Profilbild von Elohym78

Elohym78

Lesejury Star
offline

Elohym78 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Elohym78 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2023

eine magische und unvergessliche Reise nach Anderswo

Hotel Magnifique – Eine magische Reise
0

Auf dem Sterbebett versprach Jani ihrer Mutter, immer auf ihre kleine Schwester Zosa achtzugeben und an ihrer Seite zu bleiben. Dies gelingt ihr mehr schlecht als recht, sind die beiden Kinder doch bettelarm ...

Auf dem Sterbebett versprach Jani ihrer Mutter, immer auf ihre kleine Schwester Zosa achtzugeben und an ihrer Seite zu bleiben. Dies gelingt ihr mehr schlecht als recht, sind die beiden Kinder doch bettelarm und nutzten das letzte bisschen Geld, um von ihrer kleinen Insel Aligney in die große Stadt Durc zu flüchten, um dort einen Neuanfang zu wagen. Doch arm bleibt arm und die beiden Schwestern kämpfen jeden Tag um ihr Überleben. Bis sie eines Tages die Annonce des Hotel Magnifique sehen, das neues Personal sucht. Spontan bewerben sich Zosa und Jani und gelangen in eine schier magische Welt. Jeder Raum ist verzaubert, viele Bedienstete sind Hexer und das Hotel reist Punkt Mitternacht zu einem anderen Ort. Jeder Gast ist begeistert von diesem unvergesslichen Erlebnis. Obwohl, unvergesslich ist es schon, denn nach dem Urlaub sorgt ein Zauber dafür, dass die Gäste die Erlebnisse vergessen und nur im Gedächtnis behalten, dass der Aufenthalt im Hotel Magnifique zauberhaft war.

Das Cover zeigt das zauberhafte Hotel Magnifique, umringt von Federn und einer schier unendlichen Nacht. Ein Schlüssel an einer Kette baumelt aufreizend am unteren Rand und scheint mich zu locken, ihn zu nutzen. Bei diesem Coverbild bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite zeigt es alles, was das sagenhafte Hotel auszeichnet und besonders macht und doch ist es düsterer, als ich es mir gewünscht hätte. Denn wo Schatten ist, ist auch Licht und die vielen unvergesslichen magischen Momente strahlen in mir hell wieder und ich hätte sie mir auch leuchtend auf dem Cover gewünscht. Andererseits ist das Buch auch düster, beklemmend und grausam, so dass die vorherrschende schwarze Farbe seine Berechtigung findet.

Ich hatte auf ein zauberhaftes und magisches Buch gehofft; ja mich förmlich nach unvergesslichen Momenten gesehnt und sie mir herbei gewünscht. Emily J. Taylor enttäuschte mich in keinerlei Hinsicht, sondern überschlug sich schier mit ihren phantastischen Bildern. Die Autorin ließ eine magische Welt vor meinem inneren Auge entstehen, die ich schon lange nicht mehr in einem Buch erleben durfte. Voller Staunen ließ ich mich im Hotel Magnifique von Raum zu Raum treiben und bewunderte jede Ecke, jede Tür und die schier unendlichen Möglichkeiten, die es den Gästen zu bieten hatte. Federleichte, schwebende Kissen, ein Fenster, das die Heimat des Betrachters zeigt, Champagnerbrunnen und Süßigkeitenbäume sind nur eine kleine Auswahl, die das Hotel Magnifique zu bieten hat. Doch leider sind die Wunder nur für die Gäste gedacht. Und das auch nur für die zahlenden. Alle anderen werden ausgebeutet, wenn sie Glück haben. Getötet, wenn sie Pech haben. Denn der Maître ist ein grausamer Mensch, der einzig sein Wohlbefinden im Blick hat. Diesen Spagat zwischen Verzauberung und Entsetzen gelang Emily J. Taylor einfach meisterhaft und ich genoss jede Seite dieses wunderbaren Buches. Auch wenn das Hotel Magnifique grausam ist, sind seine magischen Seiten doch unbeschreiblich schön und zogen mich in seinen Bann.

Doch nicht nur das Hotel konnte mich zu hundert Prozent überzeugen, sondern auch die unvergleichlichen Charaktere, denen die Autorin mit Phantasie und Herzblut Leben einhauchte. Von der kleinen Küchenmagd, dem Fahrstuhlführer, den Gästen bis hin zum Maître des Hotel, alle Personen sind gleichwertig und erhalten die gleiche Aufmerksamkeit von Emily J. Taylor. Einfach unglaublich, wie schön sie ihre Protagonisten beschreibt und sie mir wie gute Bekannte an die Seite stellt. Ich fühlte mich im Hotel Magnifique wie Zuhause, wenn auch alles andere als sicher und geborgen. Denn in den Verträgen befinden sich dunkel Stolperfallen, die erst nach und nach ans Licht kommen. Und wie grausam Alastaire, der Maître wirklich ist, bleibt zwar nicht im Dunklen, aber doch wollte ich es nicht wahr haben.
Doch mit Liebe und Hingabe ist nicht nur vieles möglich, sondern gepaart mit Mut einfach alles. Man muss sich nur trauen und die Hand, um diesen letzten Schritt zu wagen, um gegen das Böse zu kämpfen, reicht mir Jani. Jani, die ihre Schwester über alles liebt und mit dem Mut der Verzweiflung für ihr Glück kämpft. Jani, die einfach in allem etwas Gutes zu finden bereit ist und es schafft, immer das magische zu sehen. Sie nahm mich mit auf die Reise im Hotel Magnifique, das jedes Mal um Mitternacht in einer weiteren Stadt auftaucht und seine Türen öffnet.

Mein Fazit
Ein bildgewaltiges, magisches Buch mit einer unglaublich starken und sympathischen Protagonistin, das Lust auf mehr macht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2023

düster und spannend

Aus dem Nebel
0

Als der Nick seine Arbeit als Journalist verliert, suchte er verzweifelt nach einem neuen Job. Da erscheint es ihm wie ein Geschenk des Himmels, als sein Pat, sein Freund aus Kindertagen, ihn um einen ...

Als der Nick seine Arbeit als Journalist verliert, suchte er verzweifelt nach einem neuen Job. Da erscheint es ihm wie ein Geschenk des Himmels, als sein Pat, sein Freund aus Kindertagen, ihn um einen Artikel zu der Clarity-App bittet. Einen Haken hat die Sache allerdings; Nick muss zurück in seine Heimatstadt und sich dort den Geistern der Vergangenheit stellen. Und das nicht nur im übertragenen Sinne...

Das Cover zeigt Nicks Hütte am Rosewood Lake. Die hell erleuchteten Fenster schimmern zwischen dichten Zweigen hervor und spiegeln sich in der glatten Oberfläche des ruhig in der Nacht liegenden Sees. Wolken umrahmen die Szenerie; teils behütend wie eine Daunendecke, teils bösartig bedrohlich. Ich liebe das Bild! Zusammen mit dem Klapptext verursacht es bei mir einen leichten Schauer des Unbehagen, da nicht ganz klar ist, ob mich etwas Böses erwartet, oder doch nur meine Phantasie mir einen Streich spielt.

Von der ersten Seite an, hat mich Scott Carson mit seinem spannenden und intensiven Schreibstil in seinen Bann gezogen. Da ich an die Macht der Träume glaube und ganz fest davon überzeugt bin, dass mehr zwischen Himmel und Erde existiert, als wir allgemein annehmen, traf der Autor meinen Geschmack. Ohne Probleme konnte ich mich in das Thema Träume hineinversetzen und was diese mit einem Menschen machen und auslösen können. Dabei geht es eigentlich gar nicht so sehr um Alpträume an sich, sondern eher, was die Psyche zu leisten im Stande ist. Und was es mit einem Menschen machen kann, wenn am Unterbewusstsein herumgepfuscht wird.
Denn an Nicks Unterbewusstsein wurde gepfuscht. Seine Mutter, renommierte Ärztin und Forscherin wollte ihrem Kind den Unfalltod des Vaters erträglicher machen und hat unabsichtlich irreparablen Schaden angerichtet. Nick kann nicht träumen. Und diese Tatsache möchte sich nur der App-Entwickler Bryce Lermond zu nutze machen. Mit seiner App möchte er Menschen helfen, zur Ruhe zu kommen und Dank wohliger Träume Ruhe und Entspannung zu finden. Anfangs scheint dies auch zu funktionieren, doch satt Ruhe und Entspannung findet Nick puren Terror und Tod.
Scott Carson schildert diese düsteren Geschehnisse erst ruhig und nimmt immer mehr Fahrt auf, so dass die Erzählung immer dichter, bedrohlicher und unheimlicher wird. Mir hat es sehr gut gefallen, da ich mich treiben lassen konnte, ohne mich zu verlieren. Denn das Verlieren übernahm Nick für mich. Er verlor sich nicht nur in den Geschehnissen der Vergangenheit, sondern auch im hier und jetzt. Besonders interessant in der Umsetzung fand ich, dass ich nie an Nick zweifelte. Nicht an seinem Verstand und schon gar nicht an seiner Wahrnehmung. Erst im Nachhinein, wenn sich der Nebel lichtet, wird klar, was wirklich geschehen ist und noch geschehen wird.
Mich hat Scott Carson nicht nur mit seiner packenden Handlung, sondern auch mit seinen authentischen Charakteren überzeugt. Allen voran natürlich Nick, den ich als sympathischen Menschen kennenlernen durfte, der mal plan- und orientierungslos durchs Leben triebe und dann doch wieder zielgerichtet. Eben ein ganz normaler Typ wie du und ich. Mit Freunden aus der Kindheit, an die man sich gerne erinnert und über deren Kontakt man sich Jahre später erneut erfreuen kann, ohne die Tatsachen zu hinterfragen. Und natürlich darf der Bösewicht nicht fehlen. Auch dieser ist dem Autor hervorragend gelungen. Mit seiner geldgierigen und schmierigen Art, konnte ich ihn von der ersten Sekunde an nicht leiden. Selbst die Randfiguren gefielen mir und traten hin und wieder mehr in den Vordergrund, als ich anfangs vermutete. Kurz, ein rund rum stimmiges und tolles Buch!

Mein Fazit
Ein spannender Horror-Thriller mit einem überraschenden Ende, das ich so lange nicht habe kommen sehen! Lesenswert! Nicht nur im Sommer, sondern besonders gut an düsteren Herbsttagen...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2023

zwei einsame Herzen im Gleichtakt

On a cosy Winter Night
0

Die zwei einsamen Herzen M und Joe lernen sich im Blue Café kennen und verlieben sich ineinander. Nach einer wundervollen Nacht trennen sich ihre Wege, ohne dass sie wissen, wer der andere ist. Eine verzweifelte ...

Die zwei einsamen Herzen M und Joe lernen sich im Blue Café kennen und verlieben sich ineinander. Nach einer wundervollen Nacht trennen sich ihre Wege, ohne dass sie wissen, wer der andere ist. Eine verzweifelte Suche beginnt.

Helen Paris hat einen wundervollen und berührenden Liebesroman geschrieben, der mir unter die Haut ging. Allein die Vorstellung, sich in ein Hotel zu begeben und einfach der zu sein, der man in diesem Moment gerne sein würde, finde ich sehr reizvoll. Im Blue Café treffen sich Menschen, die eine unbeschwerte Zeit ohne Verpflichtungen, ohne Namen, ohne Vergangenheit und ohne Zukunft genießen wollen. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Neugierde und Abenteuer stehen an erster Stelle, aber auch einfach der Wunsch nach Vergessen ist möglich, ebenso wie der Zufall.
Während Joe einfach nur Weihnachten im süßen Vergessen begehen möchte, ohne dass ihn jemand auf seine qualvolle Vergangenheit anspricht, spielt M die Karte des Zufalls sein Blatt aus. Ihr eigentlich gebuchtes Hotelzimmer ist vergeben und die einzige Möglichkeit bietet das Blue Cafè. M und Joe lernen sich kennen und es funkt sofort zwischen den beiden verletzten Seelen. Helen Paris hat dieses Treffen mit unglaublich viel Gefühl beschrieben, so dass ich mich ohne Probleme in die beiden hinein versetzen konnte.
Ich genoss die unvergessliche erste Nacht der beiden miteinander und litt mit ihnen, als sie sich trennten und auf der verzweifelten Suche nach dem jeweils anderen waren. Viele Stellen waren vorhersehbar. Nicht, weil die Autorin plump oder platt geschrieben hat, sondern weil mein Herz genau in diese Richtung lief und Helen Paris dies irgendwie voraus geahnt hatte.
Die Gespräche zwischen M und Joe berührten mich auf vielen Ebenen. Nicht nur in Herzensdingen, sondern auch auf der humorvollen und lustigen Seite.

Mein Fazit
Ein wunderschöner Liebes-Sehnsuchts-Roman mit Humor und viel Gefühl!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2023

alles ändert sich mit einem Schritt - nicht

Die 22 Tode der Madison May
0

Die junge Immobilienmaklerin Maddie ist tot. Ermordet von ihrem Kunden Clayton Hors. Die Details sind bekannt und doch kann er nicht gestoppt werden. Als die Journalistin Felicitc der Sache im Auftrag ...

Die junge Immobilienmaklerin Maddie ist tot. Ermordet von ihrem Kunden Clayton Hors. Die Details sind bekannt und doch kann er nicht gestoppt werden. Als die Journalistin Felicitc der Sache im Auftrag der Daily News nachgeht, kann sie nicht glauben, was sie herausfindet: Denn Maddie wird nicht nur in dieser Welt ermordet, sondern muss immer und immer wieder sterben. Felicity kann es erst glauben, als sie sich den Reisenden anschließt und selber zwischen den Welten reist.

Das Cover ist einem provozierenden Gelbton gehalten, der einem förmlich ins Auge springt. Es zeigt Felicity, wie sie gerade mit einem gewagten Sprung von einer Realität in die nächste reist. Noch nicht ganz da und nicht mehr ganz hier. Zusammen mit dem Klapptext machte es mich neugierig auf den Inhalt des Buches.

Max Barry hat einen sehr interessanten und lebendigen Schreibstil, der mich an sein Werk fesselte! Die Mischung aus rasanter Mordermittlung, bewegenden zwischenmenschlichen Beziehungen und Wissenschaftsthriller, machten das Buch zu einem Leseerlebnis der besonderen Art!
Auf der einen Seite ist ein brutaler Mord geschehen, den es aufzuklären gilt. Felicity nimmt sich der Sache als Reporterin an und verbeißt sich förmlich in den Fall. Sie versucht Hintergrundrecherchen mit den vorliegenden Tatsachen in Einklang zu bringen; und scheitert. Denn Clayton Hors scheint wie aus dem Nichts plötzlich und ohne jegliches Motiv Maddie zu ermorden. Doch das Motiv liegt schon länger zurück, als Felicity klar ist.
Und hier greift der Wissenschafts-Thriller! Clayton reist gezielt durch das Multiversum. Stets auf der Suche nach seiner perfekten Maddie, die ihn liebt und schätzt. Gelingt dies nicht, schlachtet er sie ab. Immer und immer und immer wieder. Ganz habe ich die Sprünge nicht verstanden, fand die Vorstellung allerdings äußerst faszinierend und super von Max Barry beschrieben. Sehr gerne ließ ich meiner Phantasie Spielraum, mich in dieser Vorstellung zu verlieren.
Sehr schmerzlich empfand ich den Verlust von Maddie. Sie ist mir als Protagonistin ans Herz gewachsen und so ging mir ihre Ermordung stets nah. Ich durfte sie immer wieder neu kennen und schätzen lernen, nur, um sie wieder zu verlieren. Ja, es war ein merkwürdiges Gefühl, immer wieder die selbe Protagonisten neu kennenzulernen! Aber auch interessant.
Als Konstante blieb mir hingegen die Journalisten Felicity, die sich in ihren neuen, alten Leben zurecht finden musste. Was hat es für Auswirkungen, wenn man eine andere Entscheidung auf seinem Lebensweg trifft? Felicity kann für sich diese Fragen beantworten und in multiple Leben schlüpfen. Aber nur ein einziges Mal. Manchmal verstrickte ich mich in Überlegungen, was den Erzählfluss des Autors ins Stocken brachte, da ich gerne die Gedankenexperimente weiter ausführte.

Besonders spannend fand ich die Protagonisten von Max Barry! Denn während sich Felicity in ihrer Rolle als Reisende weiterentwickelte, scheint Maddie stehen zu bleiben. Denn in jeder Episode durfte ich sie neu kennenlernen, auch wenn die Grundstruktur gleich bleibt. Im Gegensatz zu Felicity, hier bleibt die Person gleich, aber die Lebensumstände ändern sich. Mal hat sie eine, mal zwei Katzen, mal eine glückliche Beziehung mit Gavin, mal nicht. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor jedes Mal die Protagonisten neu erfinden muss und sie doch gleich hält. Beeindruckend!

Mein Fazit
Einlassen, abtauchen, staunen! Multiversen, Morde und große Gefühle! Ein wirklich packendes und spannendes Buch mit verblüffend viel Tiefgang!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2023

hell und dunkel

Book of Night
0

Charlie ist eine der besten Betrügerinnen ihres Fachs. Ihr fällt das Stehlen, Lügen und Betrügen denkbar leicht, da sie von den Besten bereits als Kind ausgebildet wurde. Doch jetzt ist Schluss damit! ...

Charlie ist eine der besten Betrügerinnen ihres Fachs. Ihr fällt das Stehlen, Lügen und Betrügen denkbar leicht, da sie von den Besten bereits als Kind ausgebildet wurde. Doch jetzt ist Schluss damit! Sie wohnt mit ihrer Schwester zusammen, hat einen festen Job als Barkeeperin und einen Freund der sie von Herzen liebten. Als eines Abends eine alte Bekannte in die Bar stolpert und sie inbrünstig bittet, ihren Mann zu finden, ahnt Charlie nicht, was für eine Welle des Chaos über ihr zusammenzuschlagen droht. Blind tappt sie in ihr Unglück.

Das Cover zeigt den Nachthimmel mit einem kräftigen Halbmond und funkelnden Sternen. Der Mond wird allerdings förmlich von der Sonne verschluckt, was das Bild geheimnisvoll macht. Der ewige Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, in dem es keinen Gewinner, aber auch keinen Verlieren geben kann.

Ich habe mir schwer getan, mich in dem Buch von Holly Black zurecht zu finden. Alles wirkte verworren und durcheinander, so dass ich keinen roten Faden in das Geschehen hinein bekam. Doch plötzlich platzte der Knoten und die Handlung nahm mich gefangen. Oder sollte ich besser sagen: Die Dunkelheit entführte mich in ihre Untiefen? Von jetzt auf gleich floss die Magie zu mir und Holly Black entführte mich in eine faszinierende Welt.
Bisher habe ich nie auf meinen Schatten geachtet. Jedes Ding wirft schließlich einen. Wenn der Einfall von Licht stimmt, mal stärker oder mal schwächer. Und irgendwie musste ich oft an Lucky Luke denken, der nicht nur schneller als sein Schatten schießt, sondern diesen auch erschießen kann. Holly Black sieht das ähnlich. Denn ein Schatten ist mitnichten nur ein Schatten; gefüttert mit Blut oder Traumen, entwickelt er ein eigenständiges Leben. Dieses Leben zu beherrschen ist eine große Kunst, die einigen Menschen gegeben ist, anderen nicht. Die Vorstellung fand ich faszinierend! Vor allem die gedankliche Umsetzung der Autorin schlug mich in ihren Bann. Während die einen ihren Schatten einfach nur modifizieren, um cool zu sein, sind andere zu handfesteren Dingen fähig. Eine gruselige Vorstellung, die mir doch den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagte.

Charlie schleicht sich als Protagonistin nach und nach in meine Gedanken. Schattengleich. Erst kitzelt sie ein Nervenende und erfüllt schließlich ganz die Handlung. Wie alles in Holly Blacks Buch, hat auch sie zwei Seiten: Eine helle im hier und jetzt und eine dunkel, die nach und nach stärker wird. Diese absoluten Gegensätze zeichnete die Autorin klar und strukturiert, auch wenn ich sie anfangs nicht sehen konnte. Charlie ist die nette Schwester, die sich um ihre jüngere Schwester Posey sorgt und sie beschützen möchte. Doch sie nimmt kriminelle Jobs an, um schneller an ihr Ziel zu kommen. Posey hingegen möchte unbedingt studieren, scheitert aber an sich selber und geht in der Magie auf, die sie nicht hat. Charlie seht sich nach einer festen, biederen Beziehung und tut gleichzeitig alles, damit sie scheitert.

Hell und Dunkel, Licht und Schatten. Doch wer von beiden das Gute und wer das Schlechte ist, ist manchmal nicht so eindeutig, wie man es sich wünschen würde. Holly Black weiß das und spielt mit der Handlung, mit den Protagonisten und mit der Phantasie ihrer Leser. Ich finde ihren Schreibstil eigenwillig spannend und interessant. Mich hat sie auf jede Fall fesseln können!

Mein Fazit
Ich werde Licht und Schatten jetzt mit anderen Augen sehen. Intensiver!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere