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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2023

Ein Geschenk für Leserinnen

Frauen in der Buchhandlung
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“Frauen in der Buchhandlung” ist ein Kompilat aus Gedanken von Nina George und Bildern bzw. Gemälden, welche diese Gedanken ergänzen.
Sie lässt berühmte Frauen zu Wort kommen und ergänzt ihre eigene Liebe ...

“Frauen in der Buchhandlung” ist ein Kompilat aus Gedanken von Nina George und Bildern bzw. Gemälden, welche diese Gedanken ergänzen.
Sie lässt berühmte Frauen zu Wort kommen und ergänzt ihre eigene Liebe für Bücher sowie die Sehnsucht nach Buchorten, die ein Heimatgefühl vermitteln.

Es ist ein schönes Geschenkbuch, ich persönlich hatte in das Buch vor meinem Kauf nicht reingeschaut und hätte mir mehr Lesbares und weniger Bildmaterial erhofft, ein bisschen mehr Lobhudelei auf meinen Arbeitsort und meine Tätigkeit und das Wissen als Buchhändlerin.
Wer allerdings für lesende Freundinnen ein Geschenk sucht und den Lesegeschmack nicht kennt, der kann dieses hübsche Büchlein allerdings gut verschenken.

Veröffentlicht am 07.08.2023

Unterhaltsam, lässt aber den erwarteten Lokalesprit vermissen

Erleuchtung in Büdelsdorf
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Treffen sich ein Pfarrer, eine Hummel und ein Psychiater an der Bushaltestelle... Der Klappentext dieses Buches liest sich wie der Auftakt zu einem Witz, und tatsächlich hat das Buch auch etwas davon. ...

Treffen sich ein Pfarrer, eine Hummel und ein Psychiater an der Bushaltestelle... Der Klappentext dieses Buches liest sich wie der Auftakt zu einem Witz, und tatsächlich hat das Buch auch etwas davon. An besagter Bushaltestelle lauscht die Hummel einer Geschichte, die man sich in Büdelsdorf über einen jungen Mann erzählt, und besonders interessiert ist die Hummel, weil dieser Mann der Einzige war, der je mit ihr gesprochen hat und ihr den Namen “Herr Krause” gegeben hat.
Wer nun also ist dieser Mann, über den sich ein ganzes Dorf Geschichten erzählt? Es handelt sich um den schusseligen Paul, der nach der Trennung von seiner Freundin und einem Alkoholexzess, bei dem er nackt vor der Kirche aufgegriffen wird, plötzlich eine Stimme in seinem Kopf hört. Diese Stimme offenbart sich als Gott, und Gott möchte von Paul, dass er Liebe und Frieden in die Welt bringt. Paul wird nahegelegt, beim örtlichen Psychiater vorzusprechen. Durch die redselige Sprechstundenhilfe fürchtet sich bald ganz Büdelsdorf vor dem nackten Irren, der Stimmen hört und die Leute mit perversen Dingen belästigt. Mit der Stimme Gottes im Ohr findet Paul aber tatsächlich einen unorthodoxen Weg, Liebe und Frieden in die Welt zu bringen.

Es handelt sich um einen kurzweiligen und unterhaltsamen Roman. Ich gebe dennoch nur drei Sterne, was eventuell meinen enttäuschten Erwartungen geschuldet ist. Ich habe lange Zeit in Büdelsdorf gelebt und mir von einem Buch dieses Titels einiges an Lokalkolorit versprochen. Die Handlung des Buches hätte allerdings auch in jeder anderen Stadt spielen können, denn weder besitzt Büdelsdorf eine Nikolaikirche, noch gibt es dort einen Bahnhof. Wer nie in Büdelsdorf gelebt hat oder ohne die Erwartugen in das Buch einsteigt, die ich dafür gehegt hat, der darf sich von einer humoristischen Kurzweile berieseln lassen.

Veröffentlicht am 06.08.2023

Trotz Schwäche im 2. Band bin ich weiter neugierig

Boy's Abyss 02
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Reiji und seine kürzlich gemachte Bekanntschaft stehen während eines reißenden Sturms am Fluss, bereit für den Moment, alles zu beenden. Kurz vor dem Schritt ihrer beider Leben zu beenden, werden sie von ...

Reiji und seine kürzlich gemachte Bekanntschaft stehen während eines reißenden Sturms am Fluss, bereit für den Moment, alles zu beenden. Kurz vor dem Schritt ihrer beider Leben zu beenden, werden sie von Reijis vorbeifahrender Lehrerin gestört, die noch Ausschau nach Schüler:innen hält, die es im Sturm nicht nach Hause geschafft haben. Sie nimmt Reiji mit zu sich nach Hause und will ihm helfen am Leben zu bleiben. Doch im Angesicht der Düsternis in ihrem Schüler macht sie Bekanntschaft mit dem Abgrund in ihrem eigenen Innersten...

Band 2 von “Boy’s Abyss” war auch wieder so gestaltet, dass Leser:innen einfach mitfiebern müssen. Einen Stern Abzug gibt es allerdings für eine intime Zusammenkunft, die für mich auch im Kontext des Mangas nicht nachvollziehbar war und zwanghaft gewollt schien, um wie im 1. Band eine Sexszene einzubringen. Worüber ich mich allerdings gefreut habe, war ein wenig mehr über Chako als Reijis beste Freundin zu erfahren. Abgesehen von diesem Stern Abzug fesselt mich die Story allerdings auch weiterhin, so dass ich schon gespannt auf den dritten Band bin!

Veröffentlicht am 06.08.2023

Nun kommt mal ein Mann zu Wort

Der gekränkte Mann
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In diesem Buch will Tobias Haberl einen teilweise als aggressiv empfundenen Feminismus mit männlicher Identität versöhnen.

Anhand seiner eigenen Biografie versucht der Autor das Lebensgefühl nachzuzeichnen, ...

In diesem Buch will Tobias Haberl einen teilweise als aggressiv empfundenen Feminismus mit männlicher Identität versöhnen.

Anhand seiner eigenen Biografie versucht der Autor das Lebensgefühl nachzuzeichnen, dem viele Männer nachstreben und erklärt, was ihn als heranwachsenden Menschen und auch jetzt noch an Maskulinität fasziniert und ereifernswert scheint.
Obwohl Haberl überwiegend mit den Forderungen des Feminismus nach Gleichberechtigung konform geht, sind seinem Empfinden nach im Moment die Leute verrückt nach Büchern, die den Untergang einer männlich dominierten Zivilisation beschwören. Ganz oft kritisiert Haberl eine Grundstimmung, nach der Männer Scham empfinden sollen. In dieser Hinsicht wünscht er sich einen anderen Umgang; man solle man mit diesen Männern Geduld haben, statt sie der Lächerlichkeit preiszugeben. Man sollte sie ermutigen, in eine Zukunft aufzubrechen, die auch ihnen gefallen könnte.

Habe ich nach dieser Lektüre Verständnis für das im Untertitel propagierte “Auslaufmodell”? Ich muss ehrlich sagen: Nicht wirklich. Ich tue mich schwer mit Zitaten wie "Wir legen den Schwerpunkt stark auf das schlechte Verhalten Einzelner, wollen Individuen bestrafen, anstatt strukturelle Veränderungen herbeizuführen." Strukturelle Veränderung beginnt vor allem in der Veränderung einzelner Individuen, auf männlicher wie weiblicher Seite – denn sonst wäre unsere Gesellschaft nicht in diesem Klima feministischer Forderungen. Und da, wo Mann einfach mal kurz innehalten, nachdenken und dann mit einer wohlüberlegteren Handlung oder Worten auftreten sollte, kommt Mann möglicherweise nicht in die Situation sich schämen zu müssen.
Insgesamt nicht uninteressant, sich nach viel feministischer Lektüre auch mal in eine männliche Sichtweise zu lesen, aber in meinem Fazit hat sie mich nicht zur Erleuchtung geführt.

Veröffentlicht am 06.08.2023

Mobbing und das sonstige Unheil der Welt

Die Prophezeiung vom Silbernen Menschenkind
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Mit “Mattea” als zweitem Band der Dilogie findet "Die Prophezeiung vom Silbernen Menschenkind” ihren Abschluss.
Mattea ist als das Kind der Prophezeiung dazu bestimmt die Menschheit von derem selbstzerstörerischen ...

Mit “Mattea” als zweitem Band der Dilogie findet "Die Prophezeiung vom Silbernen Menschenkind” ihren Abschluss.
Mattea ist als das Kind der Prophezeiung dazu bestimmt die Menschheit von derem selbstzerstörerischen Pfad abzubringen. Im ersten Band hat man mitgefiebert bei der Mission der als Katzen entsandte Lumani (überirdische Wesen). Wilhelmine und Valerio mussten mit ihren Kräften ihrer Besitzerin Norma beistehen, den einen Mann zu finden, mit dem sie das Kind der Prophezeiung zeugen wird. Zwischen dem ersten und dem zweiten Band sind gute zehn Jahre vergangen, und Mattea ist mittlerweile ein junges Mädchen. Ihrer Mutter Norma bereitet Mattea ein wenig Sorge, da ihr Hochbegabung bescheinigt wurde. Dass Mattea ein wenig seltsam ist, führt sie auf diese Begabung zurück, denn das Mädchen ist häufig für sich alleine und liest Bücher der Weltliteratur, an der so mancher Erwachsener verzweifeln würde.
Die Eigenart des Mädchens wird zur Zielscheibe eines Mitschülers. Mattea, die um ihre übermenschliche Aufgabe weiß, versucht mit Verständnis und Gewaltlosigkeit den Angriffen ihres Mobbers zu begegnen. Wilhelmine und Valerio, die auf telepathische Weise immer mit Mattea verbunden sind, bekommen von dem Mobbing mit und versuchen mit der Hilfe anderer Tiere, das Mädchen zu beschützen. Mattea findet aber, dass sie ihren eigenen Weg gehen muss – auch wenn dieser steinig ist.

Wie schon im ersten Band wird die Geschichte primär aus der Sicht von Normas Katzen erzählt. Auch Normas Gedanken erfährt man aus Tagebucheinträgen. Die Grundidee der überirdischen Tierbeschützer gefiel mir wieder sehr gut, allerdings wurde für mich in diesem Buch zu vieles aufgegriffen, das nicht so zufriedenstellend beendet wurde. Mir war, als hätte ich hinterher noch offene Fragen und die Geschichte mit ein paar mehr Seiten das Potential, diese zu beantworten. Insgesamt jedoch trotzdem eine schöne Geschichte. Gefreut habe ich mich auf jeden Fall wieder über die wunderschönen Illustrationen, denn auch das Cover ist ja schon total schön!