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Veröffentlicht am 14.10.2023

Manches mochte ich sehr, anderes hat mich dafür sehr gestört

Selbst in dunkelster Nacht
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Achtung: Band 1 einer Reihe mit Cliffhanger!

Triggerwarnung: Verlust, Trauer, Schuldgefühle, Mobbing.

Liora hat ihre beste Freundin verloren und leidet noch immer darunter. Egal worum es geht, sie fehlt ...

Achtung: Band 1 einer Reihe mit Cliffhanger!

Triggerwarnung: Verlust, Trauer, Schuldgefühle, Mobbing.

Liora hat ihre beste Freundin verloren und leidet noch immer darunter. Egal worum es geht, sie fehlt einfach. Doch Liora gibt sich und das Leben nicht auf. Sie kämpft und findet immer wieder Gründe, das Leben zu lieben. Vor allem wegen der Mutter ihrer besten Freundin, die gleichzeitig ihre Chefin und Zweitmutter ist und die jeden Tag für Liora da ist und ihr mit ihrem Blumenladen ihren Traumjob geschenkt hat.
Kieran ist aus seinem Heimatort geflohen. Er hat alle Brücken abgebrochen und versucht, einfach nur zu vergessen, was passiert ist. Niemand kennt die Wahrheit und dabei soll es auch bleiben. Er will niemanden an sich heranlassen, doch seine neue Arbeitskollegin Liora gibt einfach nicht auf. Dabei weiß Kieran doch, dass er alles andere als gut für sie ist.


Ich mochte den Schreibstil sehr. Ich kam ziemlich schnell in das Buch rein und wurde auch mit den Protagonisten warm – obwohl ich ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen konnte. Allerdings gibt es auch Dinge, die mir weniger gut gefielen.

Ein Problem war für mich Kierans „Geheimnis“. Das halbe Buch ging es darum, nur Andeutungen zu machen, aber bloß nichts Konkretes zu verraten, obwohl schon sehr früh klar war, was in etwa passiert sein musste. Als dann die Auflösung kam und verraten wurde, was es damit wirklich auf sich hat, muss ich sagen, war ich ein bisschen enttäuscht. Ich hatte da so einen richtigen „und DESWEGEN führt er sich so auf?!“-Moment. Ich fand seine Reaktion darauf total übertrieben. Ja, es war schlimm und ich kann verstehen, dass ihn das nicht loslässt, aber bei seiner Reaktion hätte ich gedacht, dass er da deutlich stärker involviert gewesen wäre.

Mein anderes Problem betraf die Handlung bzw. vor allem die Wendung kurz vor Schluss. Auch hier empfand ich Kierans Verhalten, also seine Reaktion auf diese Wendung als extrem übertrieben. Leider nimmt er da einige Klischees mit, die ich persönlich nicht mag.

So einfühlsam und sensibel das Buch auch mit ihrer beider Traumata und Verlusten umging, so toll ich den Umgang mit Lioras Mobbingvergangenheit auch fand, diese zwei Punkte haben mich leider gestört, weil das Buch hier in meinen Augen von seinem Weg abgewichen ist.

Zu Lioras Mobbingvergangenheit muss ich auch noch sagen, dass ein Punkt davon mir auch ein wenig quer gegangen ist. Sie wurde in der Schule wegen ihres Gewichts gemobbt, jetzt ist sie aber deutlich schlanker und es klingt fast, als wäre das nichts gewesen. So ist es aber für viele Menschen mit Übergewicht eben nicht. Abnehmen ist nicht „leicht“ – hier wird aber der Eindruck erweckt, Liora hätte bloß die Entscheidung treffen müssen und schon sei es passiert.


Fazit: Ich habe den Anfang des Buches echt geliebt, es war so sensibel und einfühlsam und einfach schön zu lesen. Ich mochte auch den sensiblen Umgang mit den emotional heftigeren Themen wie Verlust und Mobbing, aber ich habe eben auch Kritikpunkte, die mich persönlich leider schon arg gestört haben.
Zum einen, fand ich Kierans Geheimnis nicht all das Herumgedruckse wert, das darum gemacht wurde. Man ahnt schon relativ bald, was es sein könnte, aber die Auflösung dazu ließ seine Reaktion übertrieben auf mich wirken.
Auch bei der Wendung fand ich seine Reaktion einfach sehr drüber, sehr klischeehaft und unreif. Zu sehr „typisch New Adult“, was auf mich störend gewirkt hat, gerade weil das Buch sonst so toll mit schwierigen Themen und Momenten umging. Aber hier war es mir einfach viel zu viel gewolltes Drama.
Mein dritter Kritikpunkt zielt auf Lioras Veränderung ab, die geschieht, bevor die Handlung überhaupt einsetzt. Sie wurde wegen ihres Übergewichts heftig gemobbt in ihrer Schulzeit, doch jetzt ist sie deutlich schlanker und es wird der Eindruck erweckt, dass sie sich einfach nur dafür entscheiden musste, schlank sein zu wollen, damit das Abnehmen klappt und so funktioniert es einfach für die ganz große Mehrheit nicht. Da schwingt wieder unterschwellig für mich das Vorurteil mit, übergewichtige Menschen seien nur deswegen übergewichtig, weil sie zu faul seien, etwas dagegen zu tun – was einfach nicht stimmt.

Was ich außerdem schade fand war, dass es sich im Rückblick irgendwie nach „zu viel“ angefühlt hat. Beide Protagonisten sammeln gefühlt Traumata und Verluste, als ginge es darum, dass sie sich gegenseitig überbieten. Über die verlorenen Angehörigen und Freunde erfährt man allerdings nur sehr wenig, was ich echt schade fand. Dadurch wirkten diese Verluste irgendwie „leblos“ auf mich.

Wie gesagt, ich mochte das Buch teilweise echt sehr, aber meine Kritikpunkte haben mich halt auch ziemlich gestört, deswegen bekommt das Buch von mir 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.09.2023

Bei mir kam leider zu wenig Spannung auf

ANGST
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Triggerwarnung: Stalking.

Bereits bei ihrem ersten Date kommt Mia Viktor irgendwie seltsam vor. Doch sie versucht diese Gefühle abzuschütteln – sie hat zu viel Fantasie, bestimmt liegt es daran. Aber ...

Triggerwarnung: Stalking.

Bereits bei ihrem ersten Date kommt Mia Viktor irgendwie seltsam vor. Doch sie versucht diese Gefühle abzuschütteln – sie hat zu viel Fantasie, bestimmt liegt es daran. Aber dann häufen sich merkwürdige Vorkommnisse und immer scheint Viktor etwas damit zu tun zu haben. Kann das wirklich sein? Steckt er hinter allem, oder ist Mia bloß paranoid? Sie beschließt auf eigene Faust herauszufinden, ob an ihrem Verdacht etwas dran ist …


Das Buch hat was, das stimmt. Man wird relativ schnell hineingezogen und fängt ebenfalls an zu rätseln. Aber – und das ist ein sehr großes Aber – man kommt viel zu schnell auf die Lösung und das schadet der Spannung.

Ich fand Mia nicht unbedingt unsympathisch, aber richtig sympathisch war sie mir auch nicht. Was ich gut fand, war, dass sie definitiv nicht dumm ist, und Misstöne wahrnimmt. Es dauert nicht bis zum letztmöglichen Zeitpunkt, bis sie Dinge kombiniert.
Allerdings springt sie schnell auf den Zug auf und verbeißt sich in ihrer Meinung.
Ich fühlte immer eine gewisse Distanz ihr gegenüber. Ihre Angst kommt glaubhaft rüber, aber ich war dennoch nie ganz bei ihr oder habe mit ihr mitgefiebert.

Ihre Mitbewohnerin Yvonne fand ich stark überzeichnet. Sie ging mir schon sehr bald total auf die Nerven und ich fand einige ihrer Handlungen nicht nachvollziehbar.

Was gut dargestellt wurde, ist die Hilflosigkeit, die man als Stalking-Opfer empfindet. Es geschehen merkwürdige Dinge, man fühlt sich verfolgt und beobachtet, hat aber keine Beweise. Es „passiert“ ja auch nichts, man wird nicht überfallen oder angegriffen, aber es passiert eben doch etwas, das Sicherheitsgefühl wird einem genommen. Doch das ist nichts, was man anzeigen könnte.

Leider stand für mich die Lösung schon sehr bald fest. Ich kann hier nicht konkreter werden, da ich nicht spoilern möchte. Was mich dabei besonders gestört hat, war die Begründung. Die fand ich so extrem an den Haaren herbeigezogen und unlogisch, das hat mich richtig wütend gemacht.


Fazit: Ich hatte sehr große Erwartungen an das Buch, da mir einige Leute davon vorgeschwärmt hatten. Leider konnte es diesen Erwartungen nicht gerecht werden. Wo andere meinten, es wäre so spannend, fand ich die Handlung zwar nicht uninteressant, aber ich habe nicht an den Seiten geklebt oder hatte Herzklopfen. Zudem konnte ich die Lösung viel zu früh vorhersehen, was mir zusätzlich Spannung nahm.

Einiges am Buch, vor allem aber die Erklärung für die Auflösung empfand ich als extrem an den Haaren herbeigezogen. Das war in meinen Augen so unlogisch, dass ich richtig wütend geworden bin.

Ich hatte von dem Buch schlicht mehr erwartet. Mehr Spannung, mehr durch die Seiten fliegen, mehr Mitleiden mit der Protagonistin, einfach mehr. Leider hat es mich enttäuscht. Von mir bekommt das Buch 2,5 Sterne, weil es stellenweise das Thema „Stalking“ sehr gut rüberbrachte.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Ich hatte leider meine Probleme mit dem Protagonisten

Das Verborgene in mir
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Frisch befördert geht Dela davon aus, dass ihr Leben genau in den Bahnen verlaufen wird, wie sie es geplant hat. Doch dann gesteht ihr ihr langjähriger Freund, dass er sich in eine andere verliebt hat ...

Frisch befördert geht Dela davon aus, dass ihr Leben genau in den Bahnen verlaufen wird, wie sie es geplant hat. Doch dann gesteht ihr ihr langjähriger Freund, dass er sich in eine andere verliebt hat und Dela verlässt, weil er sich ihr in allen Bereichen des Lebens unterlegen fühlt – als wäre das irgendwie ihre Schuld, nur weil sie beruflich erfolgreich ist!
Mars ist Fotograf und liebt es Akte zu fotografieren. Dabei hat er auch definitiv nichts dagegen hinterher mit der jeweiligen Frau im Bett zu landen, allerdings niemals öfter als ein Mal. Als er Dela begegnet, fasziniert sie ihn sofort. Er will sie vor seiner Linse haben und in seinem Bett.


Der Aufbau des Buches ist sehr interessant. Es gibt Kapitel aus Delas und Mars’ Sicht, aber auch immer wieder dazwischen ein „Abenteuer“. Diese Abenteuer werden eingeleitet mit einem angedeuteten Aktfoto (nichts krasses, ein Stück Arm oder Ähnliches, es geht nur darum, zu zeigen, wie faszinierend die Formen des menschlichen Körpers in schwarz/weiß wirken können) und das Abenteuer selbst ist auf grauen Seiten gedruckt. Dadurch hebt es sich vom Rest der Handlung ab, mit der sie anfänglich scheinbar nichts zu tun zu haben scheinen. Erst später erfährt man, was es damit auf sich hat.
Das fand ich sehr interessant, auch eben, dass die Fotos eine Rolle im Buch spielen.

Dela war mir nicht unsympathisch. Eben noch wähnt sie sich auf der Überholspur und alles läuft genau so, wie sie es sich erhofft, im nächsten Moment wird ihr der Boden unter den Füßen weggezogen und sie muss in diesem Bereich ihres Lebens neu anfangen, was sich auch auf ihren Job auswirkt.

Mars war mir dagegen leider nicht sympathisch. Seine Art ging mir einfach quer. Er wirkte auf mich, als seien die Frauen für ihn absolut austauschbar. Einfach Dinge, Spielzeuge. Ja, er verschaffte ihnen eine tolle Nacht, bevor er sie im Anschluss auf Abstand hält, aber ich war mir lange nicht sicher, ob er in ihnen überhaupt menschliche Wesen sieht, oder nur Motive für seine Kamera und Körper mit denen er ins Bett steigen kann.

Die expliziten Szenen fand ich gut. Für meinen Geschmack waren es etwas zu viele, bzw. der Fokus lag mir etwas zu sehr darauf, aber bei dem Genre kann das vorkommen.

Was mich allerdings extrem abgestoßen hat, war der Kosename „Rehlein“, das sorgte bei mir für eine heftige Gänsehaut – aber leider der falschen Sorte. Ich fand den Kosenamen total gruselig und musste dabei immer an einen ekligen alten Mann denken.


Fazit: Die Idee fand ich super und auch der Aufbau des Buches gefiel mir sehr gut. Aber leider hatte ich extrem große Probleme mit Mars und mit dem Kosenamen „Rehlein“ der mich deutlich abgestoßen hat. Die „Abenteuer“ haben mich irritiert und verwirrt, bis man letztlich erfuhr, was es damit auf sich hatte.
Die Handlung selbst hat sich für mich teilweise recht gezogen.

Von mir bekommt das Buch ganz, ganz knappe 2,5 Sterne, wobei ich mir nicht sicher bin, inwieweit mich meine Abneigung gegen den Kosenamen negativ beeinflusst hat und ich den Aufbau an sich wirklich sehr gut fand.

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Veröffentlicht am 04.08.2023

Leider war es nicht wirklich meins

Wie man einen Prinzen tötet
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Marra ist die drittgeborene Tochter eines ärmlichen Königs und traumatisiert durch die härte ihres Lebens. Als dann ihre Schwester, die Ehefrau eines Prinzen, angeblich durch einen Unfall zu Tode kommt ...

Marra ist die drittgeborene Tochter eines ärmlichen Königs und traumatisiert durch die härte ihres Lebens. Als dann ihre Schwester, die Ehefrau eines Prinzen, angeblich durch einen Unfall zu Tode kommt und ihre zweite Schwester deren Platz einnimmt, ahnt sie, dass auch sie bald dieses Schicksal ereilen wird. Marra hat keine Lust ebenfalls durch diesen Mann zu Tode zu kommen und so wenig sie sich auch mit ihrer zweiten Schwester versteht, wünscht sie ihr ebenso wenig den Tod. Marra beschließt, den Prinzen zu töten und so nicht nur sich selbst, sondern auch ihre verbliebenen Schwestern zu retten. Doch – wie tötet man einen Prinzen?


Ich muss vornewegschicken, dass ich leider mit dem Buch so gar nicht warm geworden bin. Vielleicht lag es an mir, vielleicht war es zu sehr High Fantasy für mich, wer weiß, aber meins war es leider nicht.

Die Welt, in der Marra lebt, ist extrem düster. Die Menschen waren vor nicht allzu langer sehr verzweifelt und am Verhungern, was dazu führte, dass sie sogar einander aßen – das K-Wort vermeide ich hier absichtlich, weil ich von einer Leserin meines Blogs weiß, dass sie das triggert. Marra fühlt sich einsam und baut sich deshalb einen Knochenhund – einen Hund aus Knochen, der mit Magie zum Leben erweckt wird, aber kein Fell oder ähnliches hat. Das allein macht einem schon klar: dieses Buch ist anders und vor allem eins: düster!

Im Endeffekt handelt es sich hierbei um ein Anti-Märchen. Die Protagonistin/Prinzessin wartet nicht irgendwo als Jungfer in Nöten darauf, von einem Prinzen gerettet zu werden, sondern macht sich selbst auf eine lange und gefährliche Reise, um ihre Schwester aus den Fängen eines Monsters/Prinzen zu retten, den sie umbringen will.

Ich denke hier ist auch der Kern dessen, was mir Probleme gemacht hat, zu finden: mir war es einfach zu düster. Klar fand ich es toll, dass Marra ihre Schwester (und sich selbst) retten will, aber alles drum herum, das ganze Setting, diese Welt, das war mir zu düster, zu makaber und gruselig.

Meine Lieblinge waren Agnes, das Küken und natürlich der Knochenhund. Vor allem er ist einfach so ein Schatz.


Fazit: Es steckt viel Wichtiges in diesem Buch, so hinterfragt Marra Geschlechterstereotype und macht immer wieder klar, dass sie zwar eine Frau ist, das aber nicht bedeuten muss, dass sie neugeborene Babys mag oder eben einen Prinzen heiraten will.

Doch ich hatte von Anfang an meine Probleme mit dem Buch. Das fing schon mit der Beschreibung der Welt an, die mir einfach zu krass und düster war. Ja, es handelt sich hier um ein düsteres Anti-Märchen, aber manche Beschreibung – auch später im Buch – war mir einfach zu eklig.
Ein weiteres Problem für mich war das Erzähltempo. Es ging so extrem langsam voran, dass ich gedanklich immer wieder abgedriftet bin. Da mich das Buch von Beginn an nicht packen konnte, hat das leider alles nur noch schlimmer gemacht. Dann wieder sprang das Buch ein ganzes Stück in der Handlung voran und ich hatte das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Bei mir kam leider keinerlei Spannung auf.

Es gab immer wieder interessante Elemente und ich mochte vor allem den Knochenhund extrem gern, aber das reichte nicht, um mich zu begeistern.

Ich wurde leider mit dem Buch nicht warm. Obwohl es einige interessante Elemente gab, konnte es mich nicht überzeugen oder fesseln. Von mir bekommt es 2,5 Sterne. Ich denke das Buch ist mehr etwas für begeisterte High Fantasy Leser, als für mich.

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Veröffentlicht am 22.07.2023

Mir fehlte leider der Tiefgang

Heart Play
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Delilah ist Sportreporterin mit Leib und Seele – wie sollte sie auch nicht? Immerhin ist ihr Vater eine Legende und ihr die Begeisterung quasi in die Wiege gelegt. Jetzt endlich hat sie es geschafft und ...

Delilah ist Sportreporterin mit Leib und Seele – wie sollte sie auch nicht? Immerhin ist ihr Vater eine Legende und ihr die Begeisterung quasi in die Wiege gelegt. Jetzt endlich hat sie es geschafft und darf Live aus der Umkleide des örtlichen Football-Teams berichten, obwohl ihr Chef ein sexistisches A… ist! Leider läuft das aber nicht gut, Brody, einer der Spieler hat sie auf dem Kieker und gibt sich die allergrößte Mühe, sie mit seinem kindischen Blödsinn aus dem Konzept zu bringen. Und als wäre das nicht schon nervig genug, wagt er es auch noch sie anzubaggern!


Mir ist Brody am Anfang sehr auf die Nerven gegangen. Er verhält sich wirklich wie ein Kleinkind! Seine Aktionen lassen einen schwanken, ob er einfach ein Blödmann oder doch ein sexistischer Blödmann ist. Dass er Delilah wirklich mag, auf die Idee kommt man lange nicht.
Ich fand das Geplänkel zwischen den beiden ziemlich nervig und ich hätte deswegen fast das Buch vorzeitig abgebrochen. In Brody steckt sehr viel mehr, als er anfangs zeigt und das hat ihn gerettet – bzw. mich doch dazu gebracht, dran zu bleiben.

Trotzdem, man wird lange nicht aus ihm schlau – und als man es endlich wird, droht direkt wieder das Verhängnis.

Später kommt noch ein weiterer Protagonist dazu, Willow. Wer das ist und dergleichen kann ich nicht verraten, nur, dass es einige Kapitel aus ihrer Sicht gibt.

Ich denke das Hauptproblem ist, dass man durch Delilah und ihre Erfahrungen im Beruf noch sensibler auf Brody und seine Aktionen reagiert. Sie muss sich ständig gegen ihre idiotischen Kollegen und ihren Chef behaupten, die von weiblichen Reportern nicht viel halten. Und dann kommt Brody und bringt seine Aktionen und es wirkt denkbar schlecht.
Er selbst hält sich für witzig und wahrscheinlich auch für unwiderstehlich. Es dauert lang, bis er diesen Punkt wirklich erreicht. Zwischendrin mochte ich ihn auch richtig gern und es wurde auch sehr heiß. Aber dann kam die Verwicklung und ich habe ihn nicht mehr wiedererkannt. Ja, es macht Sinn, dass ihn das aus der Bahn wirft und so, aber er geht damit komplett falsch um.

Bald folgt dann eine Reihe Missverständnisse aufeinander und das Buch entwickelt sich in eine Richtung, die ich persönlich nicht besonders mag.

Immer wieder war das Buch auf dem besten Weg, mir richtig gut zu gefallen, aber jedes Mal machte es eine Kehrtwendung. Die emotional tiefgehenden Themen wurden mehrmals angeschnitten, aber immer recht kurz abgehandelt. Es ging eher um die Fakten, weniger um die Folgen für die Protagonisten oder darum, ob und inwiefern das Auswirkungen auf ihr Verhalten hat. Das Buch weicht dem richtigen Tiefgang schlicht aus.


Fazit: Ich fand das Buch nicht schlecht, obwohl ich nach dem Anfang schon fürchtete, dass es nicht meins sein würde, weil mir der männliche Protagonist da sehr auf die Nerven gegangen ist mit seinen blöden Aktionen. Er hat sich aber zwischenzeitlich berappelt, nur um dann wieder abzustürzen.
Insgesamt fehlten mir zu großen Teilen die tiefen Gefühle. Immer wieder dachte ich, jetzt kämen sie, aber dann blieb es doch nur oberflächlich. Zudem hat es sich leider vorhersehbar entwickelt in eine Richtung, die ich persönlich nicht mag.

Ich fand das Buch nicht schlecht, aber mitreißen konnte es mich leider auch nicht. Von mir bekommt es wegen der schönen Stellen zwischendrin ganz knappe 2,5 Sterne.

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