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Veröffentlicht am 08.10.2023

Maries Abenteuer geht spannend weiter

Fairy Tale Camp 2: Eine Freundschaft wie im Märchen
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Marie und die ihre Freunde aus der Blauen Gilde haben ihr Ziel erreicht und sich die Teilnahme an der Ausbildung zu Fairyhütern redlich verdient. Nicht jeder Märchennachfahre ist begeistert, dass Marie ...

Marie und die ihre Freunde aus der Blauen Gilde haben ihr Ziel erreicht und sich die Teilnahme an der Ausbildung zu Fairyhütern redlich verdient. Nicht jeder Märchennachfahre ist begeistert, dass Marie es bis hierhin geschafft hat und manch einer wünscht sich sogar, dass sie das Fairy Tale Camp verlässt. Doch Marie ist immer noch auf der Suche nach ihrer Mutter und dazu braucht sie unbedingt Zugang zu den Märchen. Die erste Bewährungsprobe läuft alles andere als glatt und die Ausbildung fordert sie mehr, als gedacht. Es gibt einige seltsame Vorgänge im Camp und auf der Suche nach der Wahrheit geraten Marie und ihre Freunde in große Gefahr.

Band 1 war eines unserer Kinderbuch-Highlights im Jahr 2022, daher haben wir uns sehr auf den zweiten Band der Fairy Tale Camp Reihe von Corinna Wieja gefreut. Überhaupt mögen meine Tochter und ich Bücher, in denen Märchen eine Rolle spielen. Hier war natürlich besonders Maries Suche nach ihrer Mutter interessant, denn am Ende von Band 1 waren noch viele Fragen offen. Fantasie- und geheimnisvoll spinnt die Autorin auch diesmal die Geschichte weiter. Zunächst dürfen wir vor allem die Ausbildung der Mitglieder der Blauen Gilde zu Fairyhütern begleiten, immer umgeben von der Konkurrenz aus der Gruppe um Erzfeind Severin. Auch unter den Ausbildern sind nicht alle dafür, dass Marie ausgebildet wird.

Marie überzeugt wieder durch ihre Unnachgiebigkeit und Zielstrebigkeit. Sie will unbedingt das Rätsel um ihre verschwunde Mutter lösen. Doch dafür muss sie sich die Schlüssel für den Zugang zu den Märchengemälden verdienen, was sich als gar nicht so einfach erweist. Hier spiel dann sehr schön wieder die gute Freundschaft zu Ro, Jake, Will, Poppy und Ella mit hinein. Wer Märchen mag, dem werden hier besonders die speziellen Fähigkeiten der unterschiedlichen Märchennachkommen gefallen, die immer helfen, wenn die Kinder vor Problemen stehen. Einige der Charaktere entwickeln sich was das betrifft auch noch weiter. Daher empfehlen wir auch, den ersten Band unbedingt auch zu lesen, obwohl die Hauptpersonen am Anfang des Buches noch einmal kurz vorgestellt werden. Gelegentlich hätte man die Zusammenhänge und Gedanken etwas genauer schildern können. Oft ergeben sich aber durch die Fähigkeiten und durch die nicht böse gemeinten Seitenhiebe z.B. zwischen Jake und Will sehr lustige Dialoge. Die Geschichte ist äußerst lebendig erzählt und man kann sich das Camp und seine Umgebung gut vorstellen. Vor allem der Showdown hält gefährliche Spannung und eine Überraschung bereit.

Die Geschichte ist in gut proportionierte Kapitel aufgeteilt, die durch Überschriften eingeleitet werden. Der Text ist in einer angenehmen Schrift gedruck und wird durch tolle Schwarz-Weiß-Zeichnungen aufgelockert. Für Kinder die Märchen und fantastische Geschichten mögen gern empfohlen. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Würdiger Abschluss mit spannendem Finale

Seahorse - Die Hoffnung der Wasserpferde
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Durch Cuans Rückzug stellt Shona eher zufällig fest, dass auch sie durch die Nebel treten kann, obwohl dies noch nie ein Mensch geschafft hat. Was hat das zu bedeuten? Wer ist Shona wirklich? Als Freunde ...

Durch Cuans Rückzug stellt Shona eher zufällig fest, dass auch sie durch die Nebel treten kann, obwohl dies noch nie ein Mensch geschafft hat. Was hat das zu bedeuten? Wer ist Shona wirklich? Als Freunde machen sich die beiden auf die Suche nach den fehlenden Seiten im Buch der Mythen, von dem sie sich Antworten erhoffen. Doch sie sind nicht die einzigen, die diese Entschlüsseln wollen. Der geheimnisvolle Peabody versucht ebenfalls sie in seinen Besitz zu bekommen und scheut dabei nicht vor gemeiner Manipulation zurück. Was verbindet ihn mit den Wasserpferden?

Auf den letzten Band der Seahorse-Trilogie habe ich schon hingefiebert. Sofort kann man hier wieder in die mystische Atmosphäre der schottischen Lochs und Highlands mit ihren Legenden über Wasserpferde und Kelpies eintauchen und die Geschichte von Cuan und Shona weiterverfolgen. Die vielen Fragen, die sich in den beiden Vorgängerbänden aufgetan haben, sollen nun endlich gelöst werden. Die beiden, deren Beziehung gerade auf Eis liegt, sind dem Geheimnis um ihre Herkunft und den fehlenden Seiten aus dem Buch der Mythen auf der Spur. Daraus baut die Autorin die spannende Grundhandlung. Durch verschiedene Rückblenden in unterschiedliche Zeitebenen erfahren die Leser*innen Stück für Stück und Puzzleteil für Puzzleteil, wie alles zusammenhängt. Was passierte in der Familie, was ist Shonas Mutter widerfahren? Lebt sie noch? Sind Cuan und Shona Geschwister? Man möchte unbedingt wissen, wie alles miteinander verwoben ist. So bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten und gipfelt in einem starken Finale, das actionreicher ist, als ich es erwartet habe.

Die meisten Fragen werden abschließend beantwortet, einige bleiben jedoch recht vage, so dass es sich anfühlt, als ob es noch eine Fortsetzung geben könnte. Insgesamt hat mir die Trilogie sehr gefallen, obwohl ich mich nicht als absoluten Pferdefan sehe. Für Pferdeliebhaber bietet die Geschichte aber auch einiges. Ab und an wurden mir manche Sachverhalte zu oft wiederholt und manche Antworten waren auch sehr kryptisch ausgedrückt, so dass ich immer Angst hatte, die wichtigen zu verpassen. Dadurch habe ich mich allerdings auch noch mehr in die Geschichte vertieft, die vor allem zwischen Mensch und Wasserpferd sehr gefühlvoll ist. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 17.08.2023

Niedliches und wunderbar buntes Bilderbuch

Doris
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Doris ist ein schüchternes Elefantenmädchen, das dummerweise knallrot ist und auffällt wie ein bunter Hund. Das gefällt ihr gar nicht, denn sie fühlt sich wegen der vielen Blick unwohl und flüchtet dann ...

Doris ist ein schüchternes Elefantenmädchen, das dummerweise knallrot ist und auffällt wie ein bunter Hund. Das gefällt ihr gar nicht, denn sie fühlt sich wegen der vielen Blick unwohl und flüchtet dann gern, um in einer bunten Menge an Tieren abzutauchen. Dort fühlt sie sich dazugehörig und kann so sein, wie sie ist. Doch irgendwann droht sie sich selbst zu verlieren. Von da an macht es ihr nichts mehr aus aufzufallen und sie wird selbstbewusster.

Doris ist einfach ein total niedlicher Elefant, der leider etwas schüchtern ist. Klar, dass ein roter Elefant aber immer angeschaut wird, denn das ist natürlich etwas Außergewöhnliches. Doch Doris mag das gar nicht. Sie spricht die schauenden kleinen Leser*innen direkt an und fordert sie auf, sie einfach nicht mehr anzuschauen. Gerade deswegen schauen die Kinder erst recht. Und so flüchtet Doris immer auf die nächsten Seiten weiter, wo sie meist in einer Menge abtaucht. Mal sind es Vögel, mal Fische, mal Blumen. Hier sind dann die Kinder gefragt, denn es ist gar nicht so einfach, Doris in dieser bunten Ansammlung von bunten Wesen zu finden. Kaum gefunden, verschwindet sie wieder. Bis sie irgendwann auf einer komplett roten Seite landet, wo sie sich fast selbst nicht mehr findet. Das öffnet ihr die Augen. Es ist besser, gesehen zu werden, als sich selbst zu verlieren. Und das macht Doris mutig und ihr Selbstbewusstsein wird größer. Sie traut sich dann sogar, jemanden anzusprechen. Doch dieser jemand ist ebenfalls schüchtern.

Schon meiner Tochter mit 2 Jahren und 8 Monaten gefällt Doris. Sie liebt es, dem kleinen Elefanten über die Seiten hinweg zu folgen und sie in der Menge bunter Tiere wiederzufinden. Schon das Cover zeigt, dass das Buch fast komplett in satten Grundfarben gehalten ist, was es gar nicht so leicht macht, Doris zu finden. Nur, wo sich Farben überschneiden, mischen sie sich zu orange, lila und grün, so dass man sogar nebenbei noch die Farbenlehre kennenlernt. Doris verschwindet in diesem Farbenmix und fühlt sich zugehörig, nur um dann wieder aufzufallen, wenn die anderen weg sind. Besser, so lernt man auf der roten Seite, man fällt auf, als überhaupt nicht gesehen zu werden. Sei du selbst könnte man also die übertragene Botschaft deuten. Diese wird hier wirklich wunderbar transportiert. Am Ende ist Doris ganz stolz auf sich und wird offener. Da finden wir es ein bisschen schade, dass gerade das angesprochene blaue Nashorn auch schüchtern ist. Doch so merken schüchterne Kinder auch, dass es nicht nur ihnen so geht. Ein außergewöhnliches und wunderbar buntes Bilderbuch nicht nur für Schüchterne. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Tiere in ihren Lebensräumen finden

Mein großes Sachen suchen: Tiere der Welt
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Mein großes Sachen suchen hat ein schönes großes Format, ist aus Pappe mit abgerundeten Ecken und damit perfekt für Kinderhände und zum selbstständigen geeignet. Die Tiere auf dem Cover machen Kinder neugierig ...

Mein großes Sachen suchen hat ein schönes großes Format, ist aus Pappe mit abgerundeten Ecken und damit perfekt für Kinderhände und zum selbstständigen geeignet. Die Tiere auf dem Cover machen Kinder neugierig darauf, sich das Buch anzusehen. Jede Doppelseite ist einem Lebensraum gewidmet, auf einer großen Illustration sieht man die Tiere in ihrer jeweiligen natürlichen Umgebung. Damit es genug zum Suchen gibt, tauchen hier die Tiere natürlich dichter gedrängt auf, als das in der Natur der Fall wäre. Das Wimmelige sorgt aber dafür, dass man immer wieder Neues endecken kann. So schaut meine Tochter das Buch immer wieder gern an. Am linken Rand findet sich ein kurzer erklärender oder beschreibender Text, der gut zu verstehen ist und die Geduld der Kinder nicht überbeansprucht. Manchmal endet er schon mit einer Suchfrage.

Unter dem Text sind einige Tiere vom großen Bild dargestellt, die man nun in der Illustration suchen kann. Manchmal ist es schwerer als es klingt und so wird die Konzentration ganz schön gefordert und trainiert. Auch das genaue Hinsehen wird geschult. Beim gemeinsamen Anschauen sollte man als Eltern einige Tiernamen wissen, denn diese stehen nicht dabei. Die Illustrationen sind schön natürlich bunt gehalten und die Tiere sehen recht lebensecht aus. Je weiter im Hintergrund sie stehen, umso kleiner sind sie allerdings, manchmal auch so, dass man sie nicht mehr gut erkennt. Neben der Wiese gibt es Bilder zur Savanne, zum Wald, zu den Polen, zum Regenwald und viele weiter. Meine Tochter schaut sich am liebsten das Korallenriff an und hat mittlerweile schon jede Menge neue Begriffe verinnerlicht. Ein schönes Buch zum Suchen und Lernen. 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Wichtige und kindgerechte Aufklärung über das heikle Thema Müll

Wieso? Weshalb? Warum? Rund um den Müll
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In Band 74 der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? für 4- bis 7-Jährige dreht sich alles um das leidige Thema Müll, welches wohl nie an Aktualität verliert. Vor allem vor dem Hintergrund verschmutzter Flüsse ...

In Band 74 der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? für 4- bis 7-Jährige dreht sich alles um das leidige Thema Müll, welches wohl nie an Aktualität verliert. Vor allem vor dem Hintergrund verschmutzter Flüsse und Meere, Energiewende und Mikroplastik überall, ist das Thema gerade auch für Kinder von Bedeutung, da die Probleme mit dem Müll nur verringert werden können, wenn man von Klein auf weiß, was mit den einzelnen Stoffen in unserem Müll passiert und welche Folgen sie für die Umwelt und unser Leben haben. Gerade hier eignet sich die Buchreihe mit ihren altersgerechten Antworten auf Kinderfragen und den vielen Klappen, die einen genauen Blick auf die Vorgänge des Recyclings bieten, an.

Der Band beschäftigt sich mit der Entstehung von Müll, Mülltrennung, einzelnen Müllarten wie Bio-Müll samt Kompostierung, Altpapier, dem problematischen Plastikmüll, Glas, Rest- und Sperrmüll, sowie die einzelnen Wege des Sortierens und Wiederverwertens, aber auch mit wertvollen Tipps, wie man Müll einsparen kann und dafür sorgt, dass Lebensmittel (und damit Energie und Verpackungsmüll) nicht verschwendet werden. Es wirft ebenfalls einen kurzen Blick auf die Folgen, die falsch entsorgter Müll für die Umwelt und damit auch für uns hat. Hier hätte das Buch durchaus noch kritischer sein dürfen, genau wie bei den giftigen Verbrennungsresten aus Müllverbrennungsanlagen. Das Gute an dem Band ist, dass Kindern beim Thema Müll keine Angst durch den erhobenen Zeigefinger gemacht wird, sondern es sachlich aufklärt und konstruktive Tipps gibt. Gerade in diesem Band finden wir die Klappen mal wieder sehr gelungen, da unter ihnen oft interessante Details versteckt sind und uns das immer wieder neugierig auf z.B. die Vorgänge des Recyclings werden lässt. Einige beantworten Dinge, die selbst manche Erwachsene nicht wissen oder sich da ihre eigene Meinung gebastelt haben, um vor sich selbst zu rechtfertigen, warum Mülltrennung nichts bringt. Beispielsweise zeigt eine Klappe, dass das Fahrzeug, dass das Glas abholt, drei Kammern hat und nicht, wie mancher denkt, alle Glasfarben im selben Behälter landen.

Besonders gut finden wir die Tipps zur Einsparung von Müll, zum Wiederverwenden und Umgestalten (hier fehlt der Begriff Upcycling) und auch schon Kinder sonst mithelfen können, dem in der Natur Herr zu werden. Auch wenn es manchmal so rüberkommt, als hätten wir alles im Griff, ist das Buch vor allem für Kinder der empfohlenen Altersstufe eine wichtige, kindgerechte und sehr informative Aufklärung zum Thema, die durch sehr gute und detailreiche Illustrationen und Klappen das Verständnis unterstützt. 4,5 Sterne

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