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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2023

Zuhause schläft es sich eben doch am allerbesten!

Mäusekind, es ist so weit, bald beginnt die Schlafenszeit
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Für das Mäusekind ist es bald Zeit zu schlafen, aber eigentlich ist es noch gar nicht müde. So spielt es herum, bis es dunkel wird, und plötzlich wird es müde. Da nun der Weg nach Hause im Dunkeln nicht ...

Für das Mäusekind ist es bald Zeit zu schlafen, aber eigentlich ist es noch gar nicht müde. So spielt es herum, bis es dunkel wird, und plötzlich wird es müde. Da nun der Weg nach Hause im Dunkeln nicht so gut zu finden ist, versucht das Mäusekind bei den anderen Tieren zu schlafen. Der Hund schnarcht zu laut, bei den Hühnern fällt das Mäusekind ständig von der Leiter, bei den Igeln ist es zu pieksig und kopfüber bei den Fledermäusen lässt es sich auch nicht gut schlafen. Zuhause im eigenen Bett schläft es sich eben doch am besten, und dort schlummert das Mäusekind auch in einen schönen Traum. Der Text des Bilderbuches ist in Reimform gehalten, was super viel Spaß macht zu lesen. Die Illustrationen sind in total schönen Farben, und es gibt viele süße kleine Details zu entdecken. Absolut niedlich!

Veröffentlicht am 04.08.2023

Payback im Namen der Demokratie

Reality Show
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It's paypack time! In diesem Krimi wird abgerechnet mit den Reichen und Mächtigen Deutschlands. Eine Gruppe von Leuten, die eine Mischung aus Terorrist:innen und Robin Hood ist, entführt an Heiligabend ...

It's paypack time! In diesem Krimi wird abgerechnet mit den Reichen und Mächtigen Deutschlands. Eine Gruppe von Leuten, die eine Mischung aus Terorrist:innen und Robin Hood ist, entführt an Heiligabend eine Ansammlung raffgieriger Unternehmer:innen und stellt sie medienwirksam als Reality Show auf allen Fernsehkanälen der deutschen Bevölkerung vor Gericht. Brot und Spiele für das Volk: Die Bundesbürger:innen dürfen abstimmen, wie die Beschuldigten bestraft werden sollen. Derweil wird unter den Abstimmenden das Vermögen der gestraften Reichen umverteilt.


Direkt vorweg: Man sollte sich nicht jeden Charakter in diesem Buch merken wollen. Davon gibt’s zu viele, und man wird unweigerlich durcheinander kommen. Gleichzeitig erlebt man in der Geschichte Zeitsprünge zwischen der laufenden Reality Show und der Planung des Vorhabens durch die Entführer:innen. Die Story ist aktionsgeladen und dynamisch, die einzelnen Kapitel überschaubar, so dass man auch mal kurze Leseepisoden einlegen kann. Die aufgeführte Gesellschaftskritik der verschiedenen Verbrechen regt zum Nachdenken an, genauso wie das Ende des Buches, denn es wird nicht alles komplett aufgelöst und erklärt. Wer damit leben kann, wird mit diesem meiner Meinung nach ungewöhnlichem Krimi gut unterhalten sein!

Veröffentlicht am 04.08.2023

Hervorragend recherchiertes und notwendiges Sachbuch!

Ohne Rücksicht auf Verluste
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Ihre Auflagenzahlen gehen zurück, und doch ist die Blödzeitung noch immer ein mächtiges meinungsbildendes Instrument. Die Berichterstattung des Steckenpferds des Springerverlags ist sogut wie durchgehend ...

Ihre Auflagenzahlen gehen zurück, und doch ist die Blödzeitung noch immer ein mächtiges meinungsbildendes Instrument. Die Berichterstattung des Steckenpferds des Springerverlags ist sogut wie durchgehend von einem „Die vs. Wir“ geprägt, in der sich Bild als Richter:innen aufschwingt. Dabei basht sie gerne Migrant:innen, attackiert unliebsame Politiker:innen und bindet auf der Internetpräsenz in Kommentarspalten gerne die Leser:innen ein, um die erzeugte Stimmung weiterzutragen. Aber auch bei Kritiker:innen dieses Blatts, das (Zitat Volker Pispers) „so widerlich ist, dass man toten Fisch beleidigt, wenn man ihn darin einwickelt“ gilt ja teilweise noch immer, dass zumindest der Sportteil gut sei.

Die Journalisten Mats Schönauer und Moritz Tschernak betreiben bereits seit 2004 den BILDblog als eine Art Kontrollinstanz. Mit ihrem Buch „Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet“ machen sie im Buchformat auf die Gefahr der polarisierenden Meinungsmache der Blödzeitung aufmerksam. Mit intensiver Recherche und Berichte der Opfer der Zeitung widerlegen sie, was die Zeitung als Fakten hinstellt, und machen dabei auch beim vielgelobten Sportteil nicht Halt.


Nach Günter Wallraffs „Der Aufmacher“ war das Buch von Tschermak und Schönauer auf jeden Fall Pflicht für mich. Dass die Blödzeitung nicht auf neutrale Berichterstattung setzt, ist ja gemeinhin bekannt. Es war aber ausnehmend interessant deren Berichterstattung anhand eines Quellenverzeichnisses, das immerhin 11 % des Buches ausmacht, derart gut recherchiert widerlegt zu sehen.

Veröffentlicht am 04.08.2023

Aktuelles Thema in der Covid-Krise und super zu lesen!

Immunity. Dein Leben, deine Entscheidung
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Junipers Eltern sind speziell. Sie haben sich in vielerlei Hinsicht für eine andere Lebensweise entschieden. Eine, die sie als gesünder bezeichnen würden. Juniper wird mit ihren zwei jüngeren Geschwistern ...

Junipers Eltern sind speziell. Sie haben sich in vielerlei Hinsicht für eine andere Lebensweise entschieden. Eine, die sie als gesünder bezeichnen würden. Juniper wird mit ihren zwei jüngeren Geschwistern zu Hause unterrichtet, sie essen keinen Zucker und überhaupt nur selbstangebaute Dinge. Sogar Zahncreme macht Juniers Mutter selbst.
Juniper würde gerne in die gegenüberliegende Highschool gehen, denn am meisten vermisst sie ein Sozialleben zu Gleichaltrigen. Das ist ihr aber verwehrt, weil alle Schulen es ablehnen ungeimpfte Kinder aufzunehmen. Davon abgesehen hat Juniper sich um ihren Impfstatus bisher noch nie Gedanken gemacht, was sich aber schlagartig ändert, als sie eines Tages an den Masern erkrankt und dabei eine Person ansteckt, die daraufhin stirbt. Ihr Gewissen plagt sie in der folgenden Zeit aufs Schlimmste, und Juniper wird klar, welche Auswirkungen die Entscheidung ihrer Eltern in dieser Hinsicht auf sie hat. Juniper möchte selbst entscheiden können, ob sie sich impfen lässt, dies geht aber erst in zwei Jahren, wenn sie 18 ist. So lange will sie nicht warten und erfährt, dass es nur auf gerichtlichem Wege möglich ist Autonomie über ihre Gesundheit zu bekommen. Sie muss sich fragen, ob sie bereit ist sich in dieser Frage gegen die Entscheidung ihrer Eltern zu stellen und ob die Familie möglicherweise daran zerbrechen könnte.

Ein wahnsinnig aktuelles Buch im Jugendformat, das mich vom Klappentext her direkt überzeugen konnte! Auch die sich entwickelnde erste Liebe formte sich sehr passend in Junipers Geschichte ein. Auch wenn es ein sehr ernstes Thema ist, kann ich dieses Buch absolut empfehlen!

Veröffentlicht am 04.08.2023

Ich beginne mich mehr und mehr für das sympathische Ermittlerduo zu erwärmen!

Inspektor Takeda und der leise Tod
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Kenjiro Takeda und Claudia Harms sind wieder im Einsatz! Diesmal wird ein Entrepreneur mit reichlich Neidern und Feinden tot aufgefunden. Doch da ihm sind auch alle Kleidungsstücke entfernt worden sind, ...

Kenjiro Takeda und Claudia Harms sind wieder im Einsatz! Diesmal wird ein Entrepreneur mit reichlich Neidern und Feinden tot aufgefunden. Doch da ihm sind auch alle Kleidungsstücke entfernt worden sind, schließt das Ermittlerduo zunächst auf einen Racheakt und nehmen die Ehefrau ins Visier. Das Mordopfer hatte allerdings Affären, die alle ebenfalls ein Motiv hätten. Bald entwickeln Claudia und Takeda jeder ihre eigenen möglichen Lösungsansätze für den Fall, die alle vielversprechend aussehen. So gehen die beiden ihren Fährten nach und erleben individuelle Überraschungen bis zur vollständigen Aufklärung.


Der zweite Fall der Hamburger Ermittler hat mir noch besser gefallen als der erste. Nicht zuletzt ist dies dem Umstand geschuldet, dass man sowohl hinter Claudias als auch Takedas äußere Fassade mehr blickt und die beiden Protagonist:innen besser kennenlernt. Besonders Takedas Weigerung eine Waffe zu tragen ist ein amüsanter Faktor wie überhaupt seine japanische Herangehensweise an die Dinge.

Ich mag aber auch das Hamburger Setting sehr gerne und hab mich unheimlich gefreut, als während einer nächtlichen Spritztour in einem Sportwagen sogar mal meine Geburtsstadt Rendsburg kurz angesteuert wurde. Der nächste Fall von „Inspektor Takeda“ liegt jedenfalls schon bereit!