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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2023

Sehr spannend

Nicht ein Wort zu viel
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Buchbloggerin Faja erhält auf ihrem Handy eine Nachricht. Zu sehen ist Kollege Claas, an einen Stuhl gefesselt, geknebelt und voller Todesangst. Zunächst glaubt sie an einen Scherz, denn dafür ist Claas ...

Buchbloggerin Faja erhält auf ihrem Handy eine Nachricht. Zu sehen ist Kollege Claas, an einen Stuhl gefesselt, geknebelt und voller Todesangst. Zunächst glaubt sie an einen Scherz, denn dafür ist Claas bekannt. Faja reagiert nicht - kurz darauf wird Claas tot aufgefunden. Es soll nicht bei Claas als Opfer bleiben...

Andreas Winkelmann hat auch mit seinem neuen Buch "Nicht ein Wort zu viel" wieder einen wahren Pageturner geschrieben. Man kann gar nicht anders - man fliegt hier nur so durch das Buch. Andreas Winkelmann ist einfach ein Garant für spannende Unterhaltung. Sein Schreibstil ist wunderbar leicht und locker, dadurch ist das Buch leicht und fließend lesbar. Die Spannung ist von Beginn bis Ende hoch, wobei er das Tempo angenehm hält und den Leser nicht durch die Seiten hetzt. Es wird mit Wendungen und falschen Fährten nur so gespielt. Die Charaktere hat er sehr gut dargestellt. Man empfindet ihre Gefühle deutlich mit. Hier wird man in ein richtiges Gefühlschaos geschickt, denn die Charaktere durchleben wirklich eine Achterbahn der Gefühle. Was nahe geht, ist die Tatsache, daß dies Buch thematisch so nahe an der Wirklichkeit ist. Es geht um die Anonymität des Internets und den daraus resultierenden Gefahren. Dies erzeugt doch ein mulmiges Gefühl. Eine kleine Warnung muß ich jedoch den zarter besaiteten Lesern geben: Manche Szenen sind doch etwas schockierend brutal!

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Ein Krimi in der Zeit des großen Krieges

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 2)
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Anna Zech arbeitet als Assistentin der Gerichtsmedizin in München. Im Jahr 1914 geht ihr ein Fall besonders nahe. Ein Säugling wird im Hinterhof eines leerstehenden Hauses tot aufgefunden. Auch Annas guter ...

Anna Zech arbeitet als Assistentin der Gerichtsmedizin in München. Im Jahr 1914 geht ihr ein Fall besonders nahe. Ein Säugling wird im Hinterhof eines leerstehenden Hauses tot aufgefunden. Auch Annas guter Freund Friedrich von Weynand interessiert sich in seiner Eigenschaft als Skandalreporter Fritz Nachtwey sehr für diesen traurigen Fall. Gemeinsam ermitteln sie in der Gegend des Fundortes. Schon damals ist Schwabing bekannt als Wohnviertel für Künstler und Freidenker. Aber auch in den dunklen Mietshäusern der Arbeiter suchen sie die Mutter des toten Babys. Erst ein neuer Leichenfund und ein überraschendes Ergebnis der Untersuchung führen Anna und Fritz auf eine neue Spur. Um diesen Fall zu lösen müssen sie viel riskieren und Annas Vorsätze für Fritz nur Freundschaft zu empfinden geraten ins Wanken.

Der zweite Roman "Fräulein Anna, Gerichtsmedizin" von Petra Aicher hat es in sich. Der Titel "Die Schwabinger Morde" zeigt auf, daß es dabei um Ermittlungen in dem Künstlerviertel geht. Man trifft beim Lesen auf Künstler und Lebenskünstler, erfährt von ihren Sorgen und ihren Bemühungen, so wenig wie möglich aufzufallen, um einer drohenden Einberufung zu entgehen. Während nämlich die begüterte Oberschicht im Jahr 1914 noch voller Kriegsbegeisterung steckt, ist es in den Armenvierteln längst angekommen, daß dieser Krieg viele Opfer fordern wird. Diese Stimmung beschreibt Petra Aicher gut und doch ist dieser Roman ein spannender Krimi. Die Handlung fesselt vom ersten Moment an. Die Entwicklung dieses Falles ist geheimnisvoll und steckt voller Überraschungen. Dazu kommen die Personen, die man schon aus dem ersten Band kennt und die die Handlung mit witzigen Dialogen auflockern. Genau so macht ein Buch Spaß. Ich finde, Fräulein Anna hat ein Recht darauf, munter weiter zu ermitteln und die Leser zu begeistern!

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Diese Geschichte geht unter die Haut

Zwischen den Sommern
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Für Isabell ist es ein großer Schock, als sie ihre Großmutter Klara tot auffindet. In dem Haus der alten Frau entdeckt sie beim Aufräumen eine große Anzahl Kassetten, die ihre Großmutter besprochen hat. ...

Für Isabell ist es ein großer Schock, als sie ihre Großmutter Klara tot auffindet. In dem Haus der alten Frau entdeckt sie beim Aufräumen eine große Anzahl Kassetten, die ihre Großmutter besprochen hat. Sie erzählt darauf von ihrem Leben als junge Lehrerin und als Leiterin eines Frauenbildungsheimes in der Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges. Klara berichtet, daß sie zuerst linientreu ihre Aufgaben erfüllt hat, doch daß ihr so nach und nach Zweifel kamen, ob sie auf der richtigen Seite stand. So lernt Isabell ihre sonst so kühle und beherrschte Großmutter noch einmal neu kennen. Besonders als diese von ihrer Liebe zu Gustav und ihren kleinen Kindern spricht, sieht Isabell ihre Großmutter mit anderen Augen. Doch eine Frage bleibt unbeantwortet: Wer war dieses jüdische Mädchen Tolla, nach dem Klara sich ihr ganzes Leben gesehnt hat und was ist mit ihr passiert?

Alexa Hennig von Lange hat ihren Roman "Zwischen den Sommern" als Fortsetzung von "Die karierten Mädchen" geschrieben. Schon der erste Teil hat mich tief berührt, doch dieser zweite Teil ist noch intensiver. Das liegt schon an der dramatischen Zeit,die dieser Roman so hautnah beschreibt. Es läßt niemanden kalt, wenn all die jungen Männer in den Krieg ziehen müssen und ihrer Zukunft beraubt werden. Alexa Hennig von Lange gibt diese Trostlosigkeit so herzzereißend wieder, daß ich ein paarmal schlucken mußte. Es war sehr bedrückend mitzuerleben, wie den Menschen so langsam die Erkenntnis kam, daß sie sich von all den großspurigen Sprüchen der Machthaber haben täuschen lassen und daß es jetzt viel zu spät für eine Umkehr ist.

Dieser Roman sollte allen zu denken geben, die der Meinung sind, daß sie es damals besser gemacht hätten.

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Veröffentlicht am 02.08.2023

Überzeugt

Kommissarin Moll und die Tote aus der Speicherstadt
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In der ehrwürdigen Hamburger Bank "Severin und Partner" wird die Mathematikerin Claire Muller bewußtlos aufgefunden Die Diagnose einer Überdosis Insulin wirft Fragen auf, denn niemand weiß von einer Diabeteserkrankung. ...

In der ehrwürdigen Hamburger Bank "Severin und Partner" wird die Mathematikerin Claire Muller bewußtlos aufgefunden Die Diagnose einer Überdosis Insulin wirft Fragen auf, denn niemand weiß von einer Diabeteserkrankung. Die Kommissare Frederica Moll und Christian Lauterbach ermitteln, daß eine Gruppe Mathematiker, unter ihnen Claire Muller, an einer Version Bitcoins arbeitet, die eine Bedrohung für Spekulanten darstellt und für das organisiere Verbrechen interessant ist...

"Kommissarin Moll und die Tote aus der Speicherstadt" ist der zweite, mit Abstand von 5 Monaten an Band 1 anschließende, Fall für Frederica Moll und Christian Lauterbach. Isabel Bernsmann beschreibt zwar alle wesentlichen Fakten, die zum Verständnis der Probleme zwischen Frederica und Christian wichtig sind, jedoch würde ich empfehlen, die Bücher tatsächlich nacheinander zu lesen. Eigentlich hat man hier direkt drei Handlungsstränge. Es geht um die Probleme zwischen Frederica und Christian, basierend auf den Vorkommnissen vor 5 Monaten, um den Selbstmord von Fredericas Vater und den aktuellen Fall. Alles zusammen bildet eine sehr spannende Handlung und man verfolgt sie gebannt. Bitcoins waren für mich Fremdland, mit dem ich mich noch nie beschäftigt habe. Deswegen hatte ich hier zunächst etwas Verständnisschwierigkeiten, die sich aber dank der verständlichen Beschreibungen schnell in Luft auflösten. Überhaupt wird hier alles sehr anschaulich auf leichte Art beschrieben. Man findet sich mitten in Hamburg wieder und genießt die Schönheit dieser Stadt. Die Charaktere entwickeln sich hier natürlich mit all ihren Eigenarten weiter. Gerade Frederica gewinnt immer mehr an Sympathie. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist auch hier wieder Thema und sorgt auf ganz bestimmte Art für gute Unterhaltung. Mir hat dieser zweite Fall wieder sehr gut gefallen und bin schon auf Band 3 gespannt!

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Eine tolle Entdeckung

Ein niederträchtiger Mord. Mutter Oberin Aquinas ermittelt
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Irland 1923: Nach heftigen Regenfällen tritt der Fluss Lee in Cork über die Ufer und überschwemmt die Stadt. Am frühen Morgen findet die Oberin des Klosters eine tote Frau vor den Toren des Gebäudes. Mutter ...

Irland 1923: Nach heftigen Regenfällen tritt der Fluss Lee in Cork über die Ufer und überschwemmt die Stadt. Am frühen Morgen findet die Oberin des Klosters eine tote Frau vor den Toren des Gebäudes. Mutter Aquinas ruft sofort Sergeant Patrick Cashman. Der war ihr Schüler auf der Klosterschule. Sergeant Cashman untersucht die Tote sehr genau und stellt fest, daß sie ein elegantes Ballkleid trägt. An ihrem Hals erkennt er Würgemale. Bald stellt sich heraus, daß es sich um die Tochter eines reichen Teehändlers handeln muß, die am Abend einen Ball besucht hat. Doch warum steckt im Saum ihres Kleides eine Fahrkarte für die Fähre nach Liverpool? Als der Arzt Dr. Sher feststellt, daß die Frau ertrunken ist, kommt kurz Verwirrung auf. Doch Mutter Aquinas, Sergeant Cashman und der Doktor geben nicht auf und lösen den Fall mit Mut und Verstand.

Mit "Ein niederträchtiger Mord" ist Cora Harrison ein absoluter Volltreffer gelungen! Ich bin total begeistert von der spannenden Geschichte und von den Charakteren, die dieser Geschichte so viel Leben geben. Dazu kommt noch die interessante Hintergrundgeschichte über den irischen Freiheitskampf. Das alles wird von Cora Harrison so klar und lebhaft geschildert, daß das Lesen richtig Spaß macht. Besonders die Nonnen werden von ihr ehrlich beschrieben. Auch sie haben weltliche Probleme und Fehler, die sie so sympathisch machen.

Leider habe ich bisher nur dieses eine Buch über die Oberin Aquinas gefunden. Es wäre toll, wenn dies der Auftakt zu einer neuen Serie wäre!

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