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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2023

Ein warmherziger Wohlfühlroman

Die Butterbrotbriefe
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Seitdem ich „Der Buchspazierer“ gelesen habe, gehört Carsten Henn zu meinen bevorzugten Autoren und ich war schon sehr gespannt auf sein neustes Werk „Die Butterbrotbriefe“.
Die Enddreißigerin Kati steht ...

Seitdem ich „Der Buchspazierer“ gelesen habe, gehört Carsten Henn zu meinen bevorzugten Autoren und ich war schon sehr gespannt auf sein neustes Werk „Die Butterbrotbriefe“.
Die Enddreißigerin Kati steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie will ihrer Heimatstadt den Rücken kehren, um ein neues Leben zu beginnen. Bei einer dieser „Abschiedstouren“ trifft sie auf einen scheinbar wohnungslosen Mann, der nicht spricht, aber mehr und mehr Raum in ihrem Leben einnehmen wird.
Kati Waldstein ist nicht nur eine äußerst sympathische Protagonistin sondern auch ein ganz besonderer Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Sie will sich von allen Menschen verabschieden, die in ihrem Leben eine Rolle – egal ob positiv oder negativ - gespielt haben. Und das tut sie in Form von Briefen auf Butterbrotpapier, die sie manchen Empfängern auch vorliest. Manche dieser Briefe haben mir schon einen Kloß im Hals beschert, als so nach und nach für Kati doch zum Teil sehr unschöne Neuigkeiten (ich möchte hier nicht zu viel verraten…) ans Tageslicht gekommen sind. Und während Kati mit ihrem bisherigen Leben hadert bahnt sich doch eine zarte Romanze mit dem Vagabunden an, der dank ihr nicht nur seine Sprache wiedergefunden hat. Hat das Schicksal beide zusammengebracht oder war es eine glückliche Fügung?
Das Buch hat aber auch noch weitere liebenswerte Charaktere, die der Geschichte ihren Charme verleihen, von Elch und Rentier ganz zu schweigen. Carsten Henn hat hier wieder einmal ein absolutes Wohlfühlbuch geschrieben mit einer Geschichte, die mich wie eine Kuscheldecke umhüllt hat. Ein Lesehighlight in diesem Jahr, das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 27.08.2023

Abschied nehmen

Und wir tanzen, und wir fallen
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Edi und Ash sind beste Freundinnen seit Kindertagen und haben sich schon gegenseitig durch schwere Zeiten begleitet. Doch der schwerste Weg liegt noch vor ihnen, denn Edi ist unheilbar erkrankt ...

Edi und Ash sind beste Freundinnen seit Kindertagen und haben sich schon gegenseitig durch schwere Zeiten begleitet. Doch der schwerste Weg liegt noch vor ihnen, denn Edi ist unheilbar erkrankt und Ash wird sie natürlich auch während ihrer letzten Lebenstage im Hospiz begleiten.
Trotz des traurigen Hintergrundes lässt sich die Geschichte flüssig lesen und hat auch durchaus humorvolle Stellen. Natürlich ist das Thema Tod und Abschied nehmen allgegenwärtig, aber es bleibt auch Raum für das Leben und vor allem das Schwelgen in Erinnerungen, dabei wird jede noch so große Peinlichkeit von Ash und Edi fast gefeiert.
Gut gefallen hat mir auch, dass nicht nur die Wut, das Hadern mit ihrem Schicksal und das Abschied nehmen der sterbenden Edi von ihrer Familie und Freunden beschrieben wird, sondern auch die Hilf- und Sprachlosigkeit, die Trauer und den Umgang mit dem Verlust auf der Seite all der Menschen, die sie auf ihrem letzten Weg begleiten.
Lachen und Weinen liegen in diesem Buch sehr dicht beieinander. Mir sind an vielen sehr emotionalen Stellen die Tränen über die Wangen gelaufen und trotzdem hatte ich ein Lächeln im Gesicht.
Und auch das Cover, das mich zunächst nicht sehr angesprochen hat, ist perfekt auf den Inhalt abgestimmt.
5 Sterne für ein sehr bewegendes Buch, das noch lange nachhallen wird.

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Ein Thriller für spannende Lesestunden

Der Lehrmeister: Thriller
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Laura und Max sind ein eingespieltes Team und beide treffen auf eine Leiche im Wald, der eine Schiefertafel mit einem verwirrenden Zitat und dem Zusatz #1 um den Hals hängt. Handels es sich um die Ankündigung ...

Laura und Max sind ein eingespieltes Team und beide treffen auf eine Leiche im Wald, der eine Schiefertafel mit einem verwirrenden Zitat und dem Zusatz #1 um den Hals hängt. Handels es sich um die Ankündigung einer Mordserie? Es ist auf jeden Fall Eile geboten.

Schon der Prolog beschert die erste Gänsehaut. Catherine Shepherds Thriller nimmt wie gewohnt schnell an Fahrt auf. Die Autorin versteht es immer wieder, die Spannung von Seite zu Seite zu steigern und die Lesenden mit vielen vermeintlichen Motiven, Tatverdächtigen und abrupten Wendungen in die Irre zu leiten. Aber genau so macht das Mitraten Spaß und die Handlung fesselt bis zur letzten Zeile.

Abseits der Ermittlungsarbeit gibt es auch wieder einen kleinen Einblick in das Privatleben von Laura und Max. Das gefällt mir immer sehr gut, da man auf diese Weise auch ihre Entwicklung mitverfolgen kann. Die Kenntnis der Vorbände ist aber nicht zwingend notwendig.

Der Thriller war wie so oft viel zu schnell ausgelesen und hat mir spannende Lesestunden beschert.

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Veröffentlicht am 13.06.2023

Wundervolles Märchen, das Mut und Hoffnung macht

Sternenreiter – Wie ein Licht in dunkler Nacht (Band 2)
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Nach 10 Jahren gibt es nun eine Fortsetzung des Sternenreiters, die sich auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen lässt. Das Buch ist wunderschön gestaltet mit dem dunkelblauen Einband und Goldschrift, ...

Nach 10 Jahren gibt es nun eine Fortsetzung des Sternenreiters, die sich auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen lässt. Das Buch ist wunderschön gestaltet mit dem dunkelblauen Einband und Goldschrift, und es macht Freude, die liebevollen Illustrationen auf dem Cover und im Innenteil anzuschauen.
Es herrscht Krieg und in dieser beklemmenden Atmosphäre ist Janosch auf der Suche nach einem kleinen Mädchen. Dabei trifft er auf einen kleinen Jungen mit seinen Begleitern „Hund“ und „Vogel“.
In der Rolle des Erzählers berichtet Janosch über dieses denkwürdige Zusammentreffen mit einem außergewöhnlichen Kind, das in so jungen Jahren bereits so voller Weisheiten ist. Es ist ein berührendes Märchen, das nachdenklich macht und zeigt, dass auch in den dunkelsten Momenten immer noch irgendwo ein kleines Licht leuchtet. Und Hoffnung kann es in der heutigen Zeit gar nicht genug geben.

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Veröffentlicht am 13.05.2023

Ein Lesehighlight

Die Kinder von Beauvallon - Der Spiegel-Bestseller nach wahren Begebenheiten
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Auch in den dunkelsten Zeiten gibt es zum Glück immer irgendwo einen Funken Hoffnung, ein kleines Wunder. Das hat im kleinen Dörfchen Dieulefit stattgefunden, einer eingeschworenen Gemeinschaft, für die ...

Auch in den dunkelsten Zeiten gibt es zum Glück immer irgendwo einen Funken Hoffnung, ein kleines Wunder. Das hat im kleinen Dörfchen Dieulefit stattgefunden, einer eingeschworenen Gemeinschaft, für die vor allem Menschlichkeit zählte. Ca 1.500 vor dem Naziregime Flüchtende haben hier vorübergehend Unterkunft gefunden, und viele der Kinder sind in der Schule von Beauvallon unterrichtet worden.
Agnes, die Stimme eines Freiburger Rundfunksenders, erhält von ihrem Chefredakteur die Möglichkeit, über genau dieses kleine Dörfchen eine Reportage zu schreiben, obwohl es sich dabei um ein heißes Eisen handelt. Ihr Interesse ist schnell geweckt, hofft sie doch, dabei auch etwas über ihre verschleppte jüdische Freundin Lily aus Kindertagen zu erfahren.
Bettina Storks neuer historischer Roman „Die Kinder von Beauvallon“ vermischt wieder gekonnt Realität und Fiktion zu einer fesselnden und berührenden Geschichte.
In zwei sich ergänzenden Handlungssträngen begleiten wir Agnes bei ihrer Recherche in der Gegenwart und bekommen Einblicke in Lilys Lebensweg, der sie vom Internierungslager auf einem gefährlichen Fluchtweg nach Dieulefit führt. Die Kapitel sind angenehm kurz gehalten und jeweils einer Person zugeordnet.
Einmal begonnen fällt es sehr schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen, auch wenn das Thema schwer ist und teilweise sehr aufwühlt. Trotzdem kann es nie genug Romane wie diesen gegen das Vergessen geben. Für mich ist dieses Buch ein Jahreshighlight.

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