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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2018

Nett, aber ohne Originalität

Lustiges Taschenbuch Nr. 502
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Phantomias ist wieder einmal in ein großes Abenteuer verstrickt. Er ist hinter einem geheimnisvollen Schurken her, der jeden Kleinganoven in Entenhausen mit Hightech-Waffen ausstattet. Die Spur führt auf ...

Phantomias ist wieder einmal in ein großes Abenteuer verstrickt. Er ist hinter einem geheimnisvollen Schurken her, der jeden Kleinganoven in Entenhausen mit Hightech-Waffen ausstattet. Die Spur führt auf das Meer. Im zivilen Leben als Donald ist ihm keine Ruhe vergönnt, denn ein ominöser Fremder will ihn um Haus und Hof bringen. Onkel Dagobert sucht einen möglichst verdienstreichen Weg seine alten Fahrzeuge zu vermarkten bevor er für sie Steuern zahlen muss und alle Ducks zusammen müssen sich ins All aufmachen, um den Winter zurückzuholen, der ihnen von findigen Außerirdischen gestohlen wurde. Micky Maus schlägt sich währenddessen mit Mortimer herum, der eine tolle Krimiserie hoffnungslos ruiniert. Supergoof hat ebenfalls mit dem Winter zu kämpfen, denn die Nebenwirkungen seiner gefrorenen Supernüsse erwischen ihn eiskalt.

Das erste Lustige Taschenbuch des Jahres und der Beginn einer der schönsten Buchrückensammlungen der Reihe. Doch das ist leider auch schon alles, was sich zu diesem Band sagen lässt. Die Geschichten sind nett, doch es fehlt ihn an jeglicher Originalität. Phantomias‘ Abenteuer nimmt mehr als die Hälfte des Bandes ein, was im Prinzip nichts Neues und nichts Schlechtes ist. Es ist in einzelne Kapitel gestückelt – auch ein bekanntes Prinzip. Nervig und wirklich schlecht wird diese Art Präsentation dadurch, dass die Kapitel hintereinander weg stehen, statt sich über das Buch zu verteilen – damit wird die Stückelung unnötig. Auch damit könnte ich leben, aber dass jedes Kapitel mit einer Zusammenfassung der vorigen eingeleitet wird, ist eine Zumutung! Das kann bei einer Verteilung über mehrere Ausgaben gemacht werden, aber nicht bei einer zusammenhängenden Geschichte. Das Abenteuer selbst ist guter Durchschnitt.
Ein besonderes Highlight ist die Geschichte mit Supergoof, der nur spärliche Auftritte im Lustigen Taschenbuch hat. Schade, dass sie nur kurz und inhaltlich nichtssagend ist.

Fazit: ein schwächelnder Auftakt zu einem neuen Lustigen Taschenbuch-Jahr. Hoffentlich überzeugen die folgenden Bände mehr. Ein geniales Sammelcover allein reicht nicht, um Fans bei der Stange zu halten. Es wird Zeit für neue Ideen und vielleicht auch eine Rückbesinnung auf „alte“ Helden. Phantomias, DoppelDuck und O.M.A. sind mittlerweile ein alter Hut. Ich erwarte vom Lustigen Taschenbuch Abwechslung und Abenteuer mit allen Entenhausener-Helden. Für alles andere gibt es die Themenreihen.

Veröffentlicht am 20.01.2018

Konnte mich nicht begeistern

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse. Ein schrecklicher Anfang und Das Haus der Schlangen
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Von einem Moment auf den anderen stehen die Geschwister Violet, Klaus und Sunny Baudelaire allein in der Welt. Beim Brand ihres Hauses sterben ihre Eltern und den dreien bleibt nichts außer den Kleidern ...

Von einem Moment auf den anderen stehen die Geschwister Violet, Klaus und Sunny Baudelaire allein in der Welt. Beim Brand ihres Hauses sterben ihre Eltern und den dreien bleibt nichts außer den Kleidern auf dem Leib – und das Vermögen, das sie bei Erreichen ihrer Volljährigkeit erben werden. Jetzt müssen sie zu ihrem Verwandten ziehen, Graf Olaf. Schon bald merken die Kinder, das er es auf ihr Geld abgesehen hat und keine Mittel scheut es an sich zu reißen. Die drei müssen sich etwas einfallen lassen.

Das Buch konnte mich nicht überzeugen. Die distanzierte Erzählperspektive macht die düstere und auch grausame Geschichte erträglich, es fehlt auch nicht an Originalität und auch Witz, aber die Erwachsenen sind durch die Bank so dümmlich, naiv und ignorant gezeichnet, dass es einfach unglaubwürdig ist. Offensichtliche Missstände werden ignoriert, Kindern grundsätzlich nicht zugehört – kaum, dass sie sich ihre Namen merken und alles in allem sind sie so abwegig mit sich selbst beschäftigt, dass mich jede einzelne Szene genervt hat.

Fazit: Meinen Geschmack hat es völlig verfehlt. Ich konnte für keinen Aspekt Sympathie aufbringen und blieb dem Buch völlig fremd.

Veröffentlicht am 03.09.2017

Auf der Flucht

Der Krieger und der Prinz
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Als einziger Überlebender des Massakers an seinem Lehnsherren, ist der Söldner Brys Tarnell auf der Flucht vor den Mördern. In seinen Armen trägt er dabei den Kronprinzen Wistan, doch der ist krank. Die ...

Als einziger Überlebender des Massakers an seinem Lehnsherren, ist der Söldner Brys Tarnell auf der Flucht vor den Mördern. In seinen Armen trägt er dabei den Kronprinzen Wistan, doch der ist krank. Die grausame Hexe, die für den Mord verantwortlich ist, ist auch auf das Baby angesetzt. Leferic, der Onkel Wistans und Mörder seines Bruders übernimmt währenddessen den Thron und fragt sich, welchen Preis er eigentlich für seinen Traum bezahlt.
Das Buch beginnt sehr spannend flacht dann jedoch ab. Nach mehr als 300 Seiten Flucht fängt die Geschichte an sich im Kreis zu drehen und der Schluss stellt dann noch mal alles in Frage, worum es bisher ging. Sehr schade, denn die Idee ist sehr gut, die Charaktere faszinierend und der Weltaufbau vielversprechend. Leider konnte mich der Verlauf der Geschichte dann doch nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 14.03.2025

Eindimensionale Geschichte

Nightwood Academy 1 - Dark Romantasy Serie
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Abby will nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter mehr über deren Leben erfahren und schreibt sich deswegen in der elitären Nightwood Academy ein, an der ihre Mutter unterrichtet und den größten Teil ihrer ...

Abby will nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter mehr über deren Leben erfahren und schreibt sich deswegen in der elitären Nightwood Academy ein, an der ihre Mutter unterrichtet und den größten Teil ihrer Zeit verbracht hat. Schnell stellt Abby fest, dass die Nightwood keine gewöhnliche Elite-Universität ist, sondern eine Bildungseinrichtung für Vampire, Werwölfe und andere mystische Wesen. Zwischen Nachforschungen zu ihrer Mutter, dem Zurechtfinden in einer völlig neuen Welt und der großen Frage, was sie selbst eigentlich für ein Wesen ist, schlittert sie von einer brenzligen Situation in die nächste.

So vielversprechend das Buch klang und auch begann, für mich kam der Absturz sehr schnell. Statt einer Hauptgeschichte, die das ganze erdet, drehte sich in der Academy fast alles von der ersten Minute an um Sex. Pardon: Darum mit wem man zuerst Sex haben will – schließlich sehen alle überwältigend gut aus, leben nur für dafür und warum sollte man einen auslassen? Die Charaktere bleiben fast alle eindimensional, auf gutes Aussehen und hormongesteuertes Verhalten bis zur pathologischen, gewalttätigen Obsession beschränkt, ansonsten sehr blass. An mehr als ihren Namen kann man sie nicht auseinanderhalten. Die Geschichte der Mutter, der Academy, Abbys eigene Geschichte blitzen ab und an in Nebensätzen auf, verschwinden aber gleich wieder im Nebel der Hormone. Abby selbst wirkt bereits nach den ersten 30 Seiten desinteressiert und lethargisch, stellt kaum Fragen und nimmt jedwedes Ereignis einfach hin.

Ich habe mehr erwartet: Mehr Story, mehr Charaktergestaltung, mehr Weltausarbeitung. Mag sein, dass da in späteren Episoden noch was kommt, aber ich fand den Einstieg in die doch sehr interessante Welt etwas einseitig auf Hormone fixiert, mit einer Protagonistin, die zwar Potential hat, aber die meiste Zeit sehr desinteressiert wirkt, trotz ihrer ursprünglichen Intention Nachforschungen anzustellen.

Mein Eindruck: viel Herumgelaufe, viel Mobbing, sehr eindimensional und die Gestaltung der Wesen bleibt sehr schablonenhaft: Vampire als dominante, bevorzugte Gattung, Lykaner als ihre Erbfeinde und die anderen Arten verschwinden (bisher) im Schatten der Geschichte. Auch hier habe ich mir erhofft.

Für mich 2 ½ Sterne, aufgerundet auf 3 da die Geschichte durchaus ihre Momente hat, die aber nicht Fuß fassen können. Schade!

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Nicht mein Ding

Am Abgrund des Lebens
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Der 17jährige Pinkie hält den Mord am Zeitungsangestellten Hale für unumgänglich notwendig, um seine Stellung als neuer Anführer der Bande von Kleinkriminellen einzunehmen. Alles ist akribisch geplant, ...

Der 17jährige Pinkie hält den Mord am Zeitungsangestellten Hale für unumgänglich notwendig, um seine Stellung als neuer Anführer der Bande von Kleinkriminellen einzunehmen. Alles ist akribisch geplant, perfekt durchorganisiert und geht reibungslos über die Bühne. Doch danach steht Pinkie auf schwankendem Boden: Die Kellnerin Rose hat mehr mitbekommen als er dachte und um sie zum Schweigen zu bringen, hat er nur zwei Möglichkeiten: Mord oder Heirat – wobei er letzteres verabscheut. Auf seine Bandenmitglieder kann er sich weniger verlassen als gedacht, sodass er auch hier überlegt, ob weitere Morde helfen können. Mit Colleoni hat er eine Konkurrenz, der er nicht gewachsen ist. Und zu allem Überfluss war Hale an seinem letzten Tag mit einer Frau namens Ida unterwegs, die ihn zwar nicht gekannt hat, aber sich hartnäckig darauf versteift hat dessen Tod aufzuklären.

Dieses Buch hat mich so gar nicht abholen können. Die Geschichte fand ich äußerst abstrus, düster und deprimierend. Streckenweise kam sie mir sogar sinnlos vor. Warum Pinkie den ersten Mord begsangen hat bleibt weitestgehend unklar. Warum Ida sich überhaupt so hartnäckig um die Aufklärung eines Mordes kümmert, der sie nichts angeht, scheint einer Laune heraus zu entspringen, die nicht nachvollziehbar bleibt. Und die naive 15jährige Kellnerin Rose gerät in diese Verbrecherwelt, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort war und mit völlig falscher Weltwahrnehmung äußerst unbedarft – tja keiner Ahnung was folgt: es ist weder Liebe noch Traum oder Hoffnung. Es passiert einfach.

So schwankt man von Seite zu Seite und hat eigentlich keine Ahnung, warum, was passiert – nur das unausweichliche Ende steht ziemlich schnell fest. Der Eindruck, der von der Geschichte bleibt, ist düster, schmutzig und leer. Mir ist wohl was Wesentliches entgangen.

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