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Arambol

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2023

Heitere Spiele

Wir träumten vom Sommer
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"Das Einzige, was zählt, ist, dass man weiß, wovon man träumt und was man bereit ist, dafür zu tun, damit es kein Traum bleibt."

Willkommen zurück im Millionendorf: Nach zwei Jahren im Ausland kehrt ...


"Das Einzige, was zählt, ist, dass man weiß, wovon man träumt und was man bereit ist, dafür zu tun, damit es kein Traum bleibt."

Willkommen zurück im Millionendorf: Nach zwei Jahren im Ausland kehrt Amrei 1972 anlässlich der Olympischen Sommerspiele zurück nach München und stellt sich ihrer eigenen Vergangenheit.

Die Dreiecksgeschichte zwischen Amrei, David und Wastl wird abwechselnd auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Zum einem beginnend mit dem Jahr 1968, in dem Amrei ihr Studium beginnt und dabei David und Wastl kennenlernt. Die zweite Ebene versetzt uns in das Jahr der Olympischen Sommerspiele 1972, in dem Amrei als Hostess nach München zurückkehrt.

Die Erzählung kommt anfangs nicht so richtig in Schwung, die Dialoge und (oftmals politischen) Diskussionen sind mitunter recht zähflüssig und mühselig lang.
Die besondere Stimmung der damaligen Zeit, der 1968er Studentenbewegung, die knisternde und elektrisierende Spannung, kann dieser historischen Roman nicht eingefangen. Auch von der überaus euphorischen Atmosphäre in München in der Zeit unmittelbar vor und zu Beginn der Olympischen Sommerspiele 72 ist wenig zu spüren. So bleiben leider auch die Protagonisten insgesamt eher farblos, eine Identifikation fällt schwer.
Mit einer einzigen Ausnahme: Großtante Annamirl - ein ganz besonderer, außergewöhnlicher Mensch.

Erst im letzten Viertel des Romans, als der Terror die Heiterkeit der Spiele jäh verdrängt, nimmt auch die Erzählung deutlich an Spannung und Dramatik zu.
Alle im Millionendorf München rücken enger zusammen und besinnen sich auf Wesentliches.

Ein insgesamt unaufgeregt erzähltes Stück deutscher Zeitgeschichte, ein Roman, der mich aufgrund einiger unnötiger Längen aber nicht vollends überzeugen konnte.
Dennoch eine Empfehlung für alle, die gerne historische Romane lesen, um sich in eine andere Zeit zurückversetzen zu lassen

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Veröffentlicht am 05.06.2023

Im Norden nichts Neues

Ein mörderisches Paar - Das Versprechen
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"Wenn wir uns ein neues Leben aufbauen wollen, müssen wir das alte beenden."

Verlagsseitig als "neue Serie von Nummer 1-Bestsellerautor K. P. Wolf" angekündigt, bietet "Das Versprechen" nicht wirklich ...

"Wenn wir uns ein neues Leben aufbauen wollen, müssen wir das alte beenden."

Verlagsseitig als "neue Serie von Nummer 1-Bestsellerautor K. P. Wolf" angekündigt, bietet "Das Versprechen" nicht wirklich Neues und schon gar nichts Eigenständiges an.
Im Gegenteil: ohne Kenntnisse aus den "Sommerfeld-" und "Rupert undercover-" Trilogien dürfte der Einstieg in "Ein mörderisches Paar" durchaus schwer fallen.

Die Protagonisten sind allesamt alte Bekannte: es geht mal wieder um den extrem selbstverliebten Serienkiller Dr. Bernhard Sommerfeldt und um seine Fast- und ehemalige Miet-Ehefrau Frauke. Mit dabei ist natürlich auch die Haupt-Kommissarin A. K. Klaasen; im Vergleich zu den älteren Ostfriesen-Krimis verliert sie aber leider immer mehr an Profil und Tiefe. Schade.
Auch die weiteren hinlänglich bekannten Charaktere, wie z.B
Frank Weller, die neue Polizeidirektorin Elisabeth Schwarz, Marion Wolters und auch Rupert bleiben eher klischeehaft und farblos.

Der Autor Klaus Peter Wolf setzt konsequent auf Altbewährtes: als Leser bekommt man - wie erwartet - abgedrehte, mit viel Tempo erzählte Krimikost mit jeder Menge Lokalkolorit. Die Geschichte an sich ist dabei allerdings völlig überzogen konstruiert, zeitweise absurd und wenig glaubhaft.

In den bisherigen Büchern des Autors gefiel mir besonders sein mit viel nordfriesischem Wortwitz durchsetzter Schreibstil; inzwischen gerät der Humor aber zunehmend flacher.

Ein wirklicher Neustart ist mit dem mörderischen Paar nicht gelungen, teilweise nervt der selbstgerechte Sommerfeldt, eine Identifikation mit seinem moralisch äußert bedenklichen Weltbild fällt mir schwer.

Ganz nette, schnell zu lesende Lektüre für Zwischendurch, aber - für die Folgebände - bleibt viel Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 23.05.2023

Faszination Italien

Die verlorene Tochter
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"Manchmal müssen wir einfach dem Schicksal vertrauen."

Soraya Lane erzählt im ersten Band der achtteiligen "Verlorenen Töchter"-Reihe zwei Liebesgeschichten aus zwei sehr unterschiedlichen Zeiten. In ...


"Manchmal müssen wir einfach dem Schicksal vertrauen."

Soraya Lane erzählt im ersten Band der achtteiligen "Verlorenen Töchter"-Reihe zwei Liebesgeschichten aus zwei sehr unterschiedlichen Zeiten. In der Gegenwart die der Kellermeisterin Lily und des Winzersohns Antonio vor der atemberaubenden Kulisse der Weinberge Norditaliens. In zeitlichen Rückblenden die von Estée und Felix in den schicksalhaften 1940er Jahren vor der nicht weniger beeindruckenden Kulisse der Mailänder Scala.

Beide Liebesgeschichten sind durch ein sehr geheimnisvolles, über fünfundsiebzig Jahre verborgenes Erbstück von Lily's Großmutter miteinander verbunden...

Ein lockerer Sommerroman, der sehr atmosphärisch nach Italien einlädt. Aufgrund des leichten und unbeschwerten Schreibstils ist der Roman angenehm flüssig zu lesen. Größere Wendungen oder gar überraschende Momente braucht die Geschichte nicht; der regelmäßige Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen ist gelungen und sorgt für Abwechslung. Etwas mehr Tiefe hätte der Handlung dennoch gut getan, so ist es doch offensichtlich mehr eine Liebesgeschichte als ein historischer Roman.

Alle Protagonisten sind liebevoll gezeichnet und glaubhaft. Die Orte der Handlung sind detailreich und äußerst bildhaft beschrieben.

Das Buch hat mich unterhalten können, war in weiten Teilen aber gleichzeitig sehr vorhersehbar. Ob die Idee, die dieser Geschichte zu Grunde liegt, genug Potential für die bereits angekündigten sieben Folgebände hat, bleibt abzuwarten.

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Veröffentlicht am 19.04.2023

Ein Wiedersehen mit Freude?

Erinnere dich!
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"Manche Geschichten waren vorbei, wenn sie vorbei waren; andere dagegen hörten nie ganz auf."

Zurück in die Vergangenheit: was ist vor zwanzig Jahren wirklich mit Maja passiert? Bei einer Wanderung zu ...


"Manche Geschichten waren vorbei, wenn sie vorbei waren; andere dagegen hörten nie ganz auf."

Zurück in die Vergangenheit: was ist vor zwanzig Jahren wirklich mit Maja passiert? Bei einer Wanderung zu viert verschwindet sie und es verliert sich von ihr jede Spur. Zwei Jahrzehnte später sehen sich die drei Freunde von damals anlässlich eines Klassentreffens wieder. Arno, Lukas und Ulrike beschließen, die Geschehnisse dieser schicksalhaften Wanderung nachzustellen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Hauptprotagonist Arno Seitz: In Form eines inneren Monologs taucht man tief in seine Gedankengänge ein und hinterfragt und verwirft kritisch jede Menge Theorien.

Die Idee hinter "Erinnere dich" hat durchaus Potential, dennoch hat mich der Thriler nicht vollends überzeugen können. Zu sehr fährt man "nur" auf dem sich ständig drehenden Gedankenkarussell von Arno als Beobachter mit.
Sobald er dann glaubt, sich an etwas Entscheidendes erinnern zu können, kommen ihm postwendend wieder Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner neuen Erkenntnisse. Dieses sich ständig wiederholende hin und her in Endlosschleife bringt die Geschichte nur schleppend voran.
Obwohl es im Verlauf der Erzählung zu einigen überraschenden Wendungen kommt, verläuft die Spannungskurve dieses Thrillers aber genreuntypisch ungewöhnlich flach.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte dann aber doch nochmal Fahrt auf und wird ziemlich brisant. Die Auflösung kommt absolut stimmig daher: ein wirklich tolles und überzeugendes Ende. Der Weg bis dahin war mir allerdings etwas zu lang...

"Erst mit dem Ende erhält alles seinen Sinn.", wie wahr: ERINNERE DICH! - wenn Du Dich traust.

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Veröffentlicht am 24.03.2023

Was würde Agatha tun?

Windstärke Tod (WaPo Cuxhaven 1)
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"Die Möwen hatten sich heute früh scheinbar zum Wettschreien verabredet."

Ein Krimi von der Nordsee mit einer gehörigen Portion maritimen Flairs und einer touristischen Führung durch Cuxhaven inklusive: ...


"Die Möwen hatten sich heute früh scheinbar zum Wettschreien verabredet."

Ein Krimi von der Nordsee mit einer gehörigen Portion maritimen Flairs und einer touristischen Führung durch Cuxhaven inklusive: die Kugelbake, die Aussichtsplattform "Alte Liebe", der Steubenhöft, das Feuerschiff Elbe ...
Gut gemacht: Der Stadtplan im Inneren der vorderen Klappen-Broschur erleichtert die Orientierung in Cuxhaven.

Die von Beginn an recht hohe Anzahl an handelnden Personen sowie der sehr schnelle Wechsel zwischen den Schauplätzen haben mich anfänglich leicht verwirren können. Wer war jetzt nochmal genau was und welche Funktion hatte er oder sie?

Der Schreibstil ist recht unkompliziert, das Buch hat sich zügig lesen lassen.
Die vielen Charaktere erscheinen dabei etwas farblos, die Identifikation mit den Protagonisten fällt schwer.

Die Handlung ist durchaus interessant, abwechslungsreich und hat Potential; leider hat mich die Erzählweise nicht wirklich fesseln können. Auch der vereinzelt eingestreute Humor hat nicht immer meinen Geschmack getroffen:
"Lars' Unterlippe bewegte sich wie die Nordsee bei Windstärke 7."

Zum Ende wird alles schlüssig aufgelöst, größere Überraschungen gibt es dabei nicht. Es ist eine eher ruhig erzählte Geschichte, ich hatte mir etwas mehr Spannung erhofft.
Ein finaler Cliffhanger lässt auf eine geplante Fortsetzung schließen.

Vielleicht sehen wir uns wieder in Cuxhaven?

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