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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2025

Gleitet ganz und gar an meinem Literaturgeschmack vorbei

Lázár
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Leider konnte ich diesem vielgerühmten Werk überhaupt nichts abgewinnen. Schlimmer noch: ich kann die Begeisterung der Massen ganz und gar nicht nachvollziehen.

Bei mir liegt es zu einem großen Teil ...

Leider konnte ich diesem vielgerühmten Werk überhaupt nichts abgewinnen. Schlimmer noch: ich kann die Begeisterung der Massen ganz und gar nicht nachvollziehen.

Bei mir liegt es zu einem großen Teil an der sehr komplexen Sprache des Autors, die mich stellenweise an Schlager der 1970er Jahre erinnert. Ein Satz wie "Die Jahre kamen und gingen, zogen wie die Roma mit ihren Pferden und Zirkuswagen durch das Habsburgerreich, durch die im Donausumpf versinkende Monarchie. (S.45) lädt mich so gar nicht zum Weiterlesen ein. Ich habe es dennoch getan und wurde leider nicht positiv enttäuscht - nein, mit kleinen Erholungspausen ging es so weiter.

Der Inhalt wirkt auf mich ähnlich dramatisch wie diese Sätze, er ist demaskierend, entblößend, aufwühlend. Leider findet sich in diesem für den Schweizer Buchpreis nominierten Roman für mich nichts Erhebendes, Anregendes, Erhellendes: wie ich es mir erhofft hatte. Schade, aber ich kann diesem Roman nichts Positives abgewinnen.

Veröffentlicht am 28.04.2024

Heinz ertrinkt in Klischees

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge
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Zurückgeblieben - unglücklich verliebt - ostisch von oben bis unten: das ist Heinz Labensky. Einer, über man den Kopf schüttelt oder sich lustig macht. Der im hohen Alter die alles entscheidende ...

Zurückgeblieben - unglücklich verliebt - ostisch von oben bis unten: das ist Heinz Labensky. Einer, über man den Kopf schüttelt oder sich lustig macht. Der im hohen Alter die alles entscheidende Reise wagt und während dieser seine Lebensgeschichte erzählt.

Mit allen Schlagwörtern, die so zum DDR-Universum dazu gehören! Nein, das war so gar nicht meins, der gute Heinz ist unglücklich als eine Witzfigur gezeichnet, die DDR eine Lachnummer, die man nur an irgendwelchen drolligen Begriffen, furchterregenden Personen und wenig einladenden Schauplätzen festmachen kann.

Ich bin wirklich schockiert, wie man diesem Land, das es nicht mehr gibt, dies antun kann. Die Menschen, die dort lebten, haben diese Art von Erinnerungskultur nun wirklich nicht verdient.

Nein, es ist niemandem damit gedient, die in diesem Buch festgehaltenen Klischees weiterzutragen, weswegen ich es nun dorthin verbringe, wohin es gehört - in die Tonne!

Veröffentlicht am 29.03.2024

Für mich kein hilfreicher Ansatz

Nach Grau kommt Himmelblau
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Die Biographie eines depressiven Menschen, wie es schon so viele gibt - erfolgsverwöhnt und voll im Leben, wird es plötzlich dunkel um ihn. Das wird hier in allen Details erzählt wie etwas noch nie Dagewesenes. ...

Die Biographie eines depressiven Menschen, wie es schon so viele gibt - erfolgsverwöhnt und voll im Leben, wird es plötzlich dunkel um ihn. Das wird hier in allen Details erzählt wie etwas noch nie Dagewesenes. Ist es ja auch für die betroffene Person und für ihr Umfeld, aber nicht für Leser:innen, die sich schon jahrzehntelang mit dem Thema befassen - in meinem Fall nicht einmal intensiv, sondern immer mal wieder.

Dazu der ungute Eindruck, dass das Buch hier ordentlich vermarktet wird - nein, dieser Zugang war wirklich nicht mein Fall!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 16.08.2023

(Fast) Nur Werbung!

Ein mörderisches Paar - Das Versprechen
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Hier schöpft der Autor leider aus Gewesenem - Figuren aus früheren Reihen treten reihenweise auf, ohne sich sonderlich originell zu präsentieren. Anscheinend hat seine relativ kurze Kölner Zeit doch sehr ...

Hier schöpft der Autor leider aus Gewesenem - Figuren aus früheren Reihen treten reihenweise auf, ohne sich sonderlich originell zu präsentieren. Anscheinend hat seine relativ kurze Kölner Zeit doch sehr starken Einfluss auf Klaus-Peter Wolf ausgeübt, denn hier wird geklüngelt bis zum Gehtnichtmehr.

Es gab ja schon immer diese Defilees - nicht nur solchen der vom Autor geschaffenen Charaktere, sondern auch seiner realen Kumpels beiderlei Geschlechts - tolle Liedermacherinnen und Autorinnen werden in jedem Werk erwähnt, ebenso die berühmte ostfriesische Konditorei - nein, ich nenne den Namen jetzt nicht!

Ich hatte sehr lange nichts mehr von Klaus-Peter Wolf gelesen, ohne weiter darüber nachzudenken, warum das so war. Jetzt ist es mir klar geworden und ich werde mich dauerhaft von ihm fernhalten. Eigentlich schade, denn schreiben kann er und die Reihe mit Ann-Kathrin Klaasen als Ermittlerin fand ich mal richtig gut. Aber: lang, lang ist's her und ich muss ja nicht mit Gewalt daran festhalten!

Veröffentlicht am 11.05.2020

Eine Frau geht ihren Weg

Mrs Fletcher
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Mann schon länger weg, Sohn nun auch bald - das kann es doch nicht gewesen sein, meint die 46jährige Eve Fletcher. Und versucht, sich selbst als Frau neu zu definieren.

Das Problem ist nur, dass der ...



Mann schon länger weg, Sohn nun auch bald - das kann es doch nicht gewesen sein, meint die 46jährige Eve Fletcher. Und versucht, sich selbst als Frau neu zu definieren.

Das Problem ist nur, dass der Autor Tom Perrotta das für sie übernimmt und seine Darstellung einer Frau in mittleren Jahren, die es noch einmal wissen will, strotzt nur so von Vorurteilen und wimmelt von Klischees.

Ich fand den immer und immer wieder strapazierten Begriff MILF in einem Roman, der eigentlich die Frau in den Mittelpunkt stellt, absolut deplaziert und erniedrigend.

Nein, Tom Perotta meint es absolut nicht gut mit den Frauen - vielleicht meint er, dass er das tut, aber seine Sicht und Interpretation ist irgendwo in den 1950ern stehengeblieben. Wenn überhaupt. Nein, diese Lektüre war leider alles andere als ein Vergnügen für mich. Selbiges fängt erst jetzt, danach wieder für mich an - nachdem ich das Buch mit großer Freude in die Ecke gepfeffert habe, wo es auch bleiben soll!