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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2025

Unentschlossen

In einem Zug
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Daniel Glattauer ist mir bekannt für seinen sprachlich raffinierten und humorvollen Stil. Er präsentiert mit „In einem Zug“ eine Geschichte, die trotz ihrer vielversprechenden Ausgangslage nicht vollends ...

Daniel Glattauer ist mir bekannt für seinen sprachlich raffinierten und humorvollen Stil. Er präsentiert mit „In einem Zug“ eine Geschichte, die trotz ihrer vielversprechenden Ausgangslage nicht vollends überzeugen kann. Der Autor zeigt erneut sein Talent für kluge und oft urkomische Beobachtungen, die zum Nachdenken anregen. Zahlreiche Sätze und Gedankengänge sind meisterhaft formuliert und machen das Buch sprachlich zu einem Genuss.
Die Handlung hingegen entfaltet sich eher zäh. Eduard Brünhofer, ein Autor von Liebesromanen, wird in einem Zugabteil mit der aufdringlichen Catrin Meyr konfrontiert, deren unermüdliche Fragen schnell anstrengend werden. Ihre Gesprächsführung wirkt zunehmend penetrant und sie ist für mich eine eher unsympathische Figur. Trotz der zentralen Themen Liebe und Beziehungen wird erstaunlich wenig darüber gesprochen – die Dialoge verlieren sich im Banalen.
Die Stärke des Buches liegt in der Darstellung von Brünhofers Innenleben. Seine Gedanken geben tiefe Einblicke in seine Beziehung, seine Familie und persönliche Herausforderungen, während die Gespräche mit Catrin oft nur der Auslöser dafür sind. Die Enge des Zugabteils sorgt für eine kammerspielartige Atmosphäre.
Die unerwartete Wendung am Ende bringt frischen Wind, kann die langatmigen Passagen zuvor für meinen Geschmack aber nicht vollständig wettmachen. Insgesamt bleibt „In einem Zug“ ein sprachlich brillantes, aber nicht durchgängig packendes Werk, das hinter meinen hohen Erwartungen zurückbleibt.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Eine zähe Zeitreise

Geile Zeit
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In "Geile Zeit" porträtiert der Autor Niclas Seydack eine Generation, die in den 90er Jahren geboren und aufgewachsen ist. Von der Kindheit bis in die frühen 2000er und anschließenden Jugend, über das ...

In "Geile Zeit" porträtiert der Autor Niclas Seydack eine Generation, die in den 90er Jahren geboren und aufgewachsen ist. Von der Kindheit bis in die frühen 2000er und anschließenden Jugend, über das Erwachsen werden bis in die heutige Zeit.
Speziell der erste Teil des Buches hat Spaß gemacht zu lesen, da man in vielen Kindheitserinnerungen schwelgen konnte, die wohl die meisten Kinder, die zu dieser Zeit aufgewachsen sind, teilen. Es war schön sich selbst daran zu erinnern und beim Lesen ist kaum aufgefallen, dass es sich um ein Sachbuch handelt.
Je mehr man liest, desto weiter nähert man sich auf dem Zeitstrahl der heutigen Zeit. Und desto negativer wird auch die Stimmung im Buch für mein Empfinden. Vieles wird schlecht gesehen und abgelehnt. Das Buch las sich für mich nicht wie ein Sachbuch, sondern zunehmend eher wie ein Roman, in dem es keine Handlung gibt. Es ist eine Aneinanderreihung von Erlebnissen und Ereignissen, die ein Mensch, der jetzt um die 30 Jahre alt ist in seinem Leben schon erlebt hat. Je näher es dem Ende des Buches und damit der kürzeren Vergangenheit zuging, desto langweiliger wurde es für mich. An diese Ereignisse kann man sich noch zu gut erinnern und an einige davon, wie etwa die Pandemie-Zeit, möchte man sich vielleicht auch gar nicht so viel erinnern.
Dadurch war das Buch für mich nur zu Beginn interessant. Im Verlauf wurde es zunehmend belastender und hat sich nicht mehr wie gute Unterhaltung angefühlt.

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Veröffentlicht am 14.08.2023

Oberflächliche Geschichte über eine fragwürdige Beziehung

Magnolia Parks
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In der Geschichte geht es um Magnolia Parks und BJ Ballentine. Die beiden sind zum Start des Buches nicht in einer festen Beziehung miteinander, haben jedoch bereits eine gemeinsame Vergangenheit und kommen ...

In der Geschichte geht es um Magnolia Parks und BJ Ballentine. Die beiden sind zum Start des Buches nicht in einer festen Beziehung miteinander, haben jedoch bereits eine gemeinsame Vergangenheit und kommen nicht voneinander los.
Die meiste Zeit der Geschichte geht es darum, wie die beiden sich näher kommen, um sich anschließend wieder voneinander zu entfernen. Nicht selten passiert dies auf sehr ungesunde und fragwürdige Weise, beispielsweise in dem andere Personen regelrecht dazu benutzt werden, um dem jeweils anderen eins auszuwischen. Insgesamt wirken Magnolia und BJ sehr oberflächlich. Eigentlich geht es nur um die Londoner High Society, Geld und Mode.
Neben dem ewigen Hin und Her zwischen den beiden Hauptcharakteren gibt es zahlreiche Nebencharaktere. Diese lernt man während der Geschichte zwar auch kennen, allerdings bleiben auch sie relativ oberflächlich erzählt. Die einzelnen Geschehnisse wirken unstrukturiert aneinander gehängt und haben für mich keinen erkennbaren Zusammenhang.
Zusammenfassend wurde ich während des Lesens ganz gut unterhalten, trotz der vielen Seiten ließ sich das Buch schnell lesen, aber ein Highlight ist diese Geschichte für mich definitiv nicht.

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Veröffentlicht am 26.03.2023

Klappentext weckt falsche Erwartungen

Es war einmal in Brooklyn
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Laut Klappentext handelt dieser Roman von Juliette und David und der Freundschaft zwischen diesen zwei Teenagern die zugleich Nachbarn in Brooklyn sind. Während David sterbenskrank und meist zuhause ist, ...

Laut Klappentext handelt dieser Roman von Juliette und David und der Freundschaft zwischen diesen zwei Teenagern die zugleich Nachbarn in Brooklyn sind. Während David sterbenskrank und meist zuhause ist, möchte Juliette möglichst viel erleben. Während eines Blackouts in New York passieren Dinge, die dafür sorgen, dass nichts mehr so sein wird, wie zuvor ...

Mit dieser Inhaltsbeschreibung und einer entsprechenden Erwartungshaltung habe ich begonnen, diesen Roman zu lesen. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht und der Schreibstil ist sehr angenehm. Aus verschiedenen Perspektiven wird der Alltag der handelnden Personen geschildert. Klug und witzig beschreibt die Autorin die einzelnen Charaktere, sodass man schnell ein sehr konkretes Bild im Kopf zeichnen kann.
Während einen dieser Humor durch das erste Viertel des Buches trägt, beginnt man irgendwann, sich zu fragen, wann die Story so richtig startet und wann es zum im Klappentext erwähnten Blackout kommt.
Als man es kaum noch erwartet, passiert es dann und zwar kurz, schmerzlos und diffus, aber mit schockierenden Vorkommnissen. Diese werden beschrieben, finden jedoch im Anschluss viel zu wenig bis gar keine Betrachtung.
Ich kann dieses Buch leider nicht empfehlen. Auch wenn ich finde, dass der Klappentext völlig falsche Erwartungen an den Inhalt weckt, würde mir eine Inhaltsbeschreibung selbst schwer fallen, da so viele unzusammenhängende Dinge passieren.

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