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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2023

Zwischen Schmuggel und Liebe

Die Zuckerbaronin
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Dieser Roman erzählt uns von den beiden Familien Schinder und Wallendorf, die einen arm und die Schmuggelkönige vom Bayrischen Wald, die anderen gutsituiert durch den Aufbau eines Zuckerimperiums. Wie ...

Dieser Roman erzählt uns von den beiden Familien Schinder und Wallendorf, die einen arm und die Schmuggelkönige vom Bayrischen Wald, die anderen gutsituiert durch den Aufbau eines Zuckerimperiums. Wie werden die beiden von jung an verfeindeten Väter auf die Liebe zwischen Tochter Schinder und Sohn Wallendorf reagieren?
Die Geschichte hat mich von Beginn an sofort in ihren Bann gezogen. Eine gelungene Verknüpfung zwischen Historie und Fiktion, die spannenden und gefährlichen Aktionen der Schmugglerfamilie sowie eingewobenen Liebesgeschichten ließen mich tief in die Handlung eintauchen. Die Charaktere -insbesondere die der doch so sehr unterschiedlichen drei Schindler-Mädchen - waren für mich sehr eindrucksvoll gezeichnet, ständig wechselten hier auch meine Sympathien. Stand zu Beginn noch die wilde und ungebundene Martha im Vordergrund, so wechselte der Schauplatz später zu der besonnenen und zielstrebigen Gwendolyn, die wohl im Folgeband im Vordergrund stehen wird. Der verträumten und noch jungen Helene werden später sicherlich auch noch Kapitel oder sogar ein eigener Roman gewidmet werden.
Eine tolle und beeindruckende Geschichte auch über die Erfindung des Zucker-Ersatzstoffes Saccharin, über dessen Bedeutung mir bisher in dem Masse noch nichts bekannt war.
Für dieses Buch, dass mich bis zum Schluss in Atem gehalten hat, meine absolute Leseempfehlung mit der großen Vorfreude auf den kommenden Band.

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Veröffentlicht am 14.08.2023

Einfühlsame Generationengeschichte

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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Der Roman spielt auf zwei Zeit-und Handlungsebenenebenen: Evelyn als junge Ehefrau und Ärztin in den 50er Jahren, die als ehemaliges Flüchtlingskind in eine gutsituierte Familie in einer Kleinstadt in ...

Der Roman spielt auf zwei Zeit-und Handlungsebenenebenen: Evelyn als junge Ehefrau und Ärztin in den 50er Jahren, die als ehemaliges Flüchtlingskind in eine gutsituierte Familie in einer Kleinstadt in Süddeutschland einheiratet und für ihre Arbeit brennt, die Erwartungen der Familie und sich selbst an eine gute Mutter jedoch nicht erfüllen kann. Dann befinden wir uns in Ostberlin zu Zeiten der Wende und erleben Evelyns alleinstehende Tochter Silvia, die mit ihrem Baby Hannah in die Heimat zurückkehrt und sich der schwierigen Situation zwischen Mutter und Tochter stellen möchte.
Der Spagat zwischen den Zeiten, der Mutter-Tochter-Konflikt, ein Wechsel der leisen, lauten sowie ungesagten Töne sowie die Darstellung so mancher Päckchen, die hier auch einige interessante Nebenfiguren zu tragen haben, ist der Autorin hier für mich ausgezeichnet gelungen. Eine einfühlsame, leichtgängige Sprache ließ mich schnell und interessiert durch die Zeilen fliegen. Zwar habe ich weder für Mutter noch für Tochter eine enge Sympathie entwickeln können, was wohl auch gar nicht Botschaft dieses Romans sein sollte. Die Gefühlswelt der Charaktere als auch eine teilweise Sprachlosigkeit, wo man doch ansonsten Nähe und Vertrauen erwarten sollte, sind für mich hier hervorragend ausgearbeitet und haben mich das Buch sehr gerne und beeindruckt lesen lassen. Den Vorgänggerroman, der zeitlich nach diesem liegt und in dem es wohl um die Enkelin Hannah geht, werde ich mir gerne noch besorgen.

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Veröffentlicht am 03.08.2023

Wenn Träume Wahrheit werden

Wo du mich findest
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Nachdem Sophie innerhalb kurzer Zeit sowohl ihren Vater als auch ihre beste Freundin verloren hat, nimmt sie sich eine kurze Auszeit auf Rügen, wo sie versehentlich einem Fremden das Hemd mit Kaffee beschmutzt. ...

Nachdem Sophie innerhalb kurzer Zeit sowohl ihren Vater als auch ihre beste Freundin verloren hat, nimmt sie sich eine kurze Auszeit auf Rügen, wo sie versehentlich einem Fremden das Hemd mit Kaffee beschmutzt. Wieder daheim, verfolgt Sophie diese kurze, vermeintlich unbedeutende Begegnung durch ihren Tagesverlauf und lässt sie nachts nicht mehr schlafen. Der Fremde wird Bestandteil ihrer Träume, der Übergang zwischen Fiktion und Wirklichkeit erscheint ihr fließend, für das Leben mit ihrem Ehemann hat sie keine Antennen mehr, da die Beziehung vorher schon sehr eingefahren war. Kann sie bei einer Rückkehr nach Rügen den Fremden vielleicht ausfindig machen?

Bisher kannte und mochte ich die schönen Sommer-Wohlfühlromane von Anne Barns sehr. Dieses Buch hat mich im positiven Sinne zusätzlich überrascht. Auch wenn hier Liebesbeziehungen und Freundschaften im Vordergrund stehen, tolle Landschaftsbeschreibungen gleich wieder das Fernweh in einem wecken, hat dieses Buch doch so viel mehr. Große tiefgehende Gefühle, das Zulassen oder auch Ablehnen von Nähe, Freundschaften, die auch über den Tod hinaus bestehen oder erst in späten Jahren neu und dennoch intensiv sich bilden, all dies hat mich in dem tollen Roman sehr berührt und teilweise nachdenklich hinterlassen. Der eingängige Schreibstil der Autorin brachte mir die Gefühle der Protagonistin, die in Ich-Form bzw. auch in persönliche Ansprache agiert, sehr nah. Leider war dieses Buch viel zu schnell ausgelesen, die Gedanken werden noch einige Zeit in mir nachhallen.

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Veröffentlicht am 02.08.2023

Sylt-Wohlfühlroman mit viel Potential

Wattgeküsst
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Louisa, gestresst von Job und Freund, der sie hintergangen hat, fährt auf Anraten ihrer Ärztin für einige Tage nach Sylt, um dort wieder zu sich zu finden. Welche unliebsamen Überraschungen dort schon ...

Louisa, gestresst von Job und Freund, der sie hintergangen hat, fährt auf Anraten ihrer Ärztin für einige Tage nach Sylt, um dort wieder zu sich zu finden. Welche unliebsamen Überraschungen dort schon sofort auf sie warten, davon erzählt uns dieser unterhaltsame und spannende Roman, denn Louisa wird dort auch schnell unfreiwillig freiwillig zur Detektivin.

Für einige schöne Stunden durfte ich Louisa auf ihrer Reise begleiten. Wunderbare Umgebungsbeschreibungen weckten sofort das Fernweh in mir, die Liebe kam in dieser schönen Geschichte natürlich ebenfalls nicht zu kurz. Witzig-spritzige Dialoge haben mich manches Mal schmunzeln lassen, dies war genau mein Schreibstil! Dass der Roman zusätzlich noch wirklich spannend wurde, hat mir bestens gefallen und hebt das Buch positiv von den reinen Wohlfühlromanen ab. Die Vorfreude auf die bereits erschienenen Folgebände, in dem nun Nebenfiguren aus Band 1 die Hauptrolle spielen, ist groß! Eine klare Leseempfehlung von mir für diesen tollen Sommerroman!

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Kindheitsfreundschaften

Perlenbach
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Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts und führt uns in die Eifel in die Ortschaften Montjoie (späteres Monschau) und Wollseifen. Hier begegnen sich schon als Kinder die drei Protagonisten Luise, Jacob ...

Das Buch spielt Ende des 19. Jahrhunderts und führt uns in die Eifel in die Ortschaften Montjoie (späteres Monschau) und Wollseifen. Hier begegnen sich schon als Kinder die drei Protagonisten Luise, Jacob und Wilhelm, die alle so ihre mit Schwierigkeiten verbunden Lebensziele verfolgen. Wie und ob sie diese erreichen, davon erzählt uns dieser einfühlsame und spannende Roman.

Wie der Vorgängerband Ginsterhöhe, der zeitlich jedoch nach "Perlenbach" spielt, habe ich auch dieses Buch mit großer Begeisterung gelesen. Mit klarem Sprachstil bringt uns die Autorin schwierige Zeiten zwischen Arm und Reich, Mann und Frau sowie Stadt und Land eindrucksvoll nah. Was bedeuten Freundschaften, auch wenn sie auf schwere Belastungsproben gestellt werden?

Auch hier werden wieder durch eingestreute Tagebuchaufzeichnungen (diesmal von Luises Gouvernante) Gedanken zur Zeitgeschichte eindrucksvoll in die Handlung eingewoben, der Leser erhält somit tolle Informationen zu diversen historischen Fakten, die ich so nicht mehr präsent hatte.

Eine wunderbare und tiefgründige Geschichte aus einer mir zwar unbekannten Zeit, aber aus der Gegenwart bekannten Gegend, die ich sehr gerne gelesen habe und jedem ans Herz legen kann. Kenntnisse aus dem Vorband sind nicht notwendig, der Zusammenhang erschließt sich erst ganz zum Schluss und auch nur am Rande.

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