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Veröffentlicht am 22.10.2017

Gesellschaftliche Zwänge behindern und engen jetzt und damals ein

Wenn der Weg nicht das Ziel ist
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Eva Miersch meistert gekonnt den Spagat, zwei Lebenswege in einem Buch darzustellen. Die große Herausforderung, die unterschiedlichen Jahrhunderte und Religionen in denen diese Leben stattgefunden haben ...

Eva Miersch meistert gekonnt den Spagat, zwei Lebenswege in einem Buch darzustellen. Die große Herausforderung, die unterschiedlichen Jahrhunderte und Religionen in denen diese Leben stattgefunden haben bzw. stattfinden, zu verknüpfen.

Einerseits ist hier Wirich, der Ritter, der folgsam in den Kreuzzug zieht. Am Weg ins heilige Land seine Liebe trifft und nicht nur ihretwegen hofft, wieder heil nach Hause zurück zu kommen, um sie zu heiraten. Er, und auch seine Frau, beginnen im Laufe der Geschichte die gesellschaftlichen Zwänge zu hinterfragen. Können sie ausbrechen und ihr Leben leben wie sie es wollen?

Andererseits begleiten wir Yasemin, ein in Deutschland geborenes, muslimisch erzogenes Mädchen. Vielleicht durch den Gegenwartsbezug fällt es leichter sich ihr Leben vorzustellen. Auch wenn vieles für mich undenkbar, leider aber nur zu oft Realität ist/war. Yasemin versucht ihre Identität zu finden, fühlt sie sich doch weder in der Türkei noch in Deutschland zuhause. Sie sitzt zwischen den Kulturen, ohne sich irgendwo dazugehörig zu fühlen oder akzeptiert zu werden. Auch sie versucht um ihre Träume zu kämpfen. Wird sie es schaffen?

Eva Miersch zeigt das Leben des christlichen Ritters parallel zum Leben des muslimischen Mädchens in der Gegenwart, womit diese Leben, die Religionen und die gesellschaftlichen Zwänge gegenübergestellt werden. Diese Gegenüberstellung ist insoferne gut umgesetzt, da die oft relativ kurzen Kapitel abwechselnd von Wirich und von Yasemin erzählen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, die kurzen Kapitel locken zum Weiterlesen ein.

Das Buch liest sich leicht, doch sollte es nicht unterschätzt werden. Es regt zum Nachdenken an, ein grundsätzlich positiver Aspekt bei einem Buch.

Einzig muss ich erwähnen, dass mir abschnittsweise die Geschichte um Wirich und Yasemin fast etwas zu kurz gekommen ist, da wir immer wieder viel geschichtliches erfahren. Interessant solange es im Rahmen ist, doch hier manchmal zu ausführlich und zu gut gemeint. Dafür muss ich leider einen Punkt abziehen. Ansonsten kann ich den Roman all jenen empfehlen, die es mögen, wenn nicht die Liebesgeschichte ständig im Vordergrund präsent ist, sondern auch rund um die Protagonisten ihre Welt gezeichnet wird.

Veröffentlicht am 16.10.2017

Erotische Beziehungskiste

All for You – Sehnsucht
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Ich danke dem Verlag und lesejury, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte.

„All for you“ ist für mich das erste Buch, welches ich von Meredith Wild gelesen habe. Kurz zum Inhalt:

Mittels Prolog ...

Ich danke dem Verlag und lesejury, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte.

„All for you“ ist für mich das erste Buch, welches ich von Meredith Wild gelesen habe. Kurz zum Inhalt:

Mittels Prolog bekommt man einen Einblick in die Geschehnisse vor fünf Jahren. Damals waren Maya und Cameron ein Paar, das sich allerdings trennte.

Zu Beginn der eigentlichen Geschichte erfährt man, dass beide aus der damaligen Trennung mit schwer verletzten Gefühlen heraus gegangen sind. Maya arbeitet mittlerweile an der Wallstreet und versucht ihren ungeliebten Job, die Leere und Trauer in ihr mit Alkohol zu ertränken. Cameron, nach mehreren Jahren beim Militär, führt sein eigenes Fitnessstudio. Der Zufall lässt ihre Wege kreuzen. Sofort ist die alte Anziehung spürbar. Doch beide haben sich verändert, sehr verändert.

Maya will ihre Gefühle verschließen, sich nicht mehr verletzen lassen. Sie hat Probleme zu vertrauen und sich einzulassen.

Cameron dagegen versucht auf Maya einzugehen und ihre Liebe zurückzugewinnen. Er ist, relativ schnell, fest entschlossen um Maya zu kämpfen, will kein „nein“ mehr akzeptieren. Doch sein Ego lässt ihn immer wieder überreagieren.

Werden die beiden es schaffen ihre verletzten Gefühle zu heilen um sich erneut aufeinander einlassen zu können?

Meine Meinung über dieses Buch ist etwas zwiespältig.
Einerseits ist der Schreibstil für mich locker und leicht zu lesen, andererseits dreht sich die Geschichte irgendwie im Kreis. Dazu kommt, dass mir Cameron zu sehr besitzergreifend, zu kontrollierend ist. Stellenweise wechseln sich nur Streit und Schlafzimmer untereinander ab. Zu den erotischen Szenen ist zu sagen, dass sie allesamt aufregend geschrieben und angenehm zu lesen sind.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Maya und Cameron erzählt. Dies hat den Vorteil, dass der Leser beide Sichtweisen kennenlernt. Die Kapitel sind jeweils gekennzeichnet, sodass man von Beginn an weiß, aus welcher Sicht gerade erzählt wird.
So ganz überzeugt wurde ich von der Entwicklung der Geschichte nicht, hatte aber dennoch ein paar Stunden Entspannung beim Lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erotik
  • Charaktere
  • Geschichte
  • Originalität
Veröffentlicht am 24.09.2017

Beschreibung eines Sommers aus Sicht des Nachkriegsjungen Heinz

Sssommerssseit
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Vorweg darf ich mich bedanken, da ich das Buch im Zuge einer Leserunde bekommen habe.

Armin Kastleitner nimmt uns in seinem Debütroman „Sssommerssseit“ auf eine Erinnerungsreise ins Jahr 1957 mit.

Heinz ...

Vorweg darf ich mich bedanken, da ich das Buch im Zuge einer Leserunde bekommen habe.

Armin Kastleitner nimmt uns in seinem Debütroman „Sssommerssseit“ auf eine Erinnerungsreise ins Jahr 1957 mit.

Heinz ist ein 9jähriger Junge, der mit seinen Freunden, wie damals wohl üblich, viel Freizeit auf den Straßen verbringt. Wir lernen Heinz und seine Gedanken besser kennen. Er scheint viel Fragen und keine Antworten in sich zu spüren. Es scheint auch, als wolle er manches hinterfragen. Doch die damalige Zeit gibt keine befriedigende Auskunft, bzw. ist es auch nicht üblich, dass Kinder Fragen stellen.

Heinz wächst in einer liebevollen Familie auf, nicht so sein Freund Willi. Auch von ihm erfahren wir ein kleines Stück Lebensgeschichte.

Die restlichen Freunde von Heinz werden skizziert und verschiedene Merkmale herausgearbeitet.

Grundsätzlich sind die Erinnerungsszenen sehr gut beschrieben, sodass sich jeder – egal welchen Alters – die Situationen gut vorstellen kann. Für mich sind allerdings sämtliche Begebenheiten ohne wirklichen Höhepunkt, der einem ins Auge springt. Das Buch beschreibt anschaulich aber ist eher flach gehalten.

Von mir gibt es vier von fünf möglichen Sternen. Einen ziehe ich für die einerseits höhenlose Erzählweise und andererseits für die fehlende Spannung ab. Dennoch ist es jedem zu empfehlen, der wissen will, was Jungs in den Nachkriegsjahren in der Ferienzeit so unternommen haben.

Veröffentlicht am 11.09.2017

Spannende Geschichte über Vergeltung vor ernstem Hintergrund

Der Trost der Rache
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Vorerst bedanke ich mich herzlich, da ich das Buch im Zuge einer Leserunde lesen durfte.

Wilfried Steiner gibt uns in „Der Trost der Rache“ einen Einblick wie unterschiedlich vier Menschen mit dem Wissen ...

Vorerst bedanke ich mich herzlich, da ich das Buch im Zuge einer Leserunde lesen durfte.

Wilfried Steiner gibt uns in „Der Trost der Rache“ einen Einblick wie unterschiedlich vier Menschen mit dem Wissen einer bevorstehenden Racheaktion umgehen.

Eingebettet, einerseits in die Geschichte Chiles, und andererseits in Erklärungen der Astronomie, findet Wilfried Steiner eine bildhafte Sprache, die den Leser in die Geschichte zieht. Man muss weder Geschichtskenner noch Astronomiekundiger sein, um den Beschreibungen folgen zu können, auch wenn immer wieder einmal Begriffe nicht so geläufig sind.

Adrian, der Hobbyastronom, hat sich endlich überwunden sich seinen größten Traum zu erfüllen. Er will das Gran Telescopio Canarias auf La Palma besichtigen. Karin, seine Frau, begleitet Adrian. Im Laufe der Geschichte merkt man eine gewisse Distanz und Kühle in der Beziehung der beiden. Adrian, der ruhige, seine Sterne liebende und Karin, die fest in ihrem Leben und Beruf als Therapeutin steht, begeben sich auf eine Reise, bei der man nicht weiß wie sie für ihre Ehe enden wird.

Am Urlaubsort begegnen die beiden Sara, einer Ornithologin. Schon nach kurzem gibt ihnen Sara einen Einblick in ihre schmerzliche Vergangenheit und einen Ausblick, wie sie sich von diesem Albtraum lösen will. Anfangs benötigt Sara den stärkenden Rückhalt ihrer neuen Freunde, doch ab dem Punkt der Gewissheit, ist sie sich ihrer weiteren Schritte vollkommen klar und will diese auch umsetzen.

Im Ganzen spielt auch Ricardo eine nicht unwesentliche Rolle. Wenn er auch erst später so wirklich ins Geschehen einsteigt, erweist er sich als der Mann im Hintergrund, der so manches umzusetzen vermag.

Dass der Vergeltungsschlag nicht so glatt verläuft, wie er geplant war, merkt man schon sehr bald, da aus der Sicht von Adrian erzählt wird, der, von Beginn der Erzählung an, inhaftiert zu sein scheint. Ob Sara trotzdem ihre Vergeltung, ihre Rache bekommt, will ich hier offen lassen um nicht zuviel vorzugreifen.

Die Geschichte ist spannend aufgebaut, regt immer wieder zum Weiterlesen an, die bildhaften Beschreibungen sind sehr gut gelungen, auch wenn dadurch manchen Schilderungen beinahe zu plastisch vor dem inneren Auge auftauchen.

Von insgesamt 5 Sternen gebe ich 4, diesen einen bringe ich in Abzug, da in einem Abschnitt für mich die eigentliche Handlung von Geschichte und Astronomie etwas verdrängt wird. Grundsätzlich ein Buch mit Tiefgang, bei dem man sich unweigerlich die Frage stellt, wie man selber an Adrians oder Karins Stelle reagiert hätte. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle die Bücher mit ernstem Hintergrund, spannend erzählt, lieben.

Veröffentlicht am 04.09.2017

Witzige, unterhaltsame Reise durch verschiedene (kurze) Leben

Mieses Karma
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David Safier hat uns mit „Mieses Karma“ wieder ein paar Stunden unbeschwerter Heiterkeit, gepaart mit fast schon kurios beschriebenen Ideen, beschert.

Anfangs war mir nicht klar, wie ein Buch witzig und ...

David Safier hat uns mit „Mieses Karma“ wieder ein paar Stunden unbeschwerter Heiterkeit, gepaart mit fast schon kurios beschriebenen Ideen, beschert.

Anfangs war mir nicht klar, wie ein Buch witzig und unterhaltsam sein soll, in dem die Mutter eines kleinen Kindes stirbt. David Safier hat mich eines besseren belehrt.

Als Einstieg ins Buch wird uns Kim Lange, die erfolgreiche Moderatorin, näher gebracht. Ihr Familien- und Berufsleben kurz dargestellt. Passend zur Geschichte wird Kim Lange auf ungewöhnliche Art aus dem Leben gerissen, um kurz darauf als Ameise wiedergeboren zu werden. Und jetzt beginnt der eigentliche Irrsinn – im positiven Sinn.

Wunderbar bildhaft beschriebene Szenen aus den Leben als Ameise, Meerschweinchen oder Hund, herrlich leicht zu lesender Schreibstil lässt einen das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Trotz aller interessanten Wendungen, vergnügter Unterhaltung und kurzweiligen Lesestunden steckt doch auch ein Punkt zum Nachdenken im Buch. Wie verhält es sich jetzt mit diesem Karma wirklich? Gibt es das? Wie sammelt man gutes oder schlechtes Karma? Wie auch immer. Diese Fragen sollen die Freude am Lesen dieses Buches nicht beeinflussen.

Man muss auch nicht Buddhist sein, nicht einmal an Wiedergeburt glauben, um dieses Buch genießen zu können.

Von mir eine eindeutige Leseempfehlung mit vier von fünf möglichen Sternen. Für Stunden in denen man einfach entspannen und genießen will. Einen Punkteabzug gibt es, weil mir persönlich ein anderer Schluss besser in den Fluss der Geschichte gepasst hätte. Aber das ist nur mein Empfinden.