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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2023

Im Trüben "Fischen"?

Die Spur der Aale
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Es handelt sich um den ersten Band einer neuen Reihe rund um die Frankfurter Staatsanwältin Greta Vogelsang, die für Umwelt- und Artenschutzdelikte zuständig ist. Während ihres Bereitschaftsdienstes wird ...

Es handelt sich um den ersten Band einer neuen Reihe rund um die Frankfurter Staatsanwältin Greta Vogelsang, die für Umwelt- und Artenschutzdelikte zuständig ist. Während ihres Bereitschaftsdienstes wird die Leiche des Zollfahnders Mathissen im Main gefunden, Unfall oder Mord? Haben Mathissen letzte Ermittlungen etwas mit seinem Tod zu tun und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang ein chinesisches Restaurant samt Mitarbeitern sowie zwei junge französische Kurierfahrer?
Dieser Wirtschaftskrimi hat mich sehr gut unterhalten. Eine Staatsanwältin als Hauptermittlerin war für mich bisher neu, das Gerangel um Zuständigkeiten zwischen den einzelnen Abteilungen des Polizei- und Justizapparates sehr aufschlussreich. Wenn auch die Ermittlungsarbeit eher etwas schleppend und oberflächlich anläuft, fand ich den Fall bis zum Ende, in dem sich die verschiedenen Handlungsstränge gut zusammenfügten, doch sehr spannend, das eigentliche Thema, in dem sich der Titel der Geschichte widerspiegelt, äußerst interessant. Zusätzliche Einblendungen in das nicht immer einfache Privatleben von Greta haben mich sehr berührt und zeigten ihre menschliche Seite.
Insgesamt ein solider Start in eine neue Reihe, ein (kleiner) Cliffhanger am Ende macht mich neugierig auf den Folgeband.

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Mord in Südfrankreich

Ein Sommer in Cassis
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Der aus Frankfurt stammende Kriminalkommissar Jens Schneider verbringt seinen Sommerurlaub im schönen südfranzösischen Cassis. Schnell begibt sich sein Ermittlerherz wieder auf Spurensuche, als die Leiche ...

Der aus Frankfurt stammende Kriminalkommissar Jens Schneider verbringt seinen Sommerurlaub im schönen südfranzösischen Cassis. Schnell begibt sich sein Ermittlerherz wieder auf Spurensuche, als die Leiche einer jungen Frau aus dem Wasser gezogen wird. War es Selbstmord oder stecken ganz andere Dinge dahinter? Was geht in diesem kleinen Ort vor sich und wer weiss alles davon?

Auf den ersten Blick handelt es sich um einen typischen Mittelmeerkrimi: sowohl die heimischen Ermittler als auch die Dorfbevölkerung mauern, tolle Landschaftsbeschreibungen stehen im Vordergrund, der fremde Tourist wird misstrauisch beäugt, bis er selbst in größter Gefahr steckt. Das besondere an diesem Buch ist jedoch für mich die Erzählperspektive aus der Ich-Position des Deutschen, zusätzlich ergänzt durch seine eigenen Tagebuchaufzeichnungen. Jens Schneider bleibt für mich - auch wenn eine Liebesbeziehung in die Geschichte verwoben ist - immer sehr nüchtern und distanziert, eine grosse Nähe konnte ich nicht zu ihm aufbauen, was dem Unterhaltungswert allerdings auch nicht geschadet hat. Der Fall bleibt spannend, die Nebencharaktere interessant und teilweise auch sympathisch.

Gerne habe ich mich ein kurzes Stück mit am Mittelmeer gefühlt, diesen Krimi der etwas anderen Art kann ich guten Gewissens empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.07.2023

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Das Leben, das uns bleibt
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Als die Russen 1945 vor Breslau stehen, fliehen Ruth und ihre jüdische Familie mit gefälschten Pässen und landen auf Umwegen schließlich in Freiburg. Nicht nur die Oma, sondern insbesondere ihren Geliebten ...

Als die Russen 1945 vor Breslau stehen, fliehen Ruth und ihre jüdische Familie mit gefälschten Pässen und landen auf Umwegen schließlich in Freiburg. Nicht nur die Oma, sondern insbesondere ihren Geliebten Ilan musste Ruth schweren Herzes in der Heimat zurücklassen. In Freiburg heiratet sie in eine Juweliersfamilie ein, wird dort aber nicht so richtig glücklich.
Dieses von der Thematik her interessante und sprachlich für mich gut ausgeformte Buch hat mir mit Einschränkungen gut gefallen. Die Protagonistin Ruth ist diesmal nicht die vielleicht immer erwartete starke Frau, sondern lässt vieles über sich ergehen, hat sie es doch eigentlich in den damaligen Zeiten nicht so schlecht angetroffen. Ihre Geschwister wissen da schon genauer, welche Ansprüche sie noch an das Leben haben. Diese Erwartungen Ruths flammen immer mal wieder auf, werden aber von ihr nicht so richtig ausgelebt, was mich insgesamt auch nicht störte, hier passt Ruth recht gut in das Frauenbild der damaligen Zeit.
Genauere Ausblicke in das Goldschmiedehandwerk wären hier noch interessant gewesen, ebenso Hintergründe zum Leben als Jude nach dem Krieg, nicht umsonst hat die Familie ihre Herkunft ja bewusst verschleiert.
Insgesamt hat mich die Geschichte jedoch gut unterhalten, bei der Gesamtbewertung ziehe ich einen Stern ab, da mir das Ende etwas zu glatt lief.

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Veröffentlicht am 19.06.2023

Gefühlschaos bei den Burgfestspielen

Mein Lover, mein Ex und der Andere
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Als Henni nach der Trennung von ihrem Freund sowohl Job als auch Wohnung verliert, zieht sie kurzentschlossen zur ihrer Tante Alma, auf deren Grundstück ein kleines altes Häuschen leersteht. Mit einer ...

Als Henni nach der Trennung von ihrem Freund sowohl Job als auch Wohnung verliert, zieht sie kurzentschlossen zur ihrer Tante Alma, auf deren Grundstück ein kleines altes Häuschen leersteht. Mit einer charmanten Lüge ergattert sie einen Job als Regieassistentin bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen, wo ihr bald nicht nur der Regisseur mehr als sympathisch ist...

Dieser schöne Sommer-Wohlfühlroman hat mich bestens unterhalten. Neben einer romantischen Geschichte mit einigen Auf's und Ab's erfährt man als Leser ganz nebenbei auch noch einiges an Hintergrund zum Theater und den Festspielen und bekommt noch einen kleinen Exkurs zur deutschen Klassik-Literatur. Da dies jedoch nicht buchfüllend ist, sondern nur ab und an eingestreut, hat es mir auch sehr gut gefallen. Tante Alma als taffe ältere Frau, die ihr Leben überwiegend allein gemeistert hat, ist für mich der heimliche Star in der Handlung, genauso wie die kleinen "Frankfurter Kränzchen", auf die ich direkt zu Beginn bereits große Lust verspürte.

Ein schöner Roman, den man im Sommer gerne flott nebenbei lesen kann.

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Veröffentlicht am 28.05.2023

Drei Frauen-Generationen in Skandinavien

Der Traum vom einfacheren Leben
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Es handelt sich um den zweiten Band der in Schweden und zum Teil auch in Dänemark spielenden sogenannten Jahreszeiten-Saga, in der Sally nun endlich ihre Frühstücks-Pension in dem von ihrem Onkel geerbten ...

Es handelt sich um den zweiten Band der in Schweden und zum Teil auch in Dänemark spielenden sogenannten Jahreszeiten-Saga, in der Sally nun endlich ihre Frühstücks-Pension in dem von ihrem Onkel geerbten Haus eröffnen kann. Das angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter Vanja sowie zu ihrer Tochter Josefin stellt hier ebenfalls wieder ein zentrales und sich weiter entwickelndes Thema dar. Zum besseren Verständnis rate ich an, den ersten Band vorab zu lesen.
Auch dieser Band hat mich wieder bestens unterhalten. Ein schöner leichter Sommer-Roman, der für mich leicht zu lesen war und mir dieses authentische Skandinavien-Feeling vermittelte, eine Lebensart, die ich mir dort so typisch vorstelle. Der Generationenkonflikt zwischen den drei Frauen, die jede so ihre Eigenarten haben, aber irgendwie auch Versäumtes wieder gutmachen wollen, ohne sich selbst zu verbiegen, wird mir gut herübergebracht, hätte aber in meinen Augen auch noch etwas mehr Tiefe verdient. Vielleicht ist dies aber auch der skandinivischen Unkompliziertheit geschuldet. Dennoch bin ich genügend neugierig geblieben, um mich auf den Folgeband gespannt freuen zu können.

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