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Veröffentlicht am 05.09.2023

Persephone und Hades

Girl, Goddess, Queen: Mein Name ist Persephone
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"Mit einem Lächeln springe ich in die Dunkelheit."

Enemies-to-Lovers ist mein Lieblingstrope, auch den Fake-Dating-Aspekt lese ich mega gerne - und in Kombination mit der Tatsache, dass mein letzter ...

"Mit einem Lächeln springe ich in die Dunkelheit."

Enemies-to-Lovers ist mein Lieblingstrope, auch den Fake-Dating-Aspekt lese ich mega gerne - und in Kombination mit der Tatsache, dass mein letzter von der griechischen Mythologie angehauchter Roman bereits eine Ewigkeit her ist, musste dieser Schmöker folglich unbedingt bei mir einziehen.

Die Aufmachung dieses edlen Hardcovers ist ein Traum! Ich liebe die leuchtenden Farben, die Glanzprägung, den Buchschnitt, die Zeichnungen im Innencover ... Volle Punktzahl für die Gestaltung!

Das Buch ist für ein Lesealter ab 14 Jahren empfohlen (wer also Geschichten mit viel Spice bevorzugt, sollte eher auf andere Werke zurückgreifen).

Von klein auf ist die bildhübsche Kore aka Persephone, Göttin der Blumen und der Schönheit, von ihrer Mutter - die tatsächlich nur das Beste für sie im Sinn hat, sie liebt und schützen möchte, sich dafür allerdings manipulativer Methoden bedient - auf Perfektion getrimmt worden.

{Sämtliche Regency-Ladys könnten von diesem toughen Programm noch was lernen: Vermähle dich vorteilhaft (je mächtiger der Gatte, desto besser), sehe zu jeder Zeit reizvoll und ansprechend, aber nicht vulgär aus, bewundere deinen Mann und widerspreche ihm nie, fordere nie seine Autorität heraus, sondern freue dich darüber, dass er alle Entscheidungen trifft. Sounds familiar, right?}

Kore ist not amused und hat so richtig gar keine Lust auf die Heirat mit irgendeinem fremden Mann. Fair enough. Aber wohin könnte sie fliehen? Allzu viele Optionen hat sie nicht: Vater Zeus herrscht über den Himmel, ihrer Mutter Demeter gehört das Land … und im Meer erwartet sie höchstens ein "Hof grapschender Götter unter Poseidon, dem Schlimmsten von allen". Im Gunde hat sie nur eine reale Chance: Sie muss sich mittels eines Tricks Asyl in der gefürchteten Unterwelt verschaffen, die von König Hades regiert wird.

Ihr unfreiwilliger Gastgeber kann sich kaum halten vor Begeisterung. - Not. Aber immerhin verhält er sich weitaus zivilisierter, als sie erwartet hätte und scheint nicht - wie die meisten anderen Götter - auf Erniedrigungen zu stehen. Um es in Kores eigenen Worten zu sagen: "Ahnt ihr es schon? Was ich euch sagen will?" - Damit wären wir auch direkt beim Stichwort 'Schreibstil'.

Der Erzählton ist relativ einfach gehalten und in der Wortwahl mitunter sehr modern ("Geschenkverpackung", "Horrorgeschichten", "Arsch", "verdammt noch mal", "krisselig", "süße Typen", "Happy End", etc.). Nichtsdestotrotz steckt insbesondere der Einstieg voller Infos zur griechischen Götterwelt, hier musste ich ziemlich aufpassen.

Anfangs erschien mir die weibliche Hauptfigur schon ein wenig verzogen und realitätsfremd. Selbstverständlich konnte ich ihre jugendliche Abenteuerlust, Neugier, Rebellion und vor allem ihre Abneigung gegenüber des Ehe-Arrangements vollkommen nachvollziehen. Dennoch …

"Sicherheit genügt mir nicht. Ich will lieber sterben, lieber eine von diesen tragischen Geschichten sein, die Mütter zur Warnung erzählen, als mein unsterbliches Leben in Trübsal zu verbringen […]"

Große Worte, oder? Lieber sterben … - Are you sure, Honey? Solche hochtrabenden Aussagen tätigt nur jemand, der noch nie wirkliches Leid erfahren musste. Zudem war ihr ewiger Machthunger mitunter ein wenig anstrengend. "Macht. […] Das ist es, was ich will."

Man muss Kore jedoch zugestehen, dass sie a) mutig ist und b) eine solide Entwicklung zur Chaosstifterin hinlegt. DIE Überraschung der Story (oder auch nicht, denn davon bin ich immerhin irgendwie ausgegangen) ist natürlich der höllische Hottie Hades.

"Tausend Geschichten über Tod und Dunkelheit und keine einzige über eine geraubte Frau."

Das klingt doch vielversprechend, oder? Langweilig wird es jedenfalls nicht. Und am Ende erwartet euch, wie könnte es anders sein, ein Cliffhanger.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Cooles Worldbuilding, lockerer Schreibstil, kreative Thematik. Auch wenn es für mich aufgrund des jugendlichen Slangs und kleiner Längen kein ultimatives Highlight geworden ist, war es ein unterhaltsamer Read, den ich Fans der griechischen Mythologie gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 10.08.2023

Hat mir insgesamt ganz gut gefallen

Icebreaker
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An diesem Buch kommt man gerade kaum vorbei - auf gefühlt jedem Bookstagram-Profil strahlt einem das Cover entgegen, das Werk wird international als DIE Booktok-Sensation schlechthin gehyped … und dennoch ...

An diesem Buch kommt man gerade kaum vorbei - auf gefühlt jedem Bookstagram-Profil strahlt einem das Cover entgegen, das Werk wird international als DIE Booktok-Sensation schlechthin gehyped … und dennoch entdeckte ich es dank prall gefülltem SuB und pflichtbewusster Abarbeitung meiner Rezensionsexemplare erst vergleichsweise spät für mich.

Gerade habe ich zufrieden die letzte Seite umgeblättert und daher fange ich direkt mal mit dem obligatorischen Happy End an. - In der Leserunde gingen die Meinungen diesbezüglich weit auseinander, denn das Ende könnte im Hinblick auf Anastasias Privatleben einerseits als eine tolle Weiterentwicklung, andererseits als eine nicht nachvollziehbare Abkehr ihrer Grundeinstellung (zu Beginn des Werkes) interpretiert werden. Mir persönlich hat es gefallen. Was die berufliche Ebene bzw. Stassies professionelle Karriere auf dem Eis betrifft – da halte ich mich bedeckt. Ich kann jedoch festhalten, dass ich mir insgesamt mehr Details zum Eissport, der immerhin das große Zugpferd der Story war, gewünscht hätte.

Spice-Level: Fast schon verboten heiß! Teilweise bekam ich richtige Tessa-Bailey-Vibes und ich hab's geliebt. Hier erwartet euch in den expliziten Szenen definitiv 'das volle Programm' und eine selbstbestimmte Protagonistin, die (auch im Bett) weiß, was sie will.

Es ist nicht alles eitel Sonnenschein; anfangs wirkt Anastasia ziemlich grumpy, fast schon unnahbar. Doch mit der Zeit lernt man ihre Beweggründe kennen und verstehen. Und dann gibt es da noch 'den Bösewicht schlechthin', der als so niederträchtig aufgebaut worden ist, dass er uns Leser:innen in den Wahnsinn treibt. Ich nenne ihn jetzt einfach mal 'Mr. Toxic', denn solche Menschen sind in meinen Augen pure Energieräuber. Zum Glück gleichen etliche sympathische Charaktere diesen furchtbaren Narzissten aus, nicht zuletzt Nates Mitbewohner und Mannschaftskollegen – speziell Henry.

An dieser Stelle fällt mir ein: Man muss anfangs wirklich gut aufpassen, um angesichts der vielen Namen nicht durcheinanderzukommen; das legt sich allerdings im Laufe der Handlung und so ergibt sich eben eine Geschichte mit einem Schwall an Figuren.

So ganz nachvollziehbar ist der internationale Hype nicht für mich - ich empfand das Werk nicht als das ultimative Highlight, aber es war durchaus ein unterhaltsamer, solider Romance-Read, Punkt.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Das perfekte Buch für alle, die eine kurzweilige (Sports-/New-Adult-)Romance lieben, gerne ein hotte Szenen lesen und zugleich auch ernstere Themen zu schätzen wissen. Band 2 der Maple-Hills-Reihe soll im März 2024 bei LYX erscheinen und wird von … Trommelwirbel … Russ handeln! (Noch lieber wäre mir die Geschichte von Lola und Robbie, aber ich hoffe jetzt einfach mal überoptimistisch auf einen dritten Band, hehe.)

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Tolle Idee, Umsetzung hat Luft nach oben

Zwei Fremde
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Uuuuh, dieses Buch klang so catchy - was für eine kreative Story-Idee!

Eins nehme ich gleich vorweg - ich lag mit meiner Vermutung hinsichtlich der Identität des wahren PC Gaines komplett daneben. Ob ...

Uuuuh, dieses Buch klang so catchy - was für eine kreative Story-Idee!

Eins nehme ich gleich vorweg - ich lag mit meiner Vermutung hinsichtlich der Identität des wahren PC Gaines komplett daneben. Ob Remie, die weibliche Hauptfigur, klüger war? Na, das müsst ihr natürlich selbst herausfinden! In puncto Inhalt verweise ich aus Gründen der Spoilervermeidung auf den Klappentext.

Die Geschichte beginnt inmitten eines heftigen Sturms und wir erfahren:
Remie scheint eine wichtige Mission vor sich zu haben, hadert mit ihrer Vergangenheit, plant ihre Abreise am nächsten Tag beinahe so, als wäre es eine Flucht. Aber vor wem? Es sind aktuell nur noch zwei Gäste im Hotel - und einer von ihnen zeichnet sein Gespräch mit ihr heimlich auf. Aber warum? Fragen über Fragen … noch ehe der erste Verletzte vor der Tür steht und Remie vom verunglückten Gefangenentransport berichtet …

Was mir super gefallen hat:

♡ Das Setting war schaurig schön beschrieben, ich hörte den eisigen Wind pfeifen und den Schnee knirschen, bibberte vor Kälte und hatte das im Dunkeln liegende Hotel direkt vor Augen.

♡ Remie war mir sympathisch = Hauptvoraussetzung zum Mitfiebern. In der Vergangenheit hatte sie sich aufopferungsvoll um ihren - mittlerweile verstorbenen - Bruder gekümmert, ihre Arbeitsweise im Hotel wirkt routiniert und professionell und bis auf ein, zwei Momente, in denen ich anders reagiert (z.B. detaillierter nachgefragt) hätte, ging ich mit ihr d’accord.

♡ Die Nebenfiguren sind herrlich mysteriös und undurchsichtig angelegt worden - so muss es sein.

Was ich ein bisschen schade fand:

❏ Die zahlreich eingestreuten Erinnerungen an Remies verstorbenen Bruder empfand ich manchmal als störend/wenig förderlich, sie stellten für mich eher eine Unterbrechung meines Leseflusses dar - zu Beginn ergaben sie durchaus Sinn, später hätten es dann auch weniger solcher Passagen sein können, aber das ist natürlich Geschmackssache.

❏ Dass es in einem Roman nicht 100%ig realistisch zugeht, war mir im Vorfeld klar. Trotzdem hätte ich mir für die allzu offensichtlichen Punkte (im gesamten Hotel ist nur eine einzige Angestellte anwesend - noch dazu, obwohl es sich um ihre letzte Schicht handelt; ein Gefangenentransport wird trotz der mit einem Sturm einhergehenden Risiken nicht verschoben - und findet mitten in der Nacht statt; etc.) zumindest mehr fiktiven Erklärungsbackground gewünscht.

❏ Die Auflösung erfolgte in meinen Augen viel zu früh. Der Fortgang der Handlung bot zwar auch ordentlich Action, aber für mich war nun mal genau dieser Aspekt - die Frage nach der wahren Identität des Cops/Verbrechers - der interessanteste Aspekt des ganzen Romans gewesen … und ich hätte lieber noch etwas länger gerätselt.

❏ Das Ende war … im Grunde okay. Annehmbar. Ich hatte mir lediglich einen anderen Ausgang erhofft.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
An diesem Thriller reizten mich insbesondere das Setting und die außergewöhnliche Story-Idee, welche - im Hinblick auf die betreffenden Charaktere - toll umgesetzt, aber leider zu früh aufgelöst worden ist. Dennoch wurde es auch danach nicht langweilig, daher vergebe ich starke 3½ Sterne und spreche gerne eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Solider Auftakt mit Luft nach oben

Black Bird Academy - Töte die Dunkelheit
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Uff … selten habe ich eine Rezension so lange vor mir hergeschoben. Obwohl ich mich enorm auf den Reihenauftakt dieser Bookstagram-gehypten Romantasy-Trilogie gefreut hatte, tat ich mich letztlich unfassbar ...

Uff … selten habe ich eine Rezension so lange vor mir hergeschoben. Obwohl ich mich enorm auf den Reihenauftakt dieser Bookstagram-gehypten Romantasy-Trilogie gefreut hatte, tat ich mich letztlich unfassbar schwer mit dem Zusammenfassen meiner Gedanken, die irgendwie all over the place waren.

Ich mag die Autorin. Ich mag die Grundidee. Ich mag den Dark Academia-Vibe. Und so gerne hätte ich für ihr Buch-Baby, in dem gewiss so viel Herzblut steckt, eine supi-dupi-happy-5-Sterne-Rezension verfasst. Mit "Night of Crowns" hatte Stella Tack mich restlos begeistert und wahrscheinlich hatte ich unterbewusst beim vorliegenden Werk etwas Ähnliches erwartet.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich sage nicht, dass es ein schlechtes Buch sei.

♡ Der Schreibstil ist flüssig (lediglich manche Passagen erschienen mit etwas langatmig und zu ausführlich ausgeschmückt),

♡ die verschieden Perspektiven sorgen für Abwechslung,

♡ der typische, locker-alberne Stella-Humor ist allgegenwärtig,

♡ das Worldbuilding rund um den Orden ist richtig kreativ - das Setting (eine geheimnisvolle Insel vor der Küste Manhattans, samt unterirdischem Kerker), der Aufbau der Figurenkategorien …

Was jedoch leider nicht so meins war: brutale Gewalt bzw. Folterszenen und deren Ausmaß. Ja, mir ist bewusst, dass eine Story rund um Dämonen und Exorzisten etwas düster sein könnte. (No sh*t, Sherlock!) Und ja, ich weiß, dass hier zu Unterhaltungszwecken bewusst übertrieben worden ist. Aber mir war es schlichtweg too much, ich las die betreffenden Szenen nicht gerne. Vielleicht könnte ich leichter über diesen Punkt hinwegsehen, wenn ich zu den Charakteren eine bessere, greifbarere Bindung hätte aufbauen können (- Figuren sind für mich ja ohnehin das A und O -), doch diesbezüglich mir fehlte einfach die Tiefe und ich wurde nicht gänzlich warm mit ihnen (so cool ich den Namen Leaf auch finde) – einzig bei Lore (ausgerechnet!) musste ich im Nachhinein immer noch über einige Ansagen schmunzeln.

Die hochwertige Aufmachung des immerhin 600+ Seiten umfassenden Wälzers gefiel mir hingegen total gut, von der Goldprägung auf dem Cover über die wunderschöne Karte im Innencover bis hin zum umfangreichen Glossar im Anhang (wo alle wichtigen Begriffserklärungen zu Dämonen und Exorzistenklassen aufgelistet worden sind).

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
Anders als erwartet. Auch wenn es für mich nicht das erhoffte Highlight geworden ist, war es ein solider Reihenstart, der - nicht zuletzt aufgrund des fiesen Cliffhangers - meine Neugier auf die Folgebände geweckt hat. Achtung: Erwartet keine seichte Romantasy (Gewalt + Spice vorhanden).

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Veröffentlicht am 10.07.2023

Ganz okay, aber nicht das erhoffte Highlight

Secrets of the Campbell Sisters, Band 1 - April & May. Der Skandal
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Bereits vor Monaten hatte ich mich im Rahmen der Verlagsvorschau auf Bookstagram in das zauberhaft schöne Cover dieses Regencyromanes aus dem Hause Ravensburger verliebt; das Mintblau, die schimmernden ...

Bereits vor Monaten hatte ich mich im Rahmen der Verlagsvorschau auf Bookstagram in das zauberhaft schöne Cover dieses Regencyromanes aus dem Hause Ravensburger verliebt; das Mintblau, die schimmernden Goldelemente in der romantischen Blumenverzierung … was für ein Träumchen! Hinzu kam, dass der Inhalt mehr als vielversprechend klang: "Matchmaking & Fake Dating im London der Regency-Zeit" … Come on! - NATÜRLICH musste ich diese Story lesen!


Was ich mir erhofft hatte:


+ eine mit mehreren Töchtern gesegnete und von einem Skandal geplagte Familie – auch wenn es 'nur' vier Campbell-Schwestern sind, musste ich direkt an die Bennet-Schwestern aus meinem liebsten Lieblingsbuch ever denken: Jane Austens Meisterwerk "Stolz und Vorurteil"

+ pikante Geheimnisse

+ vielleicht ein, zwei (amüsant aufgelöste) Missverständnisse

+ jede Menge süßer Momente, intensives Herzklopfen, eventuell sogar einige leidenschaftliche Szenen

+ ein intensives, atmosphärisches Regency-Flair


… und all das gekrönt von einem mitreißenden, bildreichen Schreibstil.


Leider konnte mich das Werk nicht auf Highlightniveau begeistern. Versteht mich bitte nicht falsch, es war eine solide, wirklich nicht schlecht geschriebene Geschichte, aber der WOW-Effekt blieb einfach aus.

Ich habe mir im Hinblick auf diese Rezension echt den Kopf zerbrochen, woran genau es gelegen haben könnte, dass ein im Grunde gutes Buch aus einem meiner bevorzugten Genres mich nicht 100%ig überzeugen konnte und hier sind meine Theorien:


die klare Aufteilung in Gut und Böse verlieh dem Ganzen einen simplen Touch; undurchschaubare Nebenfiguren – selbst wenn diese sich letztlich als Bösewicht entpuppen – finde ich interessanter

die Hauptcharaktere wurden zwar greifbar beschrieben, aber es wollte sich keine Nähe zu ihnen einstellen

ich hätte zwei, maximal drei Perspektiven bevorzugt, idealerweise die beiden Schwester und meinetwegen ein Love Interest (erzählt wird nämlich aus mehreren Perspektiven: April, May, Matthew, Nathaniel … und im Epilog kommt noch eine weitere Schwester zu Wort)

der Anfang zog sich aufgrund der sich immer wieder wiederholenden Gedankengänge Aprils für meinen Geschmack zu sehr (- Tod der Mutter; Erwähnung des Skandals, über den wir Leser:innen zu diesem Zeitpunkt jedoch kaum etwas wissen -), ehe die Story endlich mal in Gang kam;

die Auflösung, auf die ich aus Gründen der Spoilervermeidung hier nicht weiter eingehen werde, erschien mir zu banal/nicht kreativ, da hätte ich etwas Knalligeres erwartet

ich bin schlichtweg kein Fan von allzu ruhigen Handlungsverläufen bzw. Slow-Burn-Romanzen

der flüssige, aber zum Teil ausufernde Schreibstil enthielt viele Sätze, die im Grunde das Gleiche aussagten, nur in unterschiedlichen Formulierungen; dieser Puffer wirkte ein bisschen wie unnötiges Füllmaterial, ließ einige Passagen langatmig wirken - zudem fehlte mir der emotionale Tiefgang

im Hinblick auf Regency-Romane ist meine Erwartungshaltung sehr hoch, ein Werk muss in puncto Handlung und Schreibstil schon richtig was hermachen, um mit all meinen Herzensgeschichten mithalten zu können


Fazit:
Unterm Strich war es ein netter, unterhaltsamer Read für zwischendurch, daher gibt es von mir eine bedingte und an Fans des Genres gerichtete Leseempfehlung.

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