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Veröffentlicht am 02.10.2023

Hochzeit mit Todesfall

Nur eine Lüge – Zwei Familien, eine tödliche Verbindung
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Normalerweise ist eine Hochzeit ein besonders glücklicher Tag im Leben eines Paares. In Emilys Fall nimmt die Feier ein jähes Ende als eine Leiche gefunden wird.
Als wäre dies nicht schon tragisch genug, ...

Normalerweise ist eine Hochzeit ein besonders glücklicher Tag im Leben eines Paares. In Emilys Fall nimmt die Feier ein jähes Ende als eine Leiche gefunden wird.
Als wäre dies nicht schon tragisch genug, entlädt sich jahrelang aufgestaute Wut zwischen den Brauteltern und tief vergrabene Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen.

Malin Stehn erzählt ihre Geschichte in sehr kurzen Kapiteln (teilweise nur zwei Seiten) aus der Perspektive von vier Personen: Annika, Mats, Emily und Erik. Zudem spielt die Handlung auf zwei verschiedenen Zeitebenen. In der Gegenwart und acht Jahre früher.
Am Anfang ist es deswegen ein wenig verwirrend, wer mit wem verwandt oder verstritten ist.
Diese Verwirrung empfand ich allerdings nie als störend sondern sie macht gerade den Reiz des Buches aus. Die Autorin baut von Anfang an Spannung auf und kann diese bis zur letzten Seite halten. Mir gefiel besonders das Undurchschaubare. Bis ungefähr zur Mitte wusste man noch nicht einmal, wer überhaupt gestorben ist. Auch das wie und warum kristallisiert sich erst auf den letzten 50 Seiten heraus, bis dahin hatte ich schon mindestens zwei andere verdächtigt und wieder verworfen.
Obwohl am Ende prinzipiell alle Fragen geklärt sind, hätte die Auflösung für meinen Geschmack gerne noch etwas klarer und weniger abrupt sein können.

Alles in allem war „Nur eine Lüge“ eine tolle Spannungslektüre für mich. Es war mein erstes Buch von Malin Stehn und ich muss den Vorgänger „Happy new year“ auf jeden Fall auch bald lesen.

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Veröffentlicht am 16.09.2023

Dani Atkins at her best

Sechs Tage zwischen dir und mir
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Ich liebe die Bücher von Dani Atkins. Da mich die letzten beiden Veröffentlichungen leider nicht so gut abholen konnten, griff ich mit gemischten Gefühlen zu „Sechs Tage zwischen dir und mir“. Meine Bedenken ...

Ich liebe die Bücher von Dani Atkins. Da mich die letzten beiden Veröffentlichungen leider nicht so gut abholen konnten, griff ich mit gemischten Gefühlen zu „Sechs Tage zwischen dir und mir“. Meine Bedenken waren jedoch grundlos, denn dieses Buch ist Dani Atkins at her best. Es ist eine wundervolle, emotionale Geschichte, deren Ausgang ich nicht vorhersehen konnte.

Als Finn zu seiner eigenen Hochzeit nicht erscheint sind sich Gäste und Polizei schnell einig – er halt kalte Füße bekommen und das Weite gesucht. Nur Gemma, die Braut in spe, glaubt fest daran, dass etwas Schreckliches passiert sein muss.

Als Leser ist man ständig hin und her gerissen. Je mehr man in Rückblicken über Finn und die Beziehung der beiden lernt, desto eher kann man sich vorstellen, dass er ein weiteres Mal die Flucht ergriffen hat. Die Beziehung von Gemma und Finn ist geprägt von einer tiefen Liebe, aber auch von der Angst vor Verlust und gleichzeitig vor Bindung. Es ist eine emotionale Achterbahn und ich fand die Liebesgeschichte sehr bewegend und ohne Klischees. In bester Dani Atkins Manier drückt das Ende ordentlich auf die Tränendrüse. Die Zufälle, die zur Auflösung beitragen sind nicht ganz realistisch, was für mich aber in dem Fall keine Rolle spielt.

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Veröffentlicht am 25.08.2023

Sehr gute Fortsetzung

Was uns zueinander führt
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„Was uns zueinander führt“ hat mir noch besser gefallen, als der erste Band. Während ich den Vorgänger ganz gut, aber kein must-read fand, hat mich die Fortsetzung ab der ersten Seite mitgerissen. Nach ...

„Was uns zueinander führt“ hat mir noch besser gefallen, als der erste Band. Während ich den Vorgänger ganz gut, aber kein must-read fand, hat mich die Fortsetzung ab der ersten Seite mitgerissen. Nach der Vertreibung aus Schlesien fangen Luise und ihre Familie ein neues Leben in Westfalen an. Es fällt ihnen schwer, dort Fuß zu fassen und insbesondere Luise klammert sich an der Hoffnung fest, nach Lindenau zurückkehren zu können. Als sie ihre Jugendliebe Wolfgang wieder trifft, sieht es zunächst so aus, als könnte sie doch noch glücklich werden.
Mit Erschrecken verfolgte ich Luises Entwicklung von der jungen, selbstbewussten Frau zu einer desillusionierten Hausfrau, die völlig unter dem Scheffel ihres Mannes steht. So wie ihr ging es bestimmt vielen Frauen zur damaligen Zeit. Ich habe ihr die Daumen gedrückt, dass sie den Mut findet, auszubrechen.
Sehr interessant und bewegend fand ich die Kapitel über die Heimatreisen, als es den Deutschen endlich wieder erlaubt war, ins jetzige Polen zu reisen. Sehr authentisch wird der Schmerz der Menschen beschrieben, wenn sie nach all den Jahren die verlorene Heimat und dass, was von ihren ehemaligen Häusern noch übrig ist, wiedersehen.
Marion Johanning hat eine tolle Kombination aus historischem Roman, Frauenschicksal der Nachkriegszeit und Liebesroman verfasst.
Zum Finale ging es dann plötzlich rund wie in einer Soap-Opera, es war schon fast zu viel des Guten und gleichzeitig sehr kurzweilig.

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Veröffentlicht am 12.08.2023

Packend

Der Strand: Verraten
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Nachdem der erste Band von „Der Strand“ ohne große Ergebnisse geendet hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Karen Sander gibt in Sachen Spannung ordentlich Gas und ich klebte von der ersten ...

Nachdem der erste Band von „Der Strand“ ohne große Ergebnisse geendet hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Karen Sander gibt in Sachen Spannung ordentlich Gas und ich klebte von der ersten bis zur letzten Seite an den Zeilen, auch wenn ich ein wenig meine grauen Zellen anstrengen musste, um mir Band 1 in Erinnerung zu rufen.

Was mit Lilli geschehen ist, weiß noch immer niemand so genau. Der Fall ist viel komplexer, als es auf den ersten Blick schien und es ergeben sich einige neue Verwicklungen. Langeweile kommt zu keiner Zeit auf, denn die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Eine Wasserleiche, Schüsse, auf Tom, eine entflohene Patientin einer psychiatrischen Klinik... auf dem Darß ist einiges los.
Manchmal hatte ich den Eindruck, dass Lilli bei all der Aufregung zu sehr in den Hintergrund gerät.
Ganz am Anfang von Teil 2 kommt noch einmal eine kryptische Nachricht an, dann wird es um dieses Thema still. Außer einer wagen Vermutung gibt es auch am Ende von Band zwei keine neuen Entwicklungen in Sachen Lilli.

Die Ermittler Tom und Mascha sind mir noch weiter ans Herz gewachsen. Vor allem Mascha empfinde ich als komplexe Person voller Geheimnisse. Ich freute mich über jede neue Information zu ihrem Privatleben / ihrer Vergangenheit.
Das Ende ist wieder sehr abrupt. Dieses Mal war ich schlauer und habe gewartet, bis ich Band 2 und 3 zu Hause habe, so dass ich direkt weiterlesen kann.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Große Steigerung zu Band 1

Let's be bold
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Wie bereits „Let's be wild“ habe ich mir auch die Fortsetzung „Let's be bold“ als Hörbuch angehört. Beim ersten Band hatte ich bemängelt, dass es relativ lange gedauert hat, bis ich mit der Geschichte ...

Wie bereits „Let's be wild“ habe ich mir auch die Fortsetzung „Let's be bold“ als Hörbuch angehört. Beim ersten Band hatte ich bemängelt, dass es relativ lange gedauert hat, bis ich mit der Geschichte warm geworden bin. Diesmal war es komplett anders. Ich war sofort mittendrin und fühlte mich durchgängig gut unterhalten.
Die vier Sprecher machen einen tollen Job und es fällt leicht, die Protagonisten auseinander zu halten.
Ich empfehle auf jeden Fall, die Reihenfolge einzuhalten und mit „Let's be wild“ zu starten, da die Charaktere im ersten Band ausgiebig erklärt und eingeführt werden. Ich fand es toll zu sehen, wie aus 4 (bzw. 3) Fremden enge Freunde wurden. Die Freundschaft ist das zentrale Thema der Fortsetzung. Shae, Ariana, Evie und Tyler sind eng zusammengewachsen und teilen einen Großteil ihres Lebens miteinander. Der spielerische Umgang untereinander und das Wortgeplänkel lockern die Handlung immer wieder auf und bringen Leichtigkeit ein.
Diese vier haben nämlich mit Wagenladungen von Problemen zu kämpfen. Damit meine ich keine Banalitäten wie Liebeskummer oder Stress im Job. Nein, unsere Protagonisten müssen jeder für sich durch die Hölle gehen. Sexuelle Belästigung, Trauer, Trauma, Identitätsfragen... sind nur ein paar Beispiele für die Themen dieses Buches.
Alles was es gibt, kommt vor. Selbst die Nebencharaktere werden von schweren Problemen (z. B. häusliche Gewalt, Essstörungen) heimgesucht.
Es ist wirklich eine Menge und wenn man genauer darüber nachdenkt, fast schon übertrieben.
Trotzdem habe ich es beim Hören nicht als unrealistisch empfunden. Die beiden Autorinnen gehen mit all diesen Themen sehr einfühlsam um, so dass es zu keiner Zeit reißerisch wirkt, sondern eher so, als man wenn einer möglichst großen Leserschaft die Chance geben wollte, sich in den Charakteren wiederzuerkennen.
Auf jeden Fall wird es mit diesen vier jungen Menschen niemals langweilig.
Insbesondere Evie und Ty sind mir sehr ans Herz gewachsen. Einen zusätzlichen Bonuspunkt bekommt Owen, der Chef der 4. Die Beschreibung harte Schale , weicher Kern trifft auf ihn ganz besonders zu.
Der Schluss ist sehr schön rund gelungen. Jeder ist auf auf einem guten Weg, seinen Platz im Leben zu finden.
Der Stoff dieser Dilogie wäre perfekt geeignet für eine TV-Serie. Ich würde sofort einschalten.

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