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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2017

Jenny Aaron kehrt zurück

Niemals
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Nach Endgültig ist Niemals der zweite Band mit der Polizistin Jenny Aaron. Seit einem Einsatz vor 5 Jahren ist sie blind, kehrt aber jetzt zur Abteilung zurück. Wer jetzt meint, dass es ruhiger oder weniger ...

Nach Endgültig ist Niemals der zweite Band mit der Polizistin Jenny Aaron. Seit einem Einsatz vor 5 Jahren ist sie blind, kehrt aber jetzt zur Abteilung zurück. Wer jetzt meint, dass es ruhiger oder weniger rasant zugeht, der irrt. Denn im Gegenteil, es geht Schlag auf Schlag und weder der Leser noch die Protagonisten bekommen Zeit durchzuatmen.
Andreas Pflüger versteht es meisterhaft Spannung aufzubauen und auch zu halten. Lediglich die Rückblicke verlaufen in ruhigerem Fahrwasser.
Da Jenny in einer Spezialeinheit arbeitet, hat sie sicherlich besondere Fähigkeiten und durch die Erblindung wurden bestimmte Sinne zusätzlich geschärft. Ich wage allerdings stark zu bezweifeln, dass ein blinder Mensch in der Lage ist, all das zu tun was Jenny bewerkstelligt.
Interessant fand ich die Hinweise was Stress und Adrenalin für dauerhafte Auswirkungen auf unseren Organismus haben können.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und es ist eine gelungene Fortsetzung, die von mir 4 wohlverdiente Sterne bekommt.

Veröffentlicht am 08.09.2017

Was ist Wahrheit und was ist Lüge?

Kalte Seele, dunkles Herz
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Vor drei Jahren waren die beiden Schwestern Emma und Cassandra spurlos verschwunden.
Früh an einem Morgen im Juli ist Cassandra – Cass – Tanner plötzlich wieder da. Sie steht auf der Türschwelle ihres ...

Vor drei Jahren waren die beiden Schwestern Emma und Cassandra spurlos verschwunden.
Früh an einem Morgen im Juli ist Cassandra – Cass – Tanner plötzlich wieder da. Sie steht auf der Türschwelle ihres Elternhauses und sagt immer wieder „Findet Emma!“ (Auszug aus dem Klappentext).
Dieses Buch befasst sich mit dem relativ unbekannten Krankheitsbild narzisstischer Menschen. Am Bild der Familie Tanner sind die Auswirkungen auf die Angehörigen sehr gut verdeutlicht.
Die Geschichte erhält ihre Spannung dadurch, dass man als Leser nicht weiß wem man glauben kann und wer gerade lügt. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen. Hatte man gerade noch Sympathie oder Mitleid für eine Person empfunden, so konnte sich das Blatt schon im nächsten Moment durch neue Informationen wenden.
Die Charaktere sind stringent gezeichnet; aber wirklich ans Herz gewachsen ist mir keiner der Protagonisten. Ich empfand allenfalls Mitleid.
Der Schreibstil ist einfach, wirkt oft durch kurze Sätze etwas abgehackt, dennoch lässt sich das Buch flüssig lesen.
Mir hat das Buch ganz gut gefallen und daher bekommt es von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 08.09.2017

Guter Start in die Trilogie

Oxen. Das erste Opfer
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Niels Oxen ist ein traumatisierter Ex-Soldat, der mit den höchsten Auszeichnungen Dänemarks versehen wurde. Jetzt sucht er seine Ruhe in den Wäldern seiner Heimat – nur begleitet von seinem Gefährten Mr. ...

Niels Oxen ist ein traumatisierter Ex-Soldat, der mit den höchsten Auszeichnungen Dänemarks versehen wurde. Jetzt sucht er seine Ruhe in den Wäldern seiner Heimat – nur begleitet von seinem Gefährten Mr. White. Aber nicht nur seine sieben Dämonen lassen ihn nicht zur Ruhe kommen.
Der Beginn der Geschichte ist etwas verhalten bevor das ganze Fahrt aufnimmt. Außerdem waren für mich die vielen Namen und Positionen der einzelnen Personen teilweise verwirrend.
Der Protagonist Oxen ist sehr stark gezeichnet, geprägt von seinen Kriegserlebnissen und mit seinen Flash-Backs dieser Zeit kommt er sehr realistisch rüber. Ein Charakter, der mir sympathisch ist.
Jens Henrik Jensen weiß mit Worten umzugehen und den Leser bei der Stange zu halten, auch wenn es nicht ständig hoch spannend zugeht. Die Vernetzung von Wirtschaftsbossen und hochrangigen Politikern, ihren Manipulationen und vertuschten Straftaten ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen. Wem kann man trauen, wer ist hier korrupt? Aufgrund unerwarteter Wendungen musste ich meine Vermutungen des Öfteren revidieren. Die Kaltblütigkeit der „Gegenseite“ hat mich geschockt. Wie bei einer Trilogie nicht so überraschend, ist das Ende offen.
Mich hat die Geschichte gut unterhalten. Ich mag es, wenn sich am Ende der Geschichte herausstellt, dass meine in der Mitte des Buches getroffene Vermutung falsch war. Ich freue mich auf die Fortsetzung und vergebe wohlverdiente 4 Sterne.

Veröffentlicht am 31.08.2017

Eine Geschichte, die man sich erarbeiten muss, was sich aber lohnt

Das Ministerium des äußersten Glücks
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Diese Geschichte hat mich an meine Grenzen geführt; nicht aufgrund des hohen sprachlichen Niveaus sondern aufgrund der Komplexität. Zu Beginn gab es so viele offene Fragen und lose Enden, aber ab einem ...

Diese Geschichte hat mich an meine Grenzen geführt; nicht aufgrund des hohen sprachlichen Niveaus sondern aufgrund der Komplexität. Zu Beginn gab es so viele offene Fragen und lose Enden, aber ab einem gewissen Zeitpunkt gab es mit jedem weiteren Kapitel Erklärungen und Zusammenhänge wurden erkennbar.
Auch emotional hat mich das Buch sehr mitgenommen. Hierzu hat sicherlich auch die detaillierte und intensive Schilderung durch die Autorin beigetragen. Es gibt so viel Armut, Leid, brutale Gewalt, Hinterhältigkeit und Korruption, aber zwischendurch gibt es auch Hoffnungsschimmer, Mitgefühl und Liebe.
Teilweise fühlte ich mich von den vielen Informationen überfrachtet, zumal mir diese Vielschichtigkeit innerhalb der Bevölkerungs- und Glaubensgruppierungen nur rudimentär bekannt waren.
Als Manko empfand ich die vielen eingefügten indischen Begriffe und Gedichte, die meinen Lesefluss gestört haben. Hilfreich hierbei war das am Ende eingefügte Glossar.
Insgesamt ein Buch, das wahrlich nicht leicht zu lesen ist – man muss sich darauf einlassen. Ich hatte das Glück es in einer Leserunde lesen zu dürfen, was mir durch Hinweise und Erklärungen der anderen Teilnehmer sehr beim Verständnis geholfen hat.

Veröffentlicht am 17.08.2017

Auf jeden Fall eine Liebeserklärung an Portugal

Sommer unseres Lebens
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Miriam, Hanne und Claude treffen sich zufällig als 25jährige an einem Strand in Portugal und verbringen ihren Urlaub gemeinsam. Sie versprechen sich, sich zu ihrem fünfzigsten Geburtstag genau wieder an ...

Miriam, Hanne und Claude treffen sich zufällig als 25jährige an einem Strand in Portugal und verbringen ihren Urlaub gemeinsam. Sie versprechen sich, sich zu ihrem fünfzigsten Geburtstag genau wieder an diesem Strand zu treffen. Als Hannes fünfzigster Geburtstag naht, initiiert sie das erneute Treffen.

Die drei Charaktere sind sehr unterschiedlich und das wurde von der Autorin sehr gut herausgearbeitet. So unterschiedlich sie sind so unterschiedlich ist auch ihre derzeitige Lebenssituation. Jede hat einen Grund gerade jetzt dem Alltag zu entfliehen und das Versprechen einzulösen.

Die Handlung auf der gemeinsamen Reise plätschert so vor sich hin. Sehr interessant hingegen sind die landschaftlichen Beschreibungen, die geschilderten Eindrücke der Orte- insbesondere Lissabons und die geschichtlichen Informationen. Die Autorin hat viele Jahre in Portugal gelebt und in der Geschichte kann man ihre Liebe zu Land und Leuten spüren.

Während dieser Reise in die Vergangenheit beschäftigen sich die drei Frauen ebenfalls mit ihrer Vergangenheit. Es kommen bisherige Geheimnisse zu Tage, Unausgesprochenes wird gesagt und verschüttete Träume kommen an die Oberfläche. Diese Reise beschert den Frauen eine geänderte Sichtweise auf ihr Leben.

Die Schreibweise ist angenehm und flüssig zu lesen.
Insgesamt handelt es sich um eine schöne Sommerlektüre, die Lust auf eine Reise nach Portugal macht. Leser des etwas älteren Semesters stimmt das Buch unter Umständen nachdenklich und animiert dazu über die früheren eigenen Träume und Wünsche und deren Verwirklichung nachzudenken.