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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2023

Nicht ist, wie es scheint

Die Schatten über uns
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Beim Renovieren ihres frisch erworbenen Hauses entdeckt Mia eine mysteriöse Botschaft: »Ich werde sie vom Dachboden retten«. Zusammen mit ihrem Mann Finn erkunden sie den Dachboden, wo sie auf alte Lederkoffer ...

Beim Renovieren ihres frisch erworbenen Hauses entdeckt Mia eine mysteriöse Botschaft: »Ich werde sie vom Dachboden retten«. Zusammen mit ihrem Mann Finn erkunden sie den Dachboden, wo sie auf alte Lederkoffer stoßen, die eine schockierende Entdeckung offenbaren, welche das Leben ihrer Familie für immer verändern wird.
Trotz der beängstigenden Enthüllungen kann Mia den Fund nicht einfach hinter sich lassen, selbst als sie mit Finn zu dessen Eltern flieht, um dem Grauen zu entkommen, dass sich ihnen auf dem Dachboden präsentierte. Gegen Finns Wunsch begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit über das Haus und was einst dort geschah. Doch bald muss sie erkennen, dass manche Dinge besser im Verborgenen bleiben sollten, denn die Vergangenheit birgt düstere Geheimnisse.

„Die Schatten über uns“ erzählt eine vielschichtige Geschichte aus verschiedenen Perspektiven in der Gegenwart, Vergangenheit und durch Zeitungsartikel. Diese erzählerische Vielfalt ermöglichte einen allumfassenden Überblick über die Vergangenheit und Gegenwart.

Die Geschichte selbst war wirklich spannend, atmosphärisch dicht und bedrückend. Ständig wurde man aufs Neue überrascht, denn jede Vermutung über den:die Täter:in und den Ablauf der Geschehnisse wurde widerlegt. Die Spannung wurde dadurch enorm hochgehalten, obwohl es in der Handlung nicht immer offensichtliche Anlässe dafür gab. Dennoch spürte man die Bedrohung durchgehend, wodurch das Buch kaum aus der Hand zu legen war.

Die fesselnde Geschichte hat mich von Anfang bis Ende gepackt und ließ mich auch nach dem Beenden des Buches nicht los. Die Atmosphäre und die Geheimnisse haben mich noch eine Weile beschäftigt. Die Geschichte hat mir wirklich Spaß gemacht, da ich bis zum Dunkeln tappte und ich mich immer wieder neu in den Verdächtigen irrte.

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Beklemmend, bedrohlich und düster

Das makellose Mädchen
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Als Wren den anziehenden Mann mit dem melancholischen Lächeln auf die Seite swipped, ist es bereits um sie geschehen. Sie beschließt, Adam in einer Bar zu treffen, um keine Zeit zu verlieren. Alles scheint ...

Als Wren den anziehenden Mann mit dem melancholischen Lächeln auf die Seite swipped, ist es bereits um sie geschehen. Sie beschließt, Adam in einer Bar zu treffen, um keine Zeit zu verlieren. Alles scheint perfekt, bis Adam von einen auf den anderen Tag plötzlich verschwindet. An seiner Stelle steht ein Polizist vor Wrens Tür, der sich mit dem rätselhaften Verschwinden einer Reihe junger Frauen beschäftigt. Sie alle haben sich auf der App verliebt und wurden bald darauf nicht mehr gesehen. Sie alle haben sich mit „Adam“ getroffen. Doch hat er wirklich etwas mit ihrem Verschwinden zu tun oder sind es lediglich unglückliche Zufälle, die aufeinandertreffen? Auf der Suche nach Adam stößt Wren auf den gemeinsamen Nenner zwischen den Vermissten und auf einmal ist sie sich gar nicht mehr so sicher, ob „Adam“ wirklich ihr Traummann ist.

Zugegeben, der Schreibstil von Lisa Unger ist wirklich sehr speziell, aber ich bin einfach jedes Mal gebannt und folge ihren Charakteren gern durch die Geschichten. Anfangs begleiten wir lediglich Wren in ihrem Alltag. Später kommen noch einige weitere Charaktere und Perspektiven dazu, denen wir über die Schulter schauen können. Zeitlich wechseln wir ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ich empfand Wrens Charakter als sehr komplex und vielschichtig, weswegen ich zu keiner Zeit das Gefühl hatte, sie sei nicht authentisch. Auch wenn sie eher kühl und unnahbar wirkt, hat mir ihr Charakter wirklich am besten gefallen. Sie ist wie eine Zwiebel, durch deren Schichten man sich nach und nach durcharbeiten kann, um schnell rauszufinden, dass sie eine gebrochene, aber doch starke Persönlichkeit ist. Die Auseinandersetzung der verschiedenen Traumata, deren Auswirkungen und Aufarbeitung haben mir echt gut gefallen.
Adam hingegen war zwar omnipräsent, aber dennoch hat man so wenig über ihn erfahren, dass er einfach nicht greifbar gewesen ist. Hier hätte ich mir ein paar mehr Einblicke gewünscht. Einfach, weil ich ihn so faszinierend fand. Auch wenn die blasse Erscheinung durchaus gut zu seinem Titel als Phantom passt.
Ich kann nicht sagen, dass ich eine Bindung oder Sympathie zu einem der Charaktere aufbauen konnte, aber das fehlte mir auch keineswegs.

Die Stimmung ist durchweg bedrückend, beklemmend und durch die Thematik schnürt es einem manches Mal die Luft zum Atmen ab.

Es ist kein spannungsgeladener Thriller, der von einer actionreichen Szene in die nächste springt, jedoch hab ich es als einen sehr durchdachten Spannungsroman eingestuft, dessen Thematik so beklemmend, düster und bedrückend ist, dass es mir an nichts fehlte.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

Fesselnde Geschichte, die noch eine Weile nachhallen wird

Die Farbe von Milch
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Mary wächst größtenteils auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf und ist harte Arbeit gewöhnt. Doch als sie fünfzehn wird, zieht sie in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers um, um diesem im Haushalt und ...

Mary wächst größtenteils auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf und ist harte Arbeit gewöhnt. Doch als sie fünfzehn wird, zieht sie in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers um, um diesem im Haushalt und bei der Pflege seiner bettlägrigen Ehefrau zur Hand zu gehen. Bei ihr erfährt Mary, dass das Leben nicht nur aus harter Arbeit besteht, sondern Wertschätzung und Anteilnahme mindestens genauso viel zählen. Zwei Welten prallen aufeinander, doch mit ihrer barschen Art, erzählt sie unverblümt von ihrem Schicksal. Vor allem als ihr Leben auf einmal eine starke Wendung annimmt und nichts mehr so ist wie es zuvor war.

Ich brauchte wirklich lange, um mich in die Geschichte einzufinden. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und hebt sich stark von dem ab, was ich normalerweise lese. Doch sobald man einmal drin ist, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Man muss jedoch offen für Neues und Ungewöhnliches sein. Ich kann noch nicht mal genau greifen, woran es genau lag, dass ich mich so schwertat, aber ich bin froh, die Phase überwunden zu haben.

Genauso ungewöhnlich wie der Schreibstil ist der Charakter von Mary selbst. Sie ist ein sehr authentisch gezeichneter und nahbarer Charakter, der es einem leicht macht, Zugang zu finden und Sympathie zu entwickeln. Unabhängig davon, dass ich mit dem Schreibstil meine Schwierigkeiten hatte, hab ich sofort einen Draht zu ihr gefunden, weswegen mich ihre Geschichte so stark berührte und mich auf eine Achterbahn ihrer Gefühle mitnahm.

So leicht die Geschichte anfangs dahin plätscherte, so starker Tobak steht den Leser:innen am Ende bevor. Ich empfehle stark, sich mit Triggerwarnungen auseinanderzusetzen, denn davon sind eine Menge enthalten.

Eine starke Geschichte, die mich gleichermaßen berührt, amüsiert, fasziniert und erschreckt hat. Die Farbe von Milch wird auf jeden Fall noch eine Weile nachklingen.

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Veröffentlicht am 23.12.2022

Berührende Geschichte

In fünf Jahren
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Dannies Leben läuft genauso wie sie es sich erhofft und vorausgeplant hat. Das Bewerbungsgespräch für ihren Traumjob als Anwältin lief nach Plan und am gleichen Abend macht ihr Freund David ihr einen Heiratsantrag ...

Dannies Leben läuft genauso wie sie es sich erhofft und vorausgeplant hat. Das Bewerbungsgespräch für ihren Traumjob als Anwältin lief nach Plan und am gleichen Abend macht ihr Freund David ihr einen Heiratsantrag – für sie nicht überraschend. Als sie sich am Abend schlafen legt, wacht sie jedoch in einer fremden Wohnung auf. Das Datum im Fernseher zeigt, dass es Dezember ist, jedoch erst in fünf Jahren. Ein ihr fremder Mann steht in der Küche, der sie jedoch zu kennen scheint. Am Finger trägt sie einen Ring, doch nicht den, den ihr David noch am Vorabend geschenkt hat. Was ist hier los? – Als sie aus ihrem Traum erwacht, kann sie Aaron nicht vergessen. Umso geschockter ist sie, als sie viereinhalb Jahre später, immer noch mit David zusammen, auf Aaron trifft.

Anfangs dachte ich, es handle sich um einen klassischen Liebesroman, der mich mich seiner Leichtigkeit gut durch den Tag bringt, aber alles kam anders als erwartet.

Die Charaktere sind alle sehr authentisch gezeichnet. Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Dannie, die sehr durchgeplant und organisiert ist, nichts aus der Hand gibt und sich ungern in fremde Gewässer begibt. Bella, ihre beste Freundin, die das komplette Gegenteil ist. Es heißt zwar immer, dass sich Gegensätze anziehen, aber ich bin mir unsicher, ob das im wahren Leben wirklich so gut funktioniert. Nichtsdestotrotz haben die beiden eine sehr liebevolle Beziehung zueinander, unterstützen sich, geben einander Halt und schubsen den anderen, wenn es denn notwendig ist.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, trägt einen von Seite zu Seite und lässt einen das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Ich hab es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen und war traurig, als ich am Ende angekommen bin.

„In fünf Jahren“ ist alles andere als ein oberflächlicher Liebesroman, sondern eine sehr berührende und emotionale Geschichte mit enorm viel Tiefgang, der schnell zum Nachdenken anregt und noch lange Nachhallen wird.

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Veröffentlicht am 05.12.2022

Kaum offensichtliche Spannungselemente, jedoch durchweg bedrohlich

Ich bringe dir die Nacht
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Vor zehn Jahren trieb der Kanal-Killer in Dublin sein Unwesen, schlug junge Studentinnen bewusstlos und warf sie in den Kanal, wo sie schließlich ertranken.
Heute sitzt Will in einer geschlossenen Anstalt ...

Vor zehn Jahren trieb der Kanal-Killer in Dublin sein Unwesen, schlug junge Studentinnen bewusstlos und warf sie in den Kanal, wo sie schließlich ertranken.
Heute sitzt Will in einer geschlossenen Anstalt und hat keinen Kontakt zur Außenwelt. Doch kurz vor seinem 10-jährigen Jahrestag wird erneut eine Studentin aus dem Kanal jeborgen. Ein Nachahmungstäter? Die Ermittler wenden sich an Will, doch dieser ist nicht bereit, sich mit ihnen zu unterhalten. Er möchte nur mit einer einzigen Person reden: seiner damaligen großen Liebe Alison.
Auch zehn Jahre nach den Geschehnissen ist Alison in einer Art Strudel gefangen. Sie lässt niemanden richtig an sich heran, hat die Geschehnisse noch immer nich wirklich verarbeitet und doch zögert sie, als die Polizei vor ihrer Tür steht und lehnt sich nicht direkt ab, als diese sie bitten, Will einen Besuch abzustatten. Was will er von ihr?

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und auf zwei unterschiedlichen Zeitachsen erzählt – dem Heute und dem Damals. So erhalten die Leser*innen einen besseren Einblick in die Geschichte und können nach und nach die einzelnen Puzzlestücke zusammensetzen, um sich ein Bild aus den Geschehnissen zu formen.

Die Charaktere sind überwiegend flach konstruiert, jedoch tut das der Geschichte keinen Abbruch. Man erzählt genau die Informationen, die wichtig und ausreichend sind, um emotionale Bindungen oder Abneigungen aufzubauen.
Auch wenn Alison nicht unbedingt eine offensichtliche Sympathieträgerin für mich ist, hab ich direkt eine Verbindung zu ihr aufbauen können. Obwohl sie manchmal sehr zweifelhaft mit den Menschen in ihrem Umkreis umsprang und Kommunikation nicht zu ihren Stärken gehören zu scheint, war die Zerissenheit, der Schmerz und die Trauer von damals und heute stark spürbar.
Auch die Verbindenheit und das zarte Band, dass sie zu einem der Ermittler knüpfte, hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich die meiste Zeit dafür nichts übrig habe.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er baut Spannung auf und ist sehr atmosphärisch. Eine Bedrohung ist somit durch jede einzelne Seite hinweg zu spüren, obwohl die Handlung an sich nicht unbedingt spannungsreich ist und teilweise nur so vor sich hinplätschert. Durch die nicht offensichtlichen Spannungselemente hab ich jedoch zu keiner Zeit Langeweile empfunden oder irgendetwas vermisst.

Ein solider Psychothriller, der mir einen guten Lesetag beschert hat und den ich kaum aus der Hand legen wollte.

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