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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2023

Großartig und packend

City of Dreams
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Der Roman knüpft unmittelbar an das Ende des ersten Buches an. Für diejenigen, die den ersten Band „City of Fire“ nicht gelesen haben keine Sorge, in den ersten Kapiteln gibt es immer wieder erklärende ...

Der Roman knüpft unmittelbar an das Ende des ersten Buches an. Für diejenigen, die den ersten Band „City of Fire“ nicht gelesen haben keine Sorge, in den ersten Kapiteln gibt es immer wieder erklärende Einlassungen.
Rhode Island, 1988 - Nur Stunden nach dem Tod seiner geliebten Terri muss Danny über die Zukunft seiner kleinen Familie nachdenken. Rhode Island ist nicht mehr sicher, geschweige denn, ein Kind aufzuziehen, wenn die italienische Mafia überall zu sein scheint. Aber ein neues Leben zu beginnen und unbemerkt zu bleiben ist sehr kompliziert, denn das FBI und die Mafia sind ihm auf den Fersen. Er weiß, dass sie nicht aufhören werden, bis sie seinen Aufenthaltsort gefunden haben, denn beide Parteien haben ihre Augen und Ohren überall und jede Handlung zieht Konsequenzen nach sich.
Wie in "City on Fire" sind die Charaktere meiner Meinung nach die Stärke des Buches. Vor allem die Hauptfigur Danny Ryan macht eine sehr interessante Entwicklung durch. Die Geschichte wird in einem sehr guten Rhythmus erzählt, der von den ersten Seiten an fesselt, wozu auch die verschiedenen Handlungsorte beitragen.
Fazit: Alle, die gern Mafia-Geschichten lesen, wo Loyalität und Rache groß geschrieben werden, denen kann ich diesen 2. Teil der Danny Ryan Trilogie von Don Winlow absolut empfehlen. Mich hat das Buch jedenfalls gut unterhalten und deshalb gibt es auch 4 von 5 Lesesterne.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Unterhaltsam und kurzweilig

Mord auf der Insel Gokumon
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In seinem 2. Fall verschlägt es Kosuke Kindaichi auf die Insel Gokumon. Er hat den Auftrag übernommen einen Brief seines kürzlich verstorbenen Kriegskameraden Chimata, dessen Familie hier lebt, zu übergeben. ...

In seinem 2. Fall verschlägt es Kosuke Kindaichi auf die Insel Gokumon. Er hat den Auftrag übernommen einen Brief seines kürzlich verstorbenen Kriegskameraden Chimata, dessen Familie hier lebt, zu übergeben. Doch was ihm wirklich zu denken gibt, sind die letzten Wort Chimatas. Warum soll er Chimatas Schwestern schützen? Dann ereignen sich kurz nach seiner Ankunft seltsame Morde und der Detektiv in Kindaichi beginnt genauer hinzusehen und zu hören.

Kindaichi ist nicht der allgegenwärtige und eigennützige Detektiv durch den die Handlung vorangetrieben wird, sondern eher ein aufmerksamer Beobachter, ein Zeuge, der sich wundert, der versucht, alles in Einklang zu bringen, während er sein Umfeld genau im Auge behält.

Der Autor entwirft neben der Krimihandlung ein Porträt seiner Zeit durch die auftretenden Personen während sie alle ein Stück zur Lösung der Ermittlung beitragen. Das Erzähltempo ist angenehm und ohne unnötige Abschweifungen wird die Geschichte bündig erzählt.

Fazit: Ein wirklich empfehlenswerter zweiter Serienteil, vor allem weil er so unterhaltsam und kurzweilig ist, und einem auch ein Stück weit Japan mit seinen Traditionen und seiner Lebensweise näherbringt. Meine Empfehlung bekommt das Buch und ich vergebe hier gern 4 von 5 Lesesterne.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Ein bezauberndes Buch

Das Glück der Geschichtensammlerin
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Janice ist nicht nur eine Putzfrau. Sie ist auch eine Geschichtensammlerin, die denkt, dass ihre Geschichte, im Gegensatz zu denen anderer, nicht wichtig ist. Janice weiß, wie man Menschen zuhört, das ...

Janice ist nicht nur eine Putzfrau. Sie ist auch eine Geschichtensammlerin, die denkt, dass ihre Geschichte, im Gegensatz zu denen anderer, nicht wichtig ist. Janice weiß, wie man Menschen zuhört, das ist ihre Gabe, aber wer hört ihr zu? Alles ändert sich, als sie die charismatische Mrs. B. kennenlernt, die sie dazu bringt, sich der Realität zu stellen und ihre Stimme zu finden.
Ich habe eine Weile gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen, aber dann war es schwer, aufzuhören. Die Geschichte konzentriert sich stark auf Janices Arbeit, die ihre Tage nahezu ausfüllen, und wir folgen ihr durch die Häuser, lernen ihre Arbeitgeber kennen, sehen das Verhalten ihr gegenüber und werden Zeuge, wie sich Beziehungen je nach Situation entwickeln. Neben den einzelnen Unterhaltungen runden die detaillierten Beschreibungen der Häuser ihrer Arbeitgeber die Geschichten wunderbar ab. Vor allem aber gibt die lebensbejahende Mrs. B. die nötigen Impulse, durch die die Handlung vorangetrieben wird.

Fazit: „Das Glück der Geschichtensammlerin“ ist ein bezauberndes Buch über Freundschaft und Liebe, aber auch über Schuld und Missverständnisse. Es ist eines dieser Bücher, die einen mit einem Lächeln auf den Lippen zurücklässt und uns lehrt, dass alle Geschichten wichtig sind, denn Geschichten müssen erzählt werden, sonst sterben sie.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Mysteriöses geht in Wien um

Das Mädchen und der Totengräber (Die Totengräber-Serie 2)
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Im 2. Band der Totengräber-Reihe gibt es wieder einiges für Inspektor Leopold von Herzfeldt, Julia Wolf und Totengräber Augustin Rothmayer zu tun. Ermittlungen in gleich 3 Fällen müssen durchgeführt werden. ...

Im 2. Band der Totengräber-Reihe gibt es wieder einiges für Inspektor Leopold von Herzfeldt, Julia Wolf und Totengräber Augustin Rothmayer zu tun. Ermittlungen in gleich 3 Fällen müssen durchgeführt werden. Diese mysteriösen Vorfälle sind: die Entdeckung eines mumifizierten Professors für Ägyptologie aus Wien, der Tod eines Tierpflegers und Morde im Stricher-Milieu.
Wie schon im ersten Teil hat der titelgebende Totengräber auch hier wieder nur gut platzierte Auftritte. Wurde im ersten Band aus dem „Almanach für Totengräber“ zitiert, haben hier nun einige Kapitel vorangestellte Auszüge aus dem neuesten Werk des Totengräbers „Totenkulte der Völker“. Dadurch wird die Verbindung Fall/Totengräber hergestellt und Ermittlungsansätze gegeben. Während der Untersuchungen rücken für alle Beteiligten neben den Routinebefragungen auch noch andere politische und gesellschaftliche Themen in den Vordergrund. Diese reichen u. a. von Judenhass und Fremdenfeindlichkeit bis zu männlichem Sexismus und Homophobie. Somit ist ein breites Spektrum für die polizeilichen Recherchen vorgegeben und im Wien des Jahres 1894 alles andere als einfache Angelegenheiten. In dem Zusammenhang hat mir die Darstellung des historischen Wiens mit seinem Lokalkolorit, den neuen technischen Errungenschaften und den Beschreibungen der sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen sehr gut gefallen.
Alles in allem konnte mich dieser Histokrimi, der aber auch einige Längen hat, wieder gut unterhalten. Somit spreche ich eine Empfehlung aus und vergebe 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 11.08.2023

Histo- Kunst- und Politik-Krimi-Mix

Die Akte Madrid
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Im 2. Band der Lennard-Lomberg-Reihe muss sich die Hauptfigur erneut mit der Wiederbeschaffung von Raubkunst befassen. Bildeten im ersten Band die Raubzüge im besetzen Frankreich den Aufhänger, sind es ...

Im 2. Band der Lennard-Lomberg-Reihe muss sich die Hauptfigur erneut mit der Wiederbeschaffung von Raubkunst befassen. Bildeten im ersten Band die Raubzüge im besetzen Frankreich den Aufhänger, sind es diesmal die widerrechtliche Aneignung eines Kunstwerkes aus Spanien zur Zeit der Franco-Diktatur. Da Lomberg bei seiner Suche in Kreise vordringt, wo Geheimes geheim bleiben soll, wird auch dieser neue Auftrag ihm wieder alles abverlangen.

In steten Wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart verfolgt man als Leser nun die Aktivitäten Lombergs, die ihn europaweit z. B. von Madrid nach Granada bis nach Bonn führen werden und bei denen er auf aktive Mithilfe von Kriminalrätin Sina Röhm und seinem direkten persönlichen Umfeld zählen kann. Denn das Geflecht aus Verstrickungen des Franco-Regimes mit rechtsgerichteten Kreisen in der BRD und der Surrealisten-Bewegung um Lorca, Bunuel und Dali sind selbst für Lomberg allein nicht so einfach zu entwirren.

„Die Akte Madrid“ ist eine gelungene Fortsetzung, die wieder mit interessanten historischen und kunsthistorischen Fakten aufwartet. Die komplexe, detailreiche Handlung lebt auch durch den bildhaften, leicht verständlichen Schreib- und Erzählstil der sich mit weit schweifenden Ausschmückungen zurückhält. Ein Figurenregister mit den fiktiven und realen Charakteren ist im Anschluss angefügt und in den Klappdeckeln sind jeweils ein Kartenausschnitt von Granada und Bonn skizziert, so dass man auch optisch die Wege nachvollziehen kann.

Ich kann das Buch, ein Mix aus Histo- Kunst- und Politik-Krimi definitiv weiterempfehlen und vergebe 4 von 5 Sterne.