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Veröffentlicht am 14.08.2023

Vier Liebesgeschichten in einem Roman

Die Davenports – Liebe und andere Vorfälle
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Die Geschichte spielt vor gut hundert Jahren, im Jahr 1910. Die Davenports sind eine der wenigen wohlhabenden Schwarzen Familien in Chicago. Emmeline und William Davenport haben mit der Davenport Carriage ...

Die Geschichte spielt vor gut hundert Jahren, im Jahr 1910. Die Davenports sind eine der wenigen wohlhabenden Schwarzen Familien in Chicago. Emmeline und William Davenport haben mit der Davenport Carriage Company Ansehen und Wohlstand erlangt. Sie versuchen ihren Töchtern Olivia und Helen ein behütetes Umfeld zu bieten und sie vor der rauen Wirklichkeit zu beschützen. Doch das wird immer schwieriger.

Während Olivia versucht, alles richtig zu machen und die an sie gestellten Ansprüche zu erfüllen, ist ihre jüngere Schwester Helen am liebsten in der Werkstatt und kümmert sich mit viel Geschick heimlich um die Reparatur der ersten Automobile. Olivias Freundin Ruby stammt ebenfalls aus einer wohlhabenden Familie. Ihr Vater kandidiert für das Amt des Bürgermeisters und der Wahlkampf verschlingt Unmengen von Geld, weshalb die Familie kurz vor der Pleite steht. Und dann ist da noch Amy-Rose, das Dienstmädchen der Davenports, das wie eine Schwester von Olivia und Helen aufgewachsen ist und sich nach dem Tod ihrer Mutter um die Kleidung und Frisuren der beiden kümmert. Sie träumt von ihrem eigenen Friseursalon und spart dafür jeden Penny.

Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der vier jungen Frauen erzählt. Alle begegnen der Liebe und stehen vor schwierigen Entscheidungen. Die einzelnen Handlungsstränge sind eng miteinander verwoben, weshalb es leichtfällt, der Erzählung zu folgen. Auch die zahlreichen Nebenfiguren fügen sich harmonisch ein. Ein wenig enttäuscht bin ich vom offenen Ende, bei dem für einige der Frauen zumindest vorerst kein Happy End in Sicht ist. Da sich die Autorin in einer Anmerkung mit den Worten „Bis zum nächsten Mal auf Freeport“ verabschiedet, hoffe ich aber auf eine Fortsetzung. Eine spannende Geschichte, die aus meiner Sicht nicht nur für Jugendliche und Fans von Bridgerton beste Unterhaltung bietet.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Krönender Abschluss der Reihe

A Place to Shine
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Ein letztes Mal entführt uns Autorin Lilly Lucas nach Palisade, auf die Obstfarm Cherry Hill. Im vierten Teil der Reihe geht es um Poppy, die jüngste der vier McCarthy-Schwestern. Mit Countrystar Trace ...

Ein letztes Mal entführt uns Autorin Lilly Lucas nach Palisade, auf die Obstfarm Cherry Hill. Im vierten Teil der Reihe geht es um Poppy, die jüngste der vier McCarthy-Schwestern. Mit Countrystar Trace Bradley verbindet sie eine romantische Erinnerung - und eine schwere Enttäuschung. Zufällig treffen die beiden wieder aufeinander, als Trace einen Autounfall hat und Poppy zufällig an der Unfallstelle vorbeikommt.

Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig zu lesen und nimmt einen direkt mit ins Geschehen. Die Handlung wird aus der Sicht von Poppy erzählt, dadurch erhält man als Leser direkten Einblick in ihre Gefühle und Gedanken. Im Buch trifft man auch einige alte Bekannte wieder, deshalb wird das Lesevergnügen auf jeden Fall gesteigert, wenn man die vorherigen Bände und vielleicht sogar die Green-Valley-Reihe kennt. Ich würde aber sagen, dass der Band auch eigenständig gut gelesen werden kann. Man kann dem Geschehen auch ohne Vorkenntnisse gut folgen.

Besonders gut gefallen hat mir der Epilog, der einen kleinen Ausblick in die Zukunft bietet und die Geschichte wunderbar abrundet. Lilly Lucas hat sich bei dieser Reihe von Buch zu Buch gesteigert und ich finde es sehr schade, dass wir die Familie McCarthy nun verlassen müssen. Aber wer weiß, vielleicht taucht ja irgendwann noch eine fünfte Schwester auf.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Paris und die Liebe

Sommertage im Quartier Latin
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Das Cover dieses Buchs hat mich direkt auf Frankreich und die dortigen Spezialitäten wie Macarons und Croissants eingestimmt. Es geht um Lola, deren Großmutter Rose ihre Wohnung verlassen und dort nur ...

Das Cover dieses Buchs hat mich direkt auf Frankreich und die dortigen Spezialitäten wie Macarons und Croissants eingestimmt. Es geht um Lola, deren Großmutter Rose ihre Wohnung verlassen und dort nur eine kurze Abschiedsnotiz hinterlassen hat. Die Familie macht sich große Sorgen, weshalb Lola in ihre Heimatstadt Paris zurückkehrt. Dort stellt sie Nachforschungen zum Verbleib von Rose an und trifft dabei viele alte Bekannte im Quartier Latin wieder.

Die einzelnen Kapitel werden von einem Prolog und einem Epilog eingefasst, in dem eine Erzählerin auf die Geschichte einstimmt bzw. diese abrundet. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und detailgetreu. Ich konnte beim Lesen Sternschnuppen sehen, hatte den Duft von Croque Monsieur und Coq au Vin in der Nase und wurde ins Cafe des Artisans entführt.

Im Roman geht es zwar hauptsächlich um Lola, die in Paris auch ihren Schulkameraden Fabien wiedersieht, aber auch in das Leben der weiteren Bewohner des Viertels bekommt man einen kleinen Einblick. Der folgende Auszug aus dem Prolog beschreibt es am besten: Es ist die Geschichte von all den Menschen, die das Quartier Latin bevölkern. Es ist eine Geschichte voller Liebe, der Liebe im August in Paris. Ein wahres Lesevergnügen, dass ich wärmstens weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 16.07.2023

Heimatliebe

Das Haus am Walchensee
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Freya erlebt bei der Eröffnung des Testaments ihres Vaters eine Überraschung. Das Geschäft der Familie fällt an die Kirche, wenn sie es nicht gemeinsam mit ihrem Bruder weiterbetreibt. Sie selbst lebt ...

Freya erlebt bei der Eröffnung des Testaments ihres Vaters eine Überraschung. Das Geschäft der Familie fällt an die Kirche, wenn sie es nicht gemeinsam mit ihrem Bruder weiterbetreibt. Sie selbst lebt schon lange in Stockholm und möchte mit ihrer Heimat eigentlich nichts mehr zu tun haben. Doch langsam nähert sie sich ihrem Bruder wieder an und geht einem Geheimnis auf den Grund, das ihr ganzes Leben prägt.

Die Autorin berichtet in der Erzählperspektive aus der Sicht von Freya und immer wieder auch von Niklas, die einzelnen Kapitel sind entsprechend überschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und bildgewaltig und hat mich an den traumhaften Walchensee entführt. Die detaillierten Beschreibungen zum Gasthof und zur Fischerei der Familie Siebert haben mir sehr gut gefallen. In diesem Buch steckt alles, was aus meiner Sicht einen guten Heimatroman ausmacht: eine neugierige und manchmal verschlossene Dorfgemeinschaft, eine Liebesgeschichte, eine fantastische Kulisse und ein Geheimnis, das über allem schwebt. Die Sage zum Walchensee am Beginn des Buchs und das Glossar am Ende runden dieses perfekt ab.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es allen, die ein paar Stunden vom Alltag abschalten wollen, wärmstens empfehlen. Die Leseprobe zum zweiten Band hat mich gleich in ihren Bann gezogen und ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergehen wird.

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Urlaubsfeeling garantiert

Leuchtturmsommer
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Das Cover dieses Buchs hat mich direkt angesprochen. Die Liege am Sandstrand mit der Ostsee und einem Leuchtturm im Hintergrund verbreitet Urlaubsstimmung. Die Handlung spielt sich im fiktiven Ort Liebwitz ...

Das Cover dieses Buchs hat mich direkt angesprochen. Die Liege am Sandstrand mit der Ostsee und einem Leuchtturm im Hintergrund verbreitet Urlaubsstimmung. Die Handlung spielt sich im fiktiven Ort Liebwitz auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ab. Leuchtturmsommer ist der zweite Teil der Liebwitz-Reihe von Marie Merburg. Ich kannte den ersten Teil nicht, konnte der Geschichte aber trotzdem gut folgen.

Eva wagt mit ihrer 15-jährigen Tochter Nele einen Neustart an der Ostsee. Sie übernimmt in Liebwitz, dem „Dorf der Liebe“ das Café Liebesbrise, doch gleich bei ihrer Ankunft erlebt sie eine unangenehme Überraschung: die Vorbesitzer haben ihr eine potthässliche Inneneinrichtung in pink, rosa und rot überlassen. Deshalb steht vor der Eröffnung erst mal eine Renovierung an. Und das bleibt nicht die einzige Hürde.

Ich habe mich in Liebwitz direkt heimisch gefühlt. Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Eva, der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Es hat viel Spaß gemacht, Eva bei ihrem Neuanfang zu begleiten. Trotz des holprigen Starts knüpft sie in Liebwitz schnell Freundschaften und auch ihre Tochter Nele wird dort nach und nach heimisch. Gegen Ende der Geschichte überschlagen sich die Ereignisse. Das war aus meiner Sicht etwas zu viel Drama, dem ich nicht mehr ganz folgen konnte. Dennoch kann ich diese unterhaltsame Wohlfühlgeschichte wärmstens empfehlen und werde auch den ersten Teil der Reihe demnächst lesen.

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