aufgeräumt, Gamer würden wie verranzte Höhlenmenschen nur in irgendwelchen dunklen Nerdräumen rumhocken und Chips futtern. Die drei potentiellen Love Interests wirken momentan teilweise noch etwas blass und wie für den zweiten Band in Stellung gebracht, da wird dann wohl mehr zu kommen. Schade ist das abrupte Ende der Story. Ansonsten ein herrlich schräger Webtoon mit unterhaltsamem Gaming-Touch und kleiner Bonusstory.

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Veröffentlicht am 02.04.2023

Unkonventionell, unterhaltsam, gut

Pirlo - Falsche Zeugen
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Nachdem mir der erste Band rund um den unkonventionellen Strafverteidiger Anton Pirlo und seine Partnerin Sophie Mahler bereits fantastische Lesestunden bereitet hat, war ich gespannt auf den Folgeband. ...

Nachdem mir der erste Band rund um den unkonventionellen Strafverteidiger Anton Pirlo und seine Partnerin Sophie Mahler bereits fantastische Lesestunden bereitet hat, war ich gespannt auf den Folgeband. Diesmal gibt es nach einem Streit zwischen den ansässigen Clans einen Toten, aber niemand will es gewesen sein. Trotzdem steht für den Clans des Opfers der Schuldige bereits fest, und ebendieser sucht Hilfe bei Pirlo und Sophie Mahler. Gar nicht so einfach, nun dessen Unschuld zu beweisen, wo doch viele Indizien für dessen Schuld sprechen. Zudem gilt es, einen blutigen Racheakt zu verhindern.
Der Stil ist wieder herrlich erfrischend und ebenso unkonventionell wie Pirlo selbst. Seine eigene familiäre Vergangenheit holt ihn während des Falles ebenso ein wie auch Sophies Familie ihr in gewissen Punkten keine Ruhe lässt. Dass Pirlo unterwegs sein Ziel ein wenig aus den Augen verliert und Sophie hängen lässt scheint eine Schwäche zu sein, die beide Beteiligten mal dringend klären sollten. Aber auch dies passt auf gewisse Weise zum nicht so ganz gradlinig arbeitenden Pirlo.
Wem der erste Band gefallen hat sollte sich auch den zweiten Band nicht entgehen lassen. Pirlos Verhalten und Wortwahl sind stellenweise herrlich erfrischend und Sophie Mahler als toughe Kollegin hat mal wieder den Blick für das fehlende Puzzlestück.

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Martial Arts Piratin

Shi Yu
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Spannend erzählt der Autor vom Leben der Chinesin Shi Yu, welche als junge Waise mit den höheren Kampfkünsten in Berührung kommt und über Umwege zur Befehlshaberin der größten Piratenflotte der chinesichen ...

Spannend erzählt der Autor vom Leben der Chinesin Shi Yu, welche als junge Waise mit den höheren Kampfkünsten in Berührung kommt und über Umwege zur Befehlshaberin der größten Piratenflotte der chinesichen Meere wird, angelehnt an die einstige Piratin Zheng Yisao.
Durch einen Zufall lernt Shi Yu den Wushu der Luft und des Wassers, eine alte Kampfkunst früherer Piraten, welche stark an Martial Arts Filme erinnert, in denen die Kämpfenden Wände hoch laufen und meterweit durch die Luft fliegen können. Über Umwege wird aus der einstigen Bediensteten einer Schenke eine junge Piratin, deren Mut sie schon bald zu einer erfolgreichen Anführerin werden lässt. Mächtige Gegner, Verrat und Misstrauen begleiten sie auf ihrem Weg, welcher nicht selten steinig ist. Tatsächlich gibt es auch einige grauenvolle Momente in ihrem Leben, welche stets jugendgerecht bleiben und ich als äusserst bewegend empfand. Bewundernswert sind Shi Yus Kampfeswille, ihr Mut und ihr Durchhaltevermögen. Ihre besonderen Kampfkunst-Fähigkeiten wirken manches Mal etwas fantastisch, verleihen dem Ganzen allerdings auch das gewisse Etwas. Trotz einiger von mir empfundenen Längen sehr genial, für Jugendliche sowie für Erwachsene.

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