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Veröffentlicht am 31.10.2024

Vom Ammersee nach Veneto

Die Seidenvilla
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Peters Beerdigung (sehr gut ausgedrückt, den Schmerz des Abschiedsnehmen, die Trauer und die Trauerfeier mit ihren vielen Menschen) und dann ein Kondolenzbrief, der eine Einladung enthält: Tess aus Veneto ...

Peters Beerdigung (sehr gut ausgedrückt, den Schmerz des Abschiedsnehmen, die Trauer und die Trauerfeier mit ihren vielen Menschen) und dann ein Kondolenzbrief, der eine Einladung enthält: Tess aus Veneto lädt Angela ein, eine Auszeit bei ihr in Veneto zu verbringen.

Und dann tut Angela das einzige Richtige in ihrer Situation - sie entflieht dem Ammersee und der Trauer und begibt sich nach Veneto, lässt sich auf etwas Neues ein. D.h. zuerst einmal Tage der Erholung.
In dem jedem Ende steckt auch ein Aufbruch. Oder - wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich eine andere ...

In Veneto erwartet Angela ein himmlischer Ort, eine wunderschöne Landschaft, betörende Blüten und Bäume, warmherzigen Menschen und eine Abkehr von ihrer unendlichen Trauer...
Es ist so wunderschön geschrieben, dass der lesende Mensch mit jedem Schritt, den Angela unternimmt, meint an der Seite der Hauptperson zu stehen, zu gehen, zu riechen.

Es ist ein Wohlfühlbuch zum Abschalten von der eigenen (vielleicht tristen) Situation, dem Hinüberträumen in eine schöne Welt, die von Schmerzen heilt.
Es ist keine große Literatur, aber angenehm zu lesen...

Und Italien heilt. Weil die Menschen dort, nicht gerade die Reichsten der Welt, aber voller Herzensgüte sind und eine kulturellen Vergangenheit besitzen, die sich heute noch voller Staunen für jeden Interessierten öffnet. Und dann erst die italienische Küche - mamma mia!

Sehr empfehlungswert, dieses Büchlein... für die kleinen Fluchten aus dem Alltag oder für eine große Flucht auf den Spuren von Angela...



Es ist so erfrischend dieses Lebensabenteuer zu lesen.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Auf den Spuren der Seide

Im Glanz der Seidenvilla
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Sehr schönes Umschlagbild, dazu der leichte Schal, der im Wind flattert (Erkennungszeichen der exotischen Bücher der Autorin, die hier als Tabea Bach schreibt).

Angela und ihre Webstühle aus dem 19. Jahrhundert, ...

Sehr schönes Umschlagbild, dazu der leichte Schal, der im Wind flattert (Erkennungszeichen der exotischen Bücher der Autorin, die hier als Tabea Bach schreibt).

Angela und ihre Webstühle aus dem 19. Jahrhundert, die noch einwandfrei funktionieren (finde ich großartig, dass alte Mechanik so hochgelobt wird). Vier hochfähige Weberinnen und ein Weber stehen ihr mit ihren Talenten und Fertigkeiten zur Seite.
Doch nun steht ein großes Fest an - alle, die mit der Seidenvilla verbunden sind, kommen an und gleich bekommt man die besten Charakterisierungen aller Beteiligten. Es geht sehr italienisch zu, bunt und vielfältig.

Und schon vom Eintreffen her geht es zur Sache mit dem italienischen Temperament. Dolce vita in Italia.

Schönes Sittenbild einer kleinen Kommune, deren Einkünfte sich um die Seidenverarbeitung dreht.

Guter Stil und gut lesbar!




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Veröffentlicht am 31.08.2023

Das seltsame Wesen im Wasser (der Riesenkalamar oder das Unterseekabel?)

Weil da war etwas im Wasser
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‚Pouvez-on serieusement imagine que la production de l‘encre, chez le poulpe, aurait ete selectionne au cours de l‘evolution‘ecrire?‘ (Autobiographie d‘un poulpe)

‚Als ein riesiger Tintenfisch ein Tiefseekabel ...

‚Pouvez-on serieusement imagine que la production de l‘encre, chez le poulpe, aurait ete selectionne au cours de l‘evolution‘ecrire?‘ (Autobiographie d‘un poulpe)

‚Als ein riesiger Tintenfisch ein Tiefseekabel berührt, beginnen seine Arme davon zu erzählen, wie es ist, ein Ungeheuer zu sein.‘ Tiefseekabel sind dazu verlegt worden, um technische Signale von A nach B zu leiten. Und nun erzählt ein Riesenkalamar diesem Kabel von seinem Leben? Doch das Kabel selbst kann ja nicht Geschichten aufnehmen, es leitet nur. So hat Luca Kieser die Geschichte des Kalamars aufgenommen und erzählt sie. Der Schlusssatz der rückseitigen Information endet mit ‚Ein außergewöhnliches literarisches Abenteuer‘.

Der vorstellende Text berichtete von dem Riesenkalamar, von Sanja und Dagmar (Sanja ist fasziniert von dem Meeresgetier und geht eine Beziehung mit ihm ein), von der Umwelt und den tiefgehenden (im wahrsten Sinne des Wortes) Veränderungen und anthropogenen Zerstörungen. Nun folgt aus tierischer Sicht die Wahrnehmung (erinnert vielleicht ein klein wenig an den ‚Schwarm‘ von Schätzing).

Es sind sanfte Worte, ja durchaus poetisch zu benennen. Aber in ihrer Sanftheit ziemlich aufrüttelnd. Ergreifend! Die Schreibe ist einfach, wirkt oft sehr Pennälerhaft (Gedankenassoziationen). Wird aus Sicht der Arme des Kalamars geschrieben.

Es gibt jedoch auch jede Menge interessanter Infos zu Bereichen, mit denen ich mich nie beschäftigt habe - Krill, Kalamar, Wal, Arktis, Eisberge (jaja, auch die Titanic wird erwähnt, wohl das bekannteste Eisbergunglück). Mit der Leseprobe hatte ich Schwierigkeiten und wollte aber dem Buch eine Chance geben. Nun, ich habe es nicht bereut mutig zu sein. Es ist ein Lesegenuss der anderen Art Literatur. Nicht schnell und spannend wegzulesen, sondern Wort für Wort einwirken lassen, Zeitgeben zum tief sinken lassen (wobei wir wieder bei der Tiefsee sind). Zugegeben – es ist ein forderndes Lesen, sehr fordernd! Insofern keine Alltagslektüre...

Das Umschlagsbild ist aufregend und eigen gestaltet, mit Alleinstellungsmerkmal, so einen Umschlag gibt es nicht so schnell wieder. Ohne einen Schutzumschlag, braucht es auch nicht. Das gesamte Buch ist in Unterwasserfarben, blau türkis, gestaltet mit rötlichen Kalamararme (sechs seiner acht Arme). Sehr auffällig. Ebenso auffällig, weil ungewöhnlich, ist der der in weiß aufgedruckte Titel: Weil da war etwas im Wasser… und natürlich fragt sich der lesende Mensch sofort, was war denn da im Wasser?
Das Buch selbst kommt sehr hochwertig daher, liegt angenehm griffig in der Hand. Picus Verlag, Wien, 2023

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Eliza

Eine Lady hat die Wahl
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Etwas Leichteres für zwischendurch. Eine Romanze.
Die siebzehnjährige Eliza wird mit dem weitaus älteren Earl of Somerset (25 Jahre Differenz), dem neunten seiner Art, verheiratet, rein aus ökonomischen ...

Etwas Leichteres für zwischendurch. Eine Romanze.
Die siebzehnjährige Eliza wird mit dem weitaus älteren Earl of Somerset (25 Jahre Differenz), dem neunten seiner Art, verheiratet, rein aus ökonomischen Gründen. Und für den Earl ist das junge Ding auch nur eine Zierpuppe. Witwe geworden, nach zehn Jahre Ehe, überrascht sie die Testamentseröffnung. Sie ist die Haupterbin. Aber nicht, weil ihr Mann sie so sehr liebte, sondern anderen Verwandten eines auswischen wollte. Gleichzeitig wird sie mit ihrer Jugendliebe konfrontiert, denn er erhält den Titel des Lords. Doch auf jeden Fall, nun darf das Leben beginnen…

Die junge Frau wird selbstbewusster, ‚with a little help of good friends‘, genießt das Leben und entzieht sich den Konventionen…Doch im Testament steht, dass ihr der sagenhafte Reichtum nur zusteht bei einem tadelloser Lebensführung. Was sie aber letztendlich nicht davon abhält eine Dreiecksbeziehung auszuleben...

Unterhaltsam, zum Abschalten, keiner hohen intellektuellen Erwartung muss genügt werden… Ambiente der Regency Zeit. Gleichzeitig ist es wirklich gute Unterhaltung, mit einem Schuss Humor und Augenzwinkern und einen deutlichen Hinweis darauf, wie eingeengt das Leben von Frauen im 19. Jahrhundert war.
Das Umschlagsbild deutet natürlich zu gut die Richtung an. Der Titel ebenfalls. Und doch werden auch Themen angesprochen, die selbst heute noch wichtig sind, nicht nur in gewissen Ländern, auch bei uns in Mitteleuropa.

Die Hauptpersonen: Natürlich alle aus aristokratischen Kreisen, England in der Regency-Epoche - Eliza Eunice Courtenay (27, verwitwet), Right Honourable Countess of Somerset. Margret, die Gesellschaftsdame, verwandt mit Eliza und enge Vertraute. Die männlichen Teile – der Schriftsteller Lord Max Melville, charmant aber sehr eigen, und Lord Oliver Somerset, der Neffe, Titelerbe (von Julius Edward Courtenays) und erste Liebe von Eliza. Gut beschrieben wird eine zunehmend selbstbewusste Eliza. Sie lässt ihre bisherigen Einschränkungen hinter sich und geht neue Wege, sucht Freiheit und Unabhängigkeit.

Tolle Dialoge, humorig und charmant. Wie bereits erwähnt, eine leichte Lektüre... gemäß dem Anspruch, leichte Unterhaltung, gute vier Sterne.

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Veröffentlicht am 22.04.2023

Der schönste Turm der Christenheit

Der Turm aus Licht
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Das Freiburger Münster - der schönste Turm der Christenheit, eine gotische Kathedrale, die noch im Mittelalter beendet wurde... das Kleinod in der Stadt Freiburg, unzerstört im Zweiten Weltkrieg. Eine ...

Das Freiburger Münster - der schönste Turm der Christenheit, eine gotische Kathedrale, die noch im Mittelalter beendet wurde... das Kleinod in der Stadt Freiburg, unzerstört im Zweiten Weltkrieg. Eine Schönheiten unter den ihren...

Astrid Fritz, die bereits viele Bücher, die im Mittelalter in Freiburg spielen, geschrieben hat, machte sich an ein bombastisches Werk: 814 Seiten. Sie lässt ihre Geschichte im 13. Jahrhundert beginnen, als bereits Teile des neuen Baues und noch Teile der Vorgängerkirche (Konradkirche) stehen. Es ist eine Saga um die Erbauer des Münsters und der politischen Geschehnisse in der Stadt Freiburg, mit ihren Intrigen und Niedertrachten, aber auch ihre Schönheiten um den Bau des Münsters.

Die einzelnen Figuren ziehen große Sympathien auf sich mit guten Wünschen, dass ihr Vorhaben doch gelingen möge. Andere, die häßlichen Gegenspieler, laden des Lesers Verachtung auf deren ungerechte Häupter.

Ein Buch über eine der schönsten Kirchen der Welt, das sich spannend liest.

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