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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2023

Krass, ungeschönt und durchaus schmerzhaft

Die Stärkste unter ihnen
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Tatsächlich fielen mir die ersten Kapitel des Romans „Die Stärkste unter ihnen“ von Selina Seemann am schwersten zu lesen. Denn der Schreibstil ist wenig gefällig und die sachliche und fast schon distanzierte ...

Tatsächlich fielen mir die ersten Kapitel des Romans „Die Stärkste unter ihnen“ von Selina Seemann am schwersten zu lesen. Denn der Schreibstil ist wenig gefällig und die sachliche und fast schon distanzierte Erzählweise, steht doch sehr im Widerspruch zum krassen Inhalt. Schnell wird klar, leichte Kost ist das hier sicher nicht, denn die Lektüre kostet stellenweise wirklich Überwindung. Es geht um Grooming, aber auch um verschiedenen Formen von Missbrauch, emotionale Abhängigkeit und eine Erzählerin, welche zumindest am Anfang noch voll in dieser schrecklichen „Beziehung“ gefangen ist. Fast schon nebenbei berichtet diese von fassungslos machenden Szenen, wobei sich die Schrecken immer wieder steigern. Einzig die unterschiedlichen zeitlichen Perspektiven aus welchen erzählt wird, machen Hoffnung darauf, dass die Protagonistin doch noch den Absprung schafft. Am Ende findet die Geschichte dann auch zum Glück zu einem runden, stimmigen Ende, zwar weit entfernt vom Happy End, aber das wäre in diesem Fall auch nur wenig glaubhaft. Die Erzählung will zum Glück nicht nur schockieren, sondern sorgt durch ihre schonungslose Offenheit vielmehr für Aufklärung. Insgesamt empfand ich das Werk als durchaus gelungen, von gefallen kann man aufgrund des Inhalts zwar nicht sprechen, aber der Roman ist auf jeden Fall lesenswert und hat eine große Berechtigung. Aufgrund dessen vergebe ich letztendlich gute 4 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.08.2023

Berührendes Jugendbuch über Trauer, Liebe und einen ganz besonderen Road Trip

Ende Juli, Anfang August
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„Ende Juli, Anfang August“ von Kristina Magdalena Henn ist nicht nur für junge Leser:innen interessant und punktet mit jeder Menge Emotionen. Von Beginn an konnte mich die Geschichte, welche aus der Sicht ...

„Ende Juli, Anfang August“ von Kristina Magdalena Henn ist nicht nur für junge Leser:innen interessant und punktet mit jeder Menge Emotionen. Von Beginn an konnte mich die Geschichte, welche aus der Sicht von Juli erzählt wird, voll und ganz in ihren Bann ziehen. Gerade die Trauer um ihre Schwester und ihre damit verbundenen vielfältigen Gefühle werden finde ich äußerst treffend dargestellt. Auf der Reise von Sylt nach Portugal passiert dann emotional, aber auch sonst, ganz viel. Diesen Prozess hautnah erlebbar zu machen, ist eine große Stärke des Romans. Allerdings ging es mir mit manchen Szenen so, dass ich diese als etwas übertrieben bzw. unrealistisch empfand. Auf manche erzwungenen Dramatik der Reise hätte die Autorin für meinen Geschmack verzichten dürfen, klingen doch gerade die ruhigen Szenen besonders stark nach. Allerdings sorgen die teils verrückten Verwicklungen auch für Abwechslung und bewirken, dass wirklich nichts vorhersehbar erscheint. Der Schreibstil passt soweit zum Genre und wird das angesprochene Alter denke ich weder unter- noch überfordern. Die angesetzte Empfehlung von 13 Jahren ist gut gewählt, denn jüngere Leser:innen könnte die Geschichte durchaus überfordern. Insgesamt vergebe ich für den bewegenden Roman gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 21.08.2023

Fesselnder Auftakt einer Thriller-Trilogie

KRYO – Die Verheißung
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Auch wenn „KRYO – Die Verheißung“ von Petra Ivanov als in sich abgeschlossen beworben wird, ist es hier finde ich sehr wichtig zu betonen, dass es sich eben nicht um einen Einzelband, sondern den Auftakt ...

Auch wenn „KRYO – Die Verheißung“ von Petra Ivanov als in sich abgeschlossen beworben wird, ist es hier finde ich sehr wichtig zu betonen, dass es sich eben nicht um einen Einzelband, sondern den Auftakt einer Trilogie handelt. Und ja, ein Teil der Hauptgeschichte findet bereits hier seine Auflösung, dennoch blieben am Ende einige Fragen offen, welche erst in den nächsten Bänden beantwortet werden sollen. Genügend Spannungspotenzial ist für diese auf jeden Fall noch vorhanden und auch in diesem Buch war die Spannung wirklich hoch. Von Beginn an gelang es der Autorin eine dichte Atmosphäre, jede Menge Thrill und ein ordentliches Erzähltempo zu erzeugen. Dabei arbeitet sie mit zahlreichen Perspektiven, welche man gerade zu Beginn erst mal alle sortieren muss. Ein wenig Konzentration braucht die Lektüre deswegen durchaus. Inhaltlich ist die Handlung wie ich finde durchdacht und stimmig, auch die Charakterzeichnungen sind fürs Genre recht detailliert. Der Schreibstil las sich zwar flüssig, war stilistisch aber nicht ganz meins, wobei ich gar nicht so genau festmachen kann woran dies lag. Ein Pageturner war das Buch für mich zwar nicht, dennoch vergebe ich fürs runde Gesamtkonzept noch gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.08.2023

Eigentümlich und doch greifbar – Ein etwas anderer Sommerroman

Nincshof
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„Nincshof“ von Johanna Sebauer ist schon ein besonderer Roman. Für mich schwankte die Geschichte ständig zwischen Kopfschütteln über die Absurdität der Situationen und einem emphatischen Mitfühlen mit ...

„Nincshof“ von Johanna Sebauer ist schon ein besonderer Roman. Für mich schwankte die Geschichte ständig zwischen Kopfschütteln über die Absurdität der Situationen und einem emphatischen Mitfühlen mit den Hauptfiguren. Und auch die Erzählweise der Autorin muss man finde ich schon mögen. Sie neigt auf jeden Fall zu Ausschweifungen, verliert sich gelegentlich in Details und so gab es für mich stellenweise durchaus Längen. Trotzdem sorgt die Handlung für eine gewisse Faszination. Gerade durch die vielen Eigenartigkeiten, eingebunden in ein so gut nachvollziehbares Setting, fesseln die Geschehnisse unheimlich. Und immer wieder blitzen außerdem herrlich scharfe Gesellschaftsanalysen und Gedanken über zutiefst menschliche Themen auf. Die ruhige Erzählweise treibt die Handlung zwar nicht schnell voran, lässt aber viel Raum für eigene Gedanken und lädt dazu ein sich in der Geschichte zu verlieren. So entstehen neben einer einzigartig dichten Atmosphäre, skurrile, aber dennoch authentische Charakterzeichnungen. Wer also ruhige Geschichten mit besonderen Protagonist:innen mag, wird sich hier wohlfühlen. Ich persönlich habe mich, trotz manchem Kritikpunkt, doch gut unterhalten gefühlt und vergebe deshalb gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.08.2023

Liebenswerte Geschichte – Perfekt für entspannte Lesestunden

Dreimal du und ich
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Auch wenn ich für „Dreimal du und ich“ von Rachel Linden nicht die volle Sternenanzahl vergeben kann, so war der Roman für mich doch eine angenehme Lektüre. Die Geschichte ist schon sehr süß erzählt und ...

Auch wenn ich für „Dreimal du und ich“ von Rachel Linden nicht die volle Sternenanzahl vergeben kann, so war der Roman für mich doch eine angenehme Lektüre. Die Geschichte ist schon sehr süß erzählt und die Hauptprotagonistin Lolly eine echte Sympathieträgerin. Einen Hauch Magie bringt die Autorin durch ihre mysteriösen Zitronenbonbons zwar in die Geschichte, aber keine Sorge von echter Fantasy ist das Ganze noch weit entfernt. Vielmehr eignet sich das Buch meiner Meinung nach, für Fans von klassischen Liebesromanen. Die Atmosphäre des Buchs ist nämlich trotz mancher niederschmetternder Themen, dennoch eher heiter und zum Wohlfühlen. Allzu tiefschürfende Gedanken hält der Roman dabei zwar nicht bereit, dennoch ist die Handlung in sich stimmig und die Charaktere sind finde ich authentisch dargestellt. Der Schreibstil liest sich auf jeden Fall locker leicht und durch die regelmäßigen Rückblicke in die Vergangenheit und die Ausblicke in eine mögliche Zukunft, kommt keine Langeweile auf und ein schöner Lesefluss stellte sich ein. Allerdings muss ich zugeben, dass die Handlung gerade aufs Ende zu, für mich schon sehr vorhersehbar wurde. Hier hätte ich mir etwas mehr Überraschung, oder zumindest eine straffere Erzählweise gewünscht. Insgesamt vergebe ich für das Werk 4 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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