Profilbild von Flyingthroughthepages

Flyingthroughthepages

Lesejury Star
offline

Flyingthroughthepages ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Flyingthroughthepages über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2025

Eine starke junge Frau auf dem Weg zur Heldin

The Night Ends With Fire
0

Inhalt (Klappentext)

Die drei Königreiche befinden sich in einem erbarmungslosen Krieg. Für Meilin die Chance, einer Zwangsehe zu entgehen. Als Junge verkleidet, kämpft sie fortan in der Armee. Ihr Ehrgeiz ...

Inhalt (Klappentext)

Die drei Königreiche befinden sich in einem erbarmungslosen Krieg. Für Meilin die Chance, einer Zwangsehe zu entgehen. Als Junge verkleidet, kämpft sie fortan in der Armee. Ihr Ehrgeiz auf dem Schlachtfeld wird bald von Liu entdeckt, dem Prinzen der Armee, der sie persönlich trainiert. Meilin aber verbirgt nicht nur ihre Identität vor Liu, sondern auch ihre magischen Kräfte. Denn sie hat Zugang zu der verbotenen Magie eines Drachengeists. Ein Wesen, das ihr unendliche Macht verspricht – jedoch zu einem tödlichen Preis. Als nichts weniger als das Schicksal der drei Königreiche auf dem Spiel steht, muss Meilin sich entscheiden: Soll sie Liu vertrauen, der ihre Liebe und Gefolgschaft weckt? Oder dem undurchschaubaren Drachengeist? Oder einem verfeindeten Prinzen, der ihre Loyalität, ihr Königreich und ihr Herz auf die Probe stellt?

Meine Meinung

Ich habe mit meiner Bewertung ein wenig gehapert, da ich beim Lesen und aufgrund der Kategorisierung des Fischer Sauerländer Verlags davon ausgegangen bin, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Teils wird es im Original dagegen wohl als Fantasy für Erwachsene eingestuft. Meine Bewertung erfolgt jedoch vor dem Hintergrund der Annahme, es sei ein Jugendbuch.

"The Night Ends With Fire" ist an die chinesische Legende der Hua Mulan angelehnt – vielen, wie auch mir, wohl bekannt aus der gleichnamigen Disney-Adaption. Die Autorin führt im Nachwort des Buches ihre Beweggründe für die Geschichte aus und ich würde sogar empfehlen, dass Nachwort – natürlich spoilerfrei – zu Beginn zu lesen. Ich bin überzeugt, dass es die Botschaften der Geschichte beim Lesen noch verschärft. Eines vorab: Ich liebe den feministischen Twist, den die Autorin der Legende verliehen hat.

Wir begleiten die Protagonistin Hai Meilin, die sich entscheidet aus ihrem Elternhaus vor ihrem gewalttätigen Vater zu fliehen und einer Zwangsehe ihrem ebenfalls gewalttätigen Zukünftigen zu fliehen. Ihr Weg führt sie als Mann verkleidet und unter falschem Namen in die Armee, denn sie weiß, dass sie als alleinstehende Frau keine Zukunft in der Gesellschaft hat. Lieber stirbt sie im Krieg in Freiheit als ein Dasein als Ehefrau in einem Käfig zu fristen.
Ich mochte sie auf Anhieb gerne. Meilin ist sich bewusst, dass sie als Frau weder ernst genommen wird noch irgendwelche Rechte hat und doch ist sie nicht bereit, sich den patriarchalen Strukturen zu beugen. Sie ist fest entschlossen, sich einen Namen in der Armee, wenn nicht gar im ganzen Königreich zu machen. Dabei fällt ihr nicht alles von selbst zu. Meilin nutzt jede freie Minute ihres Tages um zu trainieren und endlich als Konkurrenz und ebenbürtig gesehen zu werden.
Bei ihren nächtlichen Trainingseinheiten freundet sie sich zunehmend mit Prinz Liu Tiantang an – Kommandant der Armee und Sohn des Kriegsführers. Zu ihrem Glück erkennt er nicht, dass es sich bei ihr um das Mädchen handelt, dem er in der Vergangenheit begegnet ist.

Im Laufe des Buches strebt Meilin immer mehr nach Anerkennung und auch Macht, was in meinen Augen sehr gut als Charakterentwicklung zu Handlung passte. Was mich jedoch ein wenig störte, waren die sehr brutalen Handlungen, die mich kalt gelassen haben. Mir hat sowohl der innere Konflikt Meilins gefehlt als auch der Schockfaktor. Stattdessen wurde alles kurz als schrecklich zur Kenntnis genommen und dann mit einem Schulterzucken abgetan. Für mich waren das Momente, die mich aus der Geschichte herausgerissen haben.
Ich hätte mir außerdem gewünscht, dass die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren noch ein wenig tiefer gehen würden. Dafür, dass die Loyalität zu Prinz Liu und umgekehrt so stark war, war die Beziehung für mich nicht greifbar genug.

Das Tempo der Handlung war ein Wechsel zwischen schnell und langsam, was mich aber nicht unbedingt gestört hat. Neben den aktuellen Geschehnissen erfahren wir auch bruchstückhaft etwas über Meilins Vergangenheit. Und dann gibt es auch noch die geheimnisvolle und gefährliche Magie des Drachengeistes, die schon im Klappentext erwähnt wird.
Ich habe die Geschichte sehr leicht und vor allem auch recht schnell gelesen. Nicht zuletzt Dank des angenehmen Schreibstils der Autorin. Das Buch hatte eine gute Sogwirkung und ich war durchweg gut unterhalten.

Stellenweise hat mir jedoch ein wenig der rote Faden in der Geschichte gefehlt. Die Geschichte nimmt teils ein recht schnelles Tempo an und wir bewegen uns von einer kämpferischen Auseinandersetzung zur nächsten. Dazwischen befanden sich immer wieder mysteriöse Erlebnisse der Protagonistin (über die ich nicht zu viel verrate, um niemanden zu spoilern). In Mitten des Geschehens hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Autorin den Blick für das große Ganze verloren hat. Dennoch bin ich gespannt auf die Fortsetzung!

Zuletzt noch ein Kompliment an die deutsche Übersetzung! Ich habe viele englischsprachige Rezensionen gelesen, in denen stark kritisiert wurde, wie die Namen und Begriffe in der Geschichte eine unauthentische Mischung aus chinesisch und englisch seien. In der deutschen Übersetzung ist davon nichts zu vernehmen. Alle englischen Begriffe wurden einheitlich ins Chinesische übersetzt, was das Leseerlebnis sehr angenehm gemacht hat.


Fazit

Alles in allem ist "The Night Ends with Fire" ein Buch mit einer starken Protagonistin, wichtigen feministischen Botschaften, einer spannenden Story und Elementen der chinesischen Mythologie. Trotz einiger Kritikpunkte kann ich das Buch weiterempfehlen. Ich warte gespannt auf die Fortsetzung.

4 von 5 Sternen ★

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2023

Mal etwas anderes als das klassische Royal Romance Trope

A Touch of Desire - Wenn Liebe verboten ist (Band 1)
0

Ich habe schon einiges von Sally Dark gelesen und auch über ihre Bücher mit Sam Woods habe ich viel Gutes gehört, deshalb stand für mich außer Frage, ob ich mich für das Bloggerteam zu „A Touch of Desire“ ...

Ich habe schon einiges von Sally Dark gelesen und auch über ihre Bücher mit Sam Woods habe ich viel Gutes gehört, deshalb stand für mich außer Frage, ob ich mich für das Bloggerteam zu „A Touch of Desire“ bewerben möchte. Das Royal Trope allein hätte mich wohl noch nicht überzeugt, aber eine Prinzessin und ein Hooligan? Diese Kombination kann einen nur neugierig machen.

Tugend, Etikette, Perfektion - als Prinzessin von England wird jeder von Maggies Schritten genau unter die Lupe genommen. Sie wächst behütet auf und wird von kleinauf zur perfekten Prinzessin erzogen. Während ihre jüngere Schwester sich noch Skandale erlauben kann, wird von Maggie nichts weniger als Perfektion erwartet. Nett in die Kamera lächeln, an königlichen Veranstaltungen teilnehmen, einen vom Königspaar ausgewählten Studiengang absolvieren und einen würdigen Ehemann finden. Für einen Hooligan ist in dieser Lebensplanung kein Platz … oder etwa doch?

Asher hält nichts von der britischen Königsfamilie. Für ihn zählt nur das echte, ungefilterte Leben fernab von den schützenden Mauern des Palastes. Seine Loyalität gilt seiner „Firma“. Er ist der Anführer einer Hooligangruppierung. Asher lebt für den Adrenalinrausch, der ihn nach einem Fußballspiel erwartet, wenn er sich gegnerischen Hooligans gegenüber sieht.
Dass ihm mal etwas anderes wichtiger sein könnte, kann er sich nicht vorstellen … bis ihm die Prinzessin von England plötzlich vor die Füße stolpert.

Die beiden Protagonisten stammen aus zwei vollkommen verschiedenen Welten und sind so gegensätzliche Charaktere, dass ich zwischendurch, besonders zu Anfang des Buches, selbst ein wenig gezweifelt habe, wie eine Beziehung zwischen den beiden funktionieren soll. Und doch haben die Autorinnen es geschafft, die beiden harmonieren zu lassen. Die Gespräche wirkten ganz natürlich und man konnte glatt vergessen, wer sich hier eigentlich gegenübersteht.

„Harte Schale, weicher Kern“ trifft es bei Asher so ziemlich auf den Punkt. Obwohl ich rein gar nichts von Hooligans halte und ich das Konzept eher lächerlich finde, wurde mir Asher im Laufe des Buches immer sympathischer und ich konnte ein wenig auch seine persönliche Motivation als Hooligan verstehen. Zwar immer noch nicht für mich nachvollziehen, aber das ist für mich kein Kritikpunkt an dem Buch. Viel mehr finde ich es erstaunlich wie schnell ich im Laufe der Geschichte über sein „Hobby“ hinwegsehen konnte.
Maggie wirkt auf den ersten Blick, wie ich finde, recht unscheinbar, aber auch bei ihr merkt man, dass hinter ihrer äußeren Erscheinung und der Art wie sie in der Presse dargestellt wird, noch viel mehr steckt. Ab und an war sie mir anfangs noch etwas zu naiv, doch auch hier habe ich im Laufe des Buches verstanden, weshalb sie so ist.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam - und das obwohl den beiden mehr als genug Steine in den Weg gelegt werden. Von ihrem ersten Aufeinandertreffen über heimliche Momente zu zweit bis hin zur letzten Szene habe ich mit den beiden mitgefiebert und konnte die Geschichte kaum aus der Hand legen. Und das, obwohl ich zur gleichen Zeit auch noch ein sehr gutes Fantasybuch gelesen habe, was mich sonst immer schnell in eine Romanceleseflaute befördert - doch „A Touch of Desire“ konnte sich dagegen bewähren.

Ab und an hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang in den Gesprächen zwischen Maggie und Asher gewünscht, damit die beiden sich auf emotionaler Ebene noch näher kommen, aber vielleicht erwartet uns das noch im nächsten Band. Auf diesen freue ich mich schon sehr, denn auch wenn es keinen Cliffhanger im herkömmlichen Sinne gibt, möchte man die Geschichte nicht einfach so stehen lassen, sondern am liebsten direkt weiterlese.

Fazit

Sam Woods und Sally Dark bringen frischen Schwung in die Royal-Romance-Landschaft mit zwei Charakteren, die nicht unterschiedlicher sein könnten und deren Chemie dennoch für den Leser greifbar ist. Ich kann das Buch weiterempfehlen, wenn ihr eine fesselnde Liebesgeschichte sucht. Das Buch hat mich auf jeden Fall neugierig gemacht auf die anderen Bücher des Autorinnenduos!

Bewertung

4/5⭑


Vielen Dank an den Heartcraft Verlag, Sally Dark und Sam Woods für das Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2023

Etwas schwächer als Band 1, aber dennoch sehr empfehlenswert!

Whitestone Hospital - Drowning Souls
0

Achtung - es handelt sich um den 2. Band einer Reihe mit wechselnden Protagonisten, deren Bände nicht unabhängig von einander lesbar sind!


Inhalt (Klappentext)

Alles, was ich mein Leben lang aufgebaut ...

Achtung - es handelt sich um den 2. Band einer Reihe mit wechselnden Protagonisten, deren Bände nicht unabhängig von einander lesbar sind!


Inhalt (Klappentext)

Alles, was ich mein Leben lang aufgebaut habe, die Mauern, die Fassade, meine Schutzschilde – alles wird zu Chaos
Als es im Whitestone Hospital zu einem verheerenden Unfall kommt, steht die Welt für einen Moment still. Die Assistenzärztin Dr. Sierra Harris ist eine der Ersten vor Ort, doch dass unter den Verletzten ausgerechnet ihr Kollege Mitch Rivera ist, reißt ihr den Boden unter den Füßen weg. Sierra will sich von ihm fernhalten, will nichts von alldem an sich heranlassen, denn um eine Top-Herzchirurgin zu werden, kann sie keine Ablenkung gebrauchen. Dabei hat Mitch sich längst in ihre Gedanken geschlichen – und in ihr Herz …


Meine Meinung

Der erste Band der Whitestone Reihe konnte mich so begeistern, das er sogar ein Jahreshighlight wurde. Dass der zweite Band der Reihe sofort auf meine Wunschliste gewandert ist, war also nicht allzu verwunderlich … besonders nach dem Cliffhanger von Band 1.

Band 2 knüpft unmittelbar an dieses Ende an - dieses Mal jedoch aus einer neuen Perspektive eines bereits bekannten Charakters: Sierra. Sierra Harris ist wie Laura Collins, die wir als Protagonistin aus dem ersten Band kennen, Assistenzärztin am Whitestone Hospital. Sie ist tough, zielstrebig und fest entschlossen, eine erfolgreiche Herzchirurgin zu werden. Dabei kann sie eigentlich keine Ablenkung gebrauchen und lässt nur selten Menschen näher an sich heran.
Auch nicht ihren Kollegen Mitch Rivera, der ebenfalls ein Assistenzarzt ist. Mit seiner offenen Art und immer guten Laune, treibt er sie zur Weißglut. Doch der Unfall, bei dem er schwer verletzt wird, ändert plötzlich alles …

Die Liebesgeschichte kann man als slow burn beschreiben. Sie entwickelt sich recht langsam und zart. Prinzipiell habe ich damit in Büchern kein Problem, doch stellenweise hatte ich das Gefühl, dass Sierras persönliche Entwicklung stärker im Fokus der Geschichte stand. Anfangs konnte ich nicht nachvollziehen, wieso sie Mitch immer wieder zurück gewiesen hat, obwohl sie doch selbst Gefühle für ihn entwickelte. Doch im Laufe der Geschichte erfahren wir Leser mehr über Sierra und ihr Leben und auch ihre Entscheidungen werden nachvollziehbarer.

Mitch ist wirklich ein herzensguter Mensch, das merkt man auf jeder Seite, sei es aus seiner oder aus Sierras Perspektive. Trotz Sierras Zurückweisungen versucht er alles, um Sierras harte Schale zu knacken und das ohne aufdringlich zu sein. Und zum Ende hin gelingt es ihm dann auch zunehmend und Sierra öffnet sich ihm gegenüber
Was ich etwas schade fand, ist, dass dieses Mal auch der Krankenhausaspekt und die verschiedenen Patienten/Fälle nicht so dominant in der Geschichte sind. Dabei hatte ich das eigentlich gerade bei einem Charakter wie Sierra erwartet.

Alles in allem habe ich die Geschichte aber dennoch sehr gerne gelesen, was nicht zuletzt an Ava Reeds angenehmen und schönen Schreibstil lag sowie an dem Zusammenspiel der Protagonisten mit den Nebencharakteren, die wir auch schon aus Band 1 kennen.
Und wie auch zum Ende von Band 1 erwartet uns hier wieder ein sehr gemeiner Cliffhanger, der schon an Folter grenzt …

Fazit

Den zweiten Band der Whitestone Hospital Reihe fand ich schwächer als den Reihenauftakt, aber immer noch nett für zwischendurch. Statt der Liebesgeschichte steht dieses Mal die persönliche Entwicklung der Protagonistin im Fokus. Ich kann die Reihe bisher trotzdem weiterempfehlen und ich möchte auch den dritten Band definitiv lesen!

Bewertung

4/5⭑


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den LYX Verlag und die Bloggerjury ♥

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2022

„Plötzlich Prinzessin“ auf japanisch

Tokyo ever after – Prinzessin auf Probe
0

Inhalt (Klappentext)

Bislang war Izumi Tanaka ein ganz normaler amerikanischer Teenager. Das einzig Besondere in ihrem Leben sind ihre japanische Herkunft und ihr unbekannter Vater. Alles verändert sich, ...

Inhalt (Klappentext)

Bislang war Izumi Tanaka ein ganz normaler amerikanischer Teenager. Das einzig Besondere in ihrem Leben sind ihre japanische Herkunft und ihr unbekannter Vater. Alles verändert sich, als sie herausfindet, dass dieser Unbekannte kein Geringerer als der zukünftige Kaiser von Japan ist. Und das wiederum bedeutet, dass Izzy plötzlich kaiserliche Kronprinzessin ist – immer nur einen kulturellen Fauxpas vom nächsten Skandal entfernt. Wird ihr Prinzessinnentraum zum Albtraum oder kann sie ihn zu einem Happy End führen, Ritter in strahlender Rüstung inklusive?

Meine Meinung

Ich hatte das Buch schon häufiger auf Bookstagram im englischsprachigen Raum gesehen und als ich dann entdeckt habe, dass es beim dtv Verlag übersetzt und bei Vorablesen Leseexemplare verlost wurden, musste ich direkt die Leseprobe lesen. Schon diese paar ersten Seiten haben eine humorvolle und leichte Atmosphäre geschaffen, die mich an die „Plötzlich Prinzessin“-Filme erinnerte. Selten habe ich eine Leseprobe so schnell und gut unterhalten weggelesen - dementsprechend habe ich mich natürlich sehr gefreut, als ich dieses Buch vorablesen durfte!

Emiko Jeans Schreibstil ist jugendlich, amüsant und teilweise etwas aufgedreht, was ich jedoch im Kontext der Geschichte sehr positiv wahrgenommen habe. Genauso schnell wie ich die Leseprobe gelesen habe, habe ich auch den Rest des Buches regelrecht verschlungen.

Izumi Tanaka hatte nie das Gefühl, so richtig dazuzugehören. Ihre Großeltern sind aus Japan in die USA eingewandert, doch sie selbst und auch schon ihre Mutter haben den Kontakt zu ihren japanischen Wurzeln größtenteils verloren. Sie wächst in der Kleinstadt Mount Shasta auf - der wohlgemerkt sehr weißen Kleinstadt - in der sie immer aus der Menge heraussticht. Sie wächst bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Doch als sie zufällig auf eine Widmung in einem Buch über Orchideen stößt, findet sie den Namen eines Mannes, der ihrer Mutter dieses Buch in demselben Jahr geschenkt hat, in dem sie auch geboren wurde. Ihre Freundinnen sind fest entschlossen, ihr bei der Suche nach ihrem Vater zu helfen und was sie daraufhin herausfinden, kennen sie sonst nur aus Filmen: Ihr Vater ist adelig und noch dazu der japanische Kronprinz. Izumi nimmt über einen alten Bekannten ihrer Eltern Kontakt zu ihm auf und es dauert nicht lange bis auch die Presse und mit ihr der Rest der Welt davon Wind bekommen. Ehe sie sich versieht ist sie auf dem Weg nach Japan, um ihr neues Leben als Prinzessin zu beginnen …

Izumi - von ihren Freundinnen Izzie genannt - ist alles andere als die perfekte Dame, die der japanische Kaiserhof erwartet. Sie bevorzugt Leggings und ein bequemes T-Shirt statt eleganten Kleidern, sie geht keinen nennenswerten Hobbys nach und verbringt ihre Zeit lieber mit ihren Freundinnen (die alle so ihre Eigenheiten haben und immer für einander da sind), ihre Noten sind eher durchschnittlich, sie lässt sich ungern etwas vorschreiben und spielt nach ihren eigenen Regeln - letzteres sehr zum Missfallen ihres neuen (jungen und sehr attraktiven) Leibwächters Akio Kobayashi.

Akio ist pflichtbewusst, distanziert und schnell genervt als er sieht, wenn er von nun an rund um die Uhr begleiten muss. Dass sie seinen ganzen Zeitplan schon bei der Ankunft am Flughafen in Japan durcheinander bringt, macht es wohl nicht gerade besser. Und doch erliegt auch er mit der Zeit Izzies Charme und die beiden freunden sich langsam an - auch wenn Akio das nicht zugeben möchte … bis auch er seine Gefühle nicht mehr ignorieren kann. Und sobald er erst einmal beginnt, sich Izzie gegenüber zu öffnen und (zu ihrer großer Überraschung) auch mal Witze macht, muss man ihn einfach gern haben. Zwischen ihnen entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte und doch wissen sie, dass der Kaiserhof eine Beziehung zwischen einer Prinzessin und ihrem Bodyguard nicht gutheißen würde.

Die Liebesgeschichte ist nicht der Mittelpunkt der Geschichte. Zusammen mit Izumi lernen wir Japan, die japanische Kultur und Traditionen und die Kaiserfamilie kennen. Die Autorin hat immer wieder japanische Sätze oder Bezeichnungen von Gegenständen und Speisen mit einfließen lassen. Das Setting habe ich wirklich geliebt. Erst fühlt man sich als Leser zusammen mit Izzie fremd bis man Japan schon bald nicht mehr verlassen möchte.

Auch Izumis Identitätssuche spielt eine große Rolle. Wie bereits erwähnt, fühlte sie sich in Mount Shasta nie ganz zugehörig und sie erhofft sich, in Japan endlich mehr über sich selbst zu erfahren und sich womöglich nicht mehr so fremd zu fühlen. Schnell wird ihr dabei klar, dass das nicht so leicht ist, wie sie es sich vorgestellt hatte.
„Hier war ich nie amerikanisch genug, aber dort bin ich nicht japanisch genug.“
Ihre Gefühle können sicherlich viele Kinder von Migranten, wie auch ich selbst, nachvollziehen und es war sehr schön zu lesen, wie sie mit der Zeit lernt, dass gerade diese kulturellen Unterschiede, die sie so von anderen abheben, sie auch gleichzeitig zu etwas besonderem und zu ihr selbst machen. Ich glaube, dass die Repräsentation in Jugendbüchern auch vielen jüngeren Lesern helfen kann!

Fazit

„Tokyo Ever After - Prinzessin auf Probe“ ist ein wunderbares Buch zum Abschalten und Entspannen, während Emiko Jean ihre Leser für einige Stunde auf eine Reise nach Japan entführt. Fans von „Plötzlich Prinzessin“ werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen, sowohl jüngere als auch ältere.

Bewertung

4/5☆

Vielen Dank für das Leseexemplar, lieber dtv Verlag und Vorablesen! ♥

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.08.2022

Kitty Talbot - geschickt wie eine Schachspielerin

Wie man sich einen Lord angelt
0

Inhalt (Klappentext)

Kitty Talbot, die charmanteste Debütantin der Ballsaison von 1818

Nichts wird Kitty Talbot davon abhalten, ihre vier Schwestern vor dem Armenhaus zu bewahren - denn das steht den ...

Inhalt (Klappentext)

Kitty Talbot, die charmanteste Debütantin der Ballsaison von 1818

Nichts wird Kitty Talbot davon abhalten, ihre vier Schwestern vor dem Armenhaus zu bewahren - denn das steht den jungen Frauen bevor, nachdem ihr Vater ihnen lediglich einen Berg Spielschulden hinterlassen hat. Getreu dem Motto, dass das Glück immer mit den Tapferen ist, wagt Kitty sich für ihre Schwestern auf das gefährlichste Pflaster Englands: Um einen gut situierten Ehekandidaten zu finden, nimmt sie die Bälle der vornehmen Londoner Gesellschaft ins Visier. Tatsächlich erliegt bald ein reicher Junggeselle Kittys Charme, doch dessen älterer Bruder durchschaut ihr Spiel und unternimmt alles, um eine Hochzeit zu verhindern. Lord Radcliffe wäre ein wunderbar ebenbürtiger Gegner für Kitty - hätte die Liebe nicht längst ihre eigenen Pläne …

Meine Meinung

Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass der Bridgerton-Hype auch bei mir nicht Halt gemacht hat und seit dem wollte ich gerne auch noch andere historische Liebesromane lesen. Da hat sich die Leserunde auf Lovelybooks gerade angeboten!

„Wie man sich einen Lord angelt“ ist Sophie Irwins Debutroman und schon nach wenigen Seiten konnte mich die Autorin begeistern. Ihr Schreibstil ist so locker leicht, dass ich das Buch in nur drei Tagen beendet habe. Mir ist kaum aufgefallen, wie die Zeit beim Lesen verflogen ist.
Es fällt schnell auf, dass die Autorin einige Charaktere ein wenig überspitzt darstellt, doch dies passte einfach perfekt in die Geschichte und hatte einen ganz eigenen Charme.

Kitty Talbot, die Protagonistin, mochte ich sehr gerne. Sie ist eine starke und kluge Frau, die man nur bewundern kann. Obwohl das Buch Anfang des 19. Jahrhunderts spielt, wird sie nicht als naiv und einem Mann vollkommen verfallend dargestellt, wie es gerne mal üblich ist. Stattdessen ist sie zielstrebig, pragmatisch und schlagfertig. Kitty weiß genau, wie die Gesellschaft Frauen gegenüber steht und wie sie die Begebenheiten zu ihrem Vorteil ausnutzt. Sie agiert wie eine geschickte Schachspielerin, die Veranstaltungen der Londoner Elite sind ihr Schachbrett. Auch wenn sie nur hinter dem Geld der Londoner Junggesellen her war, konnte ich ihr Handeln in ihrer Situation gut nachvollziehen und habe sie schnell ins Herz geschlossen.

Lord James Radcliffe ist da wohl anderer Meinung - zumindest noch zu Beginn des Buches. Als seine Mutter ihm berichtet, sein jüngerer Bruder sei dabei einer fragwürdigen junge Dame zu verfallen, tut er es erstmal ab. Immerhin wäre es nicht das erste Mal, dass seine Mutter überreagiert. Doch schon bald muss er selbst feststellen, dass sie dieses Mal nicht ganz Unrecht haben könnte…
Nach dem Tod seines Vaters ist es seine Aufgabe als Familienoberhaupt das Vermögen und den Titel seiner Familie zu schützen. So muss er also gezwungenerweise zurück nach London, auch wenn dies der letzte Ort ist an dem er gerne wäre. Radcliffe scheint lange Zeit eher kühl, distanziert und hält nichts von den Gepflogenheiten. Doch um Miss Talbot ein für alle Mal von seiner Familie fernzuhalten, muss er auf ihren Deal eingehen und mehr Zeit mit ihr verbringen als ihm lieb ist.

Kitty und Radcliffe kommen sich langsam näher. Es gibt keine Liebe auf den ersten Blick, nein, viel mehr sehen sie einander als Hürde, die es zu beseitigen gibt. Als Radcliffe sich schließlich auf Kittys Deal einlässt, entwickelt sich diese Zweckbeziehung langsam in Richtung Freundschaft - auch wenn die beiden da etwas anderes sagen würden, würde man sie fragen. Mir hat das sehr gut gefallen, denn so hat sich diese Beziehung ganz natürlich entwickelt: sie haben sich so an die Anwesenheit des jeweils anderen gewöhnt, dass sie langsam angefangen haben zu vergessen, einander als Dorn im Auge zu sehen.
Ihre Gespräche waren ebenfalls sehr erfrischend als kleine Pause von den sonstigen Nichtigkeiten der gehobenen Londoner Gesellschaft. Die beiden offenbaren einander Seiten ihrer selbst, die niemand sonst zu Gesicht bekommt.

Das Tempo der Handlung ist sehr angenehm, nicht zu langsam und nicht zu schnell … bis die Autorin versuchen musste, auf den letzten Seite noch ein wenig Action einzubringen. An sich war die Idee in ihren Grundzügen gut, doch leider blieben knappe 50 Seiten für alles und durch wirkte die Wendung eher erzwungen und oberflächlich. Auch die Auflösung des ganzen und Kittys und Radcliffes Liebesgeständnis kamen dadurch einfach zu kurz und weckten kaum Emotionen bei mir. Das hat mich wirklich geärgert, da ich bis dahin sogar 5-Sterne-Potenzial gesehen habe. Ich muss aber dennoch sagen, dass ich mich auch mit diesem Wissen wieder dafür entscheiden würde, das Buch zu lesen. Da überwiegen die positiven Aspekte eindeutig.

Fazit

Ich würde gerne mehr von Sophie Irwin lesen - hoffentlich in einem zweiten Band der Reihe, auch wenn ich mir diesmal wünschen würde, dass die Autorin sich ein wenig mehr Zeit beim Übergang von Freundschaft zu Liebe lässt. Trotz meiner Kritik zum Ende der Geschichte, würde ich das Buch wirklich weiterempfehlen. Das Buch ist perfekt für alle, die schlagfertige weibliche Protagonisten in historischen Liebesromanen suchen. Mit Kitty wird es auf jeden Fall nicht langweilig.

Bewertung

4-4,5/5☆


Vielen Dank an den Knaur Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte! ♥

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere