Interessiert ihr euch für wahre Verbrechen?
Also, ICH könnte mich den ganzen Tag damit befassen. Egal ob als Doku, Podcast, Film, Serie oder Magazin: True Crime wird nie langweilig. Es ist die Faszination ...
Interessiert ihr euch für wahre Verbrechen?
Also, ICH könnte mich den ganzen Tag damit befassen. Egal ob als Doku, Podcast, Film, Serie oder Magazin: True Crime wird nie langweilig. Es ist die Faszination des Bösen, die mich ködert und an sich fesselt. Die Neugier, zu erfahren, was genau mit jemandem passiert ist. Wer ihm das angetan hat. Und vor allem: Warum? Oft sind die Motive und Hintergründe für mich spannender als die Tat selbst (und das meine ich keineswegs despektierlich).
Als eingefleischter True Crime-Fan kaufe ich regelmäßig die Wahre Verbrechen – stern Crime Hefte und blättere sie wissbegierig durch. Diesmal durfte das Sommer-Buch 2023 bei mir einziehen.
Es werden auf 169 Seiten verschiedene
wahreverbrechen beleuchtet, bei denen der Fokus sowohl auf die Täter und Opfer als auch auf die Ermittler gelegt wird. So bekommt der Leser nicht nur Eindrücke von den gut recherchierten Tathergängen - diese sind per se schon äußerst informativ -, sondern lernt beispielsweise Wissenswertes über digitale Rekonstruktionen und erfährt zudem etwas über das Schicksal der Menschen und wie sie zu Opfer oder Täter wurden.
"Der Mann sitzt nackt auf dem Beifahrersitz seines Autos. Er hat keine Stunde mehr zu leben." (Zitat Seite 21)
Obwohl der Schreibstil eher distanziert wirkt und inhaltlich mit Fakten balanciert wird, bleiben die Emotionen nicht auf der Strecke. Ich war abwechselnd entsetzt, traurig, schüttelte den Kopf oder empfand Mitgefühl. Man wird darüber hinaus mit moralischen sowie gesellschafts- und sozialkritischen Aspekten konfrontiert, die etwas mit einem machen. Die irgendwie hängen bleiben und einen noch nach Weglegen der Lektüre beschäftigen.
"Dass Greg tot war, musste Susie Fleniken hinnehmen. Aber dass sein Tod ein Mysterium bleiben sollte, war ihr ein unerträglicher Gedanke." (Zitat Seite 27)
Fazit: Nichts ist schockierender als wahre Verbrechen. In diesem Band werden 13 mysteriöse Fälle behandelt, die jeden Menschen, egal ob
truecrime Fan oder nicht, auf berührende und beängstigende Weise packen.
Drei lange Jahre mussten wir auf die Fortsetzung warten. Nun endlich kam der bereits 11. Teil der Reihe um die Ärztin Sara Linton und GBI Agent Will Trent raus.
In diesem Teil spielt die Vergangenheit ...
Drei lange Jahre mussten wir auf die Fortsetzung warten. Nun endlich kam der bereits 11. Teil der Reihe um die Ärztin Sara Linton und GBI Agent Will Trent raus.
In diesem Teil spielt die Vergangenheit von Sara eine große Rolle. Als eine Patientin in der Notaufnahme kurz vor ihrem Tod berichtet, dass sie vergewaltigt wurde, fühlt Sara sich verantwortlich, den Täter zu überführen, indem sie gegen ihn aussagt. Da dieser aber aus gutem Hause kommt und Vergewaltigung ohnehin ein schwieriges Thema ist, ist das nicht von Erfolg gekrönt.
Zitat Pos. 2106:
"Deshalb schrieb man seinen Freundinnen vor und nach einem Date eine Nachricht. Deshalb ließ man die Ortungsfunktion des Smartphones aktiviert, hatte immer Pfefferspray in der Handtasche und schlief auf der verschwitzten, vollgewichsten Couch eines Freundes, denn es war verdammt beängstigend, in dieser Welt eine Vagina zu haben."
Auch Sara wurde vor 15 Jahren vergewaltigt und man erfährt, was für schwerwiegende Folgen dies für ihr Leben hatte. Zufällig stößt sie auf Zusammenhänge und erfährt immer mehr beängstigende Details, die darauf schließen lassen, dass der Täter nicht das erste Mal jemanden missbraucht hat. Kurzerhand spannt sie Will und seine Partnerin Faith ein, um gemeinsam im Dreck zu wühlen.
Zitat Pos. 30:
"In der Schublade neben deinem Bett sind Stift und Papier. Schreib eine Liste von allem, was dir Angst macht. Das bin ich."
Erneut kann Karin Slaughter mit einem packenden Schreibstil und einem hochemotionalen Thema überzeugen. Es sollte noch viel mehr Aufklärung und Hilfe zum Thema Vergewaltigung geben. Am besten gefallen mir die Entwicklung der Hauptprotagonisten und die privaten Details, die die Hintergründe zum Verhalten dieser Charaktere gut erklären. Man kann dadurch manche "Eigenart" sehr viel besser verstehen.
Das Ende ist gut konstruiert, überraschend und ließ mich schockiert zurück. Ein gelungener Abschluss des durchweg überzeugenden Plots.
Persönliches Fazit: Ein weiterer spannender Band der Reihe mit viel neuem Hintergrundwissen zu den Figuren, daher empfehle ich, die Teile in richtiger Reihenfolge zu lesen. Der "Fall" an sich ist aber auch ohne Hintergrundwissen verständlich.
Der Plan: Bekannte Fälle werden neu erzählt, die Fakten bleiben, werden aber in die heutige Zeit transferiert. Das Ziel: Eine Schnittstelle zwischen Sachbüchern und Thrillern erschaffen, die Ermittlungsmethoden ...
Der Plan: Bekannte Fälle werden neu erzählt, die Fakten bleiben, werden aber in die heutige Zeit transferiert. Das Ziel: Eine Schnittstelle zwischen Sachbüchern und Thrillern erschaffen, die Ermittlungsmethoden real und spannend abbilden und sich so von rein fiktiven Büchern unterscheiden.
Gelungen, würde ich sagen.
Obwohl ich natürlich meine übliche Kritik üben muss. Denn anscheinend kommt kein Krimi ohne einen überaus eigensinnigen Protagonisten aus, der ohne Furcht vor Konsequenzen genau das macht, wonach ihm gerade der Kopf steht. Hier ist es Sophie, deren Asperger-Autismus ihr bei der analytischen Arbeit von Vorteil ist und dem Leser ungewohnte Perspektiven auf die Ermittlungsarbeit gewährt. In diesem Punkt ist die Realität wohl doch nicht so abgebildet, wie sie meistens vorherrscht.
Dennoch war mir Sophie sehr sympathisch, ihre authentische Darstellung hat mir gut gefallen. Ihr „Partner“ Leonhard ist hingegen ein Charakter, mit dem ich erst warm werden musste. Dass die Ermittler ihre eigenen Geschichten mitbringen, ist für mich ein Pluspunkt, das macht sie zu Menschen, mit denen man sich identifizieren kann. Es bleibt abzuwarten, ob sie sich in den Folgebänden weiterentwickeln oder ob die Reihe nur lose zusammenhängt und bewusst so gestaltet wird, dass man die Fälle auch unabhängig voneinander lesen kann.
Wie nach den vorigen Büchern von Axel Petermann nicht anders zu erwarten war, wurde hier auf einer soliden Basis aufgebaut. Das ist auch ein Grund, weshalb ich dieses Buch eher in der Sparte Krimi als Thriller einordnen würde. Denn der Fokus liegt auf der Aufklärung des Verbrechens, die Ermittlungen stehen im Vordergrund. In Zusammenarbeit mit Petra Mattfeldt ist hier der Fall des „Sandmanns“ aufgearbeitet worden, der den ersten Fall in der Reihe „Im Kopf des Bösen“ bildet. Auch wenn man aufgrund der Bekanntheit des Falls vielleicht schon weiß, wie alles zusammenhängt, wurde hier ein spannendes Puzzle erarbeitet, das man sich selber Stück für Stück zusammensetzen kann. Auch, wenn die Handlung nicht galoppiert, fand ich die Spannung trotzdem stetig steigend. Die unbehagliche Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht, tut ihr übriges.
Fazit: Ich hoffe sehr, dass es wie geplant eine Reihe geben wird und wir Sophie und Leonhard noch einmal treffen. Und natürlich freue ich mich auf einen weiteren spannenden True Crime Fall!
Phoebe und Charlie sind Halbschwestern. Doch das Verhältnis zwischen den beiden ist schwierig. Neid und Eifersucht stehen auf der Tagesordnung und jede versucht auf ihre eigene Art, um Anerkennung der ...
Phoebe und Charlie sind Halbschwestern. Doch das Verhältnis zwischen den beiden ist schwierig. Neid und Eifersucht stehen auf der Tagesordnung und jede versucht auf ihre eigene Art, um Anerkennung der Eltern zu buhlen. Nach dem Tod der Tante wartet ein beträchtliches Erbe auf die beiden. Doch es gibt Bedingungen, und diese zu erfüllen, fällt den Halbschwestern mehr als schwer. Statt zusammenzuhalten und sich auf ein Leben ohne Geldsorgen zu freuen, geht der Konkurrenzkampf weiter und endet in einem schlimmen Desaster…
Die Autorin entfaltet meisterhaft eine Geschichte über einen psychologischen und kriegerischen Konflikt zwischen zwei Stiefschwestern, die sich skrupellos rächen wollen für vergangene Verletzungen. Beide Charaktere sind herausragende Manipulatorinnen, die gekonnt theatralisch und dramaturgisch agieren. Die eine Stiefschwester hat seit ihrer Kindheit stets Leid erfahren und plant nun im Erwachsenenalter akribisch ihre Rache, um mit der Vergangenheit endlich abschließen zu können. Die andere hingegen beherrscht die Kunst der psychologischen Gewalt und ist geradezu bösartig darauf aus, die andere zu zerstören.
In dieser raffiniert erzählten Geschichte werden die Leser in ein emotionales Wechselspiel zwischen den beiden Protagonistinnen gezogen. Die Erzählperspektive wechselt zunächst zwischen den beiden Schwestern hin und her. Aber immer wieder kommen auch Nebencharaktere zu Wort, deren Verbindung man auf Anhieb nicht erkennen kann, die letztendlich aber für die Handlung enorm wichtig sind.
Der Schreibstil der Autorin ist direkt und sehr real. Die geschaffene Atmosphäre passt perfekt zur Handlung, wirkt bedrückend und fesselt den Leser an die Geschichte, die mit unvorhersehbaren Wendungen und Ereignissen kaum Zeit zum Durchatmen lässt.
Fazit: Ein gelungenes, psychologisches Katz-und-Maus-Spiel hält den Leser in Atem und lässt ihn diesen ausgereiften Psychothriller hautnah miterleben. Leseempfehlung!
Lou und Sonny. Sonny und Lou. Ein Herz und eine Seele. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünnen, erleben die Hitze dieses Sommers und Ereignisse, die ihre friedvolle Zweisamkeit ziemlich zerrüttet. Und ...
Lou und Sonny. Sonny und Lou. Ein Herz und eine Seele. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünnen, erleben die Hitze dieses Sommers und Ereignisse, die ihre friedvolle Zweisamkeit ziemlich zerrüttet. Und schwupps sind sie mittendrin in einem Chaos, das ihnen allerlei abverlangt. Es geht um Vertrauen und Mut, um Angst und Hoffnung. Vor allem darum, sich selbst zu schützen und die Grenzen zu kennen.
Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Lou, die uns mitnimmt und ruhig in die Geschichte einführt. Schnell verstehen wir, dass dieser Sommer nicht so ist wie viele andere zuvor. Es ist unerträglich heiß. Und Dinge stehen im Raum. Dinge passieren. Dinge, die weder die Protagonistinnen noch uns loslassen.
Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt: Sind Sonny und Lou wirklich Freundinnen? Was verbindet sie eigentlich (noch) miteinander? Obwohl beide gleichermaßen als Protagonistinnen fungieren, macht Lou für mich die wichtigere Entwicklung durch. Sie wird erwachsen, befreit sich aus einengenden Beziehungen, wird sich selber darüber im Klaren, dass sie in ihrem Leben bisher eher passiv beteiligt war. Sie war mir sympathisch, mit dem Herzen dabei. Sonny hingegen ist das genaue Gegenteil. Sie sieht Lou nicht als beste Freundin – oder besser gesagt, behandelt sie nicht so. Sonny ist nur auf ihren Vorteil aus, benutzt Lou und manipuliert sie nach Belieben. Das war nicht immer so, doch auch Sonny hat sich im Laufe der gemeinsamen Zeit verändert.
Juliane Pickels Roman kam gerade zur richtigen Zeit. Denn während sie von heißen Sommertagen schreibt, an denen man die Hitze vom Asphalt aufsteigen sieht, herrscht draußen ebendieses Wetter und macht die ohnehin bedrückende Atmosphäre noch beklemmender.
Die beiden Mädchen verbindet nicht nur Freundschaft, sondern auch der Tod. So haben beide ihr Päckchen zu tragen. Mit viel Feingefühl beschreibt die Autorin die Gefühlswelt der Teenager und schafft es, sie nahbar zu machen. Die Gefühle werden beim Lesen sehr gut transportiert und so hat es mich beim Lesen sehr betroffen gemacht, wie einseitig Liebe sein kann.
Ein toller Roman darüber, dass nichts für immer so ist, wie es war. Dass Menschen sich verändern. Ein Sommer kann das Leben eines Teenagers komplett umformen.