Platzhalter für Profilbild

Ullap

Lesejury Star
offline

Ullap ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ullap über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2023

Schöne Sommerliebe an der Ostsee

Warnemünder Sommer
0

Nachdem die junge Lehrerin Rike aus Berlin von ihrem langjährigen Freund Basti mit ihrer besten Freundin betrogen wurde, flüchtet sie zu ihrem Opa nach Warnemünde an die Ostsee, um sich dort in ihren Sommerferien ...

Nachdem die junge Lehrerin Rike aus Berlin von ihrem langjährigen Freund Basti mit ihrer besten Freundin betrogen wurde, flüchtet sie zu ihrem Opa nach Warnemünde an die Ostsee, um sich dort in ihren Sommerferien abzulenken und zu entspannen. Kann sie dort ein neues Liebesglück finden oder hat Basti noch eine Chance verdient?

Dieses wunderbare Sommer-Wohlfühlbuch habe ich fast in einem Rutsch verschlungen. Neben einigen Irrungen und Wirrungen in Rikes Gefühlswelt haben es mir insbesondere auch die tollen Umgebungsbeschreibungen angetan, die einen richtig in die Gegend eintauchen lassen und direkt wieder das Fernweh wecken. Die Figuren - ob alt oder jung - sind (bis auf den ätzenden Basti) durchweg sympathisch und sehr authentisch beschrieben. Gerade Opas peppige Nachbarin Ruth hat mir hier besonders gut gefallen.

Ein sehr empfehlenswerter Roman für den Sommer, das Ende lässt einen jedoch auch auf einen schönen Warnemünder Herbst im Folgeband hoffen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.07.2023

Atmosphäre der leisen Töne

Das Café ohne Namen
0

Im Wien der 60er-Jahre erfüllt sich Robert Simon einen Traum und eröffnet dort ein kleines Cafe. Es ist keines dieser berühmten Wiener Kafeehäuser, sondern - wie der Titel es so gut beschreibt - eines ...

Im Wien der 60er-Jahre erfüllt sich Robert Simon einen Traum und eröffnet dort ein kleines Cafe. Es ist keines dieser berühmten Wiener Kafeehäuser, sondern - wie der Titel es so gut beschreibt - eines ohne Namen. Das Cafe wird zum Treffpunkt seiner ebenfalls wie namenlos wirkenden Besucher und ihrer Geschichten.
Dies war mein erstes Seethaler-Buch. Der Autor versteht es bestens, auch ohne große Handlungen eine ganz besondere Atmosphäre der leisen Töne zu schaffen, seinen eigentlich unauffälligen Charakteren Tiefe zu verleihen, ohne aufdringlich zu wirken. Ich habe mich stets als unauffälliger Cafe-Gast und Beobachter in einer Ecke des Raumes gefühlt und konnte mich durch die gekonnten Beschreibungen der Menschen zwar nicht mit ihnen persönlich identifizieren, aber mich in diese hineinversetzen. Für mich eine ganz große Handwerkskunst, auch ohne große Handlung dieses in mir nachhallende Gefühl für die einzelnen Figuren zu erzeugen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.07.2023

Die große Lust auf Eis

Träume aus Eis
0

Angelehnt an eine wahre Geschichte erleben wir das Ehepaar Josef und Erna, die im München der 1920er-Jahre einen Eissalon eröffnen, ihre beiden Töchter Frieda und Lotte helfen dabei. Friedas Freund Erich, ...

Angelehnt an eine wahre Geschichte erleben wir das Ehepaar Josef und Erna, die im München der 1920er-Jahre einen Eissalon eröffnen, ihre beiden Töchter Frieda und Lotte helfen dabei. Friedas Freund Erich, der ausgerechnet der Sohn des vermeintlich größten Konkurrenten von Josef ist, ist diesem dabei mehr als nur ein Dorn im Auge. Bringt Josefs einzigartige Entwicklung des neuartigen "JOPA"-Eis-am-Stiel den erhofften Aufschwung?
Dieses wunderbare und im Sommer toll zu lesende Buch hat mich sehr gut unterhalten. Eine typische Familiengeschichte in wirtschaftlich schweren Zeiten mit vielen Aufs und Abs sowie die wirklich interessante Entwicklung des Stieleises, das uns heute so selbstverständlich geworden ist, konnte mich von Beginn an begeistern. Dabei war ich hin- und hergerissen zwischen Sympathien und Antipathien, Verständnis oder Mitgefühl für die einzelnen Charaktere, die hier alle sehr gut ausgearbeitet sind, auch die Nebenrollen sind meines Erachtens gut besetzt und lockern die Geschichte zusätzlich auf.
Trotz der schwierigen Wirtschaftslage kam für mich in dem Roman insgesamt eine positive und hoffnungsvolle Grundstimmung herüber, die in mir bei jedem Leseabschnitt immer die große Lust auf ein Eis geweckt hat. Die tolle und authentische Beschreibung der Münchener Lebensart sowie einige eingestreute Mundartaussprüche haben mir zusätzlich ein großes Lesevergnügen bereitet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2023

Familiengeheimnisse

Porträt auf grüner Wandfarbe
0

In diesem Debütroman der Autorin begibt sich die junge Londoner Übersetzerin Gwen auf Spurensuche in die Vergangenheit ihrer Familie, insbesondere der ihrer Großmutter und ihrer Mutter, nachdem ihr diverse ...

In diesem Debütroman der Autorin begibt sich die junge Londoner Übersetzerin Gwen auf Spurensuche in die Vergangenheit ihrer Familie, insbesondere der ihrer Großmutter und ihrer Mutter, nachdem ihr diverse Briefe und Aufzeichnungen in die Hände gefallen sind. Die Suche führt uns und Gwen quer durch Europa, Hauptschauplätze sind das heutige Polen sowie die beschauliche Kulisse des Schlosses Elmau in Bayern. Muss am Ende die Familiengeschichte neu geschrieben werden?
Nachdem ich mich einmal an die zahlreichen Charaktere und Familienmitglieder gewöhnt hatte (ein dem Roman als Lesezeichen beigefügtes kleines Verzeichnis ist hier erfreulicherweise sehr hilfreich), konnte ich so richtig tief in diese Geschichte eintauchen, die sich für mich spannend wie ein Krimi darstellte. Sehr unterschiedlich ausgeformte Figuren, die wohl über die Jahre alle irgendwie ihre Geheimnisse bewahrt haben und auch ihr Päckchen zu tragen hatten, machen für mich die Geschichte sehr bunt und abwechslungsreich. Ich kann mir vorstellen, dass hier jeder Leser so seine eigne Lieblingsfigur hat, die Sympathien verschieben sich vielleicht im Laufe der Handlung auch mal.
Insgesamt eine tolle Mischung aus Spannung, Familie und Freundschaften, die Jahre überdauern, gerne eine Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2023

Mord in der Idylle

Wenn Worte töten
0

Es handelt sich um den dritten Band einer Reihe um den Schriftsteller Anthony Horrowitz und den Privatdetektiv Daniel Hawthorne, der auch ohne Vorkenntnis für sich allein gelesen werden kann. Der Autor ...

Es handelt sich um den dritten Band einer Reihe um den Schriftsteller Anthony Horrowitz und den Privatdetektiv Daniel Hawthorne, der auch ohne Vorkenntnis für sich allein gelesen werden kann. Der Autor hat für sich selbst eine Hauptrolle in diesem Roman vorgesehen, er ist Bibliograph des Detektivs. Die beiden werden zu einem Literaturfestival auf die Kanalinsel Alderney eingeladen, auf der noch nie ein Mord geschehen ist. Wie man sich denken kann, wird sich dies im Verlauf des Buches bald ändern, das ungleiche Paar steckt schnell mitten in den Ermittlungen.
Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Autors geschrieben, was mir einige interessante Einblicke in dessen Gedankenwelt verschafft. Auch die nicht immer einfache Beziehung zwischen ihm und seinem "Partner" Hawthorne bekommt hierdurch ein ganz besonderes Flair. Der Autor geizt nicht mit trockenem Humor und Sticheleien, nimmt sich dabei selbst aber auch nicht aus. Die typische scharfsinnige und sachliche englische Ermittlungsarbeit erinnert mich hier stark an Sherlock Holmes oder Hercule Poirot, viele Verdächtige werden nach und nach "abgearbeitet", neue Fakten kommen auf den Tisch, bis der Fall am Ende für mich überraschend, aber dennoch nicht unvorhersehbar und schlüssig aufgelöst wird.
Ein toller Krimi nach typisch englischer Art, bei dem man sich zusätzlich noch gerne auf diese schöne Insel träumen darf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere