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Veröffentlicht am 06.08.2023

Getrennte Wege

Game - Lust ohne Liebe 05
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Sayo hat das Spiel beendet, denn Lust ohne Liebe gibt es für sie nicht mehr. Kiriyama und sie gehen getrennte Wege, denn für ihn kommt eine Beziehung nach wie vor nicht infrage. Dennoch begegnen sich beide ...

Sayo hat das Spiel beendet, denn Lust ohne Liebe gibt es für sie nicht mehr. Kiriyama und sie gehen getrennte Wege, denn für ihn kommt eine Beziehung nach wie vor nicht infrage. Dennoch begegnen sich beide natürlich weiterhin auf der Arbeit, wo sie sich mit distanzierter Höflichkeit begegnen. Aber auch dort kommen sie um gewisse Berührungspunkte nicht herum. Eine Arbeitskollegin will eine Singleparty veranstalten, zu der Sayo hingeht und mit ihrem für sie ungewöhnlichen Dresscode einem Kollegen den Kopf verdreht, dass er sich in Sayo verliebt.
Kiriyama nutzt eine Gelegenheit, um die Lücke, die Sayo hinterlassen hat, anderweitig zu füllen. Es gelingt ihm nicht wirklich, doch er scheint nicht bereit sich einzugestehen, dass Sayo ihm ebenfalls fehlt.
Wie wird es wohl weitergehen mit den beiden?


Der lang ersehnte 5. Band der Reihe ist für mich bisher der Schwächste. Ein wenig ist es nachvollziehbar, denn die Story lebt einfach von der erotischen Interaktion zwischen Sayo und Kiriyama. Kiriyamas „Substitut“ konnte mich nicht überzeugen. Dennoch, ich bin gespannt, wann mit einem Folgeband zu rechnen ist und ob dieser mich wieder in die ursprüngliche Begeisterung für sich ziehen kann.

Veröffentlicht am 06.08.2023

Acht Frauen an Stationen ihres Lebens

Miss Kim weiß Bescheid
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„Miss Kim weiß Bescheid“ thematisiert die Geschichten verschiedener Frauen an unterschiedlichen Stationen ihres Lebens. Das Buch vereint aktuelle Themen wie Hasskommentare im Netz, Kontakte während der ...

„Miss Kim weiß Bescheid“ thematisiert die Geschichten verschiedener Frauen an unterschiedlichen Stationen ihres Lebens. Das Buch vereint aktuelle Themen wie Hasskommentare im Netz, Kontakte während der Covid-Pandemie, Wünsche und Fremdbestimmung im Alter, Gaslighting und noch einige mehr. Manche dieser Geschichten fand ich typisch asiatisch, wie bestimmte Aspekte in der Erzählung über einen Jungen , der in der Schule einem Mädchen unter den Rock fotografiert. Andere der Kurzgeschichten sind generell, wie jene über den Vater, welcher von heute auf morgen das Sparkonto leerräumt und die Familie verlässt; diejenige über eine Schriftstellerin, die Hasskommentare im Netz regelmäßig anzeigt oder eine Liebe zwischen einer Schülerin und einem Schüler mitten im Lockdown, die aufgrund sozialer Ungleichheiten nicht die Möglichkeit haben weiterhin Kontakt zu halten.
Die einzelnen Geschichten lassen sich zügig weglesen, was Cho Nam-Joos Stil zu verdanken ist, in den man sich problemlos einfindet. Besonderen Eindruck haben auf mich zwei Stories gemacht. Ein in Briefform gestalteter Abschied einer jungen Frau auf den Heiratsantrag ihres Freundes, dem sie psychische Manipulation, Einschüchterung und ständiges „Kleinmachen“ ihres Charakters vorwirft. Die andere Kurzgeschichte, die ich besonders lesenswert fand, handelte vom Wunsch einer älteren Frau, ihren eigenen Bedürfnissen zu folgen und sich nicht für die Betreuung ihres kleinen Enkelsohns von der Tochter einspannen zu lassen.
So unterschiedlich die einzelnen Geschichten sind, ist ihnen gemein, eine Art von Bedauern in ihnen vereint zu haben.

Das Buch ist durchaus lesenswert, steht für mich aber hinter Cho Nam-Joos Knallerwerk „Kim Jiyoung, geboren 1982“ zurück, das auf mich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat, an den ihr Zweitwerk nicht anknüpfen kann (was aber auch der Tatsache geschuldet sein mag, dass ich eigentlich keine Liebhaberin von Kurzgeschichten bin).

Veröffentlicht am 06.08.2023

Den Büchern verfallen

Bibliomanie
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In Barcelona lebt ein Buchhändler namens Giacomo. Ein normaler Buchhändler ist er nicht, denn er handelt nicht einfach mit raren Büchern, er ist schlichtweg besessen von ihnen. Nichts stellt seine Bibliomanie ...

In Barcelona lebt ein Buchhändler namens Giacomo. Ein normaler Buchhändler ist er nicht, denn er handelt nicht einfach mit raren Büchern, er ist schlichtweg besessen von ihnen. Nichts stellt seine Bibliomanie so sehr unter Beweis wie das Auftauchen eines wohlhabenden Studenten, der Giacomo seinen wertvollsten Besitz abkaufen will. Der fantatische Buchhändler ist nicht gewillt sich von der seltenen Handschrift zu trennen, die er oft betrachtet, den Buchschnitt bewundert, den Einband streichelt und den ehrwürdigen Geruch einatmet. Doch durch einen Trick gelingt es dem Studenten Giacomo zum Verkauf zu bewegen, denn er stellt ihm das Wissen um den Fundort einer noch größeren Rarität in Aussicht. Giacomo verliert sich immer mehr in der Jagd um das seltenste Buch, um am Ende nicht nur alles zu verlieren, sondern darum zu betteln sein Leben zu verlieren. Da er den größten Schatz nicht haben kann, ist ihm auch sein Leben nichts mehr wert.

Seltsames kleines Buch, das laut Anhang die erste Publikation von Gustave Flaubert ist und aus dem Jahre 1837 stammt. Es offenbart sich im Laufe der kurzen Geschichte, dass der Buchhändler Giacomo ein Stümper ist, der keine antiquarischen Qualitäten besitzt, nicht mal des Lesens mächtig ist und die begehrlichen, raren Bücher ausschließlich nach äußeren Kriterien bemisst. Da zieht man unweigerlich Parallelen dazu, wie Frauen häufig auch heute noch bewertet werden. Zum Glück war das nur ein kurzer Ausflug in den Wahnsinn.

Veröffentlicht am 06.08.2023

Bedeutende Tage im Sommer

Our Summer Holiday
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Natsuru findet Gelegenheit, die ruhige Rio näher kennenzulernen. Sie und ihr kleiner Bruder hüten ein Geheimnis, in das Natsuru eingeweiht wird. Rio fürchtet schon, dass Natsuru ihr Haus darum nicht mehr ...

Natsuru findet Gelegenheit, die ruhige Rio näher kennenzulernen. Sie und ihr kleiner Bruder hüten ein Geheimnis, in das Natsuru eingeweiht wird. Rio fürchtet schon, dass Natsuru ihr Haus darum nicht mehr besuchen kommen wird. Doch plötzlich steht er vor der Tür und will das mehrtägige Fußballcamp schwänzen. Rio, ihr kleiner Bruder und er verbringen ein paar Tage am Meer, die allen noch auf Jahre in wunderschöner Erinnerung bleiben werden.

Selten genug findet man Manga, die innerhalb eines Bandes abgeschlossen sind, und “Our Summer Holiday” ist ein solcher. Noch dazu ist es ein wirklich toller Manga, der mit einem tollen Zeichenstil und einer interessanten Wendung in der Geschichte aufwartet. Ein kurzweiliger Lese-Manga-Spaß!

Veröffentlicht am 06.08.2023

Eine verrückte Konstellation

Das Baby ist meins
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Lagos während der Corona-Pandemie 2020: Mitten im Lockdown findet Bambis Freundin heraus, dass er sie betrogen hat. Obwohl die Bevölkerung unter Hausarrest steht und es verboten ist für etwas anderes als ...

Lagos während der Corona-Pandemie 2020: Mitten im Lockdown findet Bambis Freundin heraus, dass er sie betrogen hat. Obwohl die Bevölkerung unter Hausarrest steht und es verboten ist für etwas anderes als Lebensmitteleinkäufe auf die Straße zu gehen, hat Mide kein Problem damit, Bambi hinauszuwerfen. Da er nirgendwo anders hin kann, glaubt er sich ungestört in das Haus seines kürzlich am Virus verstorbenen Onkels zurückziehen zu können, da er seine Tante, die ein Baby bekommen hat, bei irgendwelchen Verwandten vermutet.
Umso überraschend für Bambi, als er nicht nur seine Tante in dem Bungalow antrifft, sondern auch die Geliebte des Onkels. In ihrer Mitte befindet sich ein Baby, von dem beide Frauen felsenfest behaupten, dass es ihres ist.
Während die beiden Frauen mal einträglich zusammenleben, mal einander bitter bekriegen, versucht Bambi aus den Schilderungen schlau zu werden und zuzuordnen, wer wirklich die Mutter des Babys ist und gerät dabei zwischen die Fronten.

Nun, ich sag mal: Das war ein interessantes Konstrukt, das Oyinkan Braithwaite kompakt auf 125 geklöppelt hat. Das Buch wurde als feministisch gepriesen, eher entdecke ich darin das zynische Gegenteil – ein Mann dringt in das Leben der Frauen ein und schwingt sich ungefragt zu deren Richter auf. Dabei hat er kein Problem damit, sich aushalten, verpflegen und bedienen zu lassen. Die Kurzgeschichte wird zwar aus Sicht des Mannes erzählt, der in den zwei rivalisierenden Frauen eine Gefahr für das Baby sieht, allerdings haben die Frauen bis zum Auftauchen Bambis die bisherige Zeit des des Lockdowns gemeistert ohne einander totzuschlagen. Aber ein Mann im Haus tut, was ein Mann im Haus tut...
Ist es eine augenzwinkernde Gesellschaftskritik? Egal, wie man das Buch lesen will, es ist in jedem Fall eine interessante Grübelei im Anschluss garantiert!